und

8. Das unveränderliche Evangelium

Darum legt ab allen Schmutz und allen Rest von Bosheit und nehmt mit Sanftmut das [euch] eingepflanzte Wort auf, das die Kraft hat, eure Seelen zu erretten!

Jakobus 1,21

 

Zischen der Schlange

In der Ausgabe von The Sword and the Trowel vom Mai 1888 ließ Spurgeon seine Leser wissen, dass er auf zwei Veranstaltungen der Evangelical Alliance zu Christen aus allen Denominationen sprechen konnte. Er schrieb: „Es war unser großes Privileg an zwei denkwürdigen Veranstaltungen zu einer großen und enthusiastischen Zuhörerschaft über das Thema ‚Das unveränderliche Evangelium‘ und ‚Erfahrungen als Beweis des alten Glaubens‘ zu sprechen. Privat hörten wir herzliche Worte der Sympathie, und überwältigend waren die Zeichen der Zustimmung, die im Publikum emporstiegen. Briefe aus allen möglichen Gemeinschaften und aus allen Gruppierungen der Gemeinde Christi zeigen das tiefe Interesse für die grundsätzlichen Lehren, die in dieser Kontroverse zur Sprache kamen. Von allen Seiten zischt die Schlange, aber sie werden von den Stimmen des Samens des Weibes übertönt. Es ist eine Stunde der Mühsal, aber am Ende wird es mehr wahre Gläubige geben. Was den Bruch der Einheit angeht, nichts hat jemals mehr die Einheit des Wahren gefördert, als der Bruch mit dem Falschen.

Warum all dieser Aufruhr? Gibt es etwas, wofür es sich zu streiten lohnt? Streit ist ein ernstes Übel und eine Sünde, für die man sich vor dem großen Richter verantworten muss. Wir erklären nochmals, dass unser Streit sich weder um eine enge, sektiererische Lehre dreht noch um persönliche Lehrüberzeugungen: wir streiten nur für den ein für alle Mal überlieferten Glauben der Heiligen. Dieser wird angegriffen. Unglaube liegt in der Luft. Er findet sich nicht nur unter Predigern, sondern unter Diakonen und Mitgliedern der Gemeinden: nicht Unglaube über Nebensächlichkeiten sondern über zentrale Lehren der göttlichen Offenbarung. Wir baten lediglich darum, dass nur die größeren Irrtümer nicht toleriert werden sollten. Wir dachten, diese Forderung sei vernünftig. Und um dies zu erreichen, schlugen wir vor, ein Dokument mit gesunden Worten als Grundlage des Bundes zu erstellen. Dies hat zu diesem ganzen Aufstand geführt. In einigen Jahren, wenn die Wahrheit gesiegt hat, wird man kaum glauben, dass ein Bund unter den evangelikalen Freikirchen zögerte, seinen Glauben schriftlich zu formulieren. Selbst jetzt will der Bund weder ein klares Nein oder ein ehrliches Ja zu unserer Forderung sagen; und so bewegt man Worte, diskutiert alles, außer die wichtigste Frage, und man bietet eine unverbindliche Imitation eines Bekenntnisses statt einer klaren Aussage an.“

In Bezug auf die Jahresversammlung der Baptist Union machte sich Spurgeon keine Hoffnungen auf einen Wandel. Doch weil er überzeugt war, dass die Wahrheit sich schlussendlich erweisen werde, schrieb er: „Die Wahrheit Gottes wird Bestand haben, und diejenigen, die sie vertreten, werden ihre Seelen im Ausharren bewahren“ (Sword & Trowel, Mai 1888). Abermals greift Spurgeon den Vorwurf auf, Spaltung sei lieblos. Er erläutert: „Es wird viel über Nächstenliebe und Liebe gesprochen. Wir wundern uns darüber, dass gewisse Herren, die sich so häufig darüber ausließen, das Wort ergreifen können, ohne dass ihr Gewissen sich meldet, und sie an ihr kleinliches Verhalten und ihre persönlichen Anfeindungen erinnert, die sich gegen einen wenden, den sie als ehrenwerten Freund betrachten. Die harte Sprache der entschiedenen Gegner klingt sehr viel angenehmer als solche nichtigen Schmeicheleien. Aber wir üben Nachsicht. Was über uns gesagt wird, ist nichtig. Aber sollte man die Wahrheit opfern, um die Gemeinschaft mit breiteren Kreisen zu bewahren? Der Irrtum in der baptistischen Denomination ist zehnmal mehr verbreitet, als uns bewusst war, als wir uns zum Niedergang äußerten, und wir sind gebunden, nicht eine Silbe davon zurückzuziehen, sondern jedes Wort mit all unserer Macht zu verteidigen. Wir hatten die Baptisten zuerst nicht im Visier, denn wir verbanden mit ihnen viel Hoffnung, aber die Kontroverse hat offenbar gemacht, was wir uns nie hätten träumen lassen. Der Herr in seiner Gnade bringe die vielen Umherirrenden zurück!“ (ebd.).

 


 

 

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