und

Das hochzeitliche Gewand

31.03.2018

 

Und jene Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse und Gute, und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen. Als aber der König hineinging, um sich die Gäste anzusehen, sah er dort einen Menschen, der kein hochzeitliches Gewand anhatte; und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, führt ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt! (Mt 22,10-14).

 

Kommen wir zum zweiten Teil des Gleichnisses, und damit zu der Szene, in der Jesus darauf zu sprechen kommt, dass der König sich die Gäste ansieht. Normal hätte man wohl erwartet, dass Jesus dieses Gleichnis mit der positiven Aussage, und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen, beendet. Doch ER ließ es nicht nur dabei bewenden, dass der Saal widererwartend doch noch voll wurde, sondern gab dem Gleichnis erneut eine sehr überraschende Wendung. Denn anstatt es bei dieser positiven Feststellung zu belassen, fügt ER noch etwas sehr Entscheidendes hinzu, und das ist die Situation, wo der König den Saal betritt, um sich die Gäste anzusehen. Was anderes lehrt uns dies, als die Tatsache, dass sich der König des Himmels, nicht allein mit einem vollen Saal zufrieden gibt? Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, der göttliche Maßstab ist nicht die Masse, sondern Echtheit und Reinheit. Entsprechend lenkt Jesus unseren Blick auf den König und zeigt uns, dass dieser beim Betreten des Saals einen Menschen sah, der kein hochzeitliches Gewand anhatte. Anstatt großzügig darüber hinwegzusehen, stellt der König diesen Mann sofort zur Rede: „Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an?“ Weiter berichtet Jesus, dass dieser Mann daraufhin verstummte. Was exakt dem Wort aus Psalm 107,43 entspricht: Alle Ungerechtigkeit muss ihren Mund schließen.

Plötzlich, war der zuvor so unbekümmerte Mann total verlegen. Anfangs war er offensichtlich, wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass er so erscheinen könne, wie es ihm passen würde. Doch im Hochzeitsaal, umgeben von lauter Gästen im feierlichen Festgewandt, hatte er mit einem Mal keine Argumente mehr parat, um seine Respektlosigkeit gegenüber dem König zu begründen. Nun würde man, gemessen an dem heute weitverbreiteten Gottesbild, vermuten, dass der König großzügig darüber hinwegsehen würde. Man würde erwarten, dass er sagen würde: „Halb so wild, Hauptsache du bist hier und feierst mit!“, doch weit gefehlt, er befahl seinen Dienern: „Bindet ihm Hände und Füße, führt ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis!“ Jesus beendet das Gleichnis mit den Worten: Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt!

Straft dies nicht gerade unser modernes Selfmade Christentum lügen? Heute, hält man es doch nahezu für selbstverständlich, alles auf die eigene Weise zu machen. Genau dieses Selbstverständnis, wurde diesem Mann zum Verhängnis. Sein Problem war die überhebliche Einstellung, seine eigene Individualität über die Erwartungen und Ansprüche des Königs zu stellen. Anstatt sich, wie die Übrigen, unter die Erwartungen des Königs zu beugen, wollte er selbst definieren, was angemessen ist. Offensichtlich wollte er sich nicht damit begnügen, einer von vielen zu sein, die ihren Blick auf den König und dessen Sohn richten, sondern lieber selbst im Mittelpunkt stehen. Letztlich ist ihm dies auch geglückt, er konnte sich tatsächlich von allen anderen abheben, doch eben nicht auf eine positive, sondern auf eine sehr negative Weise. Statt der erhofften Bewunderung, erntete er das Missfallen des Königs und wurde des Saales verwiesen. Wie das Gleichnis deutlich macht, bedeutet dies, den Ausschluss aus Gottes ewigem Reich. Statt in die ewige Freude einzugehen, landet der einst so selbstsichere Mann, in der äußersten Finsternis, über die Jesus sagt: Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein.

Wenn Jesus das so deutlich sagt, dann sollten wir nicht leichtfertig darüber hinweggehen, sondern sichergehen, dass unser Christsein, auf keinen Fall dem Selbstverständnis dieses Mannes entspricht. Das moderne Christentum ist voll von selbstsicheren Macherchristen, die sich kaum noch um die Erwartungen Gottes scheren. Statt auf Sein Wort zu hören, setzen sie sich dreist darüber hinweg. Sie wollen sich in ihrem Tun und Handeln nicht einschränken lassen. Sie machen etwas, von dem sie glauben, es sei für Gott, doch sie machen es auf ihre Weise. Damit verhalten sie sich genauso wie der zweite Sohn aus dem Gleichnis der beiden Söhne, die im Weinberg ihres Vaters arbeiten sollten. Jesus hat dabei folgendes illustriert: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg! Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Danach aber reute es ihn, und er ging. Und er ging zu dem zweiten und sagte dasselbe. Da antwortete dieser und sprach: Ich [gehe], Herr! und ging nicht. Wer von diesen beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Da spricht Jesus zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und die Huren kommen eher in das Reich Gottes als ihr! Denn Johannes ist zu euch gekommen mit dem Weg der Gerechtigkeit, und ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zöllner und die Huren aber glaubten ihm; und obwohl ihr es gesehen habt, reute es euch nicht nachträglich, sodass ihr ihm geglaubt hättet (Mt 21,28-32).

Ist es nicht erstaunlich, der zweite Sohn war offenbar der Meinung, sein Vater würde sich mit einem leeren Lippenbekenntnis begnügen. Entsprechend halten es heute viele, die vorgeben, Gott zu dienen, aber im Endeffekt nur ihren eigenen Träumen und Zielen hinterherjagen. Allein die Tatsache, der Bibel ein paar Körnchen Wahrheit zuzusprechen, lässt Menschen glauben machen, fromm zu sein. Doch worauf werden die Körnchen, die es herauszupicken gilt, reduziert? Sie werden reduziert auf das, was mit menschlicher Weisheit erklärbar ist und auf keinen Fall im Widerspruch zum Zeitgeist oder zu persönlichen Neigungen und Interessen steht. Und das in etwa, beschreibt auch den Ansatz des bibelkritischen Theologiestudiums, bei dem es nicht darum geht, was die Bibel sagt, sondern vielmehr um das, was über die Bibel gesagt wird. Dementsprechend treten heute so viele im frommen Gewand auf und verwechseln ihren blinden Aktionismus mit Gehorsam. Sie geben zwar vor, Diener Gottes zu sein und behaupten, Jesus zu dienen, doch in Wahrheit dreht sich ihr Dienst nicht um Jesus, sondern immer nur um ihre eigenen Ideen. Nicht Jesus ist Mittelpunkt, nicht die Ehre Gottes, sondern immer die eigene Ehre. Eigene Ansichten stehen über den Erwartungen Gottes. Das Motto lautet: „Mir muss es Spaß machen, mir muss es gefallen“, was dem HERRN gefällt, ist für sie eher zweitrangig. Die Frage ist, was anderes macht das Beispiel dieses Mannes ohne hochzeitliches Festgewand deutlich, als die Tatsache, dass die Rechnung des modernen Individual-Christentums nicht aufgehen wird?

Man kann sich als Diener Gottes bezeichnen, man kann sogar ein Theologiestudium vorweisen, solang man nicht bereit ist, Jesus die Herrschaft über das eigene Leben zu übergeben, besteht das Glaubensbekenntnis aus nichts weiter, als aus leeren Worten. Wer nur „Herr, Herr“, sagt, Jesus aber den Gehorsam verweigert, indem er Gottes Wort als Richtschnur verwirft und stattdessen lieber seine eigenen Ideen verwirklicht, der mag dies zwar immer noch als einen Dienst für den HERRN bezeichnen, in Wahrheit jedoch entspricht sein Verhalten den leeren Worten des zweiten Sohnes aus dem Gleichnis. Wie gesehen, hat dieser nur vorgegeben, im Weinberg seines Vaters, arbeiten zu wollen, dann aber doch lieber sein eigenes Ding durchgezogen. Die darin enthaltene Lehre, lautet: Wer seine persönlichen Ansichten, über das Wort Gottes stellt, und das Reich Gottes lieber auf eigene Weise bauen will, als auf die Art und Weise, wie es Jesus vorgelebt und gelehrt hat, dessen Herr ist nicht Jesus, sondern immer noch sein selbstsüchtiges ICH. Er lebt immer noch in dieser selbstbestimmten Art, wie sie für den Menschen seit dem Sündenfall typisch ist. Er ist immer noch der alte Rebell, der nicht bereit ist, sein Leben der Herrschaft Gotts zu unterstellen. Dennoch ist er, genau wie der Mann aus dem Gleichnis, überzeugt, ein sicherer Anwärter auf das Himmelreich zu sein; genauso wie es bei ihm der Fall war, ist er regelrecht von seinem eigenen religiösen Aktionismus geblendet, dass er gar nicht wahrnimmt, wie unpassend seine stolze Haltung für das Reich Gottes ist. Statt sich, wie in 1.Petrus 5,5 gefordert, mit Demut zu umkleiden, trägt er das Kleid des Stolzes und nimmt nicht wahr, dass er in diesen Kleidern nicht vor Gott treten kann. Wie anders ist da doch die Haltung wahrer Diener Gottes, die von ihrer Sünde überführt, mit Jesaja sagen können: Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsre Sünden tragen uns davon wie der Wind (Jes 64,5)?

Die Frage ist doch, wer kommt mit einer Bitte vor Gottes Gnadenthron, die den Worten entsprechen, die David in Psalm 51,12 formuliert hat? „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist!“ Gewiss kommen solche Worte nicht aus dem Herzen jener, die das Selbstverständnis haben, ihre Kreativität und ihr Aktionismus seien die sichere Eintrittskarte ins Himmelreich, sondern jene, mit zerbrochenem Herzen. Jene, die durch die Gnade Gottes, wie Paulus, sagen können: „Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht“ (Röm 7,18). Wo diese Erkenntnis fehlt, handelt es sich nicht um echtes Christsein, sondern nur um die fromme Show eines, des Inhalt berauten, Scheinchristentums. Dabei besteht durchaus die reale Gefahr, dass man voll Enthusiasmus und Begeisterung andere Menschen für das Reich Gottes gewinnen will, doch dabei selbst auf Abwege gerät, die letztlich im Verderben enden. Dies entspricht nicht meiner eigenen Theorie, sondern auch meiner eigenen Lebenserfahrung, denn sehr lange war auch ich felsenfest davon überzeugt, dass der Zweck die Mittel heiligt. Doch es gibt noch einen viel gewichtigeren Grund, warum man aufpassen muss, dass man beim Versuch andere zu retten, nicht selbst verloren geht, und das ist die Tatsache, dass Jesus davor gewarnt hat (vgl. Mt 23,15; Lk 11,52). Dementsprechend gilt es, zu realisieren, dass wir in unserer Zeit noch viel weniger mit etwas rechnen können, das in der gesamten Heilsgeschichte nie der Fall war: Wir können nicht davon ausgehen, dass jeder Gottesdienstbesucher ein Kind Gottes ist (vgl. Röm 2,28-29). Ebenso wenig steht auf jeder Kanzel eine Person, die wirklich Jesus Christus im Herzen hat. Von daher stellt Thomas Lange völlig zurecht die Frage: „Wann werden wir es merken, dass das eines der größten Missionsfelder in unseren westlichen Ländern die Kirchen- und Gemeindebänke sind – und zwar jeden Sonntagmorgen?“ 1

Es gibt sehr viele religiöse Menschen und darunter auch unzählige, die sich zum Christentum zählen, doch solange sie Christus nur als ihren HERRN bezeichnen, jedoch nicht bereit sind, sich Seiner Herrschaft zu unterstellen, befinden sie sich nicht auf dem schmalen Weg, der zum Leben führt, sondern auf dem breiten, der im ewigen Verderben endet. Von daher warnt uns Gottes Wort, dass alle menschlichen Versuche und alles religiöse Bemühen, um zu Gott vorzudringen, zum Scheitern verurteilt sind. Ohne Ausnahme führt nur ein einziger Weg zurück in die Gemeinschaft mit Gott, und das ist der Weg über das Kreuz von Golgatha. Dort hat der gerechte Sohn Gottes die Strafe getragen, die wir verdient hätten. Nur durch Sein am Kreuz vergossenes Blut, können wir am Tage des Gerichts bestehen. Nur in IHM erlangen wir die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, niemals durch unsere eigenen Leistungen und Verdienste.

Allein diese Erkenntnis, kann dafür sorgen, dass ein Mensch von seinem eigenwilligen Weg umkehrt. Ein Mensch muss, genau, wie es beim Gleichnis vom verlorenen Sohn der Fall war, erkennen, dass er sich durch seinen eigenwilligen Weg, selbst dann, wenn es ein religiöser Weg ist, immer weiter von Gott entfernt. Zu dieser Erkenntnis kommt aber niemand, indem man ihm Unterhaltung und Zerstreuungen bietet und schon gleich gar nicht, wenn ihm unentwegt versichert wird, dass zwischen ihm und Gott alles in bester Ordnung sei. Stellen wir uns doch nur mal den verlorenen Sohn vor, wie er am Ende seiner selbstsüchtigen Sinnsuche, bei den Schweinetrögen angelangt war; wäre ihm etwa mit guter Unterhaltung geholfen gewesen? Hätte es ihm irgendetwas genützt, wenn man ihm versichert hätte, dass es nicht von Nöten sei, den beschwerlichen Weg zum Vater auf sich zu nehmen? „Du musst dir doch nicht die Blöße geben, und dein Versagen eingestehen, was du brauchst, ist ein wenig Zerstreuung, damit du schnell wieder auf andere Gedanken kommst. Komm mit in unseren Powergottesdienst, da kannst du wieder auftanken. Wir sind lauter coole Leute und haben eine richtig fetzige Band!“ Nehmen wir an, er wäre dieser Einladung gefolgt, hätte er sich wohl je auf den Weg zum Vater gemacht? Wahrscheinlich nicht, denn wann immer sich sein Gewissen gemeldet hätte, wäre ihm versichert worden, dass zwischen ihm und seinem Vater alles in bester Ordnung sei.

Weiter gilt es zu beachten, dass der verlorene Sohn nicht nur zu einem Kurzbesuch bei seinem Vater erschienen war. Er war nicht zurückgekommen, um sich mal schnell eine kleine Finanzspritze abholen, und dann wieder seine eigenen Wege zu gehen, sondern um bei seinem Vater zu bleiben. Auch das wird bei moderner Verkündigung ausgeblendet, weil sie eben nicht auf die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott dem Vater abzielt, sondern auf Ablenkung und Zerstreuung. Egal wie weit eine Person an den göttlichen Ordnungen vorbeilebt, wann immer Zweifel an der Heilsgewissheit aufkommen, erfährt dieser Mensch von allen Seiten Zuspruch und bekommt versichert, dass zwischen ihm und Gott alles in bester Ordnung sei. Sünde muss weder bekannt, noch abgelegt werden, denn Gott ist ja immer bereit, zu vergeben. Es scheint, als sehe man die Hauptverantwortung der Verkündigung darin, allen Menschen das Heil zuzusichern, doch beachten wir im krassen Gegensatz dazu, was Artur Pink sehr treffend festgehalten hat:

Wer zuversichtlich ist, ins ewige Glück einzugehen – welches vor allem Freiheit von Sünde bedeute - , jetzt aber Sünde in seinem Leben billigt, täuscht sich gewaltig. Niemand wünscht sich ernsthaft, in Zukunft von Sünde frei zu sein, wenn er sich in der Gegenwart nicht aufrichtig von Sünde trennt. Wer hier nicht der Heiligkeit nachjagt, irrt sich gewaltig, wenn er meint, er wünsche sich Heiligkeit für die Ewigkeit… Daher gilt: Jeder der angeblich Heilsgewissheit hat, sich seiner Sündenvergebung rühmt und ewiges Leben zu haben meint, aber nie eine tiefe Trübsal über seine Sünde, echte Abscheu vor der Sünde und Selbsthass wegen seinen Übertretungen erlebt hat, weiß nichts davon, was eine heilige Gewissheit ist.2

Entsprechend gilt es zu realisieren, dass Buße eben nicht bedeutet, mal kurz zu sagen: „Sorry, lieber Gott, es tut mir Leid!“, um danach genau dort weiterzumachen, wo man zuvor aufgehört hat. Man sündigt, wischt sich mal kurz den Mund ab, und geht weiter seinen sündigen Gewohnheiten nach. Dies mag die moderne Auffassung sein, doch laut der Schrift bedeutet Buße eine radikale Umkehr. Was nicht weniger beinhaltet, als einen völligen Bruch mit den sündigen Gewohnheiten. Anstatt sich mit der Sünde zu arrangieren, gilt es dagegen anzukämpfen. Auch wenn es viele anders sehen wollen, so gelten auch uns die Worte: „So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind!“ (Mt 3,8).

Doch genau das, wird aus der modernen Verkündigung ausgeblendet. Sünde wird, sofern das Wort überhaupt noch Verwendung findet, eher verharmlost, indem man sich einfach sagt, „dafür ist Jesus ja ans Kreuz gegangen“. Natürlich ist das wahr, doch wofür hat ER das getan, etwa um sich ein Volk zu erkaufen, das weiter der Sünde nachjagt? Die Schrift sagt uns etwas anderes, sie sagt uns, dass ER sich selbst gegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun (Tit 2,14).

Und gerade, weil es heute nicht mehr um Reinheit und Absonderung, sondern nur noch um Spaß, Harmonie und gute Laune geht, werden die Gewissen unzähliger Gottesdienstbesucher Woche für Woche abgestumpft, so dass Gottes Wort sie gar nicht mehr treffen kann. Man wiegt sich in Sicherheit, obwohl man auf Abwege geraten ist. Es ist dieser trügerische Friede, der durch das moderne Unterhaltungschristentum vermittelt wird, weil es eben nicht darauf abzielt, dass das zerrüttete Verhältnis zwischen Gott und Mensch in Ordnung kommt, sondern nur darauf, allen Gottesdienstbesuchern ein gutes Gefühl zu geben. Massenweise werden dadurch Menschen vom wahren Evangelium abgelenkt. Während ihr Herz immer noch an dieser Welt hängt, spricht man ihnen das Heil zu. Doch es besteht ein großer Unterschied zwischen einem betäubten Gewissen und einem Gewissen, das Frieden gefunden hat… Der Frieden der Gottlosen umfasst den Frieden des Teufels: Er wiegt die Menschen in dem Gefühl der Sicherheit; er ruft: „Friede, Friede!“, wenn Menschen vor dem Abgrund der Hölle stehen. Der scheinbare Friede, dessen sich der Sünder rühmt, entspringt nicht dem Wissen um seine Glückseligkeit, sondern der Tatsache, dass er die ihm drohende Gefahr ignoriert 3.

Das größte Hindernis für das wahre Evangelium, sind die unzähligen, täuschend echt erscheinenden Fälschungen, die sich in unserer Generation wie Unkraut verbreiten, aber letztlich nur dafür sorgen, dass das Gewissen betäubt wird. Sie haben einen Placebo-Effekt auf das menschliche Gewissen, weil Menschen, die immer noch in Sünden verstrickt sind, vorgegaukelt wird, sie seien auf dem Weg des Heils. Durch diese betrügerischen Lehren sind die Gewissen unzähliger Menschen, so tief in Irrtum verstrickt, dass sie nahezu resistent und unempfänglich für die Wahrheit sind. Umgeben von vielen Gleichgesinnten, blenden sie jegliche Warnung der Schrift aus, und wollen nicht wahrhaben, dass sie sich auf dem falschen Weg befinden. Grund dafür ist, dass betrügerische Lehren nicht darauf ausgerichtet sind, das Gewissen zu schärfen, sondern es systematisch abzustumpfen. Man empfindet dies als Friede, doch dieser Friede ist sehr trügerisch, weil er nicht auf Gottes Wort, sondern nur auf die leeren Versprechen jener gegründet ist, die sich darauf spezialisiert haben, dieses Wort zu verdrehen. Wohin dieser trügerische Friede letztlich führen wird, hat Jesus uns sehr eindrücklich vor Augen gestellt. Egal wie groß die Überzeugung für den eigenen religiösen Aktionismus auch sein mag, es ist immer noch der HERR, der das letzte Wort über unser Leben haben wird. Wer an jenem Tag, mit den Kleidern seiner eigenen Gerechtigkeit, vor DEN tritt, der Augen wie Feuerflammen hat (vgl. Offb 2,18), und immer noch überzeugt ist, dass blinder Aktionismus ein Ersatz für Gehorsam sei, den wird die schreckliche Strafe treffen, vor der uns Jesus durch dieses Gleichnis so eindringlich gewarnt hat. ER, der so geduldig, so sanftmütig, gnädig und barmherzig ist, und der uns auf jede erdenkliche Art zur Umkehr bewegen will, wird Seinen Dienern befehlen müssen: „Bindet ihm Hände und Füße, führt ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis!“

Es ist dieses schreckliche Schicksal, vor dem uns Jesus bewahren will. Wir müssen die Kleider unserer Selbstgerechtigkeit ablegen und gegen die Kleider des Heils eintauschen. Ebenso gilt, dass wir unsere eigensinnigen Wege hinter uns lassen. Wir müssen in uns gehen, so wie der verlorene Sohn, der sich in seiner völligen Verzweiflung auf den Weg zum Vater machte und sprach: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen! Mach mich wie einen deiner Tagelöhner!“ Wer dies durch ein ernsthaftes Gebet macht, kann sich sicher sein, dass er nicht abgewiesen wird. Wie der Vater aus dem Gleichnis, werden ihm keine Vorhaltungen gemacht. Vielmehr wird geschehen, was wir im Gleichnis lesen: Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt das beste Festgewand her und zieht es ihm an, und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an die Füße; und bringt das gemästete Kalb her und schlachtet es; und lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; und er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein (Lk 15,21-25)

So reagiert der himmlische Vater, wenn wir von unseren falschen Wegen umkehren. Wenn wir Buße tun, weil wir im Licht Seines Wortes unsere Unwürdigkeit erkannt haben, bekommen wir das beste Gewand von IHM. Und können wie Jesaja sagen: Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet (Jes 61,10). Sollten wir uns da nicht fragen, in welchem Kleid wir einst vor Gott erscheinen wollen? Ob in dem, was wir uns selbst als christlichen Glauben zusammengestrickt haben oder in den Kleidern des Heils? Sollten wir an unserem eigenen Kleid, an unseren eigenen Ideen und Vorstellungen festhalten, steuern wir unweigerlich auf die Frage: „Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an?“ zu. Möge der HERR sich über uns erbarmen, sodass wir wirklich wahrnehmen, dass wir am Tage des Gerichts nicht mit dem Kleid unserer eigenen Gerechtigkeit, vor IHN treten können. Nicht unsere Besserwisserei ist am Tage des Gerichts das passende Kleid, sondern das Kleid der Demut. Wahre Gotteskindschaft, zeigt sich in demütiger und dankbarer Unterordnung, unter die Erwartungen und Befehle des himmlischen Vaters. Des Herrn der Herren und des Königs aller Könige. Wo anders kann sich diese erweisen, als darin, dass wir uns vorbehaltslos unter Sein Wort stellen?

Es geht nicht nur darum, die Bibel zu kennen und darin zu lesen, sondern um die Konsequenz, das geschriebene Wort auf unser Leben anzuwenden. Egal was links und rechts von uns geschieht, jeder wird sich hier einmal selbst für seinen Dienst und sein Leben verantworten müssen. Beachten wir, zwischen Religiosität und Treue ist oft ein himmelweiter Unterschied. Jesus hat genau dies immer wieder aufgedeckt, um uns vor Selbsttäuschung zu warnen. Beachten wir dazu, was ER den religiösen Führern Seiner Tage sagte: Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen (Joh 5,39-40). Diese religiösen Männer haben eifrig in den Schriften geforscht. Ebenso gibt es auch heute sehr viel religiöse Menschen, die vielleicht sogar eifrige Bibelleser sind, sich aber dennoch weigern, zu Jesus zu kommen. Es ist daher ungemein wichtig, dass wir wirklich realisieren, dass es sehr religiöse Menschen waren, an die Jesus die Worte: „Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen!“, gerichtet hat. Die Frage ist, was war das Problem dieser religiös engagierten Menschen? Was hatte Jesus an ihnen auszusetzen? Sie waren doch darauf spezialisiert, Gottesdienste und feierliche Zeremonien abzuhalten, und haben, wie Jesus ihnen selbst bezeugt hat, eifrig in den Schriften gelesen. War das nicht mustergültig? Offensichtlich nicht, denn trotz diesem großen religiösen Interesse, waren sie nicht bereit, zu Jesus zu kommen. Was diese Männer damals nicht wahrgenommen haben, das gilt auch für unzählige Menschen unserer Tage. Man ist an religiösen Dingen interessiert, man gibt vor, an Gott zu glauben und IHM dienen zu wollen, doch man will nicht wahrhaben, dass die Gemeinschaft zwischen Gott und dem Menschen durch den Sündenfall so irreparabel Zerstört wurde, dass es nur einen Weg zurück in diese Gemeinschaft gibt, und dies ist der Weg über Jesus Christus, den Sohn Gottes.

Darum sagt uns Gottes Wort unmissverständlich: Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat das Zeugnis in sich selbst; wer Gott nicht glaubt, der hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, das Gott von seinem Sohn abgelegt hat. Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht (1.Joh 5,10-12). Jesus Christus ist, wie ER es selbst bezeugt hat, der einzige Weg zu Gott, klar und deutlich sagte ER: „Niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Joh 14,6).

Und gerade diese Klarheit hat man um eines interreligiösen Dialogs preisgegeben. Plötzlich will man auch in anderen Religionen einen Weg zu Gott sehen und kommt sich dabei sogar sehr christlich vor. Man ist stolz auf das diplomatische Geschick, und verwirft, ohne es zu merken, DEN einen, dessen Name für diesen Aktionismus herhalten muss. Man glaubt eben, man könne es auf eigene Weise machen und wo das ICH so künstlich aufgebläht ist, da ist kein Raum für einen Erretter und Erlöser, denn da, so die Täuschung, hat man es ja selbst in der Hand. Der religiöse Mensch ist dem Trugschluss aufgesessen, er könne sich den Weg zum Himmel selbst bahnen. Genau wie es bei den Schriftgelehrten und Pharisäern der Fall war, besteht das Problem bei vielen christlichen Bekennern, insbesondre in Reihen der Amts- und Würdenträger, darin, dass das Wort Gottes nie ihr Herz treffen kann, weil sie es sich zur Gewohnheit gemacht haben, es stets so hinzudrehen, dass sie immer gut dastehen. Wo auch immer die Schrift ihrem Leben widerspricht, werden sie einen Weg finden, um das Wort Gottes entsprechend umzudeuten. Anstatt in sich zu gehen, und wirklich von ihren falschen, eigensinnigen Wegen umzukehren, kehren sie lieber das Wort Gottes um. Würde Gottes Wort ihr Herz erreichen, bliebe dort kein Stein auf dem anderen, da ihr Herz jedoch verhärtet und verstockt ist, lassen sie lieber beim Wort Gottes, keinen Stein auf dem anderen. Statt aufzubauen, zerstreuen und zerstören sie, womit sie nicht nur ihre eigene Seele ruinieren, sondern auch die, jener Menschen, die ihrer Verkündigung Glauben schenken. Sie sehen ihre vornehmliche Aufgabe darin, die Kirche am Laufen zu halten, für sie ist nur von Belang, möglichst attraktive Gottesdienste zu gestalten. Entsprechend werden alle erdenklichen Mittel eingesetzt, um Menschen zu begeistern. Ich sage nicht, dass Gottesdienste nicht schön gestaltet werden dürfen, doch überall da, wo der Zweck die Mittel heiligt, und wo es mehr um Zerstreuung und Unterhaltung geht, ist man abseits des wahren Evangeliums. Wie weit man bereits manchen Ortes schon geht, um Menschen anzulocken, zeigt das erschreckende Beispiel der Hillsong-Gemeinde. Bei dieser weltweit expandierenden Megachurch der Pfingstbewegung, die vor allem durch Lobpreismusik bekannt wurde und bereits mehrfach Top Ten Hits in den säkularen Pop-Charts Australiens landen konnte, bildete der Auftritt des als New Yorker Touristenattraktion bekannten „nackten Cowboys“ den rauschenden Abschlusspunkt einer Konferenz.4

Diese Gemeinde hat ohne Frage einen großen Zulauf, erfreut sich an sehr großer Beliebtheit und hat auch einen großen Einfluss. Aus weltlicher Sicht, wird man dies sicher als erfolgreiches Konzept bewundern, doch im Reich Gottes gelten andere Maßstäbe: Hier steht Reinheit und Treue über Unterhaltungswert, Spaßfaktor und der Anzahl der Gottesdienstbesucher. Besser zehn Leute, denen es wirklich um die Ehre Gottes geht, als Tausende, die eher sich selbst feiern, als DEN, in dessen Namen sie ihre sogenannten christlichen Veranstaltungen durchführen. Was hier betrieben wird, hat so viel mit der Verehrung Gottes zu tun, wie der Tanz der Kinder Israels, um das goldene Kalb. Auch sie hatten behauptet, es ginge dabei um die Anbetung Gottes, doch in Wahrheit war es Götzendienst. Achten wir genau darauf, unter welchem Motto Aaron den Tanz um das goldene Kalb angekündigt hat. Wir lesen es in 2.Mose 32,5, es ist die Aussage: „Morgen ist ein Fest für den HERRN!“ Heute werden auch solche Feste gefeiert, die man „als Fest des HERRN“ deklariert. Ich möchte fast sagen, ohne Sinn und Verstand, bringt man sich in gute Stimmung und nimmt nicht wahr, wie sehr man dadurch die Ehre Gottes kränkt und beleidigt. Hier ist ganz gewiss keine Toleranz angebracht, sondern klare Worte. Es gibt an diesem Punkt nicht einmal den geringsten Diskussionsspielraum, egal wie viele dagegen protestieren mögen, es steht völlig außer Frage, dass dem lebendigen Gott solche Veranstaltungen ein Gräuel sind. Selbst wenn die Hillsong-Gemeinde noch so erfolgreich beim Produzieren moderner Lobpreislieder sein mag, gilt hier das Schriftwort: Halte den Lärm deiner Lieder von mir fern! Und das Spiel deiner Harfen will ich nicht hören (Amos 5,23).

Was das moderne Unterhaltungschristentum realisieren muss, ist die Tatsache, dass sich das Reich Gottes nicht in guter Unterhaltung erweist, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft (1.Kor 2,4). Wo dies vorhanden ist, muss nicht künstlich nachgeholfen werden. Doch weil die Zahl derer, die nur den Schein der Gottseligkeit haben, immer mehr überhandnimmt, wird es immer undurchsichtiger. Es bedarf gar keiner Zungensprache, damit niemand mehr versteht, worum es beim Evangelium geht, es reichen auch die vielen modernen Theologen, die aus dem Wort Gottes alles und nichts ableiten. Stellt sich hier nicht die Frage, die einst der Apostel Paulus gestellt hat: Wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten? (1.Kor 14,8).

Wer sich in Zeiten wie diesen, nicht so eng wie möglich an das geschriebene Wort Gottes hält, der wird vom endzeitlichen Verführungsstrom mitgerissen. Die Schrift warnt bezüglich der Endzeit nachdrücklich vor Menschen, die das Vergnügen mehr lieben als Gott. Das Wort Gottes beschreibt sie als solche, die den äußeren Schein von Gottesfurcht haben, deren Kraft aber verleugnen. Wo anders zeigt sich diese Kraft, als im Überwinden dieser Welt? Nicht da wo Anpassung gelebt und gepredigt wird, ist der Geist Gottes am Wirken, sondern da, wo es um Absonderung von dieser Welt geht. Der Christ soll nichts gemein haben, mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis (vgl. Eph 5,11). Und was ist ein verfälschtes Evangelium anderes, als eines der übelsten Werke der Finsternis? Die Schrift kündigt aber für die Endzeit nicht nur dieses oberflächliche Scheinchristentum ans, sondern gibt uns gerade in diesem Zusammenhang die unmissverständliche Anweisung: Von solchen wende dich ab! (2.Tim 3,5). Wenn Worte eine Bedeutung haben, dann kann das nur bedeuten, dass wir Konsequenzen ziehen müssen. Solange noch so viele Christen das falsche Spiel mitspielen, wird die Wahrheit des Evangeliums weiter unterdrückt. Von daher sei abschließend klar gesagt: So wie es beim wahren Evangelium darum geht, ein totes, abgestumpftes Gewissen zu erwecken, so geht es beim modernen Unterhaltungsevangelium darum, sicher zu gehen, dass genau dies nicht passiert. Statt das Gewissen zu erwecken, wird es buchstäblich eingesargt, und damit der Sarg nicht wieder aufgeht, kommt jede Veranstaltung einem weiteren Sargnagel gleich. Noch besteht die Möglichkeit zur Umkehr. Ich selbst war jahrelang genau in dem verstrickt, was ich hier schonungslos offenlege. Meine Absicht besteht nicht darin, irgendjemanden zu verdammen, sondern in der aufrichtigen Hoffnung, dass möglichst viele Leser erkennen, dass das, was ihnen als Christentum vorgegaukelt wird, ein anderes, ein falsches Evangelium ist, das nur trügerische Hoffnungen weckt, aber letztlich am Kampfpreis der himmlischen Berufung vorbeiführt. Gerade deshalb gilt es, dass wir unser, von Sünde und Stolz, beflecktes Kleid ablegen und uns vom himmlischen Vater neu einkleiden lassen. Ohne dieses neue Kleid, gewaschen im Blut des Lammes (vgl. Offb 7,14; 12,11), sind wir ausgeschlossen vom neuen Jerusalem. Nur das Blut des Lammes verschafft uns den Zutritt. Daher gilt: Selig sind, die ihre Kleider waschen, dass sie teilhaben an dem Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt (Offb 22,14).

Abschließend noch eine immer wieder gestellte Frage: Warum all das viele Leid und Elend auf dieser Welt? Immer wieder hört man die Frage: „Wie kann ein Gott der Liebe so etwas zulassen? Wie ER aus Liebe Seinen Sohn für uns opfern konnte, fragt der Mensch für gewöhnlich nicht, dies, so scheint es, hält man für eine Selbstverständlichkeit, gerade so, als sei es Gott dem Menschen schuldig gewesen. In Wahrheit jedoch ist es der Mensch, der vor Gott schuldig wurde, und zwar, weil er seinem Schöpfer den Rücken, statt das Angesicht zugekehrt hat. Der Mensch besteht darauf, alles selbst zu entscheiden, er will keinen Schöpfer über sich haben, sondern erhebt sich lieber selbst zum Maß aller Dinge. Er sucht nicht die Nähe zu Gott, sondern geht auf größtmögliche Distanz. Genau darin ist das menschliche Dilemma begründet. Der rebellische Mensch erntet die Frucht seiner gottlosen Wege. Gott zwängt dem Menschen Seine Gemeinschaft nicht auf; ER lässt IHN nur erfahren, dass der Glaube, ohne Gott sei alles besser, ein fataler und folgenschwerer Irrtum ist. Gott verhält sich gegenüber dem rebellischen Menschen genauso, wie der Vater in dem Gleichnis, der seinen Sohn nicht eingesperrt hat, sondern ihn seinen eigensinnigen Weg gehen ließ. Wohin das geführt hat, ist bekannt, er ist bei den Schweinetrögen gelandet. Ebenso lässt Gott den Menschen laufen, damit ihm ein Licht aufgeht, wohin es führt, wenn man sich von Gott lossagt und partout nicht einsehen will, dass Gottes Wege besser sind, als das, was der selbstsüchtige Mensch ersinnt. All das Leid und Elend, das die Menschheit dadurch tagtäglich verursacht, hält uns den Spiegel vor Augen, wohin die Gottlosigkeit führt. Sie führt in Chaos, Zerstörung, Elend und Verderben. Diese unübersehbaren Auswirkungen der Sünde, sind nichts anderes, als Vorboten dessen, wo der Weg der Gottlosigkeit enden wird. Sie sind der bittere Vorgeschmack, auf das ewige Verderben in ewiger Gottesferne. Vor diesem schrecklichen finsteren Ort, von dem es kein Zurück mehr gibt, werden wir durch Gottes Wort gewarnt. Gott will nicht, dass auch nur ein Mensch dort landet, es ist die Menschheit selbst, die sich dafür entschieden hat, sich von Gott zu emanzipieren. Es ist der verblendete Mensch, der glaubt, ohne Gott sei alles besser. Entsprechend dieser Einstellung, steuern Millionen von Menschen auf die ewige Finsternis zu, weil sie den EINEN ablehnen, der gekommen ist, um Sünder selig zu machen, und das ist Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Doch wer soll diese Botschaft überbringen, und wer ist geeignet, eine verblendete Menschheit zu warnen? Wen schickt man los, um vor einer Gefahr zu warnen, einen Rapper, einen Zirkusclown oder doch besser einen nackten Cowboy?

Fazit: Man stelle sich eine Frucht ohne Inhalt vor, nur die äußere Schale, dann hat man die perfekte Illustration des modernen Unterhaltungsevangeliums. Wo man auf Lehre verzichtet, entsteht Leere, und womit wird dieses Vakuum gefüllt? Mit Unterhaltung und Zerstreuung. Doch welcher Geist kann sich dahinter verbergen? Ist es nicht offensichtlich, dass es jener Geist ist, der im Urtext der Schrift als Diabolos“, wörtlich übersetzt, der „Durcheinanderbringer“, bezeichnet wird?

 

Quellangaben
1. Thomas Lange, https://jesaja662.wordpress.com/2017/05/12/lehre-oder-leere/
2. A.W.Pink, Was ist rettender Glaube?, S 138-139
3. Thomas Watson,  A Body of Divinity, S.262
4.
https://www.betanien.de/hillsong-laesst-nackten-cowboy-auftreten/7

 

 


 

Ankündigung: Dies war die letzte Vorabveröffentlichung aus meinem neuen Online-Buchprojekt, das ich, so der HERR will, in Kürze zum Download zur Verfügung stellen werde. 

 

Buchtitel:

Wahres Evangelium
oder endzeitlicher Verführungsstrom?


Untertitel:

Jesus Christus spricht: Wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!

 

www.evangeliums-botschaft.de

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