und

3. Wer in Wahrheit diskriminiert wird ist Christus

Veröffentlicht am 13.04.2017

 

Am Ende von Teil 2 habe ich die Feststellung gemacht, dass es nicht der Mensch ist, der diskriminiert wird, sondern Jesus Christus, der Sohn Gottes. Gott selbst diskriminiert grundsätzlich keinen Menschen. Das Problem ist gar nicht auf der Seite Gottes, sondern auch der Seite des Menschen. Es ist der Mensch, der Gott ausklammert und abweist, und dies wird, wie gesehen, insbesondere an der ablehnenden Haltung gegenüber Christus ersichtlich. Denn Gott der Vater hat Seinen geliebten Sohn auf diese Erde gesandt, um die in Sünde verstrickte Menschheit zu erlösen. Doch wie haben die Menschen darauf reagiert? Sie haben IHN abgelehnt, wodurch sich genau das erfüllte, was bereits kurz nach Seiner Geburt prophetisch angekündigt wurde, als ein Mann namens Simeon über das neugeborene Kindlein sagte: Dieser ist dazu bestimmt, dass viele in Israel fallen und viele aufstehen, und ist bestimmt zu einem Zeichen, dem widersprochen wird (Lk 2,34).

Auch im 1.Kapitel des Johannes Evangeliums wird diese abweisende Haltung deutlich, indem über Christus gesagt wird: Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf (V 10-11). So bekommen wir also schon zu Beginn der Evangelien den unübersehbaren Hinweis, dass es in Wahrheit Jesus ist, der vom Menschen diskriminiert wird, und nicht umgekehrt. Die Feindschaft geht vom Menschen aus, nicht von Gott. Doch aus welchem Grund ist das so?
Auch hier gibt uns das Johannes Evangelium einen wichtigen Hinweis, denn wir erfahren hier nicht nur, dass Jesus abgelehnt wurde, sondern auch warum. Der Grund wird im Vers 5 genannt, wo geschrieben steht: Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.
Mit anderen Worten, Gottes Sohn brachte Licht in diese finstere Welt. Doch anstatt, dass die Menschheit dies begrüßt hätte, und der Sohn Gottes freudig aufgenommen wurde, lesen wir in Kapitel 3: Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse (Joh 3,19).

Zum besseren Verständnis, möchte ich diese geistliche Wahrheit anhand eines einfachen Beispiels veranschaulichen: Es liegt ja in der Natur des Lichts, dass Dinge, die im Vorborgenen sind, aufgedeckt werden. Angenommen, wir hätten einen Raum, in dem der Rollladen seit Jahren verschlossen war, angenommen, wir hätten auch nie ein Licht angemacht. Was würden wir wohl feststellen, wenn wir eines schönen Tages den Rollladen hochmachen würden und Licht in den Raum käme? Wir würden feststellen, dass dieser Raum gar nicht so sauber ist, wie wir uns immer eingeredet haben. Doch die Feststellung ist das eine, unsere Reaktion das andere: Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder wir machen schnell wieder den Rollladen runter und drehen zudem am besten gleich noch die Birnen der Lampe heraus, oder wir machen uns an die Arbeit, indem wir Staub und Spinnenweben entfernen. Vielleicht hat sich an den Wänden Schimmel gebildet, vielleicht können wir den Teppich auch gleich herausreißen. Jedenfalls werden wir, sofern wir uns für die zweite Variante entscheiden, deutlich mehr Aufwand betreiben müssen, als für die erste.

Dasselbe geschah auf geistlichem Gebiet, als Jesus als Mensch auf diese Welt kam, viele haben die erste Variante aus dem Bild bevorzugt. Sie liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Sie zogen es vor, weiterhin nur den äußeren Schein zu wahren, anstatt so zu regieren, wie wir es in Teil 2 im Beispiel mit König David gesehen haben. Als er durch die Illustration des Propheten Nathan direkt mit seiner eigenen Sünde konfrontiert wurde, versuchte sich David nicht herauszuwinden oder zu rechtfertigen, sondern tat auf der Stelle Buße.

Auch Jesus lehrte sehr viel durch Gleichnisse, auch ER verwendete Bilder, um geistliche Wahrheiten zu vermitteln. ER kannte die wahre Herzenshaltung der Menschen, und ER wusste nur zu gut, dass viele nur vorgaben, Gott zu dienen (Joh 2,25; Mk 7,6). Immer wieder war auch die Scheinheiligkeit der religiösen Obrigkeit Inhalt Seiner Gleichnisse, so lehrte ER beispielsweise folgendes Gleichnis: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes für eine lange Zeit. Und als die Zeit kam, sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, damit sie ihm seinen Anteil gäben an der Frucht des Weinbergs. Aber die Weingärtner schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort. Und er sandte noch einen zweiten Knecht; sie aber schlugen den auch und verhöhnten ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort. Und er sandte noch einen dritten; sie aber schlugen auch den blutig und stießen ihn hinaus. Da sprach der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich will meinen lieben Sohn senden; vor dem werden sie sich doch scheuen. Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das ist der Erbe; lasst uns ihn töten, damit das Erbe unser sei!Und sie stießen ihn hinaus vor den Weinberg und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun? Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und seinen Weinberg andern geben. Als sie das hörten, sprachen sie: Nur das nicht! Er aber sah sie an und sprach: Was bedeutet dann das, was geschrieben steht: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden«?  Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen (Lk 20,9-18).

Jesus zeigt durch dieses Gleichnis das ständige Sehnen Gottes nach Seinem Volk. Immer wieder hatte ER Seine Boten ausgesandt, um das Volk zur Umkehr zu rufen. Männer wie Elia, Jeremia, Jesaja und zuletzt Johannes der Täufer, hatten das Volk immer wieder damit konfrontiert, dass sie vom Weg Gottes abgewichen waren. Doch die religiösen Führer haben sowohl die Botschaft, als auch die Propheten verworfen. Als Gott zuletzt Seinen geliebten Sohn sandte, sprachen sie: Das ist der Erbe; lasst uns ihn töten, damit das Erbe unser sei! Genau dies hat sich im Ansinnen der Schriftgelehrten und Hohenpriester erfüllt, Jesus hatte sie durch dieses Gleichnis von ihrer Sünde überführt. Noch ehe ihre schreckliche Tat zu Ausführung kam, hatte ER offenbar gemacht, was in ihrem verfinsterten Herzen war. ER hatte ihre verborgenen, niederträchtigen Pläne offengelegt und ans Licht gebracht. Doch wie sah ihre Reaktion aus? Kamen sie etwa zur Einsicht, taten sie Buße? Haben sie ihren niederträchtigen Plan verworfen? Nein, das Gegenteil war der Fall, anstatt umzukehren von ihren gottlosen Wegen, wurde ihr Hass auf Jesus nur noch verstärkt, und so heißt es in Vers 19: Und die Schriftgelehrten und Hohenpriester trachteten danach, Hand an ihn zu legen noch in derselben Stunde, und fürchteten sich doch vor dem Volk; denn sie hatten verstanden, dass er auf sie hin dies Gleichnis gesagt hatte.

Niemand hat Jesus mehr gehasst als diese religiösen Führer und der Grund dafür ist eindeutig, sie haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht. Halsstarrig hielten sie an ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Jesus fest, weil sie nicht dazu bereit waren, ihr Leben zu ändern. So sahen sie in ihrer völligen Verblendung nur einen Ausweg, das Licht musste beseitigt werden, Jesus musste verschwinden. Ihr Ansinnen war, „wenn wir IHN töten, dann ist die Sache beendet, dann können wir weitermachen wie vorher“. Genau auf diese hinterlistige Heimtücke hatte das Gleichnis abgezielt und die religiösen Autoritäten hatten dies verstanden. Die Worte Jesu hatten ihr Ziel also nicht verfehlt, genauso verhält es sich auch mit dem Wort Gottes, es ist Richter der Gedanken und Sinne des Herzens, doch die Frage ist, wie wir darauf reagieren? Machen wir schnell den Rollladen wieder runter, schotten wir uns ab gegen das Licht, oder stellen wir uns dem Licht?

Kommen wir noch einmal auf die Worte zurück, die Jesus ans Ende des Gleichnisses gestellt hat. Es handelt sich hierbei um ein Zitat aus Psalm 118, wo geschrieben steht: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden!“ (V 22). Jesus bezog diese Worte eindeutig auf sich; was lange im Voraus prophezeit war, stand kurz vor der Erfüllung, jene, die offiziell für den Bau der jüdischen Kirche verantwortlich waren, würden IHN, den alles entscheidenden Stein, verwerfen. Und der Grund war offensichtlich, sie wollten das Reich Gottes auf ihre Weise bauen. Es sollte alles nach ihren Vorstellungen laufen, sie wollten das Sagen haben, sie wollten bestimmen. Der Sohn Gottes passte nicht in ihr Konzept. Genau dies wird durch dieses Gleichnis illustriert, es deckt die Heuchelei eines religiösen Systems auf, dass Scheinheiligkeit und finstere Machenschaften gegenüber dem Licht von Gottes Wahrheit bevorzugte. Allein aus diesen Grund, um wieder auf das Gleichnis zurückzukommen, hatten sie den Beschluss gefasst, den Sohn aus dem Weinberg hinauszustoßen, aus diesem Grund haben sie IHN schließlich unter falscher Anklage an die Römer ausgeliefert, aus diesen Grund rieben sie sich die Hände, als ER schließlich gekreuzigt wurde. Jesus musste weg, ER musste wieder verschwinden und genau dies war auch das Ziel, das sie von Beginn an verfolgt hatten. All dies begründete sich allein darin, weil sie die Finsternis mehr liebten als das Licht, weil sie eine tote Scheinreligion, gegenüber dem echten Glauben bevorzugten. Allein dieser traurigen Tatsache geschuldet, musste Jesus wider aller Vernunft  aus dem Weg geräumt werden.

Hier sehen wir, wie abgrundtief der Hass jener religiösen Führer gegen Jesus war, doch worauf war dieser Hass zurückzuführen? Ein Auslöser dafür war sicher Neid und Eifersucht und die große Sorge, nicht mehr selbst im Mittelpunkt zu stehen, sondern den Platz für Jesus räumen zu müssen. Doch es gab noch einen weiteren, nicht unerheblichen Grund, und das war zweifellos die Tatsache, dass Jesus sie von Anfang an als Blender demaskiert hatte. Von Beginn an hatte ER ihre Lügen schonungslos aufgedeckt, und sie damit öffentlich bloßgestellt. Aus diesem Grund hatten sie IHM immer wieder aufgelauert, so dass ER während Seines gesamten Dienstes unter ihrer strengen Beobachtung stand. Peinlichst genau achteten sie auf jedes Seiner Worte, immer in der Hoffnung, ER würde irgendetwas sagen, das sie IHM zur Last legen konnten. Weil dies trotz etlicher Versuche, IHN durch Fangfragen in eine Falle zu locken, misslang, stellten sie letztlich falsche Zeugen gegen IHN auf. Aber nicht nur das, es gelang ihnen auch, das Volk gegen Jesus aufzuhetzen. Während die Volksmenge am Palmsonntag dem HERRN noch freudig bei Seinem Einzug in Jerusalem zugejubelt hatte, während das Volk an jenem Tag, ganz zum Ärger der religiösen Führer, noch Kleider und Palmzweige auf dem Weg ausgebreitet hatte und freudig ausrief: „Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!“ (Mt 21,9.15), war die Stimmung bis zu Karfreitag ins Gegenteil gekippt. Die religiösen Führer hatten wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Volk umzustimmen. (vgl. Mt 27,20). So wurde aus der euphorischen Begeisterungswelle eine Welle des Hasses, was zur Folge hatte, dass das aufgehetzte Volk die Kreuzigung forderte.

Dabei hatte weder Pilatus noch Herodes irgendeine Schuld an Jesus feststellen können. Obwohl dem so war, ließ IHN Pilatus geiseln, nur um das Volk zufriedenzustellen. Zum Tode wollte er IHN jedoch nicht verurteilen, so kam er auf die jüdische Tradition zurück, dass der König am Passafest, einen Häftling begnadigen konnte (vgl. Joh 18,39). Offensichtlich war es sein Ziel, Jesus begnadigen zu können, doch als er das Volk vor die Entscheidung stellte, ob er einen Mörder namens Barabbas oder Jesus freisprechen sollte, schrien alle miteinander: „Hinweg mit diesem, gib uns Barabbas los!“ (Lk 23,18).
Pilatus versuchte das Volk umzustimmen, weil er Jesus losgeben wollte. Sie riefen aber: „Kreuzige, kreuzige ihn!“ Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: „Was hat denn dieser Böses getan? Ich habe nichts an ihm gefunden, was den Tod verdient; darum will ich ihn schlagen lassen und losgeben“.
Aber sie setzten ihm zu mit großem Geschrei und forderten, dass er gekreuzigt würde. Und ihr Geschrei nahm überhand. Und Pilatus urteilte, dass ihre Bitte erfüllt werde, und ließ den los, der wegen Aufruhr und Mord ins Gefängnis geworfen war, um welchen sie baten; aber Jesus übergab er ihrem Willen (Lk 23,20-25).

Pilatus war es wichtiger, den jüdischen Führern aus politischen Gründen eine Gunst zu erweisen, als ein gerechtes Urteil zu fällen. Obwohl er wusste, dass Jesus unschuldig war, gab er dem Wunsch der Masse nach, und ließ Jesus hinrichten. Hier sehen wir die ungerechten Machenschaften dieser Welt und zugleich in aller Deutlichkeit, was diese Welt mit Jesus anfangen kann, sie hat keinen Platz für IHN. „Hinweg mit IHM!“ lautet die Devise, doch wofür? Bedenken wir, es ist nicht nur zutreffend, dass Jesus nichts Unrechtes getan hat, so dass zurecht gesagt werden kann: Der keine Sünde getan hat, auch ist kein Trug in seinem Mund gefunden worden (1.Pt 2,22), sondern es entspricht ebenfalls der Wahrheit, was Petrus an anderer Stelle hervorgehoben hat: Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm (Apg 10,38).

Ist das nicht unfassbar, nie ging ein besserer Mensch über diesen Planeten. Keiner hatte jemals mehr Güte, Liebe und Erbarmen, keiner war jemals so vortrefflich und vollkommen, doch was war die Reaktion, was hat ER dafür geerntete, etwa Anerkennung und Dankbarkeit? Nein, das krasse Gegenteil, Verachtung in übelster Form, Undankbarkeit und eine Form der Ausgrenzung und Ablehnung, die ein nicht zu übertreffendes Ausmaß einnahm. Das ist die menschliche Antwort auf Gottes unbegreifliche Güte und Menschenliebe. Man hat Seinen Sohn diskriminiert, man hat IHN aus der Gemeinschaft der Menschen verbannt, und zwar auf eine Art und Weise, die nicht verächtlicher und herabwürdigender hätte sein können. Denn gekreuzigt wurden nur Menschen ohne römisches Bürgerrecht, nur die unterste Gesellschaftsschicht, nur der Abschaum. Jesus war unterste Schulblade, Jesus starb diesen qualvollen, schändlichen Kreuzestod, außerhalb der Stadt. Zuvor hatte man IHN bespuckt, IHN geschlagen, IHN verspottet und dann verschied ER am Kreuz. Fürwahr, hier erfüllte sich, was über IHN geschrieben steht: »Sie hassen mich ohne Grund« (Joh 15,25; Ps 69,5).
Und schlimmer noch, es schien alles so, als hätte das Böse die Oberhand behalten, denn gerade in Seiner Kreuzigung sahen viele den Untergang Seiner Sache, so dass ER selbst in Seiner Todesstunde, also selbst unter qualvollen Schmerzen noch verhöhnt wurde. Man hatte kein Mitleid, sondern spottete verächtlich: „Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen“(Mt 27,42).
 

Doch genau dazu war ER gekommen, nicht um sich selbst zu helfen, sondern um anderen zu helfen. Man denke nur an Sein letztes Heilungswunder, es wird vielleicht bei all den vielen Heilungswundern, die Jesus vollbracht hat, leicht übersehen. Überlegen wir uns wo dieses Wunder geschah. Es geschah bei Seiner Festnahme, Petrus hatte seinen HERRN mit einem Schwert verteidigen wollen und schlug dabei dem Knecht des Hohenpriesters das rechte Ohr ab. Wie hat Jesus darauf reagiert? Wir lesen es in Lukas Kapitel 21: Da sprach Jesus: Lasst ab! Nicht weiter! Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn. Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Ältesten, die zu ihm hergekommen waren: Ihr seid wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen ausgezogen? Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt nicht Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis (Lk 21,50-53).
Jesus wusste was IHM blühen würde, IHM war klar, was sie vorhatten, dennoch war ER nur darauf bedacht, anderen zu helfen, hätte ER sich selbst helfen wollen, wäre es IHM ein Leichtes gewesen, Legionen von Engeln zu rufen (vgl. Mt 26,53). ER hätte keinen Petrus benötigt, der IHN aus dieser ausweglosen Lage befreit hätte.

Warum ER darauf verzichtet hat, geht aus Gottes Wort auch klar hervor, weil ER eben nicht gekommen ist, um sich selbst zu retten, weil ER am Kreuz nicht um Seiner Missetaten Willen starb -  weil ER kam, um uns zu retten, ER starb an unserer statt. Das ist das Zeugnis der Heiligen Schrift, und das ist auch das Zeugnis derer, die IHN begleitet hatten, so entspricht es auch den Worten des Apostel Petrus, wenn er über Jesus sagt: Und wir sind Zeugen alles dessen, was er sowohl im Lande der Juden als auch in Jerusalem getan hat; den haben sie auch umgebracht, indem sie ihn an ein Holz hängten. Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt und ihn sichtbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden war. Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und eindringlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, dass jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen (Apg 10,38).

Jedem der an IHN glaubt, ist die Vergebung der Sünden versprochen, doch jedem der Christus ablehnt, sei gesagt, dass Jesus Christus der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist. Jeder Mensch wird eines Tages vor dem Richterstuhl Christi erscheinen. Denn so steht es geschrieben: Wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses (2.Kor 5,10). Jeder wird Rechenschaft ablegen müssen über sein Leben, doch wie wollen jene bestehen, die diesen Christus aus ihrem Leben herausgehalten haben? Wie wollen jene bestehen, die das Rettungsangebot, das uns durch das Kreuz geschenkt wird, ablehnen? Wer dieses Angebot ablehnt, wer nicht zu schätzen weiß, dass das Lamm Gottes die Strafe für seine Schuld getragen hat, wird diese Strafe selbst tragen müssen.

Genau daran stoßen sich viele Menschen, sie wollen nur etwas von einem Gott der Liebe hören. Keine Frage, Gott ist sehr geduldig, sehr gütig, doch wer Gottes Güte nicht in der unbegreiflichen Tatsache sehen kann, dass ER Seinen Sohn dahingab, der wird dem Gericht Gottes nicht entgehen, sondern buchstäblich an Christus zerschellen. Denn das ist die andere Seite der Wahrheit: Christus ist für jeden Menschen entweder das Mittel zum Heil, wenn dieser Mensch glaubt, oder die Ursache des Gerichts, wenn diese Person das Evangelium ablehnt, 7 schreibt John MacArthur und kommentiert damit, die gegensätzlichen Reaktionen auf Christus. Jesus selbst, hat sowohl die Pharisäer, als auch das jüdische Volk mit dieser geistlichen Wahrheit konfrontiert, indem ER sprach: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden«?  Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen (Lk 20,18). Wie bereits festgestellt, Jesus hat dieses alttestamentliche Schriftwort als Prophetie auf Seine eigene Verwerfung durch die jüdischen Führer gedeutet. Ebenso können wir hier auch die Ankündigung Seiner Auferstehung sehen. Denn das Zitat macht deutlich, dass Gott den verworfenen Stein, zum entscheidenden Stein ausersehen hat, und dies auch bestätigen würde.

Aber was ist es eigentlich, was Jesus so einzigartig macht, was unterscheidet IHN von anderen Religionsstiftern? Warum hat ausgerechnet ER die entscheidende Schlüsselrolle in Gottes Rettungsplan? Eine gute Antwort auf diese Frage, gibt uns der Apostel Paulus, in dem er schreibt: Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt (2.Kor 5,18-19).
Mit anderen Worten, das, wozu der Mensch nicht in der Lage war, nämlich sich selbst zu retten, hat Gott in Christus vollbracht. Hier haben wir auch den wesentlichen Unterschied zu jeder Religion und zugleich die Begründung, warum wahres Christentum keine Religion ist. Jede Religion ist letztlich der menschliche Versuch sich durch eigene Anstrengung, in der Regel in Form gewisser Frömmigkeitsübungen und Selbstdisziplin, den Platz im Himmel selbst zu verdienen, doch beim Evangelium ist es anders, hier zählt nicht, was der Mensch tut, sondern, was Gott durch Christus getan hat. Sein vollbrachtes Werk, ist die Grundlage der Errettung, nicht die Verdienste des Menschen. Selbst der Edelste unter den Nachkommen Adams ist nicht dazu in der Lage, seine Sünde durch gute Taten ungeschehen machen. Unsere Schuld vor Gott, kann nur durch das vollkommene Opfer Jesu Christi gesühnt werden.

Das ist Gottes Rettungsangebot, jeder Mensch der Zuflucht beim Kreuz sucht, wird erfahren, was jener, sogenannte „Schächer am Kreuz“ erfahren durfte. Als er sich mit der Bitte: „Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ (Lk 23,43), an Jesus wandte, bekam er die Antwort: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!“ (V 44). Ihm wurde vergeben, obwohl er kurz zuvor sogar noch mitgelästert hatte, als Jesus verspottet wurde. Jesus hat sich nicht geändert, immer noch ist er voller Erbarmen und bereit zu vergeben. Immer noch ist ER der Mittler zwischen Gott und den Menschen, so wie geschrieben steht: Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat (2.Tim 2,5-6). Auch wenn es viele Menschen nicht wahrhaben wollen, es bedarf dieses Mittlers, weil uns die Sünde von Gott trennt, weil sie einen tiefen Graben zwischen Gott und Mensch gezogen hat. Aus diesem Grund gibt es nur einen Weg, um Gott zu nahen, und das ist durch das Blut Christi. Diese klare biblische Lehre versucht man heute zu relativieren, weil man sie für anstößig hält. So verwirft man den kostbaren Stein erneut und baut nicht nach Gottes Plan, sondern mach dem eigenen. Ja, man hält es sogar für sein gutes Recht, Gott auf die Art und Weise begegnen zu können, die einem persönlich am ehesten zusagt. Doch genau damit macht man sich desselben Vergehens schuldig, das einst den Söhne Arons zum Verhängnis wurde. Gott hatte genau angeordnet, wie die Priester IHM im Heiligtum begegnen sollten, doch die Söhne Arons machten es auf ihre Art und brachten dabei fremdes Feuer vor den Altar Gottes. Hat Gott dies etwa akzeptiert, hat ER Seinen Plan kurzerhand geändert und an die Vorstellungen von Aarons Söhnen angepasst? Heute ist dies die übliche Sichtweise, die man von Gott hat, man geht davon aus, dass ER sich grundsätzlich nach den menschlichen Wünschen und Vorstellungen ausrichtet. So als sei ER nur eine Fahne im Wind, doch wie weit dieses Urteil an der Realität vorbeigeht, wird uns im 3. Buch Mose anschaulich vor Augen gestellt, indem folgendes berichtet wird:

Und Aarons Söhne Nadab und Abihu nahmen ein jeder seine Pfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten so ein fremdes Feuer vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte. Da fuhr ein Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, dass sie starben vor dem HERRN. Da sprach Mose zu Aaron: Das ist's, was der HERR gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich (3.Mo 10,1-3).
Genau dieses Feuer des göttlichen Gerichts wütete auf Golgatha, als der Sohn Gottes, die Sündenlast dieser Welt ans Kreuz getragen hat. Wer also diesen entscheidenden Stein verwirft, und sich einredet, er könne dem heiligen Gott in eigener Weise gegenübertreten, der wird dem Feuer des göttlichen Gerichts nicht entgehen. Beachten wir doch was am Kreuz von Golgatha geschah, hat Gott nicht gerade an diesem Ort in aller Deutlichkeit demonstriert, wie ER mit Sünde umgeht? Stellt uns nicht gerade das Kreuz klar und unübersehbar vor Augen, dass Sünde mit Gottes Heiligkeit absolut unvereinbar ist? Mehrfach lesen wir im Wort Gottes, dass Gott keine Sünde ungestraft lässt (2.Mo 34,7: 4.Mo 4,18: Hi 9,28: Nah 1,3), nur in unseren Tagen will man nur noch einen lieben Gott sehen, der alles ganz locker sieht. Aber nicht ich, sondern Gott selbst lehrt uns etwas Anderes, ER sagt in Seinem Wort: Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dieses Volk Verschwörung nennt. Das, was sie fürchten, sollt ihr nicht fürchten und nicht davor erschrecken. Den HERRN der Heerscharen, den sollt ihr heiligen! Er sei eure Furcht, und er sei euer Schrecken! Und er wird zum Heiligtum sein und zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Strauchelns (Jes 8,12-14)

Nicht vom IS-Terror oder der Atombombe, geht die größte Gefahr für den Menschen aus, sondern von Gott. IHN sollen wir fürchten, den ER ist es, der Leib und Seele in der Hölle verderben kann (vgl. Mt 10,28). Gott ist tatsächlich ein verzehrendes Feuer, das alttestamentlichen Beispiel mit den Söhnen Arons ist ein eindeutiger Beleg dafür, doch auch das Neue Testament warnt ausdrücklich: Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer (Hebr 12,29). Wer das nicht wahrhaben will, dem sei noch einmal gesagt, dass gerade das Kreuz ein eindeutiger Beleg dafür ist, dass Gott nicht großzügig über Sünde hinwegsehen kann. Nein, ER ist ein gerechter Richter der Sünde niemals ungestraft lassen kann. Genau aus diesem Grund, hat Christus diese einzigartige Stellung, genau aus diesem Grund sagt uns Gottes Wort unmissverständlich: Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.

Nur durch IHN ist Rettung möglich, weil nur durch Sein vollkommenes Opfer, der gerechte Zorn Gottes gestillt werden konnte. Denn warum wurde denn das Gebet: „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber!“ (Mt 26,39), nicht erhört? Warum ließ der Vater diesen schweren Kelch nicht an Seinem geliebten Sohn vorübergehen? Warum konnte Jesus dieses schreckliche Strafgericht nicht erspart bleiben? Aus dem einfachen Grund, weil es nicht möglich war. Weil ohne dieses stellvertretende Opfer kein Mensch gerettet werden könnte. Wäre Sünde, so wie es heute wohl viele sehen, in Gottes Augen gar nicht so schlimm, wieso dann dieses furchtbare Gericht über Seinen geliebten Sohn? Die Schrift lehrt unmissverständlich: Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten (Jes 53,5). Doch was hätten Bibelworte wie dieses, für einen Sinn, wenn Gott einfach großzügig über Sünde hinwegsehen könnte? Warum wäre wohl der Sohn Gottes um unsere Sünde willen zerschlagen worden, warum hätte ER die Strafe tragen müssen, die wir verdient hätten, wenn Sünde gar nicht der Strafe wert sei?

Darum sei es noch einmal gesagt: Das Bild, das viele heute von Gott haben, ist völlig falsch, ER lässt keine Sünde ungestraft. Davon abgesehen, was hätte das Wort Gnade für eine Bedeutung, wenn es grundsätzlich keine Strafe gäbe? Gottes Wort lässt keinen Zweifel, begnadigt werden nur jene, die an dem Ort Zuflucht suchen, an dem das Feuer des göttlichen Gerichts bereits gewütet hat, und das ist das Kreuz von Golgatha, wo Christus unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat (1.Petr 2,24). Nur wer sich an den Sohn Gottes hält, wird dem göttlichen Gericht entgehen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten.

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

Nach oben