und

Liebt eure Feinde

 

Jesus war nicht nur ein sehr außergewöhnlicher Mensch, der ein sehr außergewöhnliches Leben geführt hat, sondern hatte auch eine sehr außergewöhnliche Lehre. ER sagte Seinen Jüngern: „Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen; segnet die, die euch verfluchen, und betet für alle, die euch schlecht behandeln“, und begründete dies mit den Worten: „So wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen“ (Lk 6,35). Und an anderer Stelle lesen wir: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,  damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“ (Mt 5,44-45).

Wenn man das hört, könnte man meinen, Christen sind immer nur die Dummen, sie müssen sich immer alles gefallen lassen, immer nur einstecken, während andere immer nur austeilen und ungeschoren davonkommen. Fast scheint es so, als würde Gott die Bösen bevorzugen, denn ER lässt, wie wir gelesen haben, die Sonne aufgehen über Böse und Gute und ist Gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Haben die Prinzen da nicht Recht wenn sie singen: „Du musst ein Schwein sein auf dieser Welt?“ Ist der Dank für ein ehrliches Leben letztlich nur ein Tritt in den Hintern? „Die Welt ist ein Gerichtssaal und die Bösen kriegen Recht“, heißt es weiter im Lied und es ist oft wirklich so, es gibt wirklich sehr viel Ungerechtigkeit auf dieser Welt. Es gibt bestechliche Richter, es gibt Anwälte die das Recht verdrehen und es gibt Leute die sich durch ihr Geld freikaufen. Es gibt Menschen die ihre Macht missbrauchen um andere zu unterdrücken und so liegt vielleicht der Gedanke nahe, es sei vergeblich Gott die Treue halten. Wozu Seine Gebote befolgen und IHN als den Schöpfer des Himmels und der Erde verehren? Da preist man lieber Menschen glückselig, die sich frech und stolz gegen Gott erheben! So böse sie sind, immer geht es ihnen gut. Sie fordern Gott heraus, aber sie müssen es nicht büßen.

Genau an der Stelle sagt uns jedoch Gottes Wort: Gott der Herr hat aufmerksam zugehört, als die Menschen, die ihm treu geblieben waren, so untereinander redeten. Er hat die Namen aller, die ihn ernst nehmen und ehren, in ein Buch schreiben lassen, damit sie vor ihm in Erinnerung bleiben. Und er, der Herrscher der Welt, hat gesagt: »An dem Tag, an dem ich eingreife, wird es sich erweisen, dass sie mein persönliches Eigentum sind. Ich werde sie verschonen wie ein Vater seinen gehorsamen Sohn. Dann werdet ihr wieder den Unterschied sehen zwischen Bösen und Guten und ihr werdet erleben, was es ausmacht, ob jemand Gott gehorcht oder nicht. Denn es kommt der Tag, an dem mein Zorn wie loderndes Feuer brennt. Dann werden alle Bösen, die mich voll Übermut verachten, dahingerafft wie Stroh, das vom Feuer verzehrt wird. Nichts bleibt von ihnen übrig, weder Wurzeln noch Zweige. Das sage ich, der Herr, der Herrscher der Welt.
Für euch aber, die ihr mir treu gewesen seid, wird an diesem Tag die Sonne aufgehen. Sie wird euer Recht an den Tag bringen und alle Wunden heilen. Ihr werdet Freudensprünge machen wie Kälber, die aus dem engen Stall auf die Weide gelassen werden (Mal 3,14-20).

Hier wird deutlich, die Tatsache, dass Gott nicht sofort eingreift, wenn Menschen sich gegen IHN auflehnen, ist kein Indiz dafür, dass ER nie eingreifen wird. Gott kann sehr wohl zornig werden, doch ER ist kein aufbrausender Gott, der sofort jeden umbläst, der Seine Stimme gegen IHN erhebt. ER ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Gnade (Ps 145,8).

Genau diese Gnade und Barmherzigkeit sehen wir im Leben von Jesus, der nicht nur Feindesliebe gelehrt hat, sondern diese, ganz im Gegensatz zu den religiösen Führern Seiner Tage, auch vorgelebt hat. Tagtäglich spiegelte Sein Leben diese übernatürliche Liebe wider, tagtäglich erduldete ER sehr viel Widerspruch und Anfeindung. Bereits zu Beginn Seines öffentlichen Dienstes berichtet Gottes Wort: Als die Menschen in der Synagoge das hörten, wurden sie wütend.  Sie sprangen auf und trieben Jesus aus der Stadt hinaus, bis an den Rand des Berges, auf dem Nazareth liegt. Dort wollten sie ihn hinunterstürzen (Lk 4,28-29). Immer wieder ist zu lesen, dass IHN die religiösen Führer ergreifen wollten, so dass ER sie fragen musste: „Viele gute Taten habe ich vor euren Augen getan, die meine Verbundenheit mit dem Vater bezeugen. Für welche davon wollt ihr mich steinigen?“ (Joh 10,32). Trotz all dieser Widerstände ließ ER sich nie entmutigen, sondern war gehorsam bis zum schändlichen Tod am Kreuz.

Warum hat ER sich das nur angetan? Hatte ER, der Sohn Gottes, das nötig? Im Himmelreich, so berichtet die Bibel, war ER Gott dem Vater gleich, es fehlte IHM an nichts. Warum hat ER die Herrlichkeit beim Vater verlassen? Warum begab ER sich in die Hände Seiner rebellierenden Geschöpfe? Es gibt nur einen Grund: Es war Seine Liebe, Sein Erbarmen zu einer verlorenen Menschheit. Eine Menschheit, die sich im Paradies dem Satan verkauft hat, die lieber auf dessen Lügen hört, als Gott zu vertrauen.

Er kam in seine eigene Schöpfung, doch seine Geschöpfe, die Menschen, wiesen ihn ab (Joh 1,11), berichtet Gottes Wort und lässt uns wissen, dass der Herr der Herren und der König der Könige, in Menschengestalt auf diese Welt kam. Doch ER kam nicht etwa in einem prunkvollen Palast zur Welt, sondern in einer Futtergrippe. Ferner kam ER nicht auf diese Welt, um bedient zu werden, sondern um zu dienen (vgl. Mt 20,28). Er hat kein Unrecht getan; nie ist ein unwahres Wort aus seinem Mund gekommen. Wenn er beleidigt wurde, gab er es nicht zurück. Wenn er leiden musste, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern überließ es Gott, ihm zum Recht zu verhelfen (1.Petr 2,22-23).

Durch Jesus hat Gott alles mit sich selbst versöhnt. Durch sein Blut am Kreuz schloss er Frieden mit allem, was im Himmel und auf der Erde ist. Darin, so schreibt der Apostel Paulus, seid auch ihr eingeschlossen, obwohl ihr früher so weit von Gott entfernt wart. Ihr wart seine Feinde, und eure bösen Gedanken und Taten trennten euch von ihm, doch nun hat er euch wieder zu seinen Freunden gemacht. Durch seinen Tod am Kreuz in menschlicher Gestalt hat er euch mit sich versöhnt, um euch wieder in die Gegenwart Gottes zurückzuholen und euch heilig und makellos vor sich hinzustellen (Kol 1,20-22).

In Jesus hat Gott unsere Feindschaft überwunden, nirgendwo ist mehr Feindesliebe praktiziert worden, als am Kreuz von Golgatha. Wer diese Liebe annimmt und empfängt, ist in der Lage diese Liebe weiterzugeben. Nur wer Liebe im Herz hat, kann Liebe weitergeben. Römer 5,5 sagt: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

 

 

 

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