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Überwinde das Böse mit Gutem

Als Christen sind wir aufgefordert, unsere Feinde zu lieben, wir dürfen uns niemals selbst rächen, sondern sollen, das Böse durch das Gute zu überwinden. Römer 12, 21 sagt: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.  

Welch eine Lebensregel kann man da nur sagen. Das Böse mit Gutem überwinden, wie soll das funktionieren?
Da zieht man doch immer den Kürzeren oder? Nun ja, vielleicht sollten wir uns mal folgende Frage stellen: Was ist wohl besser für unsere Seele, Liebe oder Hass? Vergebung oder Unversöhnlichkeit? Die Antwort ist klar: Hass verbittert die Seele, Liebe hingegen baut sie auf. Dort wo wir anderen vergeben und den Hass loslassen, kann unsere Seele aufatmen.

Dazu kommt noch ein anderer Aspekt, wenn der Mensch sich selbst zur Wehr setzt, neigt er oft dazu, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Man meint man müsse es doppelt heimzahlen und was macht der andere? Na klar, er zahlt natürlich auch wieder doppelt zurück und so schaukelt sich alles immer weiter hoch, bis irgendwann keiner mehr sagen kann, wer oder was den Streit ausgelöst hat. Jede Seite weiß nur das Eine - der andere ist schuld! Weil keiner nachgeben will und jeder auf sein Recht pocht, staut sich immer mehr Hass an. Doch Fakt ist: Hass wühlt die Seele auf, Hass raubt uns den Schlaf und wenn wir ehrlich sind, müssen wir doch zugeben, derjenige, dem wir damit am meisten schaden, sind wir selbst, denn durch Hass rauben wir nicht unserem Feind den Schlaf, sondern uns selbst. Wir sind es, die schlaflose Nächte haben, wir sind es die das Magengeschwür bekommen.

Wie viele Nachbarschaftsstreite gibt es, bei denen wahrscheinlich keiner mehr so recht sagen kann, wer den eigentlich angefangen hat. Wir sollten nicht vom Weltfrieden träumen, solange wir es nicht mal schaffen, mit den Menschen in unserem Umfeld in Frieden zu leben. Die Veränderung muss in uns beginnen. Doch klar ist auch, nur wer Liebe empfangen hat, kann Liebe weitergeben. In Jesus will Gott uns diese unverdiente Liebe schenken. Wir haben vor ihm, dem lebendigen, heiligen und gerechten Gott, so unendlich viel Schuld auf uns geladen, dennoch bietet er uns Versöhnung an. Er ist bereit uns zu vergeben, doch wie steht es mit uns, können wir wirklich ernstlich das Vaterunser mitbeten? Können wir wirklich guten Gewissens sagen: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!“ (Mt. 6,12)?

Wir sagen doch damit praktisch zu Gott: „Bitte gehe mit mir genauso um, wie ich mit meinen Mitmenschen umgehe. Vergib mir meine Schuld, im gleichen Maße wie ich den Leuten vergebe, die mir Unrecht tun!“ Dies sollte man sich bewusst machen, wenn man dieses Gebet spricht, denn genau darauf hat Jesus abgezielt, als er sprach: Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben (Mt 6,14-15). Warum das so ist, macht Jesus in folgendem Gleichnis deutlich:
»Macht euch klar, was es bedeutet, dass Gott angefangen hat, seine Herrschaft aufzurichten! Er handelt dabei wie jener König, der mit den Verwaltern seiner Güter abrechnen wollte. Gleich zu Beginn brachte man ihm einen Mann, der ihm einen Millionenbetrag schuldete. 
Da er nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn zu verkaufen, auch seine Frau und seine Kinder und seinen ganzen Besitz, und den Erlös für die Tilgung der Schulden zu verwenden. Aber der Schuldner warf sich vor ihm nieder und bat: ›Hab doch Geduld mit mir! Ich will dir ja alles zurückzahlen.‹ 
Da bekam der Herr Mitleid; er gab ihn frei und erließ ihm auch noch die ganze Schuld. 
Kaum draußen, traf dieser Mann auf einen Kollegen, der ihm einen geringen Betrag schuldete. Den packte er an der Kehle, würgte ihn und sagte: ›Gib zurück, was du mir schuldest!‹ 
Der Schuldner fiel auf die Knie und bettelte: ›Hab Geduld mit mir! Ich will es dir ja zurückgeben!‹ 
Aber sein Gläubiger wollte nichts davon hören, sondern ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld beglichen hätte. 
Als das seine anderen Kollegen sahen, konnten sie es nicht fassen. Sie liefen zu ihrem Herrn und erzählten ihm, was geschehen war. 
Er ließ den Mann kommen und sagte: ›Was bist du für ein böser Mensch! Ich habe dir die ganze Schuld erlassen, weil du mich darum gebeten hast. Hättest du nicht auch Erbarmen haben können mit deinem Kollegen, so wie ich es mit dir gehabt habe?‹ 
Dann übergab er ihn voller Zorn den Folterknechten zur Bestrafung, bis er die ganze Schuld zurückgezahlt haben würde. So wird euch mein Vater im Himmel auch behandeln, wenn ihr eurem Bruder oder eurer Schwester nicht von Herzen verzeiht (Mt 18,23-35).

 

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