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Das königliche Hochzeitsmahl - Teil 2

Leider halten sich gerade in ehemals christlichen Ländern, in denen noch ein Überbleibsel von christlicher Religion und christlichen Werten vorhanden sind, irrtümlicherweise unzählige Menschen für Christen, obwohl sie Christus nie wirklich als ihren Herrn und Erlöser angenommen haben. Es gab in ihrem Leben auch nie einen innerlichen Zerrbruch, nie haben sie über ihre Sünde geweint und um Gnade gefleht. Obwohl sie sich noch nie ernsthafte Gedanken gemacht haben, ob ihr Leben mit Gott in Ordnung ist, besteht für sie kein Zweifel, dass sie Anwärter auf das Himmelreich sind. Sie haben zwar ein christliches Bekenntnis, doch sie haben nie den alten Menschen abgelegt, es kam nie zu einer echten Erneuerung des Sinnes, und ebenso wenig haben sie den neuen Menschen angezogen, der nach Gott geschaffen ist, in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit (vgl. Eph 4,22-24). Sie haben sich nie wirklich bekehrt, weil ihnen die Notwenigkeit dafür nie wirklich bewusst war. Wer sich selbst für gerecht hält, der verschmäht, sowohl das Blut des Lammes (vgl. Offb 7,14), als auch die Kleider des Heils, die uns vor Gott gerecht machen (vgl. 2.Kor 5,21). Doch mit dieser Haltung entsprechen sie exakt dem Mann aus dem Gleichnis, den der König fragte: „Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an?“ 

Dieser Mann hielt es nicht für nötig, die Kleider des Heils anzulegen, die uns allein in Christus geschenkt werden. So wie Jesaja sagt: Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet (Jes 61,10). Stattdessen hatte er sein Vertrauen auf seine eigene Gerechtigkeit gesetzt. Er hielt sich für gut genug, für das Reich Gottes. Er war zwar ein christlicher Bekenner, aber war nie bereit sich Jesus Christus unterzuordnen. Stattdessen hatte er seinen eigenen Glauben und war der Meinung, er könnte sich den Weg zu Gott, durch seine religiösen Bemühungen selbst ebnen. Was auch immer er im Kreuz sah, er sah darin nie den Platz, den er selbst hätte einnehmen müssen, er war sich nie bewusst, wie nötig er dieses stellvertretende Opfer hatte. Ob er es offen zugab oder nicht, im Grunde zählte er zu jenen, für die die Botschaft vom Kreuz eine Torheit ist (vgl. 1.Kor 1,23).

Auch heute begegnen einem vielfach solche Menschen in christlichen Kreisen und dies nicht selten auf den Kanzeln, oder in anderen wichtigen Führungspositionen. Sie haben nie wirklich verinnerlicht, dass das Kreuz mehr ist, als nur ein Symbol das lediglich dafür steht, dass Gott mit der Menschheit mitleiden würde. Beim Kreuz geht es um die Schuldfrage, es geht darum, dass der Sohn Gottes Sein Leben als Sühneopfer gab, um uns von Schuld und Sünde zu befreien. Die Tatsache, dass so viele dieses Opfer geringschätzen, ist ein Beleg für eine falsche Selbsteinschätzung und mangelnde Sündenerkenntnis. Da man sich selbst, als des Himmels würdig erachtet, lebt man in der trügerischen Illusion, keine Erlösung nötig zu haben. Dies macht deutlich, dass die Schrift keine Autorität über dem Leben dieser Menschen hat. Ihr Irrtum kommt daher, weil sie die Schrift nicht kennen (vgl. Mt 22,29). Doch egal ob Unkenntnis oder bewusste Ignoranz, nicht was wir denken oder sagen ist entscheidend, sondern das, was Gottes Wort sagt, und da seht geschrieben: Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsre Sünden tragen uns davon wie der Wind (Jes 64,5).

Selbst unter eifrigen Kirchgängern, sind etliche, die sich nie im Licht von Gottes Wort, als verloren und untauglich für das Reich Gottes gesehen haben. Obwohl sie eine äußerliche Form von Religiosität haben (vgl. 2.Tim 3,5), gehen sie achtlos am Kreuz vorüber. Sie wissen das Opfer, das Jesus am Kreuz vollbracht hat, nicht wirklich zu schätzen; statt ihre Hoffnung allein darauf zu setzen, vertrauen sie lieber auf ihre eigenen Verdienste und ihre eigene Frömmigkeit. Doch sie können noch so fest davon überzeugt sein, sichere Anwärter auf das Himmelreich zu sein, am Tage des Gerichts werden sie verstummen. Denn auf die Frage: „Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an?“, folgt die Aussage: Er aber verstummte. Und dann sagt der König zu seinen Dienern: „Bindet ihm Hände und Füße, führt ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein“.

Ist das nicht ein erschütterndes Bild, das uns Jesus hier vor Augen stellt? Das klingt ganz anders als: „Wir kommen alle in den Himmel, weil wir so brav sind!“. Doch bedenken wir, Jesus konfrontiert uns mit dieser unschönen Wahrheit, weil ER uns liebt. Seine Absicht besteht darin, uns wachzurütteln (vgl. Eph 5,14), weil ER uns dieses schreckliche Schicksal ersparen will. Doch entscheidend ist, dass wir Seine Einladung ins Reich Gottes annehmen. Und das bedeutet, die Erlösung anzunehmen, die uns durchs Kreuz angeboten wird, indem wir Buße tun. Buße ist keine leichte Kurskorrektur, sondern eine Kehrtwendung um 180°. So wie es der verlorene Sohn gemacht hat, nachdem er am Ende seiner selbstsüchtigen Sinnsuche, bei den Schweinetrögen angelangt war. Als er in seiner völligen Verzweiflung den Entschluss fasste, sich zu seinem Vater aufzumachen, um ihm zu sagen: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen! Mach mich wie einen deiner Tagelöhner!“, da hat ihn der Vater nicht abgewiesen. Nein, er machte ihm noch nicht einmal die geringsten Vorhaltungen, sondern befahl seinen Dienern: „Bringt schnell das beste Gewand heraus und zieht es ihm an!“ (Lk 15,22).

So reagiert der himmlische Vater, wenn wir von unseren falschen Wegen umkehren. Wenn wir Buße tun, weil wir im Licht Seines Wortes unsere Unwürdigkeit erkannt haben, bekommen wir das beste Gewand von IHM. Aber die entscheidende Frage ist, können auch wir sagen: „Ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen“ oder „ich bin nicht mehr würdig deine Tochter zu heißen!“? Oder gehören wir zu denen, die sich wie selbst-verständlich, für Kinder Gottes halten, und sich allen Ernstes einreden, des Himmels würdig zu sein? Wer auf diesem Standpunkt verharrt, bekommt kein neues Gewand vom Vater, sondern wird am Tage des Gerichts vor Scham verstummen (vgl. Mt 22,12b, Röm 3,19, Ps 31,18). Wir können hier noch so tolle Überzeugungen vertreten, der Herr wird das letzte Wort über unserem Leben haben. Wer an jenen Tag mit den Kleidern seiner eigenen Gerechtigkeit vor den tritt, der Augen wie Feuerflammen hat (vgl. Offb 2,18), den wird die schreckliche Strafe treffen, vor der uns Jesus durch dieses Gleichnis so eindringlich gewarnt hat. Er, der so geduldig, so sanftmütig, gnädig und barmherzig ist, und der uns auf jede erdenkliche Art zur Umkehr bewegen will, wird Seinen Dienern befehlen müssen: „Bindet ihm Hände und Füße, führt ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis!“

Gerade, weil so viele Menschen in einer schrecklichen Selbsttäuschung leben, kann ich es nicht oft genug sagen: Wir können am Tage des Gerichts nicht mit dem Kleid unserer eigenen Gerechtigkeit vor Gott treten, wir müssen dieses befleckte Kleid im Hier und Jetzt ablegen, und uns vom Vater neu einkleiden lassen. Ohne dieses neue Kleid, gewaschen im Blut des Lammes (vgl. Offb 7,14; 12,11), sind wir ausgeschlossen vom neuen Jerusalem. Nur das Blut des Lammes verschafft uns den Zutritt. Daher sagt die Schrift: Selig sind, die ihre Kleider waschen, dass sie teilhaben an dem Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt (Offb 22,14).

Jesus beendet dieses Gleichnisses mit der Aussage: „Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt!“ (Mt 22,14). Damit macht er deutlich, dass der allgemeine Ruf des Evangeliums an alle Menschen gerichtet ist. Wie schon gesagt, Gott hat durchs Evangelium die Vorkehrung für die Errettung aller getroffen. Dies entspricht auch dem Missionsbefehl, den Jesus Seinen Jüngern nach Seiner Auferstehung gegeben hat. In Seinen letzten Worten, bevor er in den Himmel aufgefahren ist, gab er ihnen den Auftrag: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur!“ (Mk 16,15).

Soweit der allgemeine Ruf, doch wer sind nun die Auserwählten? Auch das wird sowohl durch das Gleichnis, als auch durch den direkten Missionsbefehl deutlich: Es sind jene, die die Einladung annehmen und dem Ruf folgen, jene die glauben. Nicht wer gleichgültig ist, nicht wer das Evangelium ignoriert, sondern wer daran glaubt, wird gerettet. Das ist nicht meine persönliche Meinung, sondern das entspricht den Worten, die direkt auf den Missionsbefehl folgen, wo Jesus sagt: Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden (Mk 16,16).

Auch das haben wir im Gleichnis gesehen, keiner von jenen, über die gesagt wurde: Sie aber achteten nicht darauf (Mt 22,5, vgl. 2.Chr 33,10), hatte ein Anrecht darauf, am Festmahl teilzunehmen. Dieses Festmahl ist ein Bild für die immerwährende Freude im Himmelreich, nur die Auserwählten werden daran teilhaben. Jene, die nicht glauben, werden, wie Jesus selbst sagte, verdammt werden. Es ist also ein fataler Irrtum, zu glauben, man würde ohne auf den Ruf des Evangeliums zu reagieren, automatisch ins Himmelreich kommen. Automatisch landet man nur in der Verdammnis, dafür muss sich niemand bewusst entscheiden, denn diese Entscheidung hat der Mensch bereits im Paradies getroffen, als das erste Menschenpaar lieber auf die schmeichelnden Worte der Schlange vertraute, anstatt auf die Worte ihres Schöpfers zu hören. Damit haben Adam und Eva auch für alle ihre Nachkommen, also für die gesamte Menschheit, die Weichen gestellt. Vor dem Sündenfall lebten sie in Harmonie und Eintracht mit Gott, doch nach dem Sündenfall wird folgendes über sie berichtet: Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten (1.Mo 3,8). Ob es nun überzeugte Evolutionisten wahrhaben wollen oder nicht, wir alle zählen zu der gefallenen Nachkommenschaft Adams. Genau wie es bei Adam und Eva nach dem Sündenfall der Fall war, so steckt es auch in unserer gefallenen Natur, unserem Schöpfer auszuweichen. Der Mensch hat Gott seit dem Sündenfall den Rücken zugewandt und wer nicht bereit ist, seinen Kurs zu ändern, der landet unweigerlich in der ewigen Verdammnis. Denn dieser Kurs, weg vom Angesicht Gottes, endet unweigerlich in der ewigen Gottesferne. Wer sich ein Leben lang vor dem Angesicht Gottes versteckt und die Finsternis mehr liebt als das Licht, darf sich nicht beschweren, wenn er in der ewigen Finsternis landet. Doch beachten wir hierbei auch, was uns in Johannes 3,36 unmissverständlich gesagt wird: Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Ist uns bewusst, was das bedeutet? Hier wird nicht gesagt, der Zorn Gottes kommt über ihn, sondern er bleibt auf ihm. Wer ohne Jesus lebt, steht unter dem Zorn, denn wer ohne IHN lebt, ist noch unter dem Gesetz und das besagt: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun« (Gal 3,10b). Die frohe Botschaft des Evangeliums jedoch lautet: Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«, (Gal 3,10b: 3,13, 5.Mo 21,23). Wer die Botschaft verachtet, und das Opfer, das Jesus am Kreuz vollbracht hat, verschmäht, der bleibt unter dem Fluch, und geht demselben schrecklichen Schicksal entgegen, das Satan und seinen Engeln bestimmt ist: Ewige Pein in der Hölle (vgl. Mt 25,41). Doch weil der Herr uns dieses schreckliche Schicksal ersparen will, sendet ER auch heute noch Seine treuen Boten aus. Doch dazu zählen nicht jene, die allen den Himmel versprechen, sondern nur jene, die wie Paulus sagen können: So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, daß Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Laßt euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden (2.Kor 5,20-21).

 

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