und

2. Jesus Christus, Gott und Retter

14.07.2017

Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus (2.Petr 1,1)

Dies ist eine von vielen Bibelstellen, die uns mit der Wahrheit konfrontiert, dass Jesus Christus Gott ist. Unübersehbar weist der Titel „unser Gott und Retter Jesus Christus" auf Seine vollkommene Gottheit hin. Wäre dies nicht der Fall, dürften weder Bitten noch Dankgebete an Jesus Christus gerichtet werden, denn geschrieben steht: „Du sollt keine anderen Götter haben neben mir (2.Mo 20,4)“. Gott ist ein eifersüchtiger Gott, der es nicht duldet, wenn Götzen verehrt werden oder Menschen göttliche Attribute zugesprochen werden. Spräche man also Jesus Seine Gottheit ab, wäre jegliche Verehrung Seines Namens eine Übertretung des 1.Gebots. Wie abwegig diese Vorstellung ist, sehen wir darin, dass Jesus der Name gegeben ist, der über allen Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters (Phil 2,10-11, vgl. Eph 1,21-22).

Daher entspricht eine Sichtweise, bei der man in Jesus Christus nur einen gewöhnlichen Menschen sehen will, nicht der gesunden Lehre der Schrift. Wer denkt, es liegt an der Übersetzung, dem sei gesagt, dass im griechischen Text nur ein Artikel genannt ist, wodurch deutlich wird, dass er sich auf nur eine Person bezieht. Die Übersetzung „unseres Gottes und Retters Jesus Christus“, trifft also genau die Bedeutung vom Grundtext. Nun könnte man vielleicht einwenden, dies sei eine eigenwillige Sichtweise von Petrus gewesen, dass auch dieses Argument ins Leere greift, möchte ich anhand weiterer Bibelstellen belegen. Die erste, die ich anführen möchte, ist ein Zitat von Jesus, der in Johannes 12 sagte: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat (44-45). Jesus hat hier selbst bezeugt, dass wer IHN sieht, Gott sieht und dass wer an IHN glaubt, an Gott glaubt, denn es war Gott der Vater, der IHN gesandt hatte. Wenn das noch nicht deutlich genug sein sollte, dann müssen wir nur zwei Kapitel weitergehen, wo Jesus Seinen Jüngern sagt: Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen (Joh 14,7). Als Philippus IHN daraufhin bittet: „Herr, zeige uns den Vater und es genügt uns“, erwidert Jesus: „So lange bin ich bei euch und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater?“ (V 8-9).

Einen noch deutlicheren Beleg, sehen wir im Beispiel mit Thomas, der nicht anwesend war, als Jesus den Jüngern zum ersten Mal erscheinen war, und auf deren freudigen Bericht, skeptisch erwiderte: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben (Joh 20,25). Als Jesus den Jüngern 8 Tage später erneut erschien, war auch Thomas in ihrer Mitte. Doch wie lauten seine Worte, nachdem ihn Jesus auffordert seine Hand in die Wundmale zu legen? Er antwortet: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,27-28). Doch wie hat Jesus darauf reagiert? Hat ER reagiert wie Engel in solchen Fällen regieren? Sprach ER: „Tu es nicht! Ich bin dein und deiner Brüder Mitknecht!“ (Offb 19,10: 22,9)? Oder hat ER sich so verhalten, wie wir es bei Paulus und Barnabas sehen, die vor Entsetzten ihre Kleider zerrissen, als man ihnen göttliche Verehrung entgegenbringen wollte (vgl. Apg 14,12-15)?  

Nein, wir lesen folgendes: "Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!" (Joh 20,29). Jesus hat das auf Seine Person ausgerichtete Glaubensbekenntnis: „Mein Herr und mein Gott!“, also nicht korrigiert, sondern im Gegenteil, ER bezeichnete jene, die diesen Glauben haben, als selig, worin wir die Bestätigung haben, dass dies der rettende Glaube ist. Denn wäre die Auffassung des Thomas falsch gewesen, hätte Jesus korrigierend eingegriffen und deutlich gemacht, dass Thomas etwas falsch verstanden hätte. Schließlich hatte ER ja selbst gesagt, dass ER gekommen sei, um für die Wahrheit zu zeugen (vgl. Joh 18,37). Hätte ER es hier versäumt, diesen wichtigen Punkt richtig zu stellen, wäre ER diesem Auftrag nicht gerecht geworden. Dies zumal es ein sehr gewichtiger Punkt ist, denn wie eingangs gesehen, würde die Erkenntnis des Thomas zwangsläufig zu einer Übertretung des 1. Gebots führen. Denn wenn Jesus nur ein Mensch wäre, dann wäre es eine Sünde IHN anzubeten. Genau darauf ist es auch zurückzuführen, dass Engel nie Anbetung von Menschen angenommen haben. Weil nicht den Geschöpfen, sondern allein dem Schöpfer die Ehre gebührt, dürfen nicht einmal diese besonderen Geschöpfe angebetet werden. Wäre Jesus also nur Mensch, hätte ER das Glaubensbekenntnis von Thomas sofort korrigiert. Anbetungswürdig ist ER allein aufgrund Seiner Göttlichkeit, das ist der Grund, warum ER selbst Engel überragt. Was uns auch der Schreiber des Hebräerbriefs deutlich macht, indem er feststellt: Von den Engeln spricht er zwar: »Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen«, aber von dem Sohn: »Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches (Hebr 1,7-8).

Diese Bibelstelle ist umso gewichtiger, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um ein Zitat aus Psalm 45 handelt. Bereits lange bevor der Sohn Gottes Mensch wurde, wurde über IHN gesagt: Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches. Dies deckt sich auch mit der Prophetie Jesajas, wo im 9.Kapitel des Prophetenbuches folgendes zu lesen ist: Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit (V 5-6).

Auch hier sind die göttlichen Attribute des künftigen Messias unübersehbar, und wie gesagt, würde man Jesus Seine Göttlichkeit absprechen, dürfte ER laut dem 1.Gebot nicht angebetet werden. Jedem Juden war dies bewusst, worauf auch zurückzuführen ist, dass es, wie gesehen, bei Paulus und Barnabas Entsetzen auslöste, als man ihnen göttliche Verehrung entgegenbringen wollte. Dass Petrus diesbezüglich dieselbe Haltung hatte, sehen wir in seiner Begegnung mit dem heidnischen Hauptmann Kornelius. Als dieser dem Apostel zu Füßen fiel und ihn huldigen wollte, ließ Petrus dies nicht zu, sondern richtete ihn auf und sprach: „Steh auf! Auch ich bin ein Mensch“ (Apg 10,26). Womit einmal mehr widerlegt ist, dass Petrus der erste Papst gewesen sei. Während die Päpste kein Problem damit haben, dass zahlreiche Katholiken ihre Gebete an sie adressieren, hat Petrus dies klar verweigert, weil er wusste, dass die Anbetung allein Gott zusteht.

Sollte dennoch jemand einwenden, es sei nicht so entscheidend, ob man an der vollkommenen Gottheit Christi festhält oder nicht, dann gilt es zu bedenken, dass Petrus IHN zugleich als Gott und Retter bezeichnet hat. Was vielen vielleicht nicht bewusst ist, die Bezeichnung „Retter“ steht oder fällt mit der Frage ob Jesus Christus Gott ist oder nicht. Denn entweder ist Jesus Christus beides oder keines von beiden. Um diese Aussage zu belegen, möchte ich zitieren, was Gott durch den Propheten Jesaja gesagt hat: Vor mir wurde kein Gott gebildet, und nach mir wird keiner sein. Ich, ich bin der HERR, und außer mir gibt es keinen Retter (Jes 43,10-11, vgl.45,21-22). Wenn Gott hier klar sagt, dass es außer IHM keinen Retter gibt, dann kann Jesus Christus nicht Retter sein, wenn ER nicht zugleich Gott ist. Doch wenn ER nicht unser Retter sein kann, worauf gründet sich dann der christliche Glaube? Worauf könnte der Christ hoffen? Seine einzige Hoffnung bestünde in der 100%igen Erfüllung des Gesetzes, wozu nachweislich kein Mensch in der Lage ist (vgl. Mk 8,37). Dass auch kein anderer als Stellvertreter in Frage kommt, sehen wir in Psalm 49, wo geschrieben steht: Niemals kann ein Mann seinen Bruder loskaufen, nicht kann er Gott sein Lösegeld geben - denn zu kostbar ist das Kaufgeld für ihre Seele, und er muss davon ablassen auf ewig (V 8-9).

Wenn also sowohl Selbsterlösung, wie stellvertretende Erlösung durch einen anderen Menschen ausgeschlossen ist, wie ist es dann zu erklären, dass Jesus sagte: Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele (Mk 10,45)? Nur so, dass Jesus Gott und Mensch zugleich war. Wer also die Gottheit Christi bezweifelt, der kann sich auch nicht auf Sein stellvertretendes Opfer stützen. Nur, weil Christus Menschensohn und Gottessohn zugleich war, kam ER als Retter der Menschheit infrage. Ansonsten wäre es ohne Bedeutung, dass über IHN gesagt wird: Der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat (1.Tim 2,6).

Daher verhält es sich zwangsläufig so, dass jede Glaubensgemeinschaft, die leugnet, dass Jesus Christus Gott ist, eine Werkegerechtigkeit lehrt. Man befindet sich immer noch unter dem alten Bund, das Heil liegt hierbei nicht in den Händen Gottes, sondern im eigenen Geschick und eigenen Vermögen des Gläubigen. Doch das entspricht nicht dem Glauben den Petrus beschrieben hat - hier handelt es sich nicht um den Glauben an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus, sondern um das Vertrauen in die eigene Gerechtigkeit. Was im Grunde einem Glauben entspricht, der sich in seinem Herzen sagt: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner (Lk 18,11). Letztlich haben wir hier das Wesen jeder von Menschen erdachten Religion, das Vertrauen ist immer auf die eigene Leistung und die eigene moralische Vortrefflichkeit gegründet. Man glaubt an das Gute im Menschen, man glaubt, man könne durch die eigene Gerechtigkeit vor Gott bestehen und nimmt nicht wahr, dass unsere eigene Gerechtigkeit vor den Augen des heiligen Gottes wie ein beflecktes Kleid ist (Jes 64,5). Wer auch immer sich einredet, er könne auf diese Weise vor Gott bestehen, dem gelten die Worte, die Paulus an die Galater richten musste: Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen (Gal 5,4).

Das Gesetz kennt keine Gnade, wer nicht ein absolut vollkommenes, sündloses Leben verweisen kann, der steht unter dem Urteil der Verdammnis. Aus diesem Grund sagt uns die Schrift: Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: »Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's tue!« (Gal. 3,10; 5.Mo 27,26). Es gibt nur einen, der ohne Sünde war, und das ist Jesus Christus, der Sohn Gottes. Am Tage des Gerichts können wir nur in Seiner Gerechtigkeit bestehen, nur das, was ER getan hat, nur Sein vollkommenes Opfer, macht uns vor Gott gerecht. Allen, die IHN im Glauben als ihren HERRN und Erlöser annehmen, hat ER eine ewige Erlösung erworben, wer IHN hingegen ablehnt, der bleibt unter dem Gesetz, steht unter dem Fluch und hat Gott gegen sich. Somit seht der Selbstgerechte, der auf seine eigene Vortrefflichkeit vertraut, außerhalb der Gnade, wer jedoch seine Schuld bekennt und Zuflucht bei Jesus sucht, der erfährt Gottes Gnade, denn in Christus ist Gott nicht mehr länger gegen uns, sondern mit uns (vgl. Mt. 1,23). Wie gesagt, das Gesetz kennt keine Gnade, darum gibt es außerhalb von Christus auch kein Heil. Nur wer dort Zuflucht sucht, wo Gottes Gericht bereits gewütet hat, nämlich am Kreuz von Golgatha, wird der Strafe entgehen. Aus diesem Grund gibt es auch nur diesen einen Weg zur Erlösung, so wie es auch Petrus gelehrt hat, indem er über Jesus Christus sagte: Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen (Apg 4,12).

Doch diese Lehre bricht in sich zusammen, wenn wir die Gottheit Christi leugnen. Nur weil ER Gott und Mensch zugleich war, konnte ER ein Opfer vollbringen, das die gesamte Menschheit umfasst, so dass Paulus sagen konnte: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf, indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus erwarten (Tit 2,11-13).

Gottes Gnadenangebot in Christus, ist an alle Menschen gerichtet, das Blut das Christus vergossen hat, würde ausreichen um die gesamte Sündenschuld der Menschheit zu tilgen, Anteil daran haben jedoch nur jene, die Gottes Versöhnungsangebot annehmen. Denn die konkrete Reinigung von der Sündenschuld erfahren nur jene, die zu Gottes Eigentumsvolk gehören. Denn geschrieben steht: Er wird sein Volk retten von ihren Sünden (Mt 1,21). Doch das Merkmal dieses Volkes, ist darin zu sehen, dass die Erretteten den weltlichen Begierden absagen und besonnen, gerecht und gottesfürchtig leben. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich diese Bibelstelle zitiert habe, es gibt noch einen weiteren, und den finden wir in Vers 13, wo es heißt: Indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus erwarten, womit wir einmal mehr, mit der Wahrheit konfrontiert werden, dass Jesus Christus Gott ist. Denn diese Aussage lässt keine andere Deutung zu.

Es ist also eine zentrale Wahrheit der christlichen Botschaft, dass Christus Gott ist, wer dies nicht erfasst hat, wer in Christus nur einen guten Menschen, einen Lehrer, einen Religionsstifter oder einen Propheten sehen will, dessen Glaube ist nicht auf die gesunde Lehre der Heiligen Schrift gegründet und hat somit kein tragfähiges Fundament. So wie es wahr ist, dass die Hoffnung des christlichen Glaubens nichtig ist, wenn Christus im Grab geblieben wäre, so ist auch wahr, dass Sein Opfer uns nicht von unserer Schuld und Sünde reinigen könnte, wenn ER nur ein gewöhnlicher Mensch gewesen wäre. Denn wie gesehen: Niemals kann ein Mann seinen Bruder loskaufen, nicht kann er Gott sein Lösegeld geben - denn zu kostbar ist das Kaufgeld für ihre Seele, und er muss davon ablassen auf ewig (49,8-9). Bedenken wir, Jesus sagte: Die Schrift kann doch nicht gebrochen werden (Joh 10,35), somit kann auch dieser alttestamentliche Vers nicht aufgelöst werden, sondern hat immer noch Gültigkeit. Demnach hätte sich Jesus selbst widersprochen, wenn ER an anderer Stelle sagt: Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele (Mk 10,45). Wir können also nicht beide Aussagen Jesu glauben oder stehen lassen, wenn wir Seine Gottheit leugnen. Im Gegenteil, wir müssen wahrnehmen, dass wir unserem Glauben jegliche Grundlage entziehen, wenn wir auf diesen Standpunkt beharren. Wer dabei stehen bleibt, der ist immer noch unter dem Gesetz.

Dass die vollkommene Gottheit Christi von Beginn an, fester Bestandteil der gesunden Lehre war, macht folgende Aussage des Apostel Johannes deutlich: Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben (1.Joh 5,20). Das Wissen, dass Jesus Christus wahrhaftiger Gott ist, hat Johannes bei den Gläubigen vorausgesetzt. Es war keine neue unbekannte Lehre, sondern es war vertraute Lehre, die er und die anderen Apostel in den Gemeinden gelehrt und vermittelt haben. Somit entspricht jede abweichende Lehre nicht dem Evangelium der Bibel. Jede andere Lehre kann nicht auf die Gerechtigkeit Gottes in Jesus Christus gegründet sein. Denn letztlich ist jede andere Lehre nichts anderes als ein Hoffen auf Fleisch sein. Doch was steht geschrieben, was sagt die Schrift über eine solche Hoffnung? Geschrieben steht: So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz vom HERRN weicht! (Jes 17,5).

Wäre Jesus nur ein Mensch gewesen, stünden alle, die auf Seinen Namen hoffen, unter diesem Fluch. Denn wer auf Menschen vertraut, dessen Herz weicht, wie dieser Vers deutlich macht, vom HERRN. Wäre Jesus also nur Mensch gewesen, wäre jeder verflucht, der auf IHN vertrauen würde. Somit wäre die Lehre des Evangeliums auf den Kopf gestellt. Denn was sagt die Schrift in Bezug auf Jesus, sie sagt: Dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt (1.Joh 4,14). Genau diese Wahrheit hat auch Petrus hervorgehoben, indem er gleich zu Beginn des Briefes deutlich machte, was der Inhalt des christlichen Glaubens ist. Es ist der Glaube an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus.

Im Gegensatz zur Werkgerechtigkeit, worin das Wesen jeder Religion auszumachen ist, gründet sich der christliche Glaube allein auf die Gerechtigkeit aus Glauben. Der Gerechte aber wird aus Glauben leben (Röm 10,38), ist der Gegensatz zu dem, was die Schrift als geistlichen Tod bezeichnet. Menschen sind entweder tot in Übertretung und Sünde oder lebend in Christus, was jedoch Tod gegenüber der Sünde bedeutet. Doch Grundlage ihrer Errettung ist allein die Gerechtigkeit Gottes, die sich in Christus offenbart hat. Wie geschrieben steht: Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden (2.Kor 5,21).

Dass Jesus Christus, der sündlose Sohn Gottes, für uns zur Sünde gemacht wurde, das ist das Herzstück des Evangeliums. Die Rechtsforderung des Gesetzes wurde erfüllt, weil ER die Strafe auf sich genommen hat, die wir verdient hätten. Nur weil Gottes Zorn über IHN erging, können Sünder begnadigt werden und straffrei ausgehen. Er hat, wie Petrus in seinem 1.Brief schreibt, unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden (1.Petr 1,24).
Am Kreuz von Golgatha sehen wir Gottes Gnade und Gottes Gerechtigkeit zugleich. Gott bleibt gerecht, weil ER die Sünde nicht ungestraft lässt, doch ER erweist zugleich Seine unbegreifliche Gnade, weil ER im Sohn, selbst die Strafe auf sich nimmt, die wir verdient haben. Wie geschrieben steht: Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung (2.Kor 5,19). Kein Mensch kann in seiner eigenen Gerechtigkeit vor Gott bestehen, Errettung wird nun jenen zuteil, die beim HERRN Zuflucht suchen (vgl. Jes 57,13b) und im festen Vertrauen sagen können: »Der HERR ist unsere Gerechtigkeit« (Jer 23,6).

 

 

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