und

3. Menschenkraft oder Gotteskraft?

Eigenlob oder Gotteslob?

Veröffentlicht am 13.02.2016

Wenn auch in etwas gekürzter Version, so ist die Gegenüberstellung von Fluch und Segen aus dem Buch Jeremia, auch Ausgangspunkt dieses Kapitels. Es geht also erneut um das Wort: „So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht, und dessen Herz vom Herrn weicht! Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr geworden ist!“ (Jer 17,5+7)

In den letzten beiden Kapiteln habe ich bereits verschiedene Aspekte in Bezug auf diese Bibelstelle aufgezeigt, in diesem Kapitel geht es um die Frage: „Gotteskraft oder Menschenkraft? Gotteslob oder Eigenlob?“
Dabei möchte ich zunächst noch einmal auf den Turmbau zu Babel zurückkommen. Im 2. Kapitel bin ich bereits darauf eingegangen, doch an dieser Stelle möchte ich auf eine ganz bestimmte Aussage zurückkommen, die im biblischen Bericht zu finden ist. Und zwar geht es um die Worte: „Last uns einen Turm bauen, wir wollen uns einen Namen machen!“ (1.Mo 11,4). Insbesondere geht es um den zweiten Teil der Aussage: „Wir wollen uns einen Namen machen!“ Man will etwas sein, man will etwas darstellen und sucht Ehre und Anerkennung für den eigenen Namen. Auffällig hierbei ist die Parallele zum Fall Satans. Auch er wollte alle überstrahlen und letztlich sogar Gott überragen (vgl. Hes 28,13-18). Und eben genau dieselbe Ehrsucht sehen wir auch bei der gefallen Menschheit. Man will sich von den Anderen abheben und etwas ganz besonders sein. Viele gehen dabei so weit, beinahe alles zu tun, um erfolgreich und beliebt zu sein. Man denke nur an die zahlreichen Fernsehsendungen, in denen ständig ein neuer Star gesucht wird. Eine besonders skurrile Form davon ist das Dschungelcamp. Hier sind sogenannte B- oder C-Promis bereit, die widerwärtigsten Prüfungen zu bestehen, nur um die Gunst der Zuschauer zu gewinnen.

Sicher sind das Extremfälle, doch in dem von der Werbung geschürten Prestigedenken: „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht, mein Smartphone“, spiegelt sich im Grunde dieselbe Geltungssucht wider. Der Mensch will sich durch diese Statussymbole von der Masse abheben und andere überragen. Und Motiv ist das Streben nach Bewunderung und Anerkennung von Menschen, doch nach der Gunst Gottes wird nicht gesucht. Ohne sich dessen bewusst zu sein, eifert die Menschheit damit dem nach, den die Bibel als den Fürsten dieser Welt bezeichnet (vgl. Joh 12,31; 14,30; 16,11), auch er wollte alle anderen überstrahlen und selbst Gott hinter sich lassen. Ob sich der Mensch dessen bewusst ist oder nicht, wer nicht klar auf der Seite des Herrn Jesus steht, der steht auf der Seite Satans. Doch genau wie bei ihm, sind auf dieser Seite Worte wie Dankbarkeit und Demut Fremdwörter, stattdessen regiert Stolz und Selbstüberhebung. Vor lauter Stolz und Überheblichkeit will man nicht wahrhaben, dass Gott allein die Ehre gebührt. Ebenso wenig schenkt man Seinem Wort Gehör, das uns die geistliche Blindheit unserer verfinsterten Herzen vor Augen führt (vgl. Röm 1,21; Eph 4,18), sondern pocht regelrecht darauf, den vollen Durchblick zu haben. Doch in Wahrheit ist genau das Gegenteil der Fall, denn in Wahrheit trifft zu, was in Sprüche 4 Vers 19 geschrieben steht: Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel; sie erkennen nicht, worüber sie stürzen (Spr 4,19).

Nach Gott zu fragen und sich von Ihm führen und leiten zu lassen, ist unter der Würde des stolzen, aufgeklärten Menschen unserer Zeit. Er will selbst bestimmen, wo es lang geht. Von einem Gott, dem er sich unterordnen soll, will er nichts wissen, er ist ja schließlich selber wer. Man singt ein Loblied auf die Menschheit und die Menschlichkeit, doch das Lob Gottes bleibt aus. Vielmehr feiert man sich selbst, hält große Stücke auf sich und liebt es, wenn andere voll Bewunderung zu einem aufschauen. Wir sind ja auch so soziale und gute Menschen, die sich ständig weiterentwickeln, bis hin zur Vollkommenheit. Mich erinnert diese stolze Haltung an die religiösen Führer zur Zeit Jesu, ihnen sagte der HERR eines Tages: „Wenn ihr blind wäret, so hättet ihr keine Sünde. Nun aber sagt ihr: Wir sehen. Daher bleibt eure Sünde“ (Joh 9,41).

Hier bewahrheitet sich, was Gottes Wort bereits in Sprüche 3,34 sagt: Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.
Doch wer diese Ehrsucht und diese hochmütige Haltung allein auf die Welt und die Pharisäer beschränken will, der sollte die Offenbarung lesen, hier finden wir in der Gemeinde in Laodizea ein trauriges Beispiel dafür, dass diese Haltung auch in christliche Gemeinden eindringen kann. Ist es nicht erschütternd, dass der HERR dieser Gemeinde sagen musste: „Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts!, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist, rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst (Offb 3,17-18)?

Aber selbst wenn wir hierbei stehen bleiben, hat Gottes Wort das Ziel bei uns verfehlt, denn es geht weder darum, über die Sünden der Welt zu richten, noch über die der Pharisäer, noch über die Gemeinde in Laodizea, sondern um die Frage: „Wie sieht es in unseren Gemeinden aus?“
Wenn man dieser Frage nachgeht, muss man sich damit auseinandersetzten, ob nicht so manch frommer Aktivismus unserer Tage demselben Hochmut entspricht? Man lobt den Fortschritt und die Aufgeschlossenheit in den Gemeinden und dabei scheint es beinahe, als sei man regelrecht stolz darauf, es mit der Bibel nicht mehr so genau zunehmen. Auffällig ist diese Haltung, wenn man bedenkt, wie viele ungeistliche Entscheidungen hinsichtlich Ökumene und Allianz bereits getroffen wurden und wie ein Großteil der Gemeinden weiterhin einfach so mitmacht, ohne zu hinterfragen, ob es überhaupt dem Willen Gottes entspricht. Auch Gemeindezucht ist kaum noch ein Thema in unseren harmoniebedürftigen Zeiten, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Jesus sagte: „Mein Haus soll ein Bethaus heißen«; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!“(Mt 21,13). Wenn bei christlichen Veranstaltungen nicht Gott, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht, ist es in Wahrheit kein Gottesdienst, sondern eher Götzendienst. Vielerorts hat man leider vergessen, dass die Gemeinde ein Ort der Anbetung sein soll und daraus einen Ort der Selbstdarstellung und der Unterhaltung gemacht. Doch wenn unsere Motive und unsere Herzenshaltung nicht die Verehrung Gottes, sondern unsere eigene Selbstinszenierung sind, dann sagt uns Gott durch Sein Wort: Halte den Lärm deiner Lieder von mir fern! Und das Spiel deiner Harfen will ich nicht hören (Am 5,23). Daher müssen wir uns fragen, ob es wirklich der richtige Weg ist, wenn man sich förmlich darauf spezialisiert, die Massen durch Megaveranstaltungen zu begeistern? Warum prüfen wir nicht anhand Seines Wortes, ob derartige Aktivitäten mit der Schrift zu vereinbaren sind? Wie es scheint, hält man dies für rückständig, statt in der Schrift nach Orientierung zu suchen und nach der Wegweisung Gottes zu fragen, regiert ein Pragmatismus getreu dem Motto: "Der Erfolg gibt uns Recht!" Die heutige Gemeinde will eben nicht mehr die verachtete Schar sein, sondern die super coole Powergemeinde, die ganze Hallen füllen kann und selbst bei der Welt Eindruck macht.

Doch ist es wirklich Gottes Plan, dass Seine Gemeinde die Welt begeistern soll? Sind Unterhaltungselemente und Schauspielkünste tatsächlich förderlich, um das Reich Gottes zu bauen? Paulus sagte zwar sehr wohl: „Denn mir scheint, dass Gott uns, die Apostel, als die Letzten hingestellt hat, wie zum Tod bestimmt; denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen“ (1.Kor 4,9), doch dies geschah gewiss nicht, weil er eine Schauspielausbildung absolviert hatte, um seine Botschaft zeitgemäß und anspruchsvoll verpacken zu können, sondern weil er aufgrund seiner Treue zum HERRN und Seinem Wort zum Gespött der Leute wurde. Paulus war ans Wort gebunden. Anstatt um die Anerkennung der Welt zu buhlen, war er bereit die Schmach Christi zu tragen (vgl. Hebr 11,26). Ich möchte mir mal die Frage erlauben, ob überall da, wo Menschenmassen durch menschliche Unterhaltungskunst für das Evangelium begeistert werden sollen, überhaupt das verkündigt wird, was die Bibel unter Evangelium versteht? Oder ist es nicht vielleicht so, dass man eher das Evangelium der Selbstverwirklichung, als das der Selbstverleugnung predigt? Jedenfalls ist es doch verwunderlich, dass die Botschaft der modernen Großevents oftmals von der breiten Masse akzeptiert wird. Ich denke, wenn die Menschen die Botschaft nicht im Geringsten anstößig finden, muss doch die Frage berechtigt sein, ob wirklich der Christus verkündigt wurde, der in der Schrift, als Stein des Anstoßes bezeichnet wird (vlg. Röm 9,32-33; 1.Pt 2,8). Geht es wirklich noch um die Botschaft vom Kreuz, über die uns die Schrift sagt: „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft“ (1.Kor 1,18)?

Natürlich ist es gut zu evangelisieren, doch wenn die Leute nur aus der Veranstaltung heraus laufen und es ganz nett finden; und wenn lokale Zeitungen im Nachhinein von einem rundum gelungen Event sprechen und den Veranstaltern ein dickes Lob zugesprochen wird, dann muss die Frage erlaubt sein, ob es wirklich eine Veranstaltung zur Ehre des HERRN war? Wenn nicht, ist zu befürchten, dass man für sich selbst Ehre und Anerkennung gesucht hat. Ganz nach dem Motto: „Wir wollen etwas gelten in dieser Welt. Wir wollen uns einen Namen machen!“
Wenn dem so sein sollte, hält uns Gottes Wort entgegen: „Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst (Phil 2,3; vlg. Röm 12,16) Und an anderer Stelle heißt es: Tut alles zur Ehre Gottes“ (1.Kor 10,31b).

Wir alle sind ständig in der Gefahr, von dieser falschen (fleischlichen) Motivation angetrieben zu werden, doch es ist immer wieder dasselbe Prinzip: Wir vertrauen dabei auf unsere menschlichen Fähigkeiten und machen buchstäblich Fleisch zu unserem Arm, anstatt wirklich Gott die Ehre zu geben und auf Seine Kraft zu vertrauen. Warum müssen wir immer menschlich nachhelfen? Warum vertrauen wir nicht Seiner Zusage: Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, sie befruchtet und sie sprießen lässt, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe (Jes 55, 10-11)? Statt wie aufgetragen, das Wort Gottes zu verkündigen, hat man es weitgehend verworfen oder so stark zensiert und verwässert, dass es kraftlos ist und daher nicht mehr durchs Herz gehen kann (vgl. Apg 2,37; 5,33; 7,54). Aber genau das sollte das Entscheidende sein, und weil das fehlt, hilft man künstlich nach. Eine gute Band, die richtig einheizen kann, ein kurzes Anspiel, am besten noch ein Clown und ein Zauberer, und wenn dann alle Gesichter strahlen, dann war es mal wieder eine gelungene Veranstaltung. Wenn die Apostel nur mal gewusst hätten, dass es so einfach ist, hätten sie sich Leid und Verfolgung ersparen können. Sie hätten keinen Spott geerntet, sondern Applaus empfangen. Und hier sollte bitte niemand sagen, so etwas hätte es zur damaligen Zeit eben noch nicht gegeben. Keinesfalls, auch damals gab es schon Theater, auch damals gab es Zauberer (vgl. Apg 8,9). Warum ließ man solche Möglichkeiten ungenutzt und warum finden wir in den Lehrbriefen weder Anweisung noch Anleitung dazu? Für mich kann es hier nur eine Antwort geben: Es war nie Gottes Plan, dass wir Fleisch zu unserem Arm machen und auf menschliche Kraft vertrauen. Oder hätte ER sonst in Seinem Wort gesagt: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth (Sach 4,6)?

Biblisch gesehen, gibt es hier nur eine angebrachte Reaktion und das ist Buße. Die Gemeinde muss wieder umkehren von ihrem eitlen Egotrip, sowie der Einbildung, Bekehrungen durch menschliche Tricks und Kniffe produzieren zu können. Man kann auf diese Weise allenfalls die Welt in die Gemeinde holen, doch die will dann auch weiter unterhalten werden, und wo bleibt der HERR? ER bleibt außen vor, genau wie in Laudizeä, als der Herr sagen musste: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an!“(Offb 3,30). Das muss man sich mal vorstellen, diese Supergemeinde, die so große Stücke auf sich selbst hielt, hatte den HERRN aus ihrer Mitte verdrängt, ohne es zu bemerken. In vielen unserer heutigen Gemeinden herrscht so viel Betriebsamkeit und Aktionismus, dass man überhaupt nicht wahrnimmt, wie trostlos der geistliche Zustand ist. Man buhlt um die Anerkennung der Welt, man will die Welt unterhalten, man will sie beindrucken und bemerkt dabei gar nicht, dass man den Geist Gottes dadurch aufs Tiefste betrübt. Statt nach der Anerkennung Gottes zu suchen, ist man auf den Applaus der Welt aus. Ich stimme hier mit den Worten Spurgeon‘s überein, der sagte: Gerade die Gemeinde, die von der Welt am meisten geschätzt wird, ist sicherlich diejenige, die von Gott verabscheut wird.5

Unser Problem ist wirklich, dass wir immer wieder in das alte Verhaltensmuster zurückfallen und unser Vertrauen auf unsere menschlichen Möglichkeiten setzen. Dies geht sogar bis zu dem Extrem, zu meinen, jeder Mensch könnte sich zu jeder Zeit bekehren, sofern man nur den richtigen Schlüssel zu seinem Herzen findet. Man will nicht akzeptieren, dass nur, wer aus Wasser und Geist geboren wird, ins Reich Gottes eingehen kann. Dass es eben nicht durch unsere ausgeklügelten Methoden, sondern durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes (2.Tit 3,5), geschieht. Man will nicht wahrhaben, dass der Geist weht, wo ER will und wir die Wiedergeburt eines Menschen nicht in der Hand haben (vlg Joh 3,8). Bekehrung ist kein Menschenwerk, sie kann auch nicht durch künstlerische Darstellungen oder Unterhaltungsprogramme herbeigeführt werden, sondern allein durch das souveräne Wirken des Heiligen Geistes, doch ER wirkt eben in Verbindung mit Gottes Wort und Gebet. Der Geist Gottes wirkt da, wo Jesus groß gemacht wird (vgl. Joh 16,14), nicht da, wo Menschen groß rauskommen wollen (Jak 4,6; 1.Petr. 5,5).

Keine Frage, Gott ist souverän und allmächtig, ER kann selbst durch solche Veranstaltungen einzelne Menschen erretten, doch das geschieht nicht, weil wir heute so tolle Methoden haben, sonder weil ER sich durch so etwas nicht abhalten lässt. Wenn Gott will, dass Totengebeine lebendig werden (vgl. Hes 37,1-14), dann geschieht es, doch es geschieht eben nicht durch unsere Kraft, sondern wie bereits zitiert: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth (Sach 4,6). Und daher gebührt Ihm allein die Ehre.
Doch auch hier zum Abschluss wieder die Frage: „Worauf vertrauen wir, auf unsere eigenen Möglichkeiten, auf Rhetorik, schauspielerische Fähigkeiten und Gesangskünste oder auf die Kraft Gottes und das Wirken Seines Geistes? Und worauf sind wir aus: Geht es um Gottes Ehre oder suchen wir unsere eigene Ehre? Gotteslob oder Eigenlob?“ Uns muss bewusst sein, je mehr wir uns selbst in den Mittelpunkt stellen, je weiter zieht sich der Heilige Geist zurück. Wir sollten uns hier ein Beispiel an Johannes dem Täufer nehmen, er sagte: Er (Jesus) muß wachsen, ich aber muß abnehmen (Joh 3,30).

Johannes wollte sich nicht selbst in den Vordergrund stellen, ihm ging es darum, Jesus groß zu machen. Nicht unser eigener Name soll über allen anderen Namen stehen, sondern der Name des HERRN. Und wie kam es dazu? War es, weil Er die Abkürzung genommen hat und der Stimme Satans Gehör schenkte, als der Ihm alle Reiche der Welt zeigte und versprach: „Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest!“? (Mt 4,9). Das wäre es doch gewesen, kein Weg des Leidens und der Selbsterniedrigung, kein qualvoller Tod am Kreuz, nur einmal auf Satan hören und schon wäre Jesus am Ziel gewesen. Niemand hätte Ihn verachtet oder bespuckt, niemand hätte zu Ihm gesagt:„Rette dich selbst und steige vom Kreuz herab!“ (Mk 15,30).

So einfach sind scheinbar die Wege Satans, er gibt immer vor, eine bessere Option und einen leichteren Weg zu kennen, als den Weg, den Gott uns in Seinem Wort genannt hat. Doch der Punkt ist, dass Satan, wie Jesus lehrte, der Vater der Lüge ist (vgl. Joh 8,44). Wir können froh und dankbar sein, dass Jesus nicht auf ihn gehört hat, ER hat ihm widerstanden und ER tat es durch das Wort. Wer sind wir, wenn wir uns einbilden, wir könnten ohne das Wort Gottes gegen die Listen Satans bestehen? Sagt uns nicht die Schrift, dass wir gegen die listigen Anschläge des Teufels bestehen müssen? Und werden wir an dieser Stelle nicht auch aufgefordert: "Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt" (Eph 6,13)? Wie kommen wir dann darauf, dass es sinnvoll sei, das Schwert des Geistes abzustumpfen oder gar ganz zu verwerfen? Es heißt doch: „Und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist!" (V17) und nicht: "Verzichtet auf das Schwert des Geistes“. Die Überlegung, das Wort Gottes getrost beiseitelegen zu können, kommt sicher nicht vom Heiligen Geist, daher gilt es die Geister zu prüfen. Ein Jünger ist nicht über seinem Herrn, nicht einmal Jesus sagte: „Mir hat geträumt“, sondern: „Es steht geschrieben!“ (vgl. Jer 23,27; Mt 4,10). Er hat sich nicht durch die Einflüsterungen Satans betören lassen, sondern ihm widerstanden, indem ER sprach: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen" (Mt 4,10; vgl. 5.Mo 6,13).
Jesus hat die vermeintliche Abkürzung Satans abgelehnt. ER verwarf den Weg der Selbsterhöhung und wählte den Weg der Selbsterniedrigung. Und genau das brachte Ihn ans Ziel, genau das ist der Grund, warum die Schrift uns heute folgendes bezeugen kann: Seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters (Phil 2,9).

Wohl denen, die nicht ihre eigene Ehre, sondern Seine Ehre suchen, ER allein ist würdig, es geht darum, dass ER verehrt und angebetet wird und nicht darum, dass der Starevangelist nach dem Gottesdienst Autogrammkarten verteilt und Bücher signiert. Es muss uns wieder bewusst werden, dass Gott nicht bereit ist, Seine Ehre mit irgendjemand oder irgendetwas zu teilen. Unmissverständlich sagt ER in Seinem Wort: „Ich bin der Herr, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen!“ (Jes 42,8). Gott will Seine Ehre weder mit toten Götzen, noch mit uns teilen. Daher sollten wir wieder dahin zurück kommen, den HERRN in den Mittelpunkt zu stellen und Ihn zu verherrlichen, anstatt ständig auf den Beifall der Welt aus zu sein. Denn die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit (1.Joh 2,17). Und in 1.Thessalonicher 4,3 heißt es: Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung. Es geht um Absonderung von der Welt, nicht um Vermischung mit der Welt, denn wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes (Jak 4,4).

Die Welt sucht Ehre und Anerkennung für sich selbst, doch sie wird letztlich an ihrem Stolz und ihrer Überheblichkeit zugrunde gehen. Christen hingegen, sind eine neue Schöpfung Gottes, geschaffen zu Seiner Ehre, daher sagt uns die Schrift in Jeremia 9,22: So spricht der Herr: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er Einsicht hat und mich erkennt, daß ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden! Denn daran habe ich Wohlgefallen, spricht der Herr.(vgl. 1.Kor 1,31; 2.Kor 10,17).

Anmerkung: Vielleicht fühlen sich manche bei meinen Beiträgen vor den Kopf gestoßen, doch ich möchte sagen, dass ich hier selbst ein gebranntes Kind bin. Die meisten Fehler, die ich kritisch anspreche, habe ich auch gemacht. Doch weil der HERR sie mir in Seiner großen Gnade vor Augen gestellt hat, ist es mir auch ein Herzensanliegen, andere zu warnen. An diesem Punkt ergeht es mir ähnlich wie David (vgl. Ps 51,12-15).
Alles was ich schreibe, sollte immer anhand von Gottes Wort geprüft werden, alles, was nicht mit der Schrift übereinstimmt, kann getrost verworfen werden. Verbindlich und unfehlbar ist nur das Wort Gottes, das Leben als Christ hingegen gleicht einer lebenslangen Schule. Ich bin noch lange nicht da, wo ich nach so langer Zeit sein sollte, doch eines meiner häufigsten Gebete, ist das Gebet um Weisheit, gefolgt von der Bitte um ein gehorsames Herz (Jak 1,5; Ps 51,12).

Doch bitte nicht falsch verstehen, ich sehe mich gewiss nicht als Quelle der Weisheit oder der Wahrheit, sondern will lediglich auf diese Quelle hinweisen. Ich will mich auch nicht über andere erheben, sondern bin nur ein begnadigter Sünder, der von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt ist und zwar genauso, wie es uns in der Heiligen Schrift überliefert wurde. Was für ein Segen, dass wir das Wort Gottes haben, es ist die einzig zuverlässige Quelle für Wahrheit, nur im Wort finden wir wirklich Orientierung und Halt. Um dies zu unterstreichen möchte ich mit Worten des Apostel Petrus schließen; er schreibt in seinem 2. Brief: Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist (1.Pt 1,16-20).


 




Weil ich mich schon über einen längeren Zeitraum mit den fragwürdigen Einheitsbestrebungen und den zweifelhaften Evangelisationsmethoden befasse, sind die Beiträge hierzu bereits so umfangreich, dass sie den Umfang eines Buches angenommen haben. Um das Material möglichst vielen Lesern zugänglich zu machen, habe ich mich dazu entschieden, es als kostenlosen Download zur Verfügung zu stellen.

Das Ziel des Buches besteht nicht darin, mich über andere zu erheben oder mich gar als unfehlbaren Superchrist darzustellen, sondern darin zu einem Umdenken zu bewegen: Zurück zum biblischen Weg. Gemeinde kann nur gebaut werden, wenn wir am Wort Gottes festhalten und nicht indem es dem Zeitgeist und dem Geschmack der Zuhörer anpasst wird. Gottes Wort hat zwar für die Endzeit prophezeit, dass sich die Menschen Lehrer nach ihrem Geschmack suchen werden, doch das darf kein Vorwand für unsere Lauheit sein, sondern im Gegenteil: Umso mehr gilt er an der gesunden Lehre der Schrift festzuhalten (vgl. 2.Tim 4,3; 2.Tim 1,13).


Die Argumentation des Buches erfolgt anhand von biblischen Beispielen und der Angabe von vielen Bibelstellen, außerdem werden viele bekannte Autoren zitiert. Natürlich gilt es auch hier alles anhand der Schrift zu prüfen.

 

 

 

Nach oben