und

8. Der verderbliche Einfluss falscher Lehrer

11.08.2017

Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten; aber das Gericht über sie ist längst vorbereitet, und ihr Verderben schlummert nicht (2.Petr 2,1-3).

Wenn man den 2.Petrusbrief betrachten will, kommt man nicht am Thema falsche Lehre vorbei. Im Gegenteil, der Schwerpunkt des Briefes ist eine eindrückliche Warnung vor der Gefahr, die von Irrlehrern ausgeht. Ganz im Gegensatz zum heutigen Ansatz, wo lieber beschwichtigt und verharmlost wird, war das sorgengenvolle Hirtenherz von Petrus darauf ausgerichtet, Schaden von der Gemeinde abzuwenden. So hielt er es für notwendig diesem Thema 2 volle Kapitel zu widmen, doch letztlich wissen wir, dass es der Heilige Geist war, der es ihm so aufs Herz legte. ER kennt unsere Herzen und somit auch unsere menschliche Schwäche, nur Positives hören zu wollen. Wie viel häufiger werden doch Verheißungen betrachtet, als Mahnungen und Warnungen. Wenn dieser Brief diesem Thema so viel Aufmerksamkeit widmet, dann, so meine Überzeugung, um gerade dieser leichtfertigen Haltung entgegenzuwirken. Gefühlt würden wir wohl sagen 2-3 Verse zu diesem Thema sollten ausreichen, doch wie wir sehen werden widmet Petrus diesem Thema 2 Kapitel. Müssen wir nicht zugeben, dass wir dazu tendieren solche Themen allenfalls kurz zu streifen um möglichst schnell wieder zu erbaulichen Themen zu kommen. Neigen wir hier nicht eher dazu wegzusehen, als uns ernsthaft mit den Mahnungen der Schrift auseinanderzusetzen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen? Ein Geist der Schläfrigkeit und Gleichgültigkeit hat sich unter dem Volk Gottes ausgebreitet und keine Frage allem etwas Gutes abgewinnen zu wollen, ist ohne Zweifel der ein weitaus bequemerer Weg, als sich kritisch mit falschen Lehren und falschen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Aber ist es nicht gerade dieser Haltung geschuldet, dass wir heute in einer Zeit leben, in der die Größe einer Gemeinde weit über die Reinheit der Gemeinde gestellt wird? Eine Zeit, in der man die Vereinigung aller, die ein christliches Bekenntnis welcher Art auch immer ablegen, herbeiführen will und den Gläubigen regelrecht eintrichtert, man dürfe es mit der Lehre nicht so genau nehmen.

Dass dieser Ansatz nicht im Sinne Gottes sein kann, sehen wir deutlich in diesem Brief. Es ist als würde der Heilige Geist dieses Thema mittels eines Scheinwerfers so deutlich anstrahlen, damit wir dies auf keinen Fall übersehen. Verstärkt wird dies sogar noch dadurch, dass der Judasbrief dieses Thema in derselben Intensität beleuchtet. Somit kommen wir, so fern wir beim Bibellesen nicht bewusst bestimmte Bücher überspringen, nicht an diesem Thema vorbei. So schön die ermutigenden Verheißungen sind, so gut sie sich als Kalendersprüche eignen, wer den schmalen Weg der Nachfolge angetreten hat, benötigt beides – Segensprüche und Mahnungen – Erbauliches und Belehrendes – positive Beispiele und negative. Denn wir müssen sowohl das Ziel kennen, als auch die Gefahren wahrnehmen, die uns von diesem Ziel abbringen können. Eine der größten Gefahren sind fromm getarnte Hirten, deren Ziel darin besteht, die Herde in die Irre zu leiten. Nichts ist schlimmer und bösartiger, als zu behaupten, für Gott zu sprechen und vorzutäuschen, es ginge wirklich um die Rettung von Seelen, wenn sich in Wahrheit Satan hinter der Lehre verbirgt und das Ziel darin besteht, Menschen in die Irre zu leiten. So abscheulich es ist, dass sich Menschen dafür hergeben, so traurig und beklagenswert ist es, wie gut das moderne Christentum solche Irrlehrer ertragen und erdulden kann (2.Kor 11,4).

Der 2. Petrusbrief wurde uns gegeben, um an diesem Punkt wachsam zu sein. Wer hingegen den Standpunkt vertritt, es sei ratsam alles zu dulden und dass davon auszugehen sei, dass jede Lehre, die nett vorgetragen wird, bedenkenlos angenommen werden könne, der gleicht Eltern, die zu ihren kleinen Kindern sagen würden, dass sie völlig bedenkenlos in das Auto von fremden Männern einsteigen können. So nach der Devise: „So lange ein Mensch freundlich ist, kann man ihm blind vertrauen!“. Wie viele Kinder wurden schon entführt, wie viele Frauen vergewaltigt, wie viele Menschen getötet, weil sie den falschen Leuten vertraut haben?

Was auf natürlichem Gebiet gilt, das gilt auch auf geistlichem, wir dürfen nicht so blauäugig sein, jedem blind zu vertrauen, mögen seine Worte noch so glatt sein und seine Versprechen noch so verlockend klingen. Es ist genau diese Gefahr, die von Irrlehren ausgeht, wenn wir das Wort Gottes an diesem Punkt nicht ernstnehmen, werden wir Menschen auf den Leim gehen, die vergeben sie würden uns zu Gott zu führen, doch in Wahrheit Seelen in die Verdammnis leiten. Ihre Vorgehensweise ist, wie Petrus zeigt, äußerst hinterhältig, anders wie Atheisten, die sich von Gott distanzieren, behaupten sie, Diener Gottes zu sein. William MacDonald kommentiert: Diese Irrlehrer sind gierig, und zwar sowohl auf sexuellem als auf finanziellem Gebiet. Sie haben den Dienst am Wort als einträglichen Beruf gewählt. Ihr großes Ziel besteht darin, eine zahlreiche Gefolgschaft um sich zu sammeln und so ihr Einkommen zu erhöhen. Sie »kaufen« Menschen mit falschen »Worten«. Darby sagte: »Der Teufel zeigt seine teuflischste Art am deutlichsten, wenn er eine Bibel unter dem Arm hat.« So geben sich diese Männer mit der Bibel in der Hand als Diener der Gerechtigkeit aus, stimmen bekannte pietistische Lieder an und benutzen Ausdrücke aus der Schrift. Doch all dies ist eine Maskerade, um Irrlehren und Unmoral zu kaschieren. Eine schreckliche Strafe wartet auf diese Namenschristen im Dienste des Feindes. Ihr »Gericht … zögert nicht«, es hat schon zur Strafe angesetzt. »Ihr Verderben « legt das Haupt nicht zum Schlafen nieder, sondern ist völlig wach und bereit, wie ein Panther zuzuschlagen. 1

Petrus hat aber nicht nur prophezeit, dass es diese Lehrer geben wird, die heimlich verderbliche Lehren einführen werden, sondern auch, dass viele ihren Ausschweifungen folgen werden. Wie sich diese biblische Prophetie bewahrheitet hat, wird durch die gesamte Kirchengeschichte belegt, doch im schlimmsten Ausmaß erleben wir es in unserer Generation, wo es sich viele Theologen regelrecht zur Lebensaufgabe gemacht haben, Sünde zu legalisieren. Während Petrus noch vor Irrlehrern gewarnt hat, die sich heimlich einschleichen, sind die heutigen Kirchen regelrecht von solchen Irrlehrern unterwandert. Aus diesem Grund wird heute nicht mehr vor Sünde gewarnt, sondern nur noch vor den wenigen, die den Mut aufbringen, Sünde als Sünde zu bezeichnen. Gewarnt wird nicht mehr vor falscher, sondern vor gesunder Lehre.

Begonnen hat alles damit, dass sich Irrlehrer heimlich in die Kirchen und Gemeinden eingeschlichen haben, und weil man diese ungehindert gewähren ließ, haben sie nach und nach die wichtigen Plätze eingenommen, und machen nun, wen wundert’s, die wenigen Treuen als Gefahr aus. So hört man vermehrt, wie Leute in verantwortungsvollen kirchlichen Positionen, vor der großen Gefahr warnen, die von bibeltreuen Christen ausgehen würde. Wer noch an der Inspiration der Schrift festhält und biblische Lehre gegenüber menschlichen Irrtümern verteidigt, wird sofort als gefährlicher Fundamentalist gebrandmarkt. So warnen viele Theologen vor der Gefahr des religiösen Fundamentalismus und betonen dabei unverfroren, dass christlicher Fundamentalismus genauso gefährlich sei, wie muslimischer. Die Tatsache, dass das Fundament dieser beiden Glaubensrichtungen unterschiedlicher kaum sein könnte, bleibt natürlich unerwähnt. Ob dies aus Unwissenheit geschieht oder ob man bibeltreue Christen ganz bewusst so darstellt, als würde von ihnen dieselbe Bedrohung ausgehen wie von Salafisten und Dschihadisten, sei mal dahingestellt, eines jedoch ist offensichtlich, solche Menschen, egal in welcher Position auch immer, können sich zwar als Christen oder gar als christliche Lehrer bezeichnen, ihr Verhalten macht deutlich, dass ihnen nicht an der Verbreitung, sondern an der Zerstörung christlicher Lehre gelegen ist. Offensichtlich haben diese Menschen nur eine Befürchtung, und das ist die Sorge, als Irrlehrer entlarvt zu werden. Wie gesagt, wären diese Leute ehrlich und geradlinig und würden sich offen als Atheisten und Feinde des Kreuzes ausgeben (vgl. Phil 3,18), wären sie lange nicht so gefährlich. Doch weil sie so gute Schauspieler sind, die sich bis zur Perfektion verstellen können, gehen ihnen immer wieder Menschen auf den Leim. Sei es, dass ihre Lügen geglaubt werden, oder dass man nicht wahrnimmt, was für ein zerstörerischer Einfluss von ihnen ausgeht. Kaum jemand stellt sich diesen Menschen in den Weg und falls es doch jemand wagt, wird sofort der mahnende Finger erhoben und behauptet, er habe einen Richtgeist. Es ist erstaunlich und traurig zugleich, wie viele Christen solche Wölfe im Schafspelz nicht nur dulden, sondern sogar noch verteidigen. Warum die Tarnung der Irrlehrer nicht auffliegt, hat folgende Gründe:

1. Es ist so gekommen, wie von Petrus prophezeit, viele sind den falschen Lehrern gefolgt, so dass die Irrlehrer innerhalb des Christentums mittlerweile klar in der Überzahl sind.

2. Aufgrund dieser Überzahl und Unterwanderung durch Irrlehrer, ist die gesunde Lehre der Schrift in vielen Kirchen und Gemeinden bereits so stark unterwandert und abgeschwächt, dass der Glaube vieler, mehr auf das gegründet ist, was Irrlehrer aus der Schrift machen, anstatt auf das, was wirklich der gesunden Lehre der Schrift entspricht.

3. Die Irrlehrer benutzen einen evangelikalen Wortschatz, treten sehr smart und freundlich in Erscheinung und sind teilweise so von ihren Irrtümern überzeugt, dass sie sogar selbst daran glauben. Man denke nur an die vielen „Herr, Herr“-Sager, denen Jesus am Tage des Gerichts bekennen muss, sie nie gekannt zu haben (vgl. Mt 7,22-23). Diese Menschen sind voll überzeugt von ihrem Tun, aber ihnen geht es nie um Gottes Sache, sondern immer um ihre eigene. Sie haben, wie bereits festgestellt, gerne eine Bibel bei sich, an der gesunden Lehre der Schrift jedoch haben sie kein Interesse. Viel mehr besteht ihre Absicht nur darin, sich das Vertrauen gläubiger Menschen zu erschleichen, um deren festes Vertrauen in das Wort Gottes systematisch zu zerstören. Ihnen ist nicht daran gelegen, dass Gläubige auf die Stimme des guten Hirten hören, sondern daran, dass man ihnen und ihren Auslegungen Gehör schenkt. Sie suchen keine Nachfolger für Christus, sondern Menschen, die ihnen nachfolgen (vgl. Apg 20,30).

Man findet diese Leute in wichtigen Schlüsselpositionen, ob es nun der Pfarrer einer Ortsgemeinde ist oder ob es Lehrer an Bibelschulen oder theologischen Seminaren sind. Sie geben sich immer sehr nett und sind meist sehr redegewandt, doch der Weg, den sie eingeschlagen haben, basiert auf religiösen Lügengebäuden. Sie erwecken den Anschein, Diener der Gerechtigkeit zu sein, und um dies glaubhaft zu vermitteln, vermischen sie ganz bewusst echte biblische Lehre, mit ihren eigenen Ideen und Vorstellungen. Dieses betrügerische Gemisch aus Lüge und Wahrheit, erweckt den Anschein, als seien sie tatsächlich aufrichtige Diener Gottes, doch in Wahrheit entstellten sie die gesunde Lehre damit fast bis zur Unkenntlichkeit. Meist ist ihr versteckter Angriff direkt gegen das Wort Gottes gerichtet, indem sie die wörtliche, uneingeschränkte Inspiration der Schrift direkt oder indirekt infrage stellen. Was letztlich ein Beleg dafür ist, dass sie weder ihr Leben noch ihre Lehre unter der Autorität dessen gestellt haben, dem sie nachzufolgen geloben. Stattdessen ist sowohl ihr Dienst als auch ihr Leben von Eigenwilligkeit geprägt. Petrus entlarvt sie als Eigenmächtige und warnt, dass ihre Lehren im Gegensatz zur gesunden Lehre der Heiligen Schrift stehen. Denn während er die Gläubigen anhält: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten (1.Petr 2,11), sehen sie in der Gnade Gottes einen Freibrief für ein sündiges Leben und einen Deckmantel für Bosheit (vgl. 1.Petr 2,11). Während der Apostel Paulus bezüglich der Gnadenlehre die Frage stellt: Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Und seine Antwort darauf klar besagt: Das sei ferne! (Röm 6,15). Lautet die Antwort dieser Irrlehre: „So sei es! - Gott ist gnädig, also lasst uns weiter in der Sünde baden!“ Als Meister der Täuschung, sprechen sie dies natürlich nicht offen aus, denn das wäre viel zu offensichtlich, so dass ihre Tarnung auffliegen würde. Von daher gehen sie sehr raffiniert und verschlagen vor, indem sie Sünde entweder ganz neu definieren oder sich sogar dafür einsetzen, dass Sünde legalisiert wird.

Eine ganz konkrete Anschauung dafür, wie sie dabei vorgehen, sehen wir darin wie man innerhalb der Evangelischen Kirche die biblische Lehre zum Thema Homosexualität neu gedeutet und uminterpretiert wird. Um hier nur zwei ganz aktuelle Beispiele zu nennen, möchte ich Rolf Krüger, Leiter des vom SCM Bundes-Verlags betriebenen Internetportals Jesus.de, erwähnen. Dieser Mann hat sich im April dieses Jahres für die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen. Begründet hat er dies mit der Behauptung, dass sich der Kontext für gleichgeschlechtliche Liebe geändert hätte, was ihn zu der Schlussfolgerung veranlasst, dass man die heutige Situation im Geiste Jesu neu bewerten müsse. Wie diese Bewertung aus seiner Sicht ausfallen muss, hat er mit der Überzeugung bekundet, dass Jesus heute eine "Ehe für alle" einführen würde. 2

Andere gehen sogar noch massiver vor, indem sie regelrecht Druck ausüben, weil immer noch nicht alle Evangelischen Kirchengemeinden an diesem Punkt mitziehen. So hat sich beispielsweise die Prälatin Gabriele Arnold im Mai dieses Jahres vehement für die Einführung der der Homo-Segnung ausgesprochen, indem sie bekundet hat, sie ließe sich diesbezüglich keinen Maulkorb verpassen. Während biblische Lehre besagt, dass man Unzüchtige aus der Gemeinde entfernen soll, hat diese Frau in gehobener kirchlicher Position eine ganz andere Sorge, und diese lautet wie folgt: „Wir brauchen eine Öffnung, sonst beschädigen wir die Kirche.“ 3 Wie ernst sie ihre Aufgabe nimmt, zeigt sich darin, dass sie die Schirmherrschaft für den diesjährigen Christopher Street Day übernommen hat und darin sogar eine große Ehre sieht. 4

Wie sehr man damit die Botschaft des Evangeliums verfehlt, wird deutlich, wenn wir uns bewusst machen, dass uns das Evangelium nicht zur Bestätigung, sondern zur Befreiung von Sünde gegeben wurde. In der gesamten Bibel wird Sünde nicht an einer Stelle verharmlost oder gar legalisiert, sondern im Gegenteil, sie wird aufs schärfste Verurteilt. Wie ernst Gott Sünde nimmt, sehen wir am Kreuz, wo der Sohn Gottes für die Sünden dieser Welt leiden und sterben musste. Beachten wir hierzu, was Petrus in seinem 1. Brief in Bezug auf Christus sagt, indem er schreibt: Der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben (1.Petr 2,24). Nicht, weil wir so gut sind, hat Christus Sein kostbares Blut am Kreuz vergossen, sondern aufgrund unserer Sünde. Nicht damit wir weiter unbeschwert in Sünde leben können, nahm Christus den qualvollen Kreuzestod auf sich, sondern damit wir, wie Petrus sagt, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Das ist die gesunde Lehre der Schrift, die sich wie ein roter Faden hindurchzieht und die uns auch in den beiden Petrusbriefen immer wieder vor Augen geführt wird. Was heute vielfach verbreitet wird, ist eine billige Gnade, und der Eindruck, als ginge es beim Evangelium um ein universelles Heil, an dem alle Menschen automatisch Anteil hätten. Anstatt Menschen zur Umkehr zu leiten, werden sie in ihren sündigen Wegen bestätigt und ermutigt. Dass dies nicht der schmale Weg der Nachfolge sein kann, muss jedem Bewusst sein, für den die Worte der Heiligen Schrift eine Bedeutung haben. Nein, das sind nichtige Reden und Lehre Worte. So wie es Petrus sagte: Denn mit hochfahrenden, leeren Reden locken sie durch ausschweifende fleischliche Lüste diejenigen an, die doch in Wirklichkeit hinweggeflohen waren von denen, die in die Irre gehen. Dabei verheißen sie ihnen Freiheit, obgleich sie doch selbst Sklaven des Verderbens sind; denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er auch geworden (2.Petr 2,18-19).

Die Gesunde Lehre hingegen lautet: Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet; sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.« Und da ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden richtet nach seinem Werk, so führt euer Leben, solange ihr hier in der Fremde weilt, in Gottesfurcht (1.Petr 14-17).

Wo Menschen anstatt zu einem heiligen Leben, dazu ermutigt werden, ein ausschweifendes Leben zu führen und man dazu den kirchlichen Segen erteilt, kann man sicher davon ausgehen, dass es sich hier um die endzeitliche Verführung handelt, vor der in der Heiligen Schrift immer wieder eindringlich gewarnt wird. Irrlehrer sagen: „Geh deinen Weg der Herr ist mit dir“, die Schrift hingegen sagt: „»Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg.«, wodurch deutlich wird, dass jene, die nicht von ihrem Weg der Eigenwilligkeit umkehren, auf dem breiten Weg sind. Denn der eigene Weg, ist der Irrweg der ins Verderben. Alle wahren Diener Gottes, rufen gottlose Menschen zur Umkehr auf, falsche Lehrer hingegen, sagen: „Mach, was immer du für richtig hältst, der HERR wird mit dir sein!“

Oft genießen solche Verführer hohes Ansehen und können mit Titeln und Ehrenauszeichnungen glänzen, sie treten sehr gewichtig auf und haben einen großen Einflusskreis. Egal jedoch wie fromm sie sich tarnen mögen, ihre Haltung gegenüber dem Wort Gottes zeigt, dass sie gefährliche Verführer sind, die kein Interesse an der gesunden Lehre haben, sondern sich darüber hinwegsetzen, indem sie sich das Wort nach Belieben zurechtbiegen. Ja sie sind regelreichte Meister darin die Schriften zu verdrehen, worauf auch Petrus im dritten Kapitel seines Briefes eingeht, indem er die Gläubigen noch einmal an die große Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde erinnert und weiterschreibt: Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden! Und seht die Langmut unseres Herrn als [eure] Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben (Petr 3,14-15).

Hier wird deutlich, dass Petrus die Paulusbriefe mit den Büchern der Schrift, also mit den alttestamentlichen Schriften gleichsetzt und zudem, dass die Verdrehung der Schriften kein neuzeitliches Phänomen ist. Bereits damals gab es schon etliche, die die Schriften verdreht haben, weil ihnen nicht am wahren Sinn der Botschaft gelegen war, sondern nur daran alles so hinzudrehen, dass es mit ihren eigenen Vorstellungen und Zielen übereinstimmt. Während heute wohl viele meinen, das sei alles reine Ansichtssache, während viele denken, dies hätte keine Konsequenzen, zeigt uns dieser Text, dass sie dies zu ihrer eigenen Verdammnis tun. Wir haben bereits festgestellt, dass Petrus angekündigt hat, dass viele ihren Ausschweifungen folgen werden. Aus menschlicher Sichtweise, scheint es, als würde sich ihre Methode bewähren, denn es ist, wie es seit jeher war, falsche Propheten haben sich immer größerer Beliebtheit erfreut als wahre Diener Gottes. „Wehe, wenn alle Menschen gut von euch reden, denn ebenso taten ihre Väter den falschen Propheten“ (Lk 6,26), hat Jesus gewarnt. Dennoch reden sich gerade in unserer Generation viele ein, dass die Anerkennung und der Beifall dieser Welt, ein Beleg dafür sei, auf dem richtigen Weg zu sein. Man behauptet zwar gerne, der Erfolg würde einem Recht geben, doch in diesem Fall ist es offensichtlich, dass der Erfolg nur von kurzer Dauer sein wird. Zwar heißt es: Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, doch bereits ehe Petrus zu dieser Aussage kommt, lesen wir: Sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen (2.Petr 2,1).

Wie schnell dieses Verderben hereinbrechen kann, veranschaulicht Petrus durch alttestamentliche Beispiele, auf die wir im nächsten Kapitel eingehen wollen. Was wir bisher schon einmal festhalten können, ist die Tatsache, dass Petrus uns zwei Arten von Frömmigkeit vor Augen stellt. Er zeigt uns wahre Gläubige und solche die nur vorgeben gläubig zu sein. Er zeigt uns solche, die Gott fürchten und Sein Wort ernst nehmen und solche, die sich locker und frech darüber hinwegsetzen. Dass gerade in der Endzeit, die zweitgenannte Gruppe in der Überzahl sein wird, wird in der Schrift immer wieder deutlich. In der Endzeitrede sagte Jesus sogar: „Dies alles muss geschehen“ (Mt 24,6; vgl. Offb 22,6). Wir wissen, dass Jesus Bedrängnis und Katastrophen für die Endzeit angekündigt hat, doch sind wir uns auch dessen bewusst, dass das erste Merkmal das Jesus nannte, Verführung war? Denn auf die konkrete Frage der Jünger: „Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?“, folgt zu aller erst die Warnung: „Seht zu, dass euch nicht jemand verführe!“ (Mt 24,3-4). Insgesamt taucht das Wort Verführung sogar viermal in der Endzeitrede des HERRN auf, womit einleuchten sollte, dass Verführung eines der Hauptkennzeichen der Endzeit sein wird. Umso erschreckender ist es, wie leichtfertig und blauäugig viele Ortsgemeinen und viele Christen in unserer Generation mit diesem Thema umgehen. Manche scheinen jede Botschaft bedenkenlos anzunehmen, nur weil sie über Bibel TV ausgestrahlt wird, andere lassen sich von Büchern moderner Irrlehrer blenden und tragen die falschen Lehren in ihre Gemeinden. Nun könnte man natürlich fragen, warum Gott dies nicht verhindert, sondern uns durch Jesus sagt, dass die Verführung in der Endzeit überhandnehmen wird? Warum muss dies laut dem Ratschluss Gottes so kommen? Es hat einen zweifachen Grund:

1. Es ist ein göttliches Gericht über eine Menschheit, die mehr Gefallen an der Finsternis hat als am Licht, und Lüge gegenüber der Wahrheit bevorzugt.

2. Die endzeitliche Verführung bringt das Verborgene ans Licht, sie macht offenbar, was im Herzen ist. Menschen können nach außen hin, noch so fromm erscheinen, sie mögen sozial engagiert sein, immer nette Worte finden und oft von Jesus sprechen, wenn sie Böses gut und Gutes böse nennen, wenn sie die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis erklären, wenn sie Bitteres süß und Süßes bitter nennen, dann wird offenbar, wessen Geistes Kind sie in Wahrheit sind.

Wir können nicht davon ausgehen, dass Jesus bei Seiner Wiederkunft eine bekehrte Menschheit vorfinden wird. Nein, das Ende kommt nicht ehe der große Abfall kommt, daher ist es Jesus selbst, der die Frage aufbringt: Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde? (Lk 18,8). Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet, wird ER diesen Glauben bei mir finden? Halte ich fest am Wort der Wahrheit, nehme ich das Wort Gottes ernst oder habe ich diese lockere Haltung, der vielen Irrlehrer, die vermitteln, dass man Gottes Wort nicht so ernst nehmen müsse? An diesem Punkt kommt ans Licht, wie es in unserem Herzen wirklich aussieht, ob wir wirklich wiedergeboren, oder noch in unseren Sünden gefangen sind. Die Wiederkunft des HERRN ist sicher, der einzige Grund warum sich Sein zweites Kommen noch verzögert lautet: Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde (2.Petr 2,9).

Doch Gottes Geduld darf nicht zur Sorglosigkeit führen, sondern umgekehrt ER ist geduldig, damit wir Raum zu Buße haben. Und wenn, wie in diesem Brief, eindringlich vor Irrlehre gewarnt wird, dann ganz gewiss nicht, damit wir uns in der Annahme, man könne jedem religiösen Bekenntnis etwas Positives abgewinnen, entspannt zurücklehnen. Nein, was hier gefragt ist, das ist Wachsamkeit. Anstatt jede Lehre einfach blind zu übernehmen, gilt es jede Lehraussage anhand der Schrift auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Wie viele Phrasen werden doch von den modernen Kanzeln verkündigt, die jeglicher Schriftgrundlage entbehren. Allein aufgrund der Tatsache, dass sie ständig wiederholt werden, hält man sie offenbar für christlich. Dabei sollte einleuchten, egal wie oft man eine Lüge wiederholt, egal von wie vielen unterschiedlichen Leuten sie vertreten wird, Lüge wird dadurch nicht zur Wahrheit, denn was wahr ist, bestimmt allein das Wort Gottes. Von daher ist es unverzichtbar, dass wir auch unseren eigenen Überzeugungen auf den Grund gehen. Ist das, was wir für christlich halten wirklich auf die gesunde Lehre der Schrift gegründet, oder haben wir nur eine Denkweise nur übernommen, weil sie von vielen vertreten wird? Denken wir nur an die leere Phrase „Liebe verbindet, Lehre trennt“, wo steht das geschrieben? Gibt es eine biblische Grundlage für die Überzeugung, dass es uns erlaubt sei, die Wahrheit aufgrund einer falsch verstandenen Liebe zu opfern? Keineswegs, über Liebe im christlichen Sinn steht geschrieben: Sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit (1.Kor 13,6). Überall da, wo man Liebe von der Wahrheit trennt, kann man mit Sicherheit sagen, dass nicht der Heilige Geist, sondern ein Geist des Irrtums am Wirken ist. Denn der Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit und die Lehre der Schrift besagt klar, dass keine Lüge aus der Wahrheit ist (1.Joh 2,21).

Wie kommt es, dass die Wahrheitsfrage in christlichen Kreisen immer mehr verdrängt wird? Wie kann es sein, dass so vieles übernommen wird, nur weil es sich vielleicht gut und vernünftig anhört? Es kommt daher, weil die Heilige Schrift immer mehr ihrer Autorität beraubt wird. Gefühle, Erfahrungen und Erlebnisse nehmen den Platz der Lehre ein und eines der größten Einfallstore dafür sind die modernen Lobpreislieder aus der charismatischen Szene, die oftmals nicht auf die Schrift, sondern auf Eingebungen und Visionen basieren. So schleichen sich immer mehr Irrtümer ein, seien es esoterische, humanistische oder freimaurerische Gedanken. Solange Lieder eine schöne Melodie haben, wird alles bedenkenlos übernommen und je häufiger man diese Lieder singt, je fester verankert sich das pseudo-christliche Gedankengut, dass wie ein Krebsgeschwür um sich frisst (vlg. 2.Tim 2,17). Weitere Einfallsquellen sind christliche Bücher und Zeitschriften die einen verfälschten Glauben zum Inhalt haben und dennoch oder gerade aus diesem Grund reißenden Absatz finden. Als Beispiel für eine solche Zeitschrift sei „Idea Spektrum“ genannt und um ein Buch zu nennen sei das esoterisch angehauchte Buch „Die Hütte“ erwähnt. Aber nicht nur das wird ungefiltert und ungeprüft übernommen, sondern auch die vielen Irrtümer der bekannten Fernsehprediger, sei es Robert Schuller, Joyse Meyer oder Bayless Conley, sie alle erfreuen sich großer Beliebtheit, so dass es kaum noch Gemeinden gibt, in denen die zahlreichen Irrtümern dieser Leute nicht angekommen sind. Und das alles nur, weil man Lehre zur Geschmacksfrage erklärt hat und lieber modern als bibeltreu sein will. Treffend analysiert Rolf Wiesenhütter: Der Zeitgeist hat die Gemeinden erreicht und vielfach eingenommen. Die Gottesdienste sind zunehmend von gefühlsbetonten Elementen bestimmt, während gleichzeitig die biblische Belehrung mehr und mehr nachgelassen hat. Auf das Christentum ist in den letzten dreißig Jahren ein Generalschlag verübt worden, der eine neue Toleranz gegenüber Andersgläubigen fordert, und der behauptet, alle Wahrheit ist relativ und alle Wahrheit ist Gottes Wahrheit. Diese philosophischen und keineswegs biblischen Ansprüche sind dafür verantwortlich, dass die Verweltlichung einen Siegeszug unvorstellbaren Ausmaßes im Leib Jesu angetreten hat. 5

 

Quellangaben
1. William MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament, S.1369
2. Topic Nr 5. Mai 2017, S.2
3. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kirche-vor-zerreissprobe-homo-segnung-praelatin-arnold-macht-druck.ebbc83d0-b188-45da-bc0c-6b125b8029f1.html
4. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.streit-um-homo-ehe-geht-weiter-praelatin-wird-schirmherrin-des-christopher-street-day.a13beea2-   492b-4d35-bc5a-eb9d8cbd65c8.html
5. Rolf Wiesenhütter - Zeichen des Abfalls!, S.202


 

Allgemeine Info zu dieser neuen Beitragsreihe unter: Ankündigung/Vorwort

 

 

 

Beitragsempfehlung zum Thema:

Hütet euch vor falscher Lehre

 

www.evangeliums-botschaft.de

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