und

4. Die Geschichte wiederholt sich

Veröffentlicht am 16.04.2017

Unmittelbar vor der Kreuzigung konfrontierte Jesus, jene geistlichen Führer, bei denen Seine Hinrichtung längst beschlossene Sache war, mit dem alttestamentlichen Schriftwort: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden“. Jesus hatte dieses Zitat aus dem Buch der Psalmen an das Ende von Seinem Gleichnis über die Weingärtner gestellt und dazu noch folgende Aussage angefügt: „Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen“ (Lk 20,18). Was dieses Schriftwort aussagt, hatte ER jedoch nicht erklärt, vielmehr gab ER jenen hasserfüllten Männern, die Aufgabenstellung, sich Gedanken über die Bedeutung dieses Bibelverses zu machen. Im letzten Teil dieser Beitragsreihe, haben wir bereits begonnen dieser Frage nachzugehen. Wir haben dabei festgestellt, dass es sich bei diesem Bibelvers um ein prophetisches Wort, über die Verwerfung des Messias durch die religiösen Führer handelt. Betrachtet man hierzu das direkte Textumfeld aus Psalm 118 wird umso deutlicher, dass Jesus hier nicht nur von Seiner Verwerfung sprach, sondern auch davon, dass ER wahrlich dieser von Gott auserwählte Eckstein ist. Denn im Psalmwort ist folgendes zu lesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein (Ps 118, 22-24)

Das Wunder von dem hier die Rede ist, das ist zweifellos die Auferstehung des HERRN. Ohne dieses Wunder, wäre der Plan der Pharisäer und Schriftgelehrten aufgegangen, sie wären die großen Gewinner gewesen, die Jünger hingegen, hätten feststellen müssen, dass sie einem Betrüger aufgesessen waren. Einer, der viel versprochen hatte, aber letztlich nichts halten konnte. Denn vor der Kreuzigung hatte ER ihnen noch gesagt: „Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich: Weil ich lebe, werdet auch ihr leben“ (Joh 14,19). Doch was hätten die Worte: „Weil ich lebe, werdet auch ihr leben“, für einen Wert, wenn Christus im Grab geblieben wäre? Was wäre der christliche Glaube überhaupt Wert, ohne die Auferstehung? Paulus bringt es in aller Deutlichkeit auf den Punkt, indem er schreibt: Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen (1.Kor 15,17-19).
Dass den Jüngern dies bewusst war, sehen wir daran, dass sie nach der Kreuzigung wirklich die Köpfe hängen ließen. Denken wir nur an die Emmaus Jünger, frustriert sprachen sie: „Wir aber hofften, dass er der sei, der Israel erlösen solle“ (Lk 24,21). Sie dachten ihre Hoffnung sei begraben, denn zunächst trat genau das ein, was Jesus Seinen Jüngern bereits durch folgende Worte angekündigt hatte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein“.

Doch das war nicht alles, was ER ihnen mitgeteilt hatte, ER sagte noch mehr, ER prophezeite: „Doch eure Traurigkeit soll zur Freude werden“ (Joh 16,20). Diese Prophezeiung erfüllte sich am Tag Seiner Auferstehung. Das ist der Grund warum Christen Ostern feiern. Das Grab ist leer, der HERR ist auferstanden, ER ist wahrhaftig auferstanden, und genau darum seht geschrieben: Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Allein darauf ist die Hoffnung des christlichen Glaubens gegründet, alles beruht auf der festen Gewissheit, dass Jesus lebt. ER ist wahrlich dieser alles entscheidende, kostbare Stein, an dem letztlich kein Mensch vorbeikommen wird. Die jüdischen Führer hatten wirklich alles dafür getan, die Sache des HERRN aufzuhalten. Wie im letzten Teil gesehen, hatten sie ausgerechnet diesen entscheidenden Stein für den Bau der Kirche verworfen. Sie hatten in ihrem Glaubensgebäude keinen Platz für den Sohn Gottes. ER musste beseitigt werden, doch um sich nicht selbst die Hände schmutzig zu machen, lieferten sie IHN an die Römer aus. Als Jesus am Kreuz verschieden war, rieben sie sich freudig die Hände und dachten, die Sache mit dem Mann aus Nazareth sei ausgestanden, doch sie hatten ihre Rechnung ohne Gott gemacht. Denn es kam, wie es Jesus gesagt hatte, in IHM erfüllte sich die alttestamentliche Prophezeiung, dass Gott, den von den Bauleuten verworfenen Stein, zum Eckstein eingesetzten würde. Genau daran erinnert Osten, und zwar, weil wir in der Kreuzigung die Verwerfung dieses Steins sehen, doch in der Auferstehung Seine Erhöhung. Die Auferstehung ist die Bestätigung, dass Gott das vollkommene Opfer Seines Sohnes angenommen hat.

Unabhängig aller menschlichen Meinungen und Überlegungen, hat ER damit bestätigt, dass Christus dieser auserwählte, kostbare Stein ist. Von Menschen zwar als unbrauchbar verworfen, doch von Gott als auserwählt, unverzichtbar und von unermesslichem Wert bestätigt. Und dies geschah indem Christus von den Toten auferweckt, und in den Himmel erhoben wurde, wo ER nun zur Rechten Gottes des Vaters sitzt. William MacDonald kommentiert: Der Verworfene Stein ist so „zum Eckstein“ geworden, der Stein, ohne den das gesamte Gebäude zusammenstürzt. Er ist unersetzbar. Ohne ihn gibt es keine Rettung. Er ist der einzige Erlöser. 11

Dass eben genau dieser entscheidende Stein von den damaligen jüdischen Führern verworfen wurde, haben wir bis hierhin ausführlich betrachtet, ebenso dass die Bauleute ihre Rechnung ohne Gott gemacht hatten, kommen wir nun zu einer weiteren Feststellung, und das ist eine Tatsache, die den religiösen Führern wie ein Déjàvu-Erlebnis vorkommen musste, hörten sie doch exakt dieselben Worte, mit denen sie Jesus vor der Kreuzigung konfrontiert hatte, nach Seiner Auferstehung aus dem Munde Seiner treuen Zeugen. Denn auch Petrus und Johannes konfrontierten sie mit dem Psalmwort, über die Verwerfung des entscheidenden Ecktseins. In diesem Fall jedoch nicht als Denkaufgabe, was dieses Wort zu bedeuten hat, sondern mit der klaren Deutung, wer die Bauleute waren, und um wen es sich bei dem verworfenen Eckstein handelt.

Wir finden die Bibelstelle in der Apostelgeschichte und der Zusammenhang lässt klar erkennen, dass sich an der verstockten Haltung der religiösen Obrigkeit nichts geändert hatte, denn man stelle sich vor, Petrus und Johannes mussten sich vor diesen religiösen Führern dafür verantworten, einen gelähmten Mann geheilt zu haben. Doch dies nicht in ihrer eigenen Kraft, sondern im Namen ihres auferstandenen HERRN. Sofort wurden sie gemaßregelt, um sich für dieses vermeintliche Vergehen zu verantworten. Genau in diesem Zusammenhand taucht besagtes Zitat aus Psalm 118 erneut auf, denn das mutige Bekenntnis des Apostel Petrus lautete wie folgt: Wenn wir heute verhört werden wegen dieser Wohltat an dem kranken Menschen, durch wen er gesund geworden ist, so sei euch und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist. Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden (Apg 4,9-12).

Machen wir uns an dieser Stelle auch bewusst, derselbe Petrus, der seinen HERRN nur wenige Tage zuvor, vor einer einfachen Magd verleugnet hatte, stand vor jenen Personen, die in Israel das Sagen hatten: Also jene geistlichen Autoritäten, die Christus verworfen hatten. Sie, die Baumeister, waren so verblendet von ihrer eigenen Selbstgerechtigkeit, dass sie es für gerecht hielten, den sündlosen Sohn Gottes zu verwerfen. Doch damit nicht genug, nun legten sie auch Hand an Seine Nachfolger. Petrus war sich bewusst, dass er sich in dieser Situation um Kopf und Kragen hätte reden können, dennoch nahm er weder ein Blatt vor den Mund, noch versuchte er sich diplomatisch aus der Affäre zu ziehen. Genau wie es Jesus getan hatte, konfrontierte auch er diese jüdischen Führer mit ihrer Torheit, den entscheidenden Stein verworfen zu haben. Aber dies nicht um sich über sie zu erheben, sondern in der Hoffnung, dass ihnen dadurch die Augen geöffnet würden, welches große Unrecht das sie begannen hatten.  Treffend analysiert Martyn Lloyd-Jones: Diese jüdischen Führer, die sich selbst "Bauleute" nannten, wollten etwas, was für ihre Welt und Zivilisation groß und eindrucksvoll genug sein sollte, aber sie verwarfen den Sohn Gottes. Es ist die größte Tragödie der ganzen Geschichte, dass Männer und Frauen dann, wenn sie mit dem Einzigen konfrontiert sind, der ihre Probleme lösen und ihre Fragen beantworten kann, sie ihn mit Verachtung und Hohn verwerfen. Doch die jüdischen Führer verwarfen nicht nur Jesus von Nazareth, sondern sie betrachteten auch die apostolische Lehre über seinen Tod als den Gipfel der Torheit - "den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit" (1.Kor 1,23). Sie spotteten über die Vorstellung, dass jemand, der an einem Kreuz stirbt, der Heiland der Welt sein könnte. Sie hielten dies für ungeheuerlich, für lächerlich! "Das Blut Christi", so sagten sie, "redet nicht einen solchen Unsinn!".8

Das war die Haltung damals, und das ist die Haltung heute, und von daher haben diese Worte nichts an Aktualität verloren. Immer noch will man das Reich Gottes ohne den bauen, der dieses Reich ausmacht. Die modernen Baumeister unserer Generation allen voran die Kirchenführer, stehen den jüdischen Autoritäten von damals in nichts nach. Gott hat Seinen Plan offenbart, ER hat deutlich gemacht, auf welchen Stein es ankommt; Sein Wort lässt keinen Zweifel darüber, dass es Christus ist. Dennoch wird auch in unserer Generation ausgerechnet dieser entscheidende Stein von den Bauleuten verworfen, weil man IHN als wertlos erachtet. Genau wie die jüdischen Führer damals, rühmt man sich stattdessen seiner eigenen Klugheit und baut lieber auf die eigenen Erkenntnisse und das eigene Wissen. Man hält sich für fähig, alles mit dem eigenen Verstand erfassen und beurteilen zu können, einschließlich Gott. Zurecht kritisierte Martyn Lloyd Jones seinerzeit: O, welch eine unaussprechliche Torheit der Bauleute, dieser klugen Leute, die meinen, dass sie Verstand und die Erkenntnis hätten! O, welch ein fatales Selbstvertrauen, welches glaubt, dass es alles in Ordnung bringen könnte und annimmt, dass sich alles der Kritik seines Verstandes unterwerfen müsse! O, wie töricht ist doch dies alles! 9  Und ebenso berichtigt ist auch seine Fragestellung: Wann werdet ihr endlich dieses verhängnisvolle Selbstvertrauen aufgeben, das nichts bewirkt, und wann werdet ihr anfangen, den himmlischen Baumeister zu Rate zu ziehen und auf ihn zu hören? Vergesst eure kleinen Baupläne, die immer noch zunichte gemacht werden und in Staub zerfallen, und demütigt euch unter die mächtige Hand Gottes! 10

Wahrlich die Geschichte wiederholt sich, auch der moderne Mensch unserer Tage findet keinen Gefallen an der einfachen Botschaft des Evangeliums. Stattdessen wird die menschliche Vernunft, der Intellekt und der Bildungsstatus als Maß aller Dinge gesehen. Nicht Gott der allmächtige Schöpfer des Himmels und der Erde, sondern der Mensch wird zum Mittelpunkt des Universums erhoben. Bereits Francis A.Schaeffer schrieb diesbezüglich: Hier haben wir den Zeitgeist unserer Tage – der autonome Mensch, der sich selbst zum Gott erhebt und sich dabei aller Erkenntnis sowie der moralischen und geistlichen Wahrheit widersetzt, die von Gott gegeben wurde. 12
Der Mensch erhebt sich über seinen Schöpfer und bekundet stolz: „Bisher lief es chaotisch, es ging drunter und drüber, es gab Kriege und Tod, doch wir haben den genauen Plan, wie dem zu begegnen ist. Wir wissen wie es anzupacken ist, wir werden die Probleme der Menschheit lösen“, so die selbstgefällige Überzeugung. Stolz rühmt sich der Mensch seiner Klugheit, bildet sich viel auf seine wissenschaftlichen Errungenschaften ein, redet ständig von Fortschritt und Weiterentwicklung, doch was ist das Resultat, was ist das Ergebnis? Was hat man erreicht, wo sind die belegbaren Fakten? Ist es nicht offensichtlich, dass man die Probleme dieser Welt weder politisch, noch durch eine sogenannte „Gesellschaftstransformation“ in den Griff bekommt? Zeigt nicht die Realität, dass genau das Gegenteil der Fall ist, dass, je mehr sich der Mensch um Frieden bemüht, je mehr Ungerechtigkeiten entstehen, was wiederum zu neuen Konflikten führt? Sehen wir nicht tagtäglich in den Nachrichten, dass es nicht gelingt das Chaos zu ordnen, sondern dass diese Erde regelrecht vom Chaos regiert wird?

Und all dies ist einzig und allein darauf zurückzuführen, weil man Gottes Bauplan ignoriert und den entscheidenden Stein, nämlich den, der alles trägt, verworfen hat. In dieser Selbstüberhebung hält man stur daran fest, dass alles im Rahmen menschlicher Fähigkeiten lösbar sei. Doch der Lösungsansatz, gegründet auf Sittlichkeit, Ethik und Moral, geht am Kern des Problems vorbei. Die Baumeister, allen voran die Entscheidungsträger der verweltlichten Kirchen, meinen, alles sei damit getan, lediglich an die Vernunft des Menschen zu appellieren. Man redet sich ein, alles hinge nur vom richtigen Umfeld und einem hohen Bildungsgrad ab. Dabei nimmt man nicht wahr, dass der Mensch nicht nur über seinen Verstand und seine Vernunft gesteuert wird, sondern, dass das wahre Problem von geistlicher Natur ist. Das Grundproblem der Menschheit ist nämlich nicht ein Mangel an geistigem Verständnis, es ist nicht eine Frage der menschlichen Intelligenz, denn zu wissen, was richtig ist, ist das eine, das Richtige zu tun, das andere. Gottes Wort geht tiefer, es geht der wahren Ursache auf den Grund; es zeigt uns woher die Probleme des Menschen kommen, es zeigt uns, dass sie nicht außerhalb vom Menschen liegen, sondern dass sie in der sündhaften Natur des Menschen begründet sind. Doch nicht nur das, es zeigt uns auch die Lösung für dieses Dilemma. Es zeigt den Weg zur Rettung, indem uns der Retter, als der alles entscheidende Baustein vor Augen gestellt wird. ER allein hat die Antwort und ist auch zugleich die Lösung. Doch anstatt darauf zu trauen, anstatt darauf zu bauen, blickt man verächtlich auf diesen Christus und sagt, diese Botschaft sei nicht mehr relevant, nicht mehr zeitgemäß.

Das in etwa geht in den Köpfen der modernen Weltverbesserer vor, die wie damals allen voran unter jenen zu finden sind, die im frommen Gewand daher schreiten. Für solche Theologen hat weder die Botschaft vom Kreuz eine Relevanz, geschweige denn die Rettung von Sünde. Nein, diese Leute sind nicht um das ewige Selenheil der Menschen besorgt, sondern um die Erhaltung dieses Planten. Sie gehen voll und ganz im Irdischen auf, für sie zählt nur das Sichtbare. So gleichen auch ihre Predigten, den Reden der Politiker. Sie rufen zu mehr Menschlichkeit auf, sprechen vom Dialog mit den anderen Religionen, sie setzen sich ein für den Weltfrieden und machen sich stark für den Umweltschutz. Doch sie appellieren immer nur an den Verstand und die Vernunft des Menschen. Sie verurteilen Kriege, sie warnen vor Terror und Gewalt, doch sie gehen der Sache nicht auf den Grund, sie warnen zwar vor Kriegen und appellieren für mehr Menschlichkeit, doch kommen nie zur Frage, warum der Mensch überhaupt zu solch schrecklichen Dingen in der Lage ist. Die Frage, warum der Mensch so ist wie er ist, beschäftigt sie nicht, stattdessen kratzen sie nur ein wenig an der Oberfläche. Die Wurzel des Problems, nämlich die sündhafte Natur des Menschen, ist für sie ebenso wenig Thema, wie die Botschaft der Erlösung. So verwirft man Christus auch in unserer Generation erneut, indem man IHN lediglich als einen guten Lehrer oder Weltverbesserer darstellt, aber nicht als Sohn Gottes, nicht als Retter und Erlöser. Nie würden solche Theologen so klare Aussagen treffen, wie es einst der Apostel Petrus tat, indem er in Bezug auf Jesus Christus sagte: Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden (Apg 4,12).

Dies war die Botschaft der ersten Christen, sie haben eindeutig auf Christus den Eckstein hingewiesen, doch heute hält man sich für viel klüger, man will es viel moderater und diplomatischer angehen, daher passt der von Gott erwählte Stein nicht ins Programm. Man nennt das, was man verkündigt zwar Evangelium, doch es ist ein anderes Evangelium. Ein Evangelium das nicht Christus den Gekreuzigten im Mittelpunkt hat, sondern den Mensch und seine Wünsche. James I. Packer analysiert treffend: Während es das Hauptziel des alten Evangeliums war, die Menschen Gottes Wege zu lehren, so scheint das Anliegen des neuen darauf beschränkt zu sein, ihr Wohlbefinden zu fördern. Das Thema des alten waren Gott und seine Wege mit den Menschen; das Thema des neuen sind der Mensch und die Hilfe, die Gott ihm gibt. Das ist ein großer Unterschied. 13

Dem Namen nach, handelt es sich immer noch um das Evangelium, doch es wurde des wesentlichen Inhalts beraubt, der entscheidende Baustein fehlt. Im kirchlichen System findet sich kein Platz für den Eckstein, denn hier sind nicht Ecken und Kanten gefragt, geschweige denn die Wahrheit, nein, hier ist nur noch Harmonie gefragt. Man stößt sich an der Tatsache, dass dieser Stein nicht so flexibel und anpassungsfähig ist. Man weiß nichts mit IHM anzufangen, weil ER nicht dazu bereit ist, sich an den Wünschen und Vorstellungen der Menschen auszurichten. Wie es damals bei den religiösen Führer der Fall war, so auch heute, auch die religiösen Macher unserer Tage, stoßen sich an Seinem Anspruch HERR zu sein, denn schließlich sind sie doch die großen Macher, wie kann da jemand ins Konzept passen, der sprach: „Auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen!“ (Mt 16,18). Beachten wir, es ist der HERR der Seine Gemeinde baut, ist es da nicht offensichtlich, dass jene, die ohne IHM bauen wollen, in Wahrheit gar nicht zu Seiner Gemeinde gehören?
Dass wir davon ausgehen können, dass dem so ist, macht folgendes Zitat von John MacArthur deutlich: Die Pharisäer waren nicht belehrbar. Sie ließen sich überhaupt nichts sagen. Viele Menschen sind genau wie sie. Sie bekennen Christus, wollen aber nicht alle Anforderungen wahren Christentums hören. Den Aufruf zu Selbstverleugnung lehnen sie ab. Sie vertreten ihre eignen Vorstellungen, Ziele und Pläne. Sie wollen ihre eigenen Wege gehen, und wenn man versucht, ihnen stattdessen den richtigen Weg zu zeigen, wollen sie das nicht hören - nicht weil sie unbelehrbare Christen sind, sondern weil sie Scheinchristen sind. 14

Wie eingangs zitiert, Jesus sagte zu Seinen Jüngern: Weil ich lebe, werdet auch ihr leben! Und genau das unterscheidet, den christlichen Glauben von jeder Religion. Götzendiener beten zu toten Steinen, sie fallen nieder vor lebloser Materie, Christus hingegen hat den Tod besiegt, ER lebt und so ist es nur logisch, dass Petrus IHN als lebendigen Stein bezeichnet, indem er schreibt „zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar“, und die Gläubigen dann auffordert: Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott hochwillkommen durch Jesus Christus! Denn es ist in der Schrift enthalten: "Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden." Euch nun, die ihr glaubt, bedeutet er die Kostbarkeit; für die Ungläubigen aber gilt: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden",  und: "ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses". Da sie nicht gehorsam sind, stoßen sie sich an dem Wort, wozu sie auch bestimmt worden sind (1.Petr 2,4-8).

Wer also am Reich Gottes mit bauen will, der ist dazu aufgefordert, zu diesem lebendigen Stein zu kommen. Man kann es nicht oft genug hervorheben, Jesus ist von den Toten auferstanden, ER lebt. Es geht beim Christentum nicht um das wahren von Traditionen und Bräuchen, es dreht sich alles um diesen auferstandenen HERRN. Wir selbst können uns nur dann als lebendige Steine einbringen, wenn wir in einer lebendigen Beziehung mit dem Auferstanden stehen. Ohne diese Verbindung fehlt die alles entscheidende, lebensverändernde Kraft. ER ist der alles entscheidende lebendige Stein, ohne IHN können wir auf geistlichem Gebiet nichts tun - nichts, was Bestand haben wird oder Frucht zur Ehre Gottes bringen könnte. Doch wenn wir nicht zu Seiner Ehre beitragen, dann sind wir auch kein lebendiger Stein, der tauglich wäre, für den Bau des geistlichen Tempels, der für die unsichtbare Gemeinde des HERRN steht. Hier ist Christus allein der Eckstein, und zwar in dreifacher Hinsicht:

1. Als der Grundstein, auf den alles aufgebaut wird, ER ist das wahre Fundament.
2. Weil der Eckstein zwei Wände miteinander verbindet, sowohl Juden als auch Griechen, also das Volk des alten Bundes und die Heiden, werden durch IHN vereint (vgl. Eph 2,13-14).
3. Weil ER auch der Abschlussstein ist, der das Gebäude vervollständigt und letztlich zusammenhält. In diesem Sinn ist Christus der Schlussstein, der den Bau bei Seiner Wiederkunft vollenden wird. Dann wird dieser geistliche Tempel vollständig sein und Christus, der von Menschen verworfene Stein, wird den höchsten Platz einnehmen. Weil es keinen Vortrefflicheren gibt als IHN. ER ist wahrlich kostbar, auserwählt und von unermesslichem Wert. Was können uns Menschen im Gegensatz zu Christus bieten? Nur leere Versprechungen, wie der vermeintliche Großschwätzer von Stadionsprecher, doch wie viele vermeintliche Diener Gottes stehen ihm in diesem Punkt in nichts nach? Jesus Christus ist anders, wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden. Das macht Seinen Wert aus; wer auf IHN traut, der steht auf einem sicheren Fels.

Petrus zeigt uns in diesem Text aber noch mehr, denn er stellt uns durch die Aussage: „Ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses" (Jes 8,14), eine weitere Bedeutung diese Steins vor Augen. Denn durch das Zitat dieses Bibelwortes aus dem Propheten Jesaja, zeigt uns die Schrift, dass der verworfene Eckstein, zugleich ein Prüfstein ist. Wahrlich die Aussage „an Christus scheiden sich die Geister“, kommt nicht von ungefähr, sondern ist eine geistliche Tatsache. Denn sobald Menschen mit dem wahren Evangelium in Berührung kommen, zeigt sich wer sie wirklich sind. Ihre Haltung gegenüber Christus macht offenbar, was in ihrem Herzen ist. So wie geschrieben steht: Damit aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden (Lk 2,35). Für echte Gläubige ist Christus überaus kostbar und von unermesslichem Wert. Ungläubige hingegen, empfinden die Botschaft über Sein stellvertretendes Opfer lächerlich oder gar anstößig, so dass sie Christus zurückweisen. Entsprechend sieht man dies auch in der verächtlichen Haltung gegenüber Seinem Wort. Somit scheidet Christus die Menschheit in zwei Gruppen, und zwar in die Geretteten, das sind jene, die in dem verworfenen Eckstein, einen kostbaren Stein sehen, und jene, die sich an Christus ärgern. Alles entscheidet sich an unserer Herzenshaltung gegenüber diesem Stein, womit sich die Frage stellt, ob Christus in unseren Augen kostbar oder verwerflich ist.

Wer es den religiösen Führern an diesem Punkt gleichtut, und Christus verwirft, handelt sehr töricht, denn damals als die jüdischen Führer sich sagten: Das ist der Erbe; lasst uns ihn töten, damit das Erbe unser sei!“, ging ihr Plan nicht auf, denn Christus blieb nicht im Grab, ER hat den Tod besiegt, aber nicht nur das, ER wird wiederkommen, um die Erde zu richten und dann wird sich erfüllen, was in Offenbarung 1,7 geschrieben steht: Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben, und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme der Erde. Ja, Amen. Genau diese Wahrheit ist in dem Schriftwort über den verworfenen Stein enthalten. Als Jesus dies Worte: „Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen“, zitierte, sprach ER nicht nur über Seine Verwerfung – sprich über Sein erstes Kommen in Niedrigkeit, sondern auch über Sein zweites Kommen in Macht und Herrlichkeit. William MacDonald kommentiert: Sein erstes Kommen wir als „Stein“ dargestellt, der auf dem Boden liegt. Die Menschen stolperten über seine Demut und Niedrigkeit, und sie wurden „zerschmettert“, als sie ihn ablehnten. Im zweiten Teil des Verses sieht man, wie der Stein vom Himmel fällt und die Ungläubigen zu Staub „zermalmt“  14

Man kann Christus Zeit seines Lebens ignorieren, verachten oder offen verwerfen, all das ist möglich, nur eines ist unmöglich, man kann IHN nicht loswerden, jeder Mensch hat einen Termin, es gibt einen Tag, an dem sich jeder vor IHM beugen wird, denn so sagt es die Schrift: Er (Christus) erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters (Phil 2,8-11).
Kein Mensch kommt also an Christus vorbei, früher oder später, wird jeder seine Knie vor diesem HERRN beugen müssen, denn nicht der Mensch, sondern Christus wird das letzte Wort haben. ER ist der von Gott eingesetzte, außerwählte Eckstein, der nicht nur das letzte Wort über die Weltgeschichte sprechen wird, sondern auch das letzte Wort über unser Leben. Daher sollten wir uns fragen, welche Worte wir einst aus Seinem Munde hören wollen? Denn es kommt der Tag, an dem ER die Menschheit in zwei Gruppen aufteilen wird. Zu den Menschen auf der einen Seite wird ER sagen: „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!“ Zu jenen auf der anderen, jedoch: „Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! (Mt 25,34; 44). Einzig und allein unsere Stellung zu IHM wird an diesem Tag ausschlaggebend sein, wir werden einst genau auf der Seite sein, auf der wir jetzt stehen. Wir können noch so dagegen protestieren, wir können uns diskriminiert fühlen, doch wer auch immer seinen gesunden Menschenverstand einsetzt, kann nicht ernsthaft davon ausgehen, dass er, sofern er Zeit seines Lebens auf der Seite von Gottes Feinden stand, in der Ewigkeit zu seinen Freuden gerechnet wird. Alles hängt von unserer Haltung gegenüber dem von Gott eingesetzten, kostbaren Eckstein ab. Niemand kommt an Christus vorbei, entweder ER ist unsere Rettung oder aber ER wird unseren endgültigen Untergang besiegeln.

Von daher könnte nichts törichter sein, als Christus auszuweichen, zumal ER uns jetzt noch als Retter begegnen will. Aus diesem Grund sei es noch einmal gesagt, wer bislang achtlos an diesem Stein vorüberging oder sich vielleicht sogar daran gestoßen hat, möge sich noch einmal zurückbesinnen an das Beispiel mit Erich Stolz; er hatte sich über seine Kollegen geärgert, obwohl sie es doch nur gut mit ihm meinten, dennoch bekam er durch den Sohn seines Chefs eine zweite Chance. Es gab für ihn jedoch nur eine Möglichkeit ins Stadion zu kommen, und diese bestand darin, das Angebot des Sohnes anzunehmen. Genauso verhält es sich mit dem Versöhnungsangebot, dass uns Gott durch Seinen Sohn schenkt. Es ist wie mit jedem Geschenk, nur ein Geschenk das man annimmt, kann einem von Nutzen sein. Anstatt uns über dieses überwältigende Gnadenangebot Gottes zu ärgern, sollten wir es dankbar annehmen und uns bewusstmachen, dass es ohne Christus keine Hoffnung, keine Erlösung und keine Errettung geben würde, daher gebührt IHM aller Dank, aller Lob und alle Ehre.

 

Das waren die vier ersten Kapitel des E-Books "Ein unglaublicher Fall von Diskriminierung", das insgesamt folgende Kapitel umfasst:

 

 

1.  In wie fern ist das Evangelium diskriminierend?

2.  Die große Gefahr des Selbstbetrugs

3.  Wer in Wahrheit diskriminiert wird, ist Christus

4.  Die Geschichte wiederholt sich

5.  Der fromm getarnte Unglaube der Bauleute

6.  Warum Unglaube töricht ist

7.  Wie sollen wir dem Irrtum begegnen?

8.  Breiter oder schmaler Weg?

9.  Auf welcher Seite wollen wir stehen?

10. Das letzte große Zeichen

11. Damit die Schrift erfüllt würde 

12. Der Geist der Herrlichkeit

 

 

 

Weitere Kapitel werden nicht als Einzelbeiträge veröffentlich, sind jedoch im

E-Book enthalten, das kostenlos erhältlich ist.

 

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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