und

1. Der Glaube ist ein Geschenk

Veröffentlicht am 09.07.2017

Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus! Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch [seine] Herrlichkeit und Tugend, durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht (2.Petr 1,1-4).

Petrus beginnt diesen Brief damit, dass er sich vorstellt, als Simon Petrus, ein Knecht und Apostel Jesu Christi. Was hierbei auffällt ist seine Demut, die wir darin sehen, dass er sich zu aller erst als ein Knecht Jesu Christi sieht. Er sieht sich zu aller erst als Diener, als Knecht, als Sklave seines HERRN und Meisters, IHM ist er treu ergeben, IHM hat er sein Leben unterstellt. Damit nimmt Petrus dieselbe Haltung ein wie die andern Apostel, sie alle hatten immer wieder betont, dass wir durch das Blut des Lammes zum Eigentumsvolk Gottes erkauft wurden (vgl. 1.Petr 2,9). Wer wirklich gläubig ist, muss sich der Tatsache Bewusstsein, sich nicht mehr selbst zu gehören. „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“, fragt Paulus die Gläubigen in Korinth und diese Tatsache bringt auch Petrus zum Ausdruck, ehe er auf seine Position zu sprechen kommt, und diese ist wahrlich keine geringe, Petrus war Apostel Jesu Christi. Er war Teil jener 12 Männer, denen es vorbehalten war, den Dienst des HERRN von Beginn an zu begleiten. Trotz dieser herausragenden, bedeutenden Stellung, sah er sich zu aller erst als Mitknecht seiner Glaubensbrüder. Seine Haltung war von Bescheidenheit und Demut geprägt, er wollte weder als ehrwürdiger Vater, noch als Hochwürden gesehen werden, sondern als Knecht Jesu Christi. Petrus hatte verinnerlicht, was Jesus einst gesagt hatte, als ER die Ehrsucht der Pharisäer kritisierte und dann zu Seinem Jüngern sprach: Ihr aber, lasst ihr euch nicht Rabbi nennen! Denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder. Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel. Lasst euch auch nicht Meister nennen; denn einer ist euer Meister, der Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein (Mt 23,8-11).

Wenn man überlegt, dass die Katholische Kirche behauptet, Petrus sei der erste Papst gewesen, wie weit ist dann die Haltung der Päpste von dieser Demütigen Haltung entfernt? Petrus hätte für sich niemals den Titel „Heiliger Vater“, in Anspruch genommen, nein, er war sogar so bescheiden, dass er sich weigerte, auf dieselbeweise Weise wie Jesus gekreuzigt zu werden, was dazu führte, dass man ihn kopfüber gekreuzigt hat. Kurz vor dieser Hinrichtung hat Petrus diesen Brief verfasst, was uns zeigt, wie sehr ihm an der Gemeinde des lebendigen Gottes gelegen war. Im gesamten Brief kommt weder Klage noch Sorge um sein persönliches Wohlergehen zum Ausdruck, sondern allein die Sorge um seine geliebten Glaubensgeschwister. „Weide meine Schafe!“ (Joh 21,17), hatte der HERR ihm aufgetragen, und das war es, worum sich sein Leben bis zum letzten Atemzug gedreht hat. Dieses Hirtenherz war es, das ihn dazu veranlasst hat, diesen Brief zu verfassen, und seine Motivation war Liebe aus reinem Herzen. Gerade weil seine Hinrichtung bevorstand, können wir in diesem Brief auch sein Vermächtnis sehen. In völlig selbstloser Weise, zielte er auf das Wohlergehen der Gläubigen ab, jedoch nicht in oberflächlicher Weise, indem er nur nette Worte machte, sondern in ungeheuchelter und aufrichtiger Absicht, sie im Glauben zu stärken und Schaden von der Gemeinde abzuhalten.

Und damit ist nicht nur der Absender klar, sondern auch, wer die Empfänger waren. Der Brief ist nicht an die Welt gerichtet, sondern an die Gemeinde des lebendigen Gottes. Welchen Personenkreis dies umfasst, zeigt uns die Anrede: An alle, die mit uns denselben teuren Glauben empfangen haben durch die Gerechtigkeit, die unser Gott gibt und der Heiland Jesus Christus. Wer sind die Gläubigen, wer ist Teil der Gemeinde? Es sind, wie Petrus sagt, alle, die mit uns denselben teuren Glauben empfangen haben. Ist das nicht eine erstaunliche Aussage? Wenn Petrus hier aufzeigt, dass alle Gläubigen denselben Glauben empfangen haben und sagt „mit uns“, dann sind die anderen Apostel, einschließlich er selbst, miteinbezogen. Mit anderen Worten, jeder wiedergeborene Christ, hat denselben Glauben empfangen wie die Apostel. Es gibt also keinen Zweiklassen Glauben, einen für besonders Hochrangige innerhalb der Gemeinde und einen für das gewöhnliche Fußvolk. Alle haben denselben Glauben erhalten. „Alle“ sowohl im Hinblick auf die Frage, ob Juden oder Heiden, als auch sonstiger Unterschiede, wie beispielsweise das Geschlecht oder der gesellschaftliche Status. Gott achtet das Ansehen der Person nicht (Gal 2,16), Unterschiede in unserer Stellung spielen vor Gott keine Rolle. Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittensein, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen (Kol 3,11).

So wichtig es ist, dies wahrzunehmen, so entscheidend ist es auch, dass wir realisieren, dass dieses „alle“, nicht nur auf die Zeitgenossen von Petrus bezogen war, sondern auch heute noch gilt. Nicht nur die Empfänger des Briefes haben denselben teuren Glauben empfangen wie die Apostel, sondern auch wir, die wir heute an Jesus Christus glauben. Martyn Lloyd-Jones erklärt treffend: Ihr habt den gleich wertvollen Glauben wie wir empfangen, sagt Petrus, und das ist heute so wahr wie in den Tagen der ersten Christenheit. Vielleicht offenbart sich uns hier etwas vom innersten Wesen der modernen Ketzerei. Wir sind von einem ständigen Wandel umgeben, so dass wir uns leicht von der Annahme verführen lassen, veränderte Umstände würden auch einen Wechsel oder eine Änderung des Evangeliums notwendig machen. Dem natürlichen Menschen erscheint es unglaublich, dass eine seit beinahe zweitausend Jahren gepredigte Botschaft für die heutige Zeit noch passen sein soll. Und doch halte ich fest daran, dass einzig dieses alte Evangelium unser Fundament und Halt ist. 1

Diesen Worten Stimme ich voll und ganz zu, weder das Grundproblem des Menschen, nämlich seine sündhafte Natur, hat sich gegenüber den Anfangszeiten der Verkündigung geändert, noch das Evangelium selbst. So wie die Botschaft bereits damals verachtet wurde, so wie man damals in der Botschaft vom Kreuz eine Torheit sah, so ist es bis auf den heutigen Tag. Der einzige Grund warum dennoch Menschen zum Glauben kommen, liegt daran, dass Gott Seinen Auserwählten, Christi Sinn geschenkt hat. Nur daher können sie erfassen, was ihnen von Gott geschenkt ist. Es ist keine Selbstverständlichkeit diesen Glauben zu haben, nein, es ist Gottes Geschenk an Seine Auserwählten und gerade das macht diesen Glauben so unfassbar wertvoll und kostbar. Nichts kommt in seinem Wert diesem unfassbaren Geschenk gleich, das müssen wir uns immer wieder bewusstmachen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Als erstes sollte es uns mit Dankbarkeit erfüllen und zugleich sollte es uns vor Stolz bewahren. Es muss uns klar sein, dass Errettung allein in der Macht Gottes steht. Kein Christ darf die Ursache seines Glaubens bei sich selbst suchen, sondern einzig und allein in Gott. Daher hat kein Fleisch Grund sich zu rühmen, die Ehre gebührt allein dem HERRN. Denn es ist wie Petrus schreibt: Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch [seine] Herrlichkeit und Tugend, durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht (2.Petr 1,3-4).

Der Vater hat die Auserwählten mit Seinem wirksamen Ruf der Gnade zu sich gezogen, dies geschah allein aus Liebe. So wie geschrieben steht: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte (Jer 31,3). Die Errettung geschieht aus Gnade ohne menschlichen Eigenverdienst. Wenn ein Mensch den verderblichen Begierden dieser Welt entfliehen kann, dann geschieht dies niemals aus eigener Kraft oder Willensstärke, sondern weil ihm Gott geistliches Leben geschenkt hat. Er hat nicht Anteil an der göttlichen Natur bekommen, weil er es sich verdient hätte, sondern ist, wie es Petrus in seinem 1.Brief schreibt, wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes (1.Petr 1,23). So wie niemand einen Verdienst an seiner natürlichen Geburt hat, so verhält es sich auch bei der geistlichen Geburt. Niemand kommt auf die Welt, weil er sich dazu entschieden hat, Grund und Ursache jeder Geburt ist immer die Zeugung. Genauso verhält es sich auch bei der Wiedergeburt. Zuvor war auch der Christ, wie die übrigen tot in Übertretung und Sünde. Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden, lesen wir in Epheser 2,1 und lernen damit unbestreitbar, dass wir unsere Rettung allein der Auferstehungsmacht Gottes zu verdanken haben. Es war Sein Geist, der uns lebendig gemacht hat. ER war es, der unser Herz unter der Verkündigung des Evangeliums auftat, allein dadurch kam Licht und Leben in unser verfinstertes Herz (vgl. Kol 2,13; Apg 16,14, 2.Kor 4,6).

Wenn ein Sünder umkehrt und Buße tut, ist es vergleichbar mit dem ersten Lebenzeichen eines neugeborenen Babys. Niemand würde auf die Idee kommen, aus dem ersten Kindesschrei abzuleiten, dass sich das Baby dazu entschieden hätte, zu leben. Leider neigen wir auf geistlichem Gebiet zu dieser Fehleinschätzung, was dazu führt, dass viele Christen die Ursache ihrer Errettung in sich selbst suchen. Sie glauben gerettet zu sein, weil sie sich für Jesus entschieden hätten, doch übersehen dabei die geistliche Tatsache, die Martyn Lloyd-Jones wie folgt beschreibt: Ein Toter kann sich nicht selbst wieder ins Leben rufen, kann nicht von sich aus auferstehen, er ist unfähig zu irgendeiner Handlung. So kann sich der Mensch auch nicht selbst geistliches Leben geben; die Wiedergeburt ist nicht seine eigene Tat. Diese Tatsache war und ist für viele ein Stein des Anstoßes; aber sie ist ein der zentralen Lehren des Neuen Testaments: Die Errettung ist ausschließlich eine Gabe Gottes, die uns aus Gnade zuteilwird. Wohl finden wir hin und wieder Menschen, die Interesse bezeugen an den Fragen des Glaubens; aber demgegenüber steht die große Masse des Volkes, die nicht nur desinteressiert, sondern das Evangelium Gottes sogar mit Verachtung zurückweist. Wie lässt sich dieser Gegensatz erklären? Woher kommt uns denn das Interesse und Verständnis? Warum sind wir nicht gleich jener achtlosen Menge in unserer modernen Welt? Kennen wir irgendeine Antwort als die, dass Gott uns berufen, dass Gottes Gnade sich uns zugewandt hat? Nein, es bleibt dabei: Berufung und Erwählung kommen von Gott. Es ist Gottes Tun – Er selbst leitet die Entwicklung ein.2

Die Lehre der Auserwählung ist tatsächlich vielen ein Stein des Anstoßes, doch es ist eine biblische Lehre, die nicht geleugnet werden kann. Überall wo sie verdrängt oder umgedeutet wird, fangen Menschen an zu glauben, es läge alles in ihren eigenen Händen. Was ein zweifaches Übel zur Folge hat:


1. Gott wird Seiner Ehre beraubt, weil sich der Errettete praktisch selbst auf die Schulter klopft. Statt dankbar zu sein, geistliches Leben empfangen zu haben, ist er stolz darauf eine gute Entscheidung getroffen zu haben. In diesem Fall gilt die Frage: Denn wer gibt dir einen Vorrang? Was hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich dann, als hättest du es nicht empfangen? (1.Kor 4,7).

2. Der Mensch fängt an zu glauben, die Errettung sei nur eine Frage von Marketing und guter Präsentation, so dass man anfängt nach menschlicher Weisheit zu evangelisieren. Was hierbei ignoriert wird, ist die Tatsache, dass der Mensch in seiner eigenen Weisheit nicht in der Lage ist, Gottes Weisheit zu erfassen. Die Lehre der Schrift besagt eindeutig, dass der natürliche Mensch nichts vom Geist Gottes vernimmt, vielmehr gilt, was Paulus sagt: Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden (1.Kor 1,14). Die natürliche Feindschaft, die der Mensch seit dem Sündenfall gegenüber seinem Schöpfer hat, kann nur durch die Kraft Gottes überwunden werden, niemals durch menschliche Weisheit. Und diese göttliche Kraft ist allein in der Botschaft vom Kreuz zu finden. Voraussetzung, dass Gottes Kraft wirksam wird, sind also keine ausgeklügelten Methoden, sondern die Verkündigung des unverfälschten Evangeliums.

Wenn also Petrus zu Beginn seines Briefes schreibt: Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft, dann will er die Gläubigen genau an diese geistliche Wahrheit erinnern, er will ihnen bewusstmachen, dass ihre Errettung eine Gabe Gottes ist, und dass darin alles beinhaltet ist, inklusive der Erkenntnis, das wahrzunehmen, was ihnen von Gott geschenkt ist. Wenn wir nun sagen, „gut, aber das haben wir unserem Glauben zu verdanken, dann sei noch einmal an Vers 1 erinnert: An alle, die mit uns denselben teuren Glauben empfangen haben, hat Petrus diesen Brief adressiert. Nicht an alle die klüger oder besser waren, sondern an alle die denselben teuren Glauben empfangen haben. Somit ist es eindeutig kein Verdienst, sondern vielmehr so wie Paulus erklärt hat, als er schrieb: Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist (1.Kor 2,12). Das Opfer das Christus vollbracht hat, reicht aus für die Sünden der ganzen Welt, doch Anteil daran haben nur jene, die es annehmen. Da der natürliche Mensch die Botschaft vom Kreuz für eine Torheit hält, wird er sie immer ablehnen, der einzige Grund, warum es dennoch Menschen gibt, die darin Gottes Kraft und Gottes Weisheit erkennen, liegt an der Berufung: Den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit (1.Kor 1,24).

Weil es von grundlegender Bedeutung ist, dass Christen dies wahrnehmen, stellt Petrus dies an den Anfang, sagt aber noch etwas sehr Entscheidendes, das wir nicht übersehen wollen, und das ist die Aussage des zweiten Verses, wo er schreibt: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn! Das war sein Wunsch und sein Gebet für seine Glaubensgeschwister, dass der Friede Gottes in ihren Herzen regieren möge, und dies ist in dem Maße der Fall, wie sich Gläubige dessen Bewusst sind, was die Gnade Gottes beinhaltet. Nämlich, dass es von Anfang bis Ende, allein die souveräne Gnade Gottes ist, der sie ihre Errettung zu verdanken haben. Wie unsicher wäre das Heil, läge es in der Hand des Menschen, die einzige Sicherheit, ist die Tatsache, dass das Heil der Auserwählten in der Hand Gottes liegt. Niemand kann sie aus der Hand des guten Hirten reißen, niemand kann sie aus der Hand Gottes reißen (vgl. Joh 10,27-29). Weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn (Röm 8,39), erklärt der Apostel Paulus, der genau wie Petrus, sowohl die Lehre der Erwählung, als auch die der Heilsgewissheit, immer an den Anfang gestellt hat. Ziel seiner Unterweisung war, dass alle Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist (Eph 3,18). Genau darauf zielt auch Petrus ab, wenn er sagt: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn!

Je, mehr die Gläubigen in der Erkenntnis Gottes und Jesu wachsen, je mehr werden ihre Herzen vom Friede Gottes regiert. Und was könnte uns mehr Frieden und Sicherheit verleihen, als die Tatsache, dass unser Heil allein in den Händen unseres liebevollen Vaters liegt? Läge nur 1% in unserer eigenen Hand, so wäre es vergleichbar, als hätte Gott ein dickes Seil vom Himmel herabgelassen, an dem ER uns hochziehen würde, wir hingegen wären mit einem seidenen Faden mit Gottes Rettungsseil verbunden. Egal wie stabil das Seil Gottes in diesem Fall wäre, der seidene Faden würde bei der geringsten Belastung reißen. Leider wird der christliche Glaube fälschlicher Weise oft so dargestellt, was dazu führt, dass Gläubige immer in der Unsicherheit leben, ob ihr Glaube stark genug sein wird, bis ans Ende zu überwinden. Hier kann gewiss nicht der Friede Gottes im Herzen einziehen, vielmehr wird es so sein, dass sie von Unsicherheit und Zweifel geplagt werden. Aber wie gesehen, Petrus wünscht den Gläubigen, Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn! Und dies kann nur der Fall sein, wenn wir beherzigen, was er in seinem ersten Brief schreibt, indem er sagt: Setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade (1.Petr 1,13). Oder um es mit den Worten des Apostel Paulus zu sagen: Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es (Eph 2,8).

Nehmen wir also wahr, der rettende Glaube ist nicht etwas, das wir aus uns selbst heraus produzieren können, vielmehr haben wir diesen Glauben der Gnade Gottes zu verdanken. Wir haben diesen teuren Glauben empfangen, es ist ein unverdientes Geschenk Gottes. Die christliche Hoffnung beruht nicht auf etwas, das wir getan haben oder tun werden, sondern allein auf der Gerechtigkeit, die, wie Petrus sagt, unser Gott gibt. Das ist es, was es zu aller erst zu realisieren gilt, die Errettung ist allein der souveränen Gnade Gottes zu verdanken. Gerade aus diesem Grund wird in der Ewigkeit kein Raum für Eigenruhm sein, vielmehr wird für jeden Erlösten außerfrage stehen, wem er das Heil zu verdanken hat: Die Ehre und der Dank gilt allein dem HERRN, allein dem Lamm Gottes, daher gilt: Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn (Jer 9,23; 1.Kor 1,31; 2.Kor 10,17; Eph 2,9). Wenn wir dies wahrnehmen, werden wir Gott die Ehre zuteilwerden lassen, die IHM zusteht, und zudem das genießen können, was der Vater für Seine Kinder vorgesehen hat, und das ist nicht, dass wir ständig von Zweifeln und Furcht geplagt werden, sondern dass der Friede Gottes in unseren Herzen regieren kann, weil wir die Gewissheit haben, dass unser Heil in Christus sicher ist. Niemand kann uns aus Seiner Hand reißen, weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges (Röm 8,38).

 

Quellangaben:
1. Martyn Lloyd-Jones: Licht an einem dunklen Ort, S.6
2. Ebd. S.32/33

 

 


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