und

Wir aber erwarten einen neuen Himmel

02.10.2017

Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden! Und seht die Langmut unseres Herrn als [eure] Rettung an (2.Petr 3,11-15a).


Wie dieser Vers noch einmal deutlich macht, verbindet Petrus die Mahnung zu einem gottwohlgefälligen Leben, mit der Hoffnung auf die himmlische Berufung. Es ist wichtig, dass wir diese Hoffnung im Herzen haben, und zwar aus zweifachem Grund: Erstens, damit wir nicht verzagen oder resignieren und zweitens, damit wir uns vor der endzeitlichen Verführung in Acht nehmen. Die Tatsache, dass wir in einer Zeit leben, in der ein Großteil des Christentums schläfrig ist, macht diesen 2.Petrusbrief für unsere Generation besonders bedeutsam, denn gerade in einer Situation, in der Christen alles, nur nicht wachsam sind, gilt es aus dem Schlaf zu erwachen und nüchtern zu werden. „Nüchtern“ bedeutet, sowohl das Zeitgeschehen als auch den Abfall in dem wir uns befinden, anhand der Schrift richtig einzuordnen. Entscheidend ist, die richtigen Schlüsse zu ziehen und darauf zu achten, weder das Ziel der himmlischen Berufung aus den Augen zu verlieren, noch den Auftrag zu vernachlässigen, der uns aufgetragen ist.

Gerade diesbezüglich sind zwei gewaltige Irrtümer vorherrschend, einer davon besteht in dem Versuch, die Botschaft zu glätten und alles, was dem Zeitgeist entgegensteht, neu zu interpretieren und umzudeuten. Wobei man zwar gerne vorgibt, man könne dadurch mehr erreichen, doch das Hauptmotiv das sich dahinter verbirgt ist die Frucht in der Gesellschaft anzuecken. Wie wenig dieses Verhalten mit wahrem Christentum zu tun hat, sehen wir darin, dass die ersten Christen nicht die Anerkennung und den Beifall der Welt erhielten, sondern dass man sie beschrieb als eine Sekte, der man an allen Orten widerspricht (Apg 28,22; vgl. Hebr 12,3).

Die Botschaft vom Kreuz war damals eine Torheit und ein Ärgernis, und sie ist es auch heute noch. Wer es nun für klug hält, diese Botschaft zu unterschlagen oder umzudeuten, der missachtet, dass er damit die Weisheit Gottes verwirft und stattdessen auf menschliche Weisheit setzt. Was hierbei ignoriert wird, ist die Tatsache, dass es Gott wohlgefallen hat, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu retten (1.Kor 1,21). Wir müssen wahrnehmen, dass die Errettung keine Angelegenheit menschlicher Machbarkeit ist, sondern allein in der Macht Gottes steht. Ferner gilt es zu akzeptieren, dass es Gottes Ratschluss entspricht, gerade durch diese Botschaft, die überhebliche Weisheit dieser Welt zunichte zu machen. Bereits durch den Propheten Jesaja hat Gott gesagt: »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.«, worauf Paulus die Frage stellt: Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? (1.Kor 1,20). Anstatt sich einzureden, mit der richtigen Methode, jeden Menschen bekehren zu können, sollten wir die Haltung Jesu einnehmen, der im Gebet zum Vater sprach: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast“ (Mt 11,25). Wie viel Schaden könnte von der Gemeinde abgewendet werden, wenn sich nicht so viele über das Wort erheben würden, um es so lange zu verdrehen, bis es nach jedermann Geschmack ist.

Während das eine Extrem die Vermischung und Anpassung ist, besteht das andere in einer Isolation, die dem Mönchstum gleichkommt. Auch wenn man sich hierbei nicht hinter Klostermauern zurückzieht, so nimmt man dennoch die ungesunde Haltung ein, dass die Zeit des Missionierens und Evangelisierens vorbei sei. So sieht man die einzig verbleibende Aufgabe darin, das Salz im Salztopf zu bewahren. Diese Haltung ist auf den Irrtum gegründet, es ginge in dieser endzeitlichen Phase nur noch darum, dass der Überrest der Gläubigen mit sich selbst befasst ist. Begründet wird diese Haltung mit dem Argument, dass die Welt nicht mehr nach Gott fragen würde. Natürlich ist es wahr, dass wir in einer Zeit leben, in der man die gesunde Lehre nicht mehr ertragen kann, dennoch dürfen wir darin kein Alibi sehen, jeglichen missionarischen Eifer einzustellen, weil man sich sagt, dies würde ohnehin nichts mehr bewirken. Es ist keine Frage, dass die Anzahl jener, die ein falsches Evangelium verkünden, längst in der Überzahl ist. Ebenso wenig steht außer Frage, dass ihre Botschaft besser ankommt. Dennoch gilt, was geschrieben steht: „Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit“ (2.Tim 4,2). Wir finden diese Aufforderung im selben Brief, in dem das Verderben für die Endzeit angekündigt wurde, in dem prophetisch angekündigt wurde, dass die Menschheit selbstsüchtig sein wird, dass man nur noch einen frommen Schein wahren wird, die Kraft Gottes jedoch verleugnet wird und dass Lehrer gefragt sein werden, die den Leuten ausschließlich das erzählen, was sie gerne hören wollen. Somit ist klar, Irrlehrer werden höher im Kurs stehen, doch das ist nichts Neues, denken wir an den Propheten Micha, der allein gegen 400 falsche Propheten stand.

Dass es, je näher wir der Wiederkunft Jesus entgegengehen, so sein würde, wird im Neuen Testament an verschiedenen Stellen deutlich, es sollte uns also nicht überraschen, vielmehr können wir hier die Bestätigung biblischer Prophetie erkennen. Eine der Stellen, wo dies klar prophezeit wurde, ist die Endzeitrede des HERRN. Wir haben bereits im 6. Kapitel festgestellt, dass Jesus diese Rede mit einer Warnung vor Verführung begonnen hat, indem ER sprach: „Seht zu, dass euch nicht jemand verführe!“ (Mt 24,3). Doch ER sprach nicht nur von Verführung, Kriegen und Erdbeben, sondern erwähnt noch einen weiteren Aspekt den wir nicht übersehen dürfen. Betrachten wir um des Zusammenhangs willen dazu die Verse 11-14: Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“

Was wir hier sehen, ist, dass nicht nur die Verführung überhandnehmen wird, sondern dass sich das Evangelium parallel dazu verbreiten wird. Doch wie sollte dies geschehen, wenn die treuen Kinder Gottes resignieren und keinen Sinn mehr in der Evangelisation sehen? Wie der Text auch sagt, wird darauf das Ende kommen. Was anderes können wir daraus ableiten, als die Tatsache, dass die Gnadenzeit solange andauern wird, bis der HERR wiederkommt. Bis dahin gilt, was Jesus im Gleichnis von den anvertrauten Pfunden gelehrt hat: „Handelt damit, bis ich wiederkomme!“ (Lk 19,13). Dies deckt sich im Übrigen auch mit den Worten des Apostel Petrus, der die Frage, warum sich die Wiederkunft des HERRN verzögert, wie folgt beantwortet hat: Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe (2.Petr 2,9). Solange der HERR nicht wiederkommt, ist noch Gnadenzeit, solange der HERR nicht wiederkommt, hat der Missionsauftrag Gültigkeit.  

Es steht weder in unserer Macht noch in unserer Verantwortung, wie viele Menschen sich bis dahin noch bekehren, was uns aufgetragen ist, lautet: „Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende (Mt 28,19-20). Diese Botschaft ist also weder räumlich, noch in Bezug auf Völker oder Völkergruppen eingeschränkt, sondern hat nur eine zeitliche Einschränkung, aber die genannte Frist ist das Ende der Welt. Der Missionsauftrag endet also erst mit der Wiederkunft des HERRN und keinen Tag früher. Doch bis dahin gilt nicht nur der Auftrag, sondern auch Sein Versprechen: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“. Wir sind bei diesem gewaltigen Auftrag also nicht auf uns allein gestellt. Wäre dies der Fall, dann wäre es tatsächlich ein hoffnungsloses Unterfangen, andere Menschen für Jesus gewinnen zu wollen, doch entscheidend ist nicht das, was in unserer Macht steht, sondern Seine Macht. Es mag uns vorkommen, als seien wir umgeben von Menschen mit steinernen Herzen. Menschen, an deren Herzen die Botschaft des Evangeliums abperlt, wie Wasser an einer Fensterscheibe. Wir sagen, es ist unmöglich, hier gibt es kein Durchkommen. Genau hier jedoch setzt der Glaube ein, vertrauen wir wirklich dem, was Jesus gesagt hat? Auch ER sagte: „Bei den Menschen ist's unmöglich“, doch auf diese nüchterne, realistische Feststellung folgte ein „ABER“, und diese lautet: „Aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott“. Glaube beginnt da, wo wir mit unseren Möglichkeiten am Ende sind. Es ist ein Wunder, wenn ein Mensch zum Glauben kommt, alles was wir dazu beitragen können und auch sollen, ist in der Aufgabe zu sehen, die Botschaft des Evangeliums unverfälscht weiterzugeben. Ohne diese Botschaft geht es nicht, denn der Glaube kommt aus der Predigt und die Predigt aus dem Wort Gottes. Nicht die Engel, sondern die Jünger haben diesen Auftrag erhalten und dieser besteht solange, bis Jesus wiederkommt.

Keine Frage, als Christ lebt man in einem Spannungsfeld, und zwar zum einem, weil man weiß, was dieser Welt bevorsteht und auch im näheren Umfeld Menschen kennt, die ungebremst auf das Gericht Gottes zusteuern. Des Weiteren leiden wir unter einem immer unmoralischer werdenden Umfeld und darunter, dass uns diese Welt ihre entartete Moral förmlich aufzwingen will. Wir erinnern uns, Petrus hat festgehalten, dass die gerechte Seele Lots, Tag für Tag dadurch gequält wurde, weil er das zügellose Leben seiner Mitmenschen mitansehen musste (vgl. 2.Petr 2,7-8). Wenn der Geist Gottes in unserem Herzen wohnt, werden wir diesen Schmerz ebenso empfinden. Aber nicht nur das, besonders schmerzlich ist es, wenn Menschen, die sich als Diener Gottes ausgeben, unzüchtiges Verhalten im christlichen Namen legalisieren. Beispiele habe ich bereits erwähnt. Weiter kommt hinzu, dass wir immer mehr in die Ecke gedrängt werden, wenn wir an der Botschaft der Bibel festhalten und Sünde, Sünde nennen. Doch bedenken wir, für die ersten Christen war Anfeindung um ihres Zeugnisses Willen an der Tagesordnung. Sie haben sehr unter Ungerechtigkeit und Ausgrenzung gelitten, sie wurden bedroht, verfolgt, enteignet, gefoltert und getötet. Manche mögen sich gefragt haben, wofür sie dies alles erduldeten? Vielleicht waren sie ohnehin schon an einem Tiefpunkt, als dann auch noch Leute auftraten, die die Wiederkunft des HERRN nicht nur stark in Frage stellten, sondern diese zum Mythos erklärten.

An diesem Punkt setzt Petrus an, um ihnen zu versichern, dass ihre Hoffnung nicht vergebens ist, und macht zugleich deutlich, was jenen bevorsteht, die Gottes Wort verachten und ihr Leben stattdessen lieber selbst in die Hand nehmen. Alles jedoch, was sie anstreben und erreichen, ist nur auf das Irdische und Vergängliche ausgerichtet. Ihr Teil ist ausschließlich im Diesseits (vgl. Ps 17,14), laut ihrer Auffassung ist dieses Leben hier auf Erden alles, darum leben sie gemäß der Devise: Lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot (Jes 22,13). Hätte der Christ nicht die begründete Hoffnung, dass es eines Tages Lohn für den Gerechten gibt, wäre er wahrlich eine der bedauernswertesten Kreaturen. Dass dem nicht so ist, sondern dass es genau umgekehrt ist, hat Petrus durch den ganzen Brief hindurch immer wieder deutlich gemacht. Dabei verbindet er die Hoffnung des Glaubens, nämlich die Wiederkunft des HERRN mit dem Ansporn zu einem heiligen Lebenswandel, indem schreibt: Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden! Und seht die Langmut unseres Herrn als [eure] Rettung an (2.Petr 3,11-15a). Es gibt Verführung, es gibt Glaubensabfall und einen moralischen Absturz innerhalb unserer Gesellschaft, doch wie gesehen, es ist genau dieser Punkt, an dem Petrus ansetzt, wenn er versichert, dass unsere Hoffnung nicht vergebens ist und zugleich aufzeigt, was jenen bevorsteht, die Gottes Wort verachten. Egal wie viele Vorteile sie sich durch ihren gottlosen Lebensstil verschaffen mögen, egal wie viel irdische Schätze sie anhäufen mögen, all ihre Hoffnungen werden sich am Tag des Gerichts im Feuer auflösen. Weder Schätze, noch Statussymbole, noch Ehrentitel werden von Bedeutung sein, die einzige Frage die zählen wird, lautet: Steht mein Name im Lebensbuch des Lammes? Mit jedem Tag kommen wir der Wiederkunft des HERRN näher. Der Tag wird kommen, an dem sich erfüllen wird, was der HERR bereits durch Propheten Jesaja angekündigt hat: Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe (Jes 65,17).

Dies ist die Hoffnung des Christentums, es ist die Erwartung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Doch diese Hoffnung gründet sich nicht auf menschliches Wunschdenken, sondern auf eine göttliche Verheißung. Denn so wie Petrus Eingangs betont hat, dass der christliche Glaube nicht auf Fabeln oder Illusionen gegründet ist, so unterstreicht er dies am Ende seines Briefes noch einmal indem er schreibt: Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Beachten wir, die Erwartungshaltung ist auf das zuverlässige Versprechen Gottes gegründet. Es ist Seine Verheißung durch die uns neue Himmel und eine neue Erde zugesagt sind. Somit ist es weder eine vage Vermutung noch ein billiger Trost, sondern eine feste Zusage dessen, der nicht lügen kann. ER ist es, der uns durch Sein Wort diesen neuen Himmel und eine neue Erde versprochen hat. Und weil dort Gerechtigkeit wohnt, werden im Gegensatz zu dem, was falsche Propheten und falsche Lehrer sagen, nicht alle Menschen hineinkommen. Vielmehr gilt, was geschrieben steht: Und alles Unreine wird nicht in sie hineinkommen, noch derjenige, der Gräuel und Lüge tut, sondern nur die, welche geschrieben sind im Buch des Lebens des Lammes (Offb 21,27). Gottlose Menschen gehen der ewigen Verdammnis entgegen, Gläubige hingegen der zukünftigen Herrlichkeit. Eine Herrlichkeit, die so überwältigend sein wird, dass man es kaum in Worte fassen kann. Eine Herrlichkeit, über die gesagt ist: Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben (1.Kor 2,9). Es ist wichtig dieses Ziel vor Augen zu haben und darauf zu achten, dass sich trotz manchem Leid, trotz Anfechtung und Bedrückung keine geistliche Lethargie in unserem Leben breitmacht, so dass wir uns niederdrücken lassen und uns vielleicht sagen, es habe in unserer Zeit keinen Wert mehr, die Botschaft des Evangeliums weiterzugeben, vielmehr ginge es jetzt nur noch darum, sich selbst irgendwie über Wasser zu halten. Mögen wir uns nicht von solchen Gedanken niederdrücken und lähmen lassen, sondern vielmehr im Glauben erfassen, was Paulus in Römer 8 geschrieben hat: Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat (Röm 8,37).

Dass sich eine Welt, die sich immer mehr von Gott lossagt, nicht positiv weiterentwickeln kann, ist nachvollziehbar und logisch, auch wenn die Menschheit immer noch der Illusion nachjagt, sie könne sich selbst retten, so wissen wir durch das Wort Gottes, dass es nur einen Retter gibt, wenn wir bei IHM Zuflucht gesucht haben, dann sind wir auf der sicheren Seite. Entscheidend ist, dass wir uns nicht von diesem Weg abbringen lassen, darum schreibt Petrus: Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im Voraus wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert!  (2.Petr 3,17). Der Grund, warum die Schrift uns dies alles im Voraus gesagt hat, ist gewiss nicht darin zu sehen, uns jegliche Hoffnung zu rauben, im Gegenteil, was uns Gottes Wort deutlich machen will, ist die Tatsache, dass wir unseren Blick nicht auf das Vergängliche, sondern auf das Unvergängliche ausrichten müssen. Wir sind hier nur Pilger, die auf der Durchreise in eine bessere Heimat sind.

Wenn nun gesagt ist, dass am Tage Gottes die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden, dann sollte dies bei uns nicht zu einer Weltuntergangsstimmung führen, so dass wir nur noch Trübsal blasen und deprimiert durchs Leben gehen. Nein, vielmehr sollten wir uns freuen, dass dem so ist, denn wenn die alte gefallene Erde zerstört wird, dann geschieht dies zum einen, weil Gottes gerechtes Gericht über die Welt der Gottlosen ergeht, doch es gibt noch einen weiteren Grund: Die alte Welt, voller Ungerechtigkeit und Leid, muss weichen für einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Menschen, die die Ungerechtigkeit lieben, die Lüge gegenüber der Wahrheit bevorzugen, sollten zittern vor diesem Tag, die Erlösten hingegen sollte dies nicht frusten, sondern im Gegenteil, sie sollten darüber jubeln, dass Gott der Ungerechtigkeit ein Ende machen wird. Die Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit, sollte Ansporn sein, als treue Knechte zu leben, die so lange handeln, bis der HERR wiederkommt.

Diese Welt steuert dem Gericht Gottes entgegen, weil man alles fürchtet, nur nicht Gott. Man redet sich ein, der Planet sei durch ein Klimaabkommen zu retten, feiert jedoch zugleich den Verfall aller moralischen Werte und die Verwerfung aller göttlichen Ordnungen. So wurde von der Politik beispielsweise am 30.06.2017 der Beschluss über die Einführung der „Ehe für alle“ euphorisch gefeiert. Ob es je zuvor eine Konfettiparade im Bundestag gab, ist mir nicht bekannt, doch an diesem Tag war es der Fall. Man hätte meinen können, es sei ein wichtiger Schritt in der Menschheitsgeschichte erreicht worden und hörte Politiker freudig bekunden, dass dies ein historischer Tag sei. Man sprach von einem Sieg für eine offene und freie Gesellschaft und es war die Rede davon, dass die besondere Stellung der Ehe zwischen Mann und Frau, ein Gesetz gewesen sei, das völlig unbegründet gewesen sei. Dass Jesus diesen Bund bestätigt hat und dass unser Land durch die Reformation geprägt war, das hat kein Gewicht mehr, sondern wird weggefegt wie Kehricht aus vergangenen Zeiten. Es ist diese gottlose Haltung, die man als Fortschritt und Weiterentwicklung ansieht und nicht wahrnimmt, dass nicht der CO2-Ausstoß das Problem der Menschheit ist, sondern die sündhafte Natur des Menschen. Allein aus diesem Grund steuert die Erde ihrem Ende entgegen. Die Katastrophen und Kriege sind Vorboten von Gottes Gericht und zugleich die Geburtswehen von Gottes neuer Welt. Bald wird Jesus wiederkehren, wer nicht auf diesen Tag vorbereitet ist, für den wird dieser Tag so plötzlich kommen wie ein Dieb in der Nacht, doch für uns, die wir glauben, gilt was Paulus sagt: Ihr aber, Brüder, seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife; denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis. Also lasst uns nun nicht schlafen wie die Übrigen, sondern wachen und nüchtern sein! (1.Thess 5,4-6).

Es ist wichtig nüchtern und wachsam zu sein, denn gerade durch die vielfältigen Irrlehren, die in unseren Tagen kursieren, wird das Glaubensleben vieler zerstört. Wenn Petrus nun warnt. So hütet euch, dass ihr nicht durch den Irrtum dieser ruchlosen Leute samt ihnen verführt werdet und fallt aus eurem festen Stand, dann zeigt er uns, worauf es in unseren Tagen ankommt. Wir leben in einer Zeit, über die gesagt ist: Hier ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren (Offb 14,12). Ausharren und Bewahren, ist das Gegenteil von Resignieren oder Nachgeben. Hier geht es darum, angesichts des moralischen Abfalls und der endzeitlichen Verführung standhaft zu bleiben, und unbeirrt an der Wahrheit festhalten. So stehet nun, liebe Brüder! (2.Thess 2,15), schreibt auch Paulus, was darunter zu verstehen ist, macht folgendes Zitat von Wilhelm Busch deutlich: So stehet nun, liebe Brüder! Also nicht niederlegen soll sich die Gemeinde zum gemütlichen Schlaf und die Träume der verlorenen Welt mitträumen. Stehen soll sie (Eph. 6,14) wie die römischen Legionäre auf Wache, angetan mit der geistlichen Waffenrüstung. Stehen soll die Gemeinde wie ein Pfeiler in einem schönen Dom. Denn der Herr sagt, dass Er die Seinen machen will zum »Pfeiler in seinem Haus« (Offenbarung 3,12). Nicht hin und her rennen soll die Gemeinde wie die Martha, welcher der Herr sagen musste: »Eins aber ist not …« (Luk. 10,42). Immer mehr wird die Christenheit zum »Hans Dampf in allen Gassen«. Sie rennt mit der Welt um die Wette und rühmt sich, sie habe die »rechte Wirklichkeit« entdeckt. Nicht also, liebe Brüder! »So stehet nun!« Nicht umhergeweht werden soll die Gemeinde. Schon der Hebräerbrief mahnt (Hebräer 13,9): »Lasset euch nicht mit mancherlei und fremden Lehren umtreiben. Denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde.« O die vielen Modemänner und Modetheologen und Modemeinungen in der Christenheit! Dass Gott erbarm! »So stehet nun, liebe Brüder!« Auch ducken sollen sie sich nicht, die Christen. Es gibt Jesusjünger, bei denen die Arbeitskollegen jahrelang nicht merken, wohin sie gehören. Wie jämmerlich ist dieser geduckte Christenstand! 1

Wenn uns die Schrift eindringlich vor der Gefahr, die von falschen Lehren ausgeht, warnt, dann sollte uns bewusst sein, dass dies nicht ohne Grund der Fall ist. Der Heilige Geist würde uns sich nicht vor etwas warnen, wenn keine Gefahr davon ausginge, daher dürfen wir uns hier nicht in falscher Sicherheit wiegen, sondern müssen die biblische Anweisung, die Geister zu prüfen, ernst nehmen. Die gesunde Lehre beinhaltet keine Leichtgläubigkeit, alles was nett vorgetragen wird bedenkenlos anzunehmen, sondern leitet uns zur geistlichen Unterscheidungsfähigkeit an. Während Irrlehrer die Lehre als etwas Nebensächliches darstellen und viel von Liebe und Toleranz sprechen, duldet der Geist der Wahrheit keine Lehren, die von Zeugnis der Schrift abweichen. Aus diesem Grund finden wir in diesem Brief diese deutliche Warnung, worin wir die fürsorgliche Liebe des HERRN für Seine Gemeinde sehen können, denn hier geht es ganz klar darum, Schaden vom Volk Gottes abzuwenden. Die Hauptgefahr besteht, wie Petrus aufzeigt, darin, aus der eigenen Festigkeit herausgerissen zu werden. Wer glaubt, über den Dingen zu stehen, der ist bereits der ersten Lüge aufgesessen. Denn die Lehre der Schrift besagt nicht, dass wer heute standhaft ist, die Garantie hat, dass er nie zu Fall kommen könnte, vielmehr steht geschrieben: Wer meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle! (1.Kor 10,12). Sobald wir anfangen uns zu sagen: „Nun ja, wenn die anderen alles so locker sehen, dann darf ich vielleicht auch nicht so engstirnig sein!“, haben wir den Punkt erreicht, vor dem Petrus warnt.

Eine weitere Gefahr der endzeitlichen Verführung ist darin zu sehen, angesichts des geistlichen Einbruchs zu resignieren. Wenn dies der Fall ist, wird es dem Feind gelingen, uns zu lähmen, so dass wir nur noch schwarzsehen. Doch beachten wir, wie wir laut Jesus auf die endzeitlichen Entwicklungen regieren sollen. ER sprach nicht, „wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann lasst euren Kopf hängen!“, sondern: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!“ (Lk 21,28). Wenn wir diesen Blick haben, dann wird uns die Hoffnung auf die Wiederkunft unseres HERRN dazu beflügeln, als treue Knechte befunden zu werden. Treffend kommentiert William MacDonalds: Die Wahrheit über die neuen Himmel und die neue Erde sollte unser Verlangen nach einem geheiligten Leben »als dem Herrn« (vgl. z. B. Kol 3,23) verstärken. Es ist nicht nur eine Wahrheit, woran wir festhalten sollen, sondern auch ein Gut, das uns festhält. Das Wissen, dass wir schon bald vor Gott stehen werden, sollte in uns das Verlangen hervorrufen, »unbefleckt und tadellos«, d. h. moralisch rein, zu sein. Dieses Wissen sollte unseren Eifer anspornen, in einem Zustand des »Friedens« und nicht im Streit zu leben.  2

Daher gilt es zu beherzigen, was Petrus schreibt: Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden! Und seht die Langmut unseres Herrn als [eure] Rettung an. Aus diesem Grund hat Petrus gleich zu Anfang des Briefes daran erinnert, wie kostbar der Glaube ist, den wir empfangen haben. Wir haben keinen Grund zu resignieren oder mit finsterer Miene durchs Leben zu gehen. Überlegen wir doch, was die ersten Christen um ihres Glaubens Willen alles erdulden mussten. Paulus und Silas beispielsweise waren geschlagen und eingekerkert worden, doch was lesen wir? Haben sie Klagelieder angestimmt? Nein, geschrieben steht: Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott (Apg 16,25). Oder denken wir an Petrus und Johannes, man hatte sie um ihres Zeugnisses willen geschlagen, doch wie haben sie reagiert, ließen sie sich einschüchtern, haben sie resigniert? Nein, wir lesen: Sie gingen aber fröhlich von dem Hohen Rat fort, weil sie würdig gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden (Apg 5,41). Man hat sie bedroht, man hat sie geschlagen und verspottet, doch wie hat sich dies auf ihr Gebetsleben ausgewirkt? Sprachen sie: „Herr, sieh an ihre Drohungen, es macht keinen Sinn die Botschaft zu verbreiten, wir machen uns damit nur unbeliebt!“? Nein, ihre Worte waren: Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden (Apg 4,29). Wir dürfen uns die Freude am HERRN und die Freude an unserem Heil nicht rauben lassen, denn die Schrift sagt uns: Seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke (Neh 8,10). Darum möchte ich es mit den Worten des Apostel Paulus sagen: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! (Phil 4,4). Und wiederum sagt uns die Schrift: Erbaut euch auf eurem heiligsten Glauben (Jud 20).

Auch wenn die Welt ihrem Untergang entgegengeht, so sollte in unserem Leben die Zuversicht und die Freude überwiegen, weil wir wissen, dass die Erfüllung dessen, worauf wir hoffen immer näher rückt. Dass auch Petrus davon ausgeht, dass sich im Leben der Gläubigen diese Hoffnung widerspiegelt, sehen wir, wenn er in seinem ersten Brief sagt: Heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist (1.Petr 3,15). Nicht für Mutlosigkeit und Verzweiflung, gilt es sich zu rechtfertigen, sondern dafür, trotz schwieriger Umstände und Widerwertigkeiten, Hoffnung und Zuversicht auszustrahlen. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, dass wir den HERRN in unserem Herzen heiligen. Unser Blick muss auf IHN gerichtet sein, unser Herz muss allein IHM geweiht sein und dies kann nur der Fall sein, wenn wir an der Wahrheit festhalten, die uns in Seinem Wort offenbart ist. Wir dürfen uns nicht aus unserer Festigkeit herausreißen lassen, möge die Verführung noch so zunehmen, mögen noch so viele Irrlehrer auf dem Plan treten, der HERR hat es angekündigt, daher sollte es uns weder überraschen, noch dürfen wir uns dadurch beirren lassen. Lassen wir uns auch nicht entmutigen, weiter Zeugen der Wahrheit zu sein, anstatt angesichts dessen, dass die Irrlehrer in der Überzahl sind, klein beizugeben, gilt es umso mehr, dass wir die Wahrheit verteidigen. Satan weiß, dass er nur noch wenig Zeit hat, daher fährt er sein ganzes Register der Verführungskunst auf. Gerade wenn wir uns hier vorkommen sollten wie auf verlorenem Posten, ist es entscheidend die beiden folgenden geistlichen Wahrheiten zu realisieren: 1. Fürchte dich nicht! Denn zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei ihnen sind (2. Kön 6,16). 2. Der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist (1.Joh 4,4).

Selbst wenn es nicht den Anschein haben mag, die Gläubigen stehen auf der Seite des Siegers. Zwar sind die Machtverhältnisse in dieser gefallenen Welt so, dass die Ungerechten über die Gerechten herrschen, doch wenn Jesus wiederkehrt, werden die Dinge wieder geradegerückt. Im Augenblick werden wir Christen von der Welt gerichtet, aber das wird sich ändern, lehrt Tim Kelly anhand der Schrift (vgl. Dan 3,19-21; Mal 3,19-21; Offb 2,26-27: 3,21) und führt weiter aus: Die Zeit wird kommen, in der ungläubige Menschen hier auf Erden nicht mehr das Sagen haben, sondern Christus. ER ist der Gesalbte König, der Messias, der Sohn Gottes, der kommen wird, und wenn ER den Thron Davids einnimmt, dann werden wir Christen mit dem Herrschen. 3  Noch eine kleine Weile und das Blatt wird sich wenden, dann werden wir sehen, was wir geglaubt haben. Christus hat für uns eine ewige Erlösung erworben. ER hat die Gewalten und die Mächte der Finsternis völlig entwaffnet, als ER den Sieg am Kreuz errungen hat (vgl. Kol 2,15). Ohne Übertreibung kann man sagen, dass Satan angezählt ist, seiner Macht ist eine Frist gesetzt. Jesus Christus hingegen wird herrschen bis in alle Ewigkeit. Denn Sein Reich wird kommen und Sein Wille wird geschehen, niemand wird dies aufhalten können, wohl allen, die auf Seiner Seite stehen, wohl allen, die diesen kostbaren Glauben empfangen haben.

Und was macht diesen Glauben so kostbar und einzigartig? Es ist die Tatsache, dass dieser Glaube die Welt überwunden hat (1.Joh 5,4), und zwar nicht in eigener Kraft oder aus eigenem Vermögen, sondern in Jesus Christus, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens. ER hat überwunden, ER hat der Schlange den Kopf zertreten und als letzten Feind den Tod besiegt. Und Sein Versprechen lautet: Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind (Offb 22,12). Sollten wir da nicht motiviert sein, als solche erfunden zu werden, die IHM die Treue halten und IHN mit Freuden bezeugen? Lassen wir uns also nicht entmutigen, erwarten wir auch keine großen Massenerweckungen, es geht immer um den Einzelnen. Wenn von 100 Schafen eins verloren ist, geht Jesus diesem einen Schaf nach, nehmen wir uns also Zeit für persönliche Gespräche, anstatt auf eine Möglichkeit zu warten, bei der wir 100 oder 1000 Menschen auf einmal erreichen können. Wir erinnern uns, Petrus schrieb: Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist. „Jedermann, der Rechenschaft fordert“, klingt nicht nach einem Massenphänomen, sondern nach der täglichen Bereitschaft, einzelnen Menschen, das Evangelium zu bezeugen. Wir müssen also nicht warten, bis uns jemand einlädt in einem vollbesetzten Fußballstadion zu sprechen. Nehmen wir vielmehr die scheinbar kleinen Möglichkeiten wahr, um einzelnen Menschen zu begegnen. Denken wir an Philippus, in Samarien waren viele Leute aufgrund seiner Verkündigung zum Glauben gekommen. Doch er erhält vom HERRN die Anweisung: Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und öde ist (Apg 8,27). Dort begegnet er einem Kämmerer aus Äthiopien. Dieser Mann findet schließlich zum Glauben und lässt sich taufen (V 38). Philippus hätte sagen können, „ich bleibe lieber in Samarien, da ist gerade eine große Erweckung“, doch stattdessen machte er sich auf den weiten Weg, um nur eine einzige Person zu erreichen. Diese Person wiederum brachte das Evangelium nach Äthiopien. Verachten wir also niemals die kleinen Dienste und bewerten wir Erfolg nicht nach Zahlen. Die schmale Pforte ist so eng, dass jeder einzeln durchgehen muss, und wenn Jesus sich wegen einem einzigen Schaf auf die Suche macht, dann sollten wir nicht so lange abwarten, bis uns die Massen zulaufen. Halten wir uns daher an das Wort: Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen (Gal 6,9).

Lassen wir uns also weder entmutigen, noch zurückdrängen, sondern bleiben wir standhaft und treu, indem wir uns immer wieder neu im HERRN stärken und dies geschieht nicht zuletzt, indem wir Seinem Wort vertrauen, das uns sagt. Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus (1.Thess 5,9). Wir haben einen gewaltigen Auftrag, doch wir haben auch die Verheißung, dass ER alle Tage bei uns ist. Wichtig ist, dass wir nicht stehen bleiben, uns nicht entmutigen lassen, sondern unseren Lauf vollenden. Doch dies nicht im Vertrauen auf unserer Stärke, sondern darauf, dass ER das gute Werk, das ER begonnen hat, auch vollenden wird. So möchte ich schließen mit dem Schlusswort aus dem 2.Petrusbrief: Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen (2.Petr 3,18).

 

Quellangaben:
1. Die Wilhelm-Busch-Bibliothek, S.134
2. William MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament, S.1379
3. Tim Kelly - Der richtige Umgang mit Streit unter Christen


 

Dies war das vorletzte Kapitel des Buches "Das einzige Licht in der Finsternis" das seit dem 07.10.2017 zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

 

 

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