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Das einzige Licht in der Finsternis

04.08.2017


Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen. Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet. Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen (2.Petr 1,19-21:2,1).


Dieser Text legt es uns nahe, Gottes Wort im Herzen zu bewegen – allein darin werden wir Trost finden, allein dies kann uns in dieser, von der Finsternis beherrschten, Welt Orientierung geben. Denn um dieses finstere Erdental durchwandern zu können, ist es unverzichtbar, dass wir das geschriebene Wort Gottes zu unseres Fußes Leuchte und zu einem Licht auf unserem Weg machen. Wir müssen daher unbedingt wahrnehmen, dass das Wort die einzige zuverlässige Quelle ist, um geistliche Wahrheit über den einzig wahren Gott zu erfahren. Außerhalb dieses Wortes ist alles reine Spekulation. Daher pflichte ich Lothar Gassmann bei, wenn er sagt: Die Schriftfrage ist somit im Grunde eine Gottesfrage. Unser Verständnis, das wir von Gott haben, entscheidet über unser Verhältnis zur Heiligen Schrift. 1

Es ist daher keine Übertreibung zu sagen, dass der Gradmesser für echten Glauben unsere Haltung zur Schrift ist. Glaube ich, dass Gott Autor und Urheber der gesamten Heiligen Schrift ist oder stelle ich dies in Frage? Lasse ich es zu, dass die Schrift über mein Leben urteilt oder ziehe es vor über die Schrift zu urteilen? Um es klar zu sagen: Der christliche Glaube steht und fällt mit der Frage nach der Autorität der Bibel. Um diese Frage tobt seit jeher das geistliche Schlachtfeld. Treffend kommt Rolf Wiesenhuetter zur Feststellung: „Sollte Gott gesagt haben...“ war die Öffnungslinie Satans, der seitdem strategische Rebellion gegen Gott anstiftet. Der Dialog über die von Gott absolut gesetzten Dinge begann bereits seit der Schöpfungsgeschichte. Seitdem befleißigt sich der Mensch, vom Wort Gottes etwas wegzunehmen oder hinzuzufügen. 2 Seit jenem Tag im Garten Eden tobt dieser Kampf um das Wort Gottes, damals ist es Satan gelungen diesen Samen des Misstrauens ins menschliche Herz zu pflanzen. So dass der Mensch die guten Absichten Seines Schöpfers infrage stellt und anzweifelt. Der Mensch muss sich also entscheiden, wem er vertraut. Auf der einen Seite ist Satan, der das Wort Gottes als leeres Gerede darstellt und behauptet, es würde nichts bringen darauf zu achten, auf der anderen steht Gott, der über Sein Wort sagt: Denn nicht ein leeres Wort ist es für euch, sondern es ist euer Leben (5.Mo 32,47). Genau das hat auch Jesus zum Ausdruck gebracht, als ER sprach: Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben (Joh 6,63). Und darauf zielt auch Petrus ab, wenn er das geschriebene Wort Gottes als ein Licht, bezeichnet, das an einem dunklen Ort scheint. Auch wenn der christliche Glaube heute vielfach als eine nebelhafte Religiosität dargestellt wird, war der wahre Glaube seitjeher an das geschriebene Wort gebunden. Es geht nicht um Eindrücke, Gefühle oder Wünsche von Menschen, sondern um den unwandelbaren Willen Gottes, der uns durch Sein Wort offenbart wurde.

Mit den Worten, „denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet“, hat Petrus deutlich gemacht, dass sich die Autoren der Heiligen Schrift das, was sie niedergeschrieben haben, nicht selbst ausgedacht oder ersonnen hatten. Sie haben nicht ihre eigenen Überlegungen zu Papier gebracht, sondern niedergeschrieben, was ihnen der Geist Gottes aufs Herz gelegt hat. Somit handelt es sich nicht um das Ergebnis menschlichen Nachsinnens, sondern um eine göttliche Offenbarung. Es ist also weder ein Produkt menschlicher Fähigkeit, noch menschlicher Intelligenz, noch ist es Ergebnis jahrelanger Forschungsarbeit. Nein, es ist keine von Menschen entwickelte Theorie, sondern die Selbstoffenbarung Gottes. Es sind keine Worte fehlbarer Menschen, sondern Worte des unfehlbaren, allwissenden Gottes. Allein aus diesem Grund hat dieses Wort auch heute noch Autorität und Gültigkeit, allein aus diesem Grund kann es Petrus als Licht an einem finsteren Ort bezeichnen. Allein aus diesem Grund ist es kein toter Buchstabe, sondern lebendiges Wort Gottes (vgl. 1.Petr 1,23).

Der sichere Pfad ist somit der, dass wir uns an dieses unfehlbare Wort halten. Doch so wie es diese zuverlässige Quelle der Wahrheit gibt, so gibt es auf geistlichem Gebiet einen Widersacher vor dem wir uns in Acht nehmen müssen. Von daher müssen wir uns dessen bewusst sein, dass alles, was auf geistlichem Gebiet über das geschriebene Wort hinausgeht, vergleichbar ist mit einem mystischen Nebel, der statt Orientierung nur Verblendung bewirkt. Wer auch immer den Anspruch erhebt, für Gott zu sprechen, wenn der Inhalt seiner Lehre nicht mit dem geschriebenen Wort Gottes übereinstimmt, dann verbirgt sich dahinter ein Geist der Verführung, und somit ein Weg der von Gott wegführt. Ein Weg, der nicht das versprochene Heil bringt, sondern ins Verderben leitet. »Zum Gesetz und zum Zeugnis!« — wenn sie nicht so sprechen, gibt es für sie kein Morgenrot, lesen wir in Jesaja 8,20, wodurch deutlich wird, wer nicht im Wort Gottes nach Halt und Orientierung sucht, dessen Zukunftshoffnungen sind nichts weiter als leere Illusionen. Doch genau darauf sind Irrlehrer spezialisiert, es sind Blender die mit leeren Versprechen locken. Genau diesem Thema wendet sich auch der 2.Petrusbrief zu, doch dies nicht ohne zuvor deutlich hervorzuheben, wo wir Orientierung finden. Es ist allein das Wort. Hier haben wir das einzige Licht, das uns den Weg weisen wird, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in unseren Herzen aufgehen wird.

Wer dem Wort Gottes misstraut, gleicht jemand, der in größter Finsternis umherirrt und sich strickt weigert, seine Taschenlampe anzumachen. Durch sein Misstrauen beraubt er sich selbst jeglicher Orientierung und darf sich daher nicht wundern, wenn er zu Fall kommt. Der Vergleich hinkt nur insofern, dass es auf geistlichem Gebiet noch schlimmer ist, denn hier verhält es sich so, dass wir ohne das Wort Gottes noch nicht einmal die Finsternis wahrnehmen. Von daher stellt uns Gottes Wort diese Gegensätze so deutlich vor die Augen, und zeigt uns, dass diese Welt seit dem Sündenfall ein finsterer Ort ist. Finster nicht auf das Tageslicht bezogen, sondern in Bezug auf den geistlichen Zustand der Menschheit. Das große Dilemma besteht darin, dass die Menschheit ihren eigenen Schöpfer seit dem Sündenfall ausklammert. Jeder Mensch wird in diesem gefallenen Zustand geboren, auch Christen sind hiervon nicht ausgeklammert, vielmehr trifft auf sie zu, was Epheser 5,9 deutlich macht: Ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.

Dieser Vers zeigt, dass sich die Finsternis, von der in Gottes Wort die Rede ist, nicht nur auf das bezieht, was sich um uns herum abspielt, sondern auch auf den Zustand unseres eigenen Herzens. Das ganze System, das ganze Denken dieser Welt, ist von der Rebellion gegen Gottes Ordnungen gekennzeichnet und unser Herz ist von Natur aus davon eingenommen und geprägt. Aus diesem Grund können wir weder in uns selbst noch in dieser Welt Orientierung finden. Aus diesem Grund, können wir ohne Gottes Wort in geistlicher Hinsicht nicht einmal unsere eigene Hand vor Augen erkennen, so dass wir hoffnungslos in der Finsternis umherirren und nie wissen können, worüber wir als nächstes stolpern. Konkret gesagt: Diese Welt wird beherrscht von Lüge und Täuschung, die Wahrheit finden wir allein im Wort Gottes. Alle Menschen sind Lügner (Ps 116,11; Röm 3,4), Gottes Wort hingegen ist die Wahrheit, denn Gott kann alles, nur nicht Lügen (vgl. Joh 17,17; Tit 1,2).

Vielen Menschen missfällt diese biblische Sichtweise, sie halten sie für viel zu negativ und wollen nicht wahrhaben, dass das menschliche Herz, so wie es die Bibel sagt, böse ist von Jugend auf (vgl. 1.Mo 8,21). Man mag die Augen vor dieser biblischen Lehre verschließen, die Realität bestätigt dennoch, dass es der Wahrheit entspricht. Anstatt an diesem Punkt Augenwischerei zu betreiben, wäre es weitaus besser, auf einen Mann wie Martyn Lloyd Jones zu hören. Er hat das große Dilemma dieser Welt wie folgt analysiert: Wenn wir die Welt ansehen und die Wirren, in denen sie steckt, ihre Konflikte und deren Ausweglosigkeit, da kann uns nichts so eine tiefe Erkenntnis und ein solches Verständnis für die Gegenwart vermitteln, wie das klare Erfassen dessen, was die Bibel über das Böse und seine Macht lehrt. Sie öffnet uns die Augen für zwei gewaltige Mächte, die uns umgeben; zwei Reiche – das Reich Gottes und das Reich Satans. Satan ist der Gott dieser Welt.  3

Es ist wichtig, dass wir diesen geistlichen Konflikt wahrnehmen. Wer dies ausblenden will und immer nur vom Guten und Positiven ausgehen will, macht sich letztlich nur selbst etwas vor. Aber genau das ist Kennzeichen der gefallenen menschlichen Natur. Einem natürlichen Menschen, ist die biblische Sichtweise völlig zu wider. Es verletzt ihn in seinem Stolz, einzugestehen, dass Gottes Wort in Bezug auf die Verdorbenheit seines Herzen Recht hat. Aus diesen Grund weist er dieses biblische Urteil empört von sich. Denn er kann vieles einsehen, nur nicht, dass ihn das Wort Gottes als Sünder bezeichnet. Genau so war es auch bei mir, lange war ich der festen Überzeugung, ein guter Mensch zu sein. Lange habe ich an das Gute im Menschen geglaubt, bis das Licht Gottes in mein Herz hineingeleuchtet hat, bis ich erfahren durfte, was in 2.Korinther 4,6 geschrieben steht: Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Ist es nicht erstaunlich, als Gott die Erde schuf, da lesen wir, die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe. Und dann heißt es im 3 Vers der Bibel: Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht (1.Mo 1,2-3). Ehe Gott sprach: „Es werde Licht!“, war die Erde wüst, leer und finster, es war allein Seine schöpferische Macht, die diesen trostlosen Zustand verändern konnte. ER war es der Licht ins Dunkel brachte und genau dasselbe Wunder ist in jedem wiedergeborenen Herzen geschehen. Ehe der Gläubige durch den Geist Gottes zum Leben erweckt wurde, ehe er durch die Macht Gottes zu einer neuen Schöpfung wurde, war auch sein Herz gegenüber Gott verstockt und sein Verstand verfinstert (vgl. Eph 4,18). Allein der Geist Gottes, kann einem Menschen die wahre Erkenntnis über seinen gefallenen Zustand, und die Finsternis seines Herzens geben. So große Stücke ein Mensch auch immer von sich halten mag, eine Begegnung mit Gott ändert alles. Denn wenn der Geist Gottes das Herz eines Menschen gegenüber der Botschaft des Evangeliums öffnet, dann leuchtet Gottes Licht in das verfinsterte Menschenherz, was eine so tiefe Sündenerkenntnis zur Folge hat, dass man einen regelrechten Eckel gegenüber sich selbst empfindet und unter Tränen um Vergebung bittet (vgl. Hes 20,43). Ich kann dies von meinem eigenen Leben bezeugen, aber dieses Zeugnis wäre nichts wert, wenn es sich nicht mit dem Wort Gottes decken würde. Aber wie gesagt, das war nicht immer so in meinem Leben, lange bin ich völlig in dieser Welt aufgegangen, lange wäre es mir sehr merkwürdig vorgekommen, wenn mich jemand damit konfrontiert hätte, dass Satan der Fürst dieser Welt ist.

Unter diesem Hintergrund müssen wir es sehen, wenn Petrus diese Welt als einen dunklen Ort beschreibt. Es hängt damit zusammen, dass die Menschheit in Rebellion und Auflehnung gegenüber ihrem Schöpfer lebt, es begründet sich darin, dass Satan der Gott dieses Zeitalters ist, weil die Menschheit die Finsternis mehr liebt als das Licht (vgl. Joh 3,19). Entsprechend werden Gottes Ordnungen und Gebote missachtet, was zur Folge hat, dass Chaos statt Ordnung regiert. Und dies gilt sowohl für die gesamte politische Weltlage, als auch für das Leben eines jeden Einzelnen. Dies, wie gesagt, umschreibt in groben Zügen die geistliche Finsternis, das ist es, was diese Welt zu einem dunklen Ort macht. Gottes Wort beschönigt an dieser Stelle nichts, sondern deckt es schonungslos auf und stellt den Menschen damit vor folgende Wahl: Entweder ein Mensch akzeptiert diese realistische Analyse über den gefallenen Zustand dieser Welt oder er hält weiter an der Illusion fest, dass der Mensch die innewohnende Fähigkeit hätte, sich und seine Welt selbst zu retten. Obwohl nicht nur die Geschichtsbücher, sondern auch die tagtäglichen Ereignisse, die sich auf diesem Planeten zutragen das Wort Gottes bestätigen, bleiben die meisten Herzen verstockt und halten an der Überzeugung fest, dass der Mensch infolge evolutionärer Prozesse stetig voranschreiten und sich auf Grundlage von Bildung und Wissenschaft moralisch weiterentwickeln würde.

Wer an das Gute im Menschen glaubt, dem hat Gottes Wort nicht viel zu sagen, er sucht seine Antworten woanders, wer hingegen, durch die Gnade Gottes ein erleuchtetes Herz hat, der kann nachvollziehen, warum der Psalmist sagte: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege (Ps 119,105). Das sind die beiden gegensätzlichen Haltungen, mit denen uns der Text konfrontiert. Es geht um die Frage, wovon unser Leben bestimmt wird? Vom Wort Gottes oder von menschlichen Überlegungen? Vertrauen wir darauf, dass die Schreiber der Heiligen Schrift tatsächlich von Gott autorisiert und inspiriert waren, dass das was sie niedergeschrieben haben, tatsächlich dem entspricht, was sie sagen, nämlich Gottes Wort, oder verwerfen wir ihr Zeugnis und klammern uns lieber an menschliche Philosophien, an Ansichten von Wissenschaftlern, von Psychologen, Theologen oder sonstigen Weltverbesserern? Wie bereits erwähnt, ist dies ist der Gradmesser ob unser Glaube echt ist und somit auch der Punkt der die gesamte Menschheit scheidet, denn es ist wie der unvergessene Martyn Lloyd-Jones festgehalten hat: Was Christen von allen anderen Menschen unterscheidet, ist, dass sie dieses Wort empfangen und sich ihm unterworfen haben, während andere es verworfen haben.  4

Kommen wir zum nächsten Gedanken, den uns der Text nahelegt und das ist die Überlegung, ob es ratsam sein kann, sich in Bezug auf geistliche Dinge immer auf Dritte zu verlassen? Oder anders gefragt, können wir uns immer blind auf jeden verlassen, der sich als ein Diener Gottes bezeichnet? Viele Leute in unserer Generation gehen offensichtlich davon aus, dass alles, was von einer Kanzel verkündigt wird, nicht in Frage gestellt werden darf, schließlich haben es jene Männer ja studiert, schließlich sind sie ja die Experten. Wenn wir hierzu beachten, was der Bibeltext lehrt, wird sehr schnell klar, dass es absolut blauäugig wäre, in einer Welt wie der unseren – einer Welt, die als finsterer Ort bezeichnet wird - davon auszugehen, dass alle Menschen immer nur die Wahrheit reden. Oder dass man jedem der nett ist, blind vertrauen könnte. Nein, das kann und darf nicht unsere Haltung sein, vielmehr müssen wir wahrnehmen, dass es eine geistliche Realität ist, dass in der unsichtbaren Welt zwei entgegengesetzte Herrschaftsbereiche existieren, und das Satan ständig darauf aus ist, uns zu Fall zu bringen. Gerade wenn es um Lehre geht, müssen wir daher sehr wachsam sein; anstatt alles zu glauben, gilt es die Geister zu prüfen und das Prüfkriterium ist das geschriebene Wort Gottes. Daher dürfen wir unseren Glauben nicht auf das gründen, was andere Menschen ins Wort Gottes hineininterpretieren oder zwischen den Zeilen lesen, sondern müssen das Wort selbst zu unserem Herzen sprechen lassen. Es ist Gott, der durch dieses Buch zu uns redet. ER war es, der den Schreibern der biblischen Bücher die Worte in den Mund gelegt hat (vgl. Jes 51,16, Jer 1,9). Petrus hat dies sehr gut verständlich gemacht, indem er deutlich herausgestellt hat, dass die Schreiber der biblischen Bücher vom Geist Gottes inspiriert waren – sie haben nicht ihre eigenen Vorstellungen zu Papier gebracht, sondern das, was ihnen der Geist Gottes aufs Herz gelegt hatte, den Kontrast dazu bilden „falsche Lehrer“, die das weitergeben, was ihren eigenen Vorstellungen entspricht. Für sie zählen nicht die Gedanken Gottes, sondern ihre eigenen. Der Grund dafür ist offensichtlich, sie verfolgen nicht Gottes Ziele und Absichten, sondern ausschließlich selbstsüchtige Ziele. Dabei gehen sie sehr raffiniert vor, indem sie sich heimlich einschleichen, um einen Platz innerhalb der Gemeinden und Kirchen einnehmen zu können. Sie behaupten zwar, Diener Gottes zu sein, doch sie entsprechen den typischen Lügenpropheten zur Zeit des alten Bundes, auch diese hatten vorgegeben im Namen Gottes zu reden, doch in Wahrheit waren sie nur Blender, die auf die Gunst der Menschen auswaren. Gott hatte diese Männer weder gesandt, noch beauftragt, dennoch waren sie losgelaufen. Ebenso hat es Petrus für die Endzeit prophezeit, indem er warnt: Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen.

Petrus stellt hier keine mögliche Zukunftsprognose in Aussicht, er sagt nicht, dass es eventuell so sein könnte, sondern er schreibt von einer Tatsache, indem er sagt: Wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden. Und weil sie sich auf raffinierte Weise einschleichen, weil sie alles dafür tun, einen vertrauenswürdigen Eindruck zu erwecken und nicht selten sehr entscheidende Positionen innehaben, ist höchste Wachsamkeit geboten. Beachten wir daher was Martyn Lloyd Jones sehr treffend bemerkt: Die bloße Tatsache, dass eine Botschaft innerhalb der Kirche verkündigt wird, ist keine Garantie für ihre Wahrheit. Es gibt viele falsche Bekenner, falsche Brüder, Menschen, die sich einbilden, Christen zu sein, die es aber nicht sind und daher eine falsche Botschaft predigen und lehren. Hier haben wir heute ganz besonders vorsichtig zu sein. Ist es nicht alarmierend, feststellen zu müssen, dass kaum noch über eine Wahrheit selbst geredet oder geschrieben wird? Der Nachdruck wird auf die Notwendigkeit der Einheit und der Bildung einer größeren Organisation gelegt. Das Interesse richte sich nicht so sehr auf die Wahrheit der Verkündigung, wie auf den Zusammenschluss aller Christen. Die Wahrheit wird auf Kosten der Einheit vernachlässigt, und wieder und wieder müssen wir hören, die Uneinigkeit der Kirche sei die größte Tragödie der Welt. Aber die wahrhaft größte Tragödie ist nach meinem Verständnis des Neuen Testaments nicht die Uneinigkeit der Kirche, nicht die Spaltung in Gruppen und Denominationen, sondern die Tatsache, dass all diese Gruppen eine falsche Wahrheit verkündigen und von der Wahrheit in Jesus Christus abgewichen sind. 5

Es sind viele Jahre Kirchengeschichte vergangen, seit Petrus seine Warnung vor falschen Lehrern verfasst hat, und immer wieder haben sich seine Worte bewahrheitet. Die Verführung hatte zwar im Laufe der Kirchengeschichte verschiedene Fassetten, doch an der grundlegenden Tatsache, dass allein das geschriebene Wort unser Licht in dieser finstern Welt sein kann, hat sich nichts geändert. Aus diesem Grund sollte es uns nicht verwundern, dass die Strategie Satans von Beginn an darin bestand, dieses Wort anzugreifen. Entweder geschieht dies, indem er es den Menschen generell vorenthält, oder, sofern dies nicht möglich ist, indem er es durch seine Diener umdeuten lässt oder es als völlig unglaubwürdig darstellt. Denken wir ans Mittelalter, damals war dem einfachen Volk der Besitz einer Bibel verwehrt. Die Menschen mussten sich also auf die Kirche verlassen. Heute hingegen hat jeder Zugang zum Wort Gottes, dennoch sichern sich die Theologen die Deutungshoheit der Schrift, indem sie den Eindruck vermitteln, dass sofern überhaupt irgendjemand irgendwelche brauchbaren Schlüsse aus der Bibel ziehen könne, sie die einzigen seien, die dazu befähigt sind. So gleichen diese modernen Theologen, Menschen, die dem Wort Gottes jegliche Klarheit rauben wollen und eine Nebelbombe nach der anderen hochgehen lassen. Das Einzige, das sie klar vermitteln können, ist der Eindruck, dass bei einem Bibeltext nie vom offenkundigen Sinn dessen, was die Schreiber zu Papier brachten, auszugehen sei. Stattdessen würde nur das zählen, was sie aus dem Text ableiten – alles wird somit ihrer Deutungskunst unterstellt, sodass man in einer regelrechten Auslegungswillkür alles ins Wort Gottes hineininterpretieren kann, was vom Zeitgeist diktiert wird. Als Beispiel dafür, wie dieser dreiste Umgang mit dem Wort Gottes begründet wird, möchte ich die Theologieprofessorin Prof. Dr. Angela Standhartinger zitieren, die allen Ernstes behauptet: „Die Bibel sagt unmittelbar gar nichts, sondern sie braucht immer Übersetzung und Interpretation!“ 6

Bedenkt man nun, dass diese Frau an der Marburger Philipps-Universität Neues Testament lehrt, wird deutlich, welch gravierende Irrlehren bereits bei der theologischen Ausbildung vermittelt werden. Treffend kommt Rolf Wiesenhütter zum Schluss: Der Abfall vom Glauben, wie er in der Bibel angekündigt ist, wird in den Universitäten gelehrt. 7 Kein Wunder also, wenn die Zahl jener Theologen, die sich noch unter die Autorität der Heiligen Schrift beugen, immer weiter abnimmt und die Mehrheit zur freien Interpretation tendiert. Was hierbei vermittelt wird, ist der Eindruck als käme das Bibellesen dem Kaffeesatzlesen gleich. Einziger Unterschied - beim Kaffeesatzlesen verlässt man sich auf die Deutungen mystischer Frauen, die eine Glaskugel vor sich haben - bei der Deutung der Bibel hingegen auf die freien Interpretationen von Theologen mit Diplom und Siegel. Sie haben zwar keine Glaskugel vor sich, können aber dafür mit akademischen Titeln glänzen, so dass sie als die Experten schlechthin eingestuft werden. Somit unterscheiden sie sich nicht um ein Haar von den Schriftgelehrten und Pharisäern, die zurzeit Jesu das ganze Volk verblendeten. Sie hatten sich auf den Lehrstuhl Moses gesetzt (vgl. Mt 23,2), wohingegen sich viele der heutigen Theologen anmaßen, den Heiligen Geist zu ersetzen. Denn während Jesus sagte: Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten (Joh 16,13), vermitteln sie den Eindruck, dass sie es seien, die uns den Sinn der Schrift eröffnen können. Doch es bleibt dabei, es ist allein der Geist Gottes, der uns den Sinn der Schrift eröffnet (1.Kor 2,13), nicht ein bibelkritisches Theologiestudium und schon gleich gar nicht die Deutung jener, denen durch dieses Studium das letzte Fünkchen Glauben geraubt wurde. Wer wirklich wiedergeboren ist, wird sich nicht blenden lassen, denn für ihn gilt, was auf jedes Kind Gottes zutrifft: Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind (1.Kor 2,12).

Wer jedoch immer noch das für Glauben und für Christentum hält, was er aus zweiter Hand als Wort Gottes erfährt, wer nicht selber nachforscht in der Schrift und Gott um Weisheit und Verständnis bittet, das Geschriebene zu verstehen, gleicht einem Blinden, der einem Blinden Leiter folgt, wie Jesus gelehrt hat werden am Ende beide in die Grube fallen (vgl. Mt 15,4). Ich habe für vieles Verständnis, aber nicht für solche Menschen, die ihr Geld damit verdienen, im Namen Gottes Lügen zu verbreiten und Menschen Scharenweise in die Irre zu führen.  Leider lassen sich die meisten Menschen unserer Generation von diesen Amts- und Würdenträgern verblenden, weil es eben doch der angesehenere und zugleich weitaus bequemere Weg ist, ihnen zu folgen, anstatt dem verachteten Lamm Gottes. Erschwerend kommt hinzu, dass diese blinden Führer in unseren Tagen von so vielen, die sich Christen nennen, volle Rückendeckung bekommen. Sei es, weil jene, die sich schützend vor solche Verführer stellen, selbst blind sind oder weil sie nicht den Mut aufbringen, die modernen Wölfe im Schafspelz bloßzustellen. Da ist man lieber für ein harmonisches Miteinander und will bei Lehrfragen nicht mehr so genau hinsehen. „Lehre trennt, Liebe vereint“, so das oberflächliche Motto, hinter dem man sich so gut verstecken kann. Wie falsch diese Haltung ist, zeigen uns die Sendschreiben: Gemeinden, die Irrlehrer in ihrer Mitte nicht geduldet haben, hat Jesus gelobt, solche hingegen die sie ungehindert gewähren ließen, hat er getadelt. Gerade für unsere Generation ist es wichtig zu beachten, dass es so war, und nicht umgekehrt. Denn ist es nicht so, dass alles dafür getan wird, die Gläubigen vom Gegenteil zu überzeugen? Doch in welchem Interesse kann das sein, sicher nicht im Interesse des Geistes der Wahrheit. Nein, es mag noch so fromm verpackt werden, der Geist Gottes würde niemals Zugeständnis gegenüber falscher Lehre dulden. Ein Geist, der alle Religionen für gut erklärt, kann daher nur ein Verführungsgeist sein, dem nur daran gelegen ist, die Reinheit der Gemeinde zu beflecken und Gottes Werk zu zerstören.

Dass sich dazu gerade „Religion“ als besonders wirkungsvolles Mittel erweist, macht Rolf Wiesenhüter deutlich, indem er treffend bemerkt: Religion ist der Weg Satans, um Jesus zu umgehen. 8  Zu einem ähnlichen Schluss kam auch Martyn Lloyd-Jones, der diesbezüglich folgendes anmerkt: Die Bibel lehrt keine Religion, sie lehrt den christlichen Glauben; und Religion ist unter Umständen der größte Gegner Gottes und seiner Wahrheit. So vermag sich Satan als Engel des Lichts zu verwandeln, um eine falsche Religion zu gründen. Zu dem Begriff “Religion“ gehören selbstverständlich nicht nur Religion im strengen Sinn, sondern eine ganze Anzahl von Ideologien und Philosophien: sowohl der Materialismus wie auch der Idealismus, der Gott absagt, politische, soziale und wirtschaftliche Lehren und sonstige Weltanschauungen. All das wendet Satan an, und alles, was das Werk Gottes schädigen und zerstören könnte, ist ihm recht. Wenn wir so die satanischen Methoden beobachten, will uns die heutige Weltlage gar nicht mehr so unbegreiflich erscheinen, wie sie es auf den ersten Blick tat. 9

Die größte Verführungsmacht in unserer Generation sind nicht die Zeugen Jehovas, es sind nicht die Mormonen oder die Christliche Wissenschaft, nein, es ist das offiziell, staatlich anerkannte Christentum, das mit dem Selbstverständnis auftritt, das Reich Gottes zu repräsentieren. Damit will ich nicht allen den Glauben absprechen, die Teil dieser Kirche sind, aber wer wirklich wiedergeboren ist, der wird mir beipflichten müssen, dass die Landeskirchen förmlich von Irrlehrern unterwandert sind und zwar bis in die höchsten Ebenen. Es ist wie man im Volksmund sagt. „Der Fisch stinkt vom Kopf her“. Anfangs waren es ein paar vereinzelte Irrlehrer die sich heimlich eingeschlichen hatten, doch man lies diese bedenkenlos gewähren, mittlerweile hat sich das Blatt gewendet, mittlerweile wehrt man den wenigen Treuen innerhalb dieser Kirche. Man brandmarkt sie als gefährliche Fundamentalisten und will sie auf dieselbe Stufe stellen, wie islamistische Extremisten. Das ist der erschütternde Zustand der Landeskirchen und das Schlimme ist, dass selbst Freikirchen, die vor einigen Jahren noch eine gesunde Lehre hatten, sich im Rahmen der Evangelischen Allianz mit dem Sog dieser Verführung mitreißen lassen.

Die Frage ist, warum so viele Christen bereit sind diesen Weg mitzugehen, warum werden die Mahnungen der Schrift ignoriert, warum will man lieber Teil einer Massenbewegung sein, anstatt am überlieferten Glauben festzuhalten? Dass es einmal so kommen wird, bezeugt die Schrift an mehreren Stellen, auch der Text des 2.Petrusbriefes macht dies deutlich, denn auf die Warnung, dass es viele falsche Lehrer geben wird, folgen die Worte: Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten; aber das Gericht über sie ist längst vorbereitet, und ihr Verderben schlummert nicht. Aber warum steht das geschrieben, etwa damit wir mitlaufen sollen mit diesem heillosen Strom? Gewiss nicht, im Gegenteil, damit wir uns nicht blenden lassen, sondern wachsam sind. Der erste Schritt dazu besteht darin, wieder neu zu verinnerlichen, dass allein das geschriebene Wort Gottes, ein Licht in dieser finsteren Welt sein kann und es wichtig ist, dieses Wort selbst zu studieren, anstatt sich blind auf das zu verlassen, was andere darüber sagen. Nicht das, was moderne Theologen aus der Bibel machen, ist das Wort Gottes, sondern das, was tatsächlich dem wahren Sinn des Geschriebenen entspricht. Man kann zwar wohl diesen Filter dieser modernen Deuter über das Wort Gottes legen, und sich blind auf das verlassen, was diese gemäß den Wünschen und Erwartungen ihrer Zuhörer daraus deuten, an der Tatsache, dass wir nach dem Wort Gottes gerichtet werden, ändert dies nichts.

Der Wunsch: „Schaut uns nicht das Richtige! Sagt uns Schmeicheleien! Schaut uns Täuschungen!“ (Jes 30,10), wird in unseren Tagen nur allzu gerne erfüllt. Doch wer auch immer diese Einstellung hat, der ist sehr kurzsichtig, denn gemessen an der Ewigkeit, währt die Lüge nur einen Augenblick (vgl. Spr 12,9). Aber viele Menschen unserer Tage wollen eben nur für den Augenblick leben. Oberstes Gebot ist, was einem Spaß macht (vgl. 2.Tim 3,4). Und damit das sündige Leben keinen negativen Beigeschmack hat, oder man gar vom Gewissen geplagt wird, sucht man sich Lehrer, die über allem ihren Segen aussprechen (vgl. 2.Tim 4,3). Diese Lehrer sind bereit alles zu verleugnen, was der gesunden Lehre der Heiligen Schrift widerspricht, bis hin zu Christus selbst. Aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten, hat Petrus prophezeit und zudem aufgezeigt, dass sie nicht einmal davor zurückschrecken werden den HERRN zu verleugnen, der sie erkauft hat (vgl. 2.Petr 2,1). Hier ist es wichtig anzumerken, dass dies nicht bedeutet, dass sie das Heil wieder verloren hätten, worum es hier geht, ist die Tatsache, dass das Sühneopfer am Kreuz für die Schuld und die Sünde der gesamten Menschheit ausreicht, diese Irrlehrer jedoch hatten nie Anteil daran, weil es ihnen nie um Christus ging, sondern immer nur um sich selbst. Entsprechend ihrer eigensüchtigen selbstverliebten Einstellung, versuchen sie das Vertrauen der Gläubigen zu erschleichen, um ihres eigenen Vorteils willen. Zwar wird man aus ihrem Munde auch sehr viel Anerkennendes über Jesus hören, vielleicht indem sie IHN als ein Vorbild darstellen, doch als den einzigen Retter, als den einzigen in dessen Name uns Menschen das Heil gegeben ist, stellen sie IHN nicht dar. Der Jesus, den sie darstellen, gleicht eher einem Flaschengeist, bei dem wir Wünsche freihaben, als dem Sohn Gottes, der Mensch wurde, um uns von der Herrschaft und dem Fluch der Sünde freizukaufen.

Für die falschen Lehrer hat dies jedoch keine Relevanz, sie haben sich mit ihrem sündigen Leben arrangiert, ihr Gewissen ist abgestumpft, sie sehnen sich weder nach Rettung und Befreiung von der Macht der Sünde, noch sehen sie sich veranlasst, andere Menschen zu einem gottwohlgefälligen Leben anzuleiten. Stattdessen ist für sie, die Gottseligkeit sei ein Mittel zum Gewinn (1.Tim 6,5). Ihre wahre Motivation besteht nicht darin, Gott zu gefallen, nein ihr wahres Motiv ist Habsucht. Sie sind Hirten die sich selbst weiden (vgl. Hes 34,2, Jud 12). Ihr Ziel besteht nicht darin, Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen, sondern für sich selbst. Je mehr Besucher und Mitglieder ihre Kirche oder Gemeinde hat, je mehr steigt ihr Ansehen und je mehr ihr Gehalt. Daher segnen und bestätigen alles, solange man sie gut dafür bezahlt und sie das Ansehen der Gesellschaft genießen können. Das Wort Gottes hingegen ist unbestechlich (vgl. 1.Petr 1,7). Was auch immer diese Verführer für Titel haben, mögen es Doktoren oder Professoren der Theologie oder große Wunderheiler sein, wenn das, was sie verkünden entgegen dem ist, was der Lehre der Heiligen Schrift entspricht, dann sind es Irrlehrer. Was auch immer sie aus dem Wort Gottes machen, was auch immer sie den Menschen im Namen Gottes für Versprechen und Zusagen machen, es ist nur leeres Gerede, Gott steht weder hinter diesen Menschen noch hinter ihren dreisten Lügen.

Wenn Petrus nun sagt: viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, dann sehen wir zum einen in welche Richtung sie führen, nämlich ins Verderben, und des Weiteren, dass sie Erfolg haben werden. Der Erfolg ist ihnen sicher, weil sie eine billige Gnade zum Inhalt ihrer Botschaft machen, doch der Weg den sie lehren, führt weg vom Wort Gottes, weg von den Ordnungen und Geboten Gottes, hin zu einer Theologie die besagt, dass die Gnade ein Freibrief für ein sündiges Leben sei. Ohnehin sind sie ständig bemüht Sünde zu verharmlosen oder zu legalisieren, indem sie das Wort Gottes immer so hindrehen, dass es nach jedermann Geschmack ist. Was die Bibel beispielsweise zum Thema Unzucht lehrt, das erklären sie als belanglos, da diese Anweisungen ja zu einer ganz anderen Zeit gemacht worden seien. Heute in unserer modernen, aufgeklärten Zeit, würde all das nicht mehr gelten. So stellen sie ihre eigene Auslegung über die Aussagen der Heiligen Schrift. Nicht was die Schrift sagt, sondern was sie daraus deuten, sei entscheidend. Womit sie jene, die ihren Reden Glauben schenken unweigerliche in eine Abhängigkeit führen, so dass diese nicht mehr direkt zur Quelle der Wahrheit gehen, sondern ihre Antworten bei den vermeintlichen Deutungsexperten suchen. Am besten niemand kommt auf die Idee, selbst in der Bibel nachzuschlagen, sondern hält sich immer an ihre Auslegung. So stellen sie sich selbst in dem Mittelpunkt und sind am liebsten umgeben von lauter Unmündigen, die förmlich an ihren Lippen hängen und ihnen blindlings folgen. Auf dass ja niemand den gesalbten und gelehrten Oberausleger in Frage stellt. Nein, wenn jemand enträtseln kann, was die Bibel lehrt, dann sind sie die einzigen, die in der Lage sind, die wahre Bedeutung des Textes zu entschlüsseln. Oder um es einmal mehr mit den Worten von Martyn Lloyd-Jones zu sagen: Der wichtigste Unterschied zwischen dem wahren und dem falschen Propheten ist der, dass der wahre Prophet die Botschaft der Bibel verkündigt, während der andere über seine Vorstellungen von dem, was die Bibel sagen oder lehren sollte, predigt… Der falsche Prophet wird niemals kritisieren, er bemüht sich, seine Zuhörer zu trösten und aufzuheitern, immer das zu sagen, was sie gerne hören möchten. 10

Hier sehen wir, dass es dem falschen Propheten nicht darum geht, Gott zu gehorchen oder zu gefallen, sondern vielmehr darum, vor den Menschen gut dazustehen. Öffentliche Anerkennung ist ihm wichtiger als die Treue zum Wort Gottes. Doch gerade, weil Petrus in aller Deutlichkeit vermittelt hat, dass das geschriebene Wort das einzige Licht an diesem dunklen Ort ist, muss klar sein, dass solche Menschen Irrsterne sind, die nicht zur Wahrheit hin, sondern von der Wahrheit wegführen. Dies wird insbesondere daran offensichtlich, dass sie keinen Kontrast zur Welt bilden, sondern sich lieber der Welt gleichstellen. Anstatt Salz und Licht zu sein, ziehen sie es vor, in dieser Welt unterzutauchen. Hebt sich jedoch Licht nicht klar von der Finsternis ab, ist es nicht nur vollkommen überflüssig, sondern hat noch nicht einmal die Bezeichnung Licht verdient. So einleuchtend und selbstverständlich dies ist, so wichtig ist es zu realisieren, welche bedeutende Schlüsselrolle das Wort Gottes in dieser finsteren Welt hat. Es ist, wie Petrus sagt, das einzige Licht an diesem finsteren Ort, wer dieses Licht ablehnt, kann weder selbst Orientierung haben, noch sich anmaßen, er sei in der Lage, anderen den Weg zu weisen. Doch genau mit diesem Anspruch treten jene falschen Lehrer auf, vor denen Petrus so eindringlich gewarnt hat. Sie lehnen das Wort Gottes ab und behaupten dennoch, sie würden im Namen Gottes sprechen, womit sie unverkennbar in die Fußstapfen der Schriftgelehrten und Pharisäer treten. Blinde Leiter der Blinden (Mt 15,14), hat Jesus sie genannt, aber nicht nur das, ER entlarvte sie als Kinder des Teufels und bezeichnete ihre Synagoge als Synagoge des Satans (vgl. Joh 8,44: Offb 2,9: 3,9). Und was war der wesentliche Unterschied zwischen Jesus und ihnen? Jesus konnte zum Vater beten: „Ich habe ihnen dein Wort gegeben“ (Joh 17,14). Bei den Schriftgelehrten und Pharisäern war das Gegenteil der Fall, sie haben dem Volk das Wort geraubt, indem sie es abgeschwächt und umgedeutet haben. Darum glich das Volk Schafen, die keinen Hirten haben (Mk 6,34), denn jene, die sich als Hirten ausgaben, weideten sich selbst (vgl. Jud 12).

Lassen wir uns also nicht von solchen gewissenlosen Menschen verblenden, sondern hören wir auf die Warnung, die uns Petrus am Ende dieses Briefes gibt: Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im Voraus wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert! (2.Petr 3,17).

 

 

Quellangaben
1.   Lothar Gassmann, Der schmale Weg 1/2017
2.   Rolf Wiesenhütter - Zeichen des Abfalls!, S.25
3.   Martyn Lloyd-Jones - Licht an einem dunklen Ort, S.77
4.   Martyn Lloyd-Jones- Apostelgeschichte BAND 5, S. 123
5.   Martyn Lloyd-Jones - Licht an einem dunklen Ort,  S.127
6. https://www.evangelisch.de/inhalte/130197/12-01-2016/interview-angela-standhartinger-zur-historisch-kritischen-bibelauslegung-der-theologenausbildung
7.   Rolf Wiesenhütter - Zeichen des Abfalls!, S.311/313
8.   Ebd. S.511
9.   Martyn Lloyd-Jones - Licht an einem dunklen Ort, S.79
10. Ebd. S.129/130

 


 

Dies war das siebte Kapitel des Buches "Das einzige Licht in der Finsternis" das seit dem 07.10.2017 zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

 

 

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