und

13. Die Überheblichkeit der Irrlehrer

10.09.2017

 

Geliebte, dies ist nun schon der zweite Brief, den ich euch schreibe, um durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufzuwecken, damit ihr an die Worte gedenkt, die von den heiligen Propheten vorausgesagt worden sind, und dessen, was euch der Herr und Retter durch uns, die Apostel, aufgetragen hat. Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass am Ende der Tage Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung an gewesen ist!  (2.Petr 3,1-4).

 

Wie bereits festgestellt, kommt Petrus in seiner Argumentation gegen die Sorglosigkeit falscher Lehrer auf Beispiele zurück, die uns deutlich vor Augen stellen, dass der wahre Gott kein antiautoritäreres Wesen ist, dem nur daran gelegen sei, alle Menschen in ihrem Tun zu betätigen und zu segnen. Weil es genau dieser Eindruck ist, den die überheblichen Irrlehrer vermitteln, bezeichnet der Apostel sie als Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Während die Heilige Schrift immer wieder zur Wachsamkeit aufruft, während sie dazu auffordert: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten (Eph 5,14), verteilen Irrlehrer Beruhigungsmittel und Schlaftabletten, indem sie das Bild eines Gottes vermitteln, den man weder fürchten noch ernst nehmen müsse. Um dies zu widerlegen hat Petrus drei historische Präzedenzfälle erwähnt, in denen Gott direkt gerichtlich eingegriffen hat. Als erstes nannte er Engel die gesündigt haben, indem sie ihren Herrschaftsbereich verlassen haben. Dass Gott dies nicht einfach durchgehen lies, stellt Petrus deutlich heraus, indem er sagt: Denn wenn Gott die Engel nicht verschonte, die gesündigt hatten, sondern sie in Fesseln der Finsternis in den Abgrund warf, um sie zum Gericht aufzubewahren (2.Petr 2,4). Als nächstes kam er auf eines der traurigsten und erschütterndsten Ereignisse, der gesamten Menschheitsgeschichte zurück, indem er schrieb: Und wenn er die alte Welt nicht verschonte, sondern [nur] Noah, den Verkündiger der Gerechtigkeit, als Achten bewahrte, als er die Sintflut über die Welt der Gottlosen brachte (2.Petr 2,5), und zuletzt kam er auf die Zerstörung von Sodom und Gomorra zurück, indem er in Erinnerung brachte, dass diese Städte zu Schutt und Asche gemacht wurden.

William MacDonald kommentiert: Das dritte Beispiel für Gottes schonungsloses Gericht ist die Zerstörung von »Sodom und Gomorra«. Diese beiden Städte, die nahe dem Südende des Toten Meeres lagen, waren Brutstätten sexueller Perversion. Die Menschen dort akzeptierten Homosexualität als normale Lebensform. Gott hielt diese schrankenlose Entartung nicht für eine Krankheit, sondern für Sünde. Um allen kommenden Generationen gegenüber zu beweisen, dass er Homosexualität abgrundtief hasst, ließ er Feuer und Schwefel über Sodom und Gomorra regnen (1. Mose 19,24). Damit wurden diese Städte in Schutt und Asche gelegt. Die Zerstörung war so umfassend, dass man heute nicht mehr genau weiß, wo diese Städte lagen. Sie sind eine Mahnung für alle, die Sünde legalisieren oder sie als Krankheit entschuldigen wollen. 1

Wie offensiv sich sogenannte Diener Gottes heute gerade für diese Form sexueller Entartung einsetzen, haben wir bereits gesehen. Vehement und unverfroren fordern sie nicht nur die gesellschaftliche Akzeptanz für Homosexualität ein, sondern üben regelrecht Druck aus, dass solchen Paaren der kirchliche Segen nicht verwehrt werden dürfe. Durch diese ehrfurchtslose Haltung entsprechen solche Theologen, den von Petrus beschriebenen Spöttern. Spötter, in deren Augen es nahezu lächerlich erscheint, dass Sünde je ernsthafte Konsequenzen haben könnte und die nicht wahrhaben wollen, dass Jesus tatsächlich wiederkommt, um Gericht über alle Gottlosigkeit zu üben (vgl. 2.Petr 3,7.10). Dieser leichtfertigen Haltung setzt Petrus diese drei exemplarischen Beispiele für Gottes direktes gerichtliches Eingreifen entgegen, indem er in seiner Argumentation darauf abzielt, dass das zukünftige Gericht genauso sicher ist, wie die Tatsache, dass Gott in der Vergangenheit strafend eingegriffen hat. Diese Gerichte sind wie ein Warnschuss, der uns wachrütteln sollte, wahrzunehmen, dass die Lehre die heute vielfach kursiert, nämlich dass der Gott des Alten Testament viel strenger gewesen sei, als der des Neuen Testaments, eine Irrlehre ist. Wie gesagt, Petrus hält dieser Denkweise diese 3 eindrücklichen Beispiele entgegen, die Engel die gesündigt haben, die Generation Noahs und zuletzt sagt er: Und auch die Städte Sodom und Gomorra einäscherte und so zum Untergang verurteilte, womit er sie künftigen Gottlosen zum warnenden Beispiel setzte (V 6).

Hier haben wir es im Wort Gottes also schwarz auf weiß, das göttliche Gericht ist nicht nur heiße Luft, so wie es uns die zahlreichen modernen Irrlehrer unserer Zeit einreden wollen, nein, Gott hat durch diese Präzedenzfälle deutlich gemacht, was Gottlosen zukünftiger Generationen bevorstehen würde, sie steuern geradewegs auf Gottes Zorngericht zu. Diese drei Beispiele sind daher als ernsthafte Warnung vor dem Endgericht zu sehen, wo jeder Mensch Rechenschaft über sein Leben ablegen muss. Wie Jesus gelehrt hat, müssen wir an jenem Tag für jedes unnütze Wort Rechenschaft ablegen (vgl. Mt 12,36). Kein Wunder, dass gerade jene Spötter, die Gottes Gnade in Ausschweifung verkehren, mit einer besonders harten Strafe zu rechnen haben. Wie gesagt, Petrus hält dieser leichtfertigen Haltung, diese alttestamentlichen Beispiele entgegen, wo Gott direkt strafend eingegriffen hat, und betont, dass er damit jenen ein Beispiel gesetzt hat, die zukünftig gottlos leben.

Dasselbe Argument führt übrigens auch Judas an (vgl. Jud 7); doch nicht nur Petrus und Judas argumentieren so, sondern auch Jesus selbst. Auch ER hat die Zeit Seiner Wiederkunft mit den Tagen Noahs verglichen und ebenso an die Tage Lots erinnert. Und zwar war es in Seiner Endzeitrede, wo er diesbezüglich folgendes gesagt hat:  Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns. Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut - sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin -, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns. Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben. Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint (Mt 24,37-44).

Was beide Zeitalter gemein hatten, war die völlige Entartung, die sich vor allem auf sexuellem Gebiet bemerkbar machte (vgl. 1.Mo 6,1-4; 1.Mo 19,4-5). William MacDonald kommentiert: Es ist kein Zufall, dass dieser 2. Petrusbrief, der den Abfall behandelt, auch so viel zum Thema sexuelle Sünde zu sagen hat, da die beiden oft zusammengehören. Abtrünnigkeit hat ihre Wurzel oft in moralischem Versagen. 2 Die zweite Auffälligkeit, ist die absolute Sorglosigkeit, diese Menschen rechneten mit allem, nur nicht mit dem Gericht Gottes. Somit entsprach ihre Haltung exakt der Einstellung jener von Petrus beschriebenen Spötter, die hinsichtlich der Wiederkunft des HERRN sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens?

Dieselbe Haltung kennzeichnet auch unser Zeitalter, würde man sie nur in der Welt vorfinden, müsste man sich nicht wundern, doch sie kennzeichnet auch das, was sich „Christentum“ nennt. Ist es eine Übertreibung zu sagen, dass ein Großteil derer, die sich Christen nennen schlafwandelnd unterwegs sind? Ist es nicht genau diese Gefahr, vor der wir im Neuen Testament immer wieder gewarnt werden? Genau das ist es, wovor Petrus die Gläubigen eindrücklich warnt. Doch nicht nur er, sondern auch die anderen Apostel rufen uns zur Wachsamkeit auf. Wenn wir hierzu noch einmal auf die Endzeitrede des HERRN zurückkommen, dann sehen wir einen ganz deutlichen Kontrast, zwischen der Lehre des HERRN und dem, was Irrlehrer verkündigen. Während Jesus sagte: „Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt“, leiten Irrlehrer regelrecht zur Schläfrigkeit an, indem sie vermitteln, Gott würde alles nicht so eng sehen. Damit bestätigen sie, dass Petrus recht hat, wenn er über sie sagt: Denn mit hochfahrenden, leeren Reden locken sie durch ausschweifende fleischliche Lüste diejenigen an, die doch in Wirklichkeit hinweggeflohen waren von denen, die in die Irre gehen. Dabei verheißen sie ihnen Freiheit, obgleich sie doch selbst Sklaven des Verderbens sind; denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er auch geworden (2.Petr 2,18-19).

Wenn wir nun überlegen, in welch traurigem Zustand sich das Christentum in unserer Generation befindet, wenn wir die Sorglosigkeit wahrnehmen und sehen, was alles geduldet wird, dann können wir sagen, die Schlaftabletten, die von den modernen Irrlehrern verteilt werden, verfehlen ihre Wirkung nicht. Weite Teile des Christentums befinden sich im geistlichen Tiefschlaf. Man hat die Gnadenlehre in unserer Generation so überbetont, dass es uns leichter fällt, ständig um Vergebung zu bitten, als auf das zu achten, was Petrus im 1.Kapitel gelehrt hat, indem er schrieb: Befleißigt euch umso mehr, eure Berufung und Erwählung festzumachen! (1.Petr 1,10).

So klar wie Petrus im 1.Kapitel gezeigt hat, dass wir aus Gnade errettet sind, so deutlich wie er uns zeigt, dass wir Anteil an der göttlichen Natur haben, so klar legt er uns auch nahe, der Heiligung nachzujagen, indem wir uns von der Sünde unbefleckt zu halten. Die Gegenteilige Lehre, ist die der Irrlehrer, die zwar Freiheit versprechen, doch dies nur um Menschen zu ködern. Letztlich geben sie vor, es gäbe einen viel einfacheren Weg ins Himmelreich. Laut ihrer Auffassung, haben die Glaubensväter einen viel zu strengen Weg eingeschlagen, und sich das Leben dadurch nur unnötig schwergemacht. Während die Glaubensväter alles viel zu eng sahen, behaupten die Irrlehrer, es würde einen viel einfacheren Weg geben. Mit anderen Worten, sie wissen wie man abkürzen kann, wie man endlich das lästige: „Wer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich“ (Mk 8,34), hinter sich lassen kann. Auch wenn sie es nicht offen aussprechen, unterm Strich basiert der Kern ihrer Lehre auf der Haltung: Lasst und sündigen, damit die Gnade überströme. Dass sie dabei sehr geschickt vorgehen, haben wir bereits festgehalten, versuchen wir nun nachzuvollziehen, wie es ihnen gelingt, das Wort Gottes derart zu verdrehen, ohne dass sie ihren religiösen Schein verlieren. Wie können sie glaubhaft vermitteln, Diener Gottes zu sein, obwohl sie Gottes Wort in ihrem Herzen verachten? Das gängigste und bewertete Mittel ist die beliebte Behauptung, man müsse die biblische Moralvorstellung im Kontext unserer Zeit neu bewerten. Es ist wie William MacDonald erklärt, sie erklären, dass die Frage von Gut und Böse größtenteils von der Kultur abhängig sei. Oder sie versichern ihren Anhängern mit aalglatter Stimme, dass nichts verkehrt ist, wenn es nur in Liebe geschieht. 3

Dass man nicht lang suchen muss, um hierfür aktuelle Beispiele zu finden, haben wir bereits gesehen. Ebenso, dass diese Strategie, genau wie durch Petrus prophezeit, aufgeht, weil viele ihrem ausschweifenden Wandel folgen. Schließlich kann man sich als Laie sagen, nun, wenn diese theologisch ausgebildeten religiösen Führer so argumentieren, dann kann es nicht falsch sein, immer seinen Trieben zu folgen. Warnungen der Bibel müssen also nicht so eng gesehen werden, da sie ihr Verfallsdatum längst überschritten haben. Genau darauf zielt die Verkündigung der Irrlehrer ab, das ist es, was sie als „Freiheit“ propagieren, doch mit dem, was die Bibel unter „Freiheit“ versteht, hat dies nichts gemein. Den Gläubigen steht es nicht frei, nach Belieben zu sündigen, vielmehr besagt die Lehre der Schrift, dass sie von der Macht der Sünde befreit wurden. Als Jesus sagte: Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei (Joh 8,36), war gewiss nicht gemeint, dass wer an Jesus glaubt, einen Freibrief für ein sündiges Leben erhalten würde, sondern, dass der Gläubige Befreiung von der Macht der Sünde erfahren würde. Das heißt, die Sünde hat keine Herrschaft mehr über den Gläubigen, weil er kein Sklave der Sünde mehr ist. Er ist nicht mehr gezwungen, ihr zu dienen, sondern wurde von der Macht der Sünde befreit, um Gott zu dienen. Es ist wie Paulus erklärt: Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade (Röm 6,14). Und gerade weil das Wort Gnade von den Irrlehrern so missbraucht wird, möchte ich auch zitieren, was Paulus bezüglich der Gnadenlehre sagt: Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus (Tit 2,11-13).

Bemerken wir den Unterschied? Paulus sagt, dass die Gnade Gottes uns in Zucht nimmt, dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden abzusagen. Die Irrlehrer hingegen, vermitteln, dass uns die Gnade gegeben sei, damit wir nach unseren Begierden Leben können. Petrus entlarvt diese Menschen als leere Schwätzer, indem er sagt: Denn mit hochfahrenden, leeren Reden locken sie durch ausschweifende fleischliche Lüste diejenigen an, die doch in Wirklichkeit hinweggeflohen waren von denen, die in die Irre gehen. Dabei verheißen sie ihnen Freiheit, obgleich sie doch selbst Sklaven des Verderbens sind; denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er auch geworden.

Dass ein ungezügeltes Leben aus der Sicht Gottes kein Problem sei, ist nichts als ein leeres Versprechen. Es sind nur leere Worte um Menschen zu ködern. Dass die Argumentation auf einen Missbrauch der Gnadenlehre gegründet ist, haben wir bereits gesehen, doch es gibt noch ein weiteres Argument, mit dem sie die Glaubhaftigkeit ihrer Ansichten belegen wollen, und dieses lautet, dass die menschlichen Triebe Gottgegeben seien und daher nicht gezügelt werden sollen. Zügeln wir sie, so würden wir uns ihrer Meinung nach Persönlichkeitsstörungen zuziehen. Und so propagieren sie sexuelle Experimente vor der Ehe und eine lose Moral in der Ehe.3

Um aufzuzeigen, welche Personengruppe diesen Irrlehrern auf den Leim geht, möchte ich einmal mehr William MacDonald kommentieren, dem ich neben John MacArthur und Wilhelm Busch einginge Gedanken dieser Beitragsreihe zu verdanken habe. Er stellt fest: Ihre Opfer sind diejenigen, »die kaum denen entflohen sind, die im Irrtum wandeln«. Diese unerretteten Menschen haben sich einst ihren sündhaften Lüsten hingegeben, doch sie haben ihr Verhalten geändert. Sie beschlossen, sich zu bessern, ein neues Leben zu beginnen und wieder in die Kirche zu gehen. Statt eine bibelgläubige Gemeinde zu finden, geraten sie in einen Gottesdienst, wo einer dieser falschen Hirten predigt. Statt das Evangelium von der Errettung durch Glauben in Christus zu hören, wird ihnen gesagt, dass Sünde in Ordnung und Freizügigkeit begrüßenswert sei. Sie sind ganz überrascht, denn sie dachten bisher, dass Sünde immer falsch ist und die Kirche dagegen sei. Nun erfahren sie, dass Sünde kirchlicherseits sogar gutgeheißen wird! 4

Durch diese oberflächliche Lehre tragen falsche Lehrer aktiv dazu bei, dass der Weg der Wahrheit verlästert wird (2.Petr 2,2), denn ihren verderblichen Lehren geschuldet, steht das Christentum mehr für Zügellosigkeit, als alle anderen Religionen zusammen. Es ist kein Wunder, wenn strenge Muslime in Christen gottlose Menschen sehen, denn für sie muss der Eindruck entstehen, als sei im Christentum alles erlaubt. Egal wie ausschweifend Menschen leben, der Gott der Christen sieht großzügig darüber hinweg. Wie sehr der Name Gottes damit in den Schmutz gezogen wird, ist den Irrlehrern einerlei. Für sie spielt die Ehre Gottes keine Rolle, sie sind nicht darauf ausgerichtet, IHM zu gefallen, sondern ihren Trieben zu folgen. Doch sie begnügen sich nicht damit dies zu tun, sondern haben auch Freude daran andere Menschen dazu zu ermutigen (vgl. Röm 1,32). Es ist diese charakterlose Einstellung, es ist diese Dreistigkeit die biblischen Moralvorstellungen unverfroren aufzuheben und andere dazu anzuleiten, ihren fleischlichen Begierden zu folgen, durch die sich die Irrlehrer ihre Gefolgschaft sichern. So erschleichen sie sich die Gunst vieler und die Anerkennung in der Gesellschaft, doch wie sehr sie damit auch den Nerv unserer Zeit treffen, wie weit sie damit auch den Menschen entgegenkommen, die die Finsternis mehr lieben als das Licht, so deutlich zeigt uns das Wort Gottes, was in Wahrheit von ihnen zu halten ist: Das sind Brunnen ohne Wasser und Wolken, vom Wirbelwind umhergetrieben, ihr Los ist die dunkelste Finsternis, bringt es Petrus auf den Punkt.

Das ist die eindrückliche Warnung des Petrusbriefes, die der Apostel zum Abschluss des Briefes noch einmal deutlich unterstreicht, indem er schreibt: Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen (2.Petr 3,10-14). Wir müssen uns bewusstmachen, die Wiederkunft des HERRN hat zwei Seiten, den einen wird ER zum Heil erscheinen, den anderen zum Gericht. Daher gilt es unsere Berufung fest zu machen, daher gilt es sicher zu gehen, ob wir wirklich Jesus Christus nachfolgen oder ob wir uns auf leere Versprechen von falschen Lehrern verlassen. Wie gesehen, ist das Gericht Gottes keine leere Drohung, es ist keineswegs so wie die spöttischen Irrlehrer behaupten, sondern vielmehr gilt es wahrzunehmen, dass Gott in dem Gericht über die gefallenen Engel, in dem Gericht über die Generation Noahs und in der Zerstörung der Städte Sodom und Gomorra drei Exempel statuiert hat, die uns deutlich machen, dass ER Sünde keineswegs ungestraft lässt. Wer nicht Zuflucht beim Lamm Gottes sucht, der wird den Tag des HERRN nicht ertragen können. Doch wir können unsere Herzenshaltung selbst prüfen, und etwas aus dem Leben Lots lernen. Petrus berichtet nicht nur, dass er dem göttlichen Gericht über Sodom und Gomorra entgangen ist, sondern schreibt: Während er den gerechten Lot herausrettete, der durch den zügellosen Lebenswandel der Frevler geplagt worden war, denn dadurch, dass er es mit ansehen und mit anhören musste, quälte der Gerechte, der unter ihnen wohnte, Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gesetzlosen Werken (2.Petr 3,7-8).

Die Frage ist, fühlen wir uns wohl an dem finsteren Ort dieser Welt? Haben wir gefallen am ausschweifenden, zügellosen Leben der Menschen um uns herum, oder gehören wir gar zu jenen, die darin gar kein Problem sehen, sondern der Meinung sind, dies ließe sich problemlos mit dem christlichen Glauben vereinbaren, da wir ja unter der Gnade leben würden, und sogar offizielle Kirchenvertreter sich für jegliche Perversionen stark machen? Oder ergeht es uns wie Lot, so dass wir unter diesen Ausschweifungen leiden? Über Lot wird berichtet, dass seine gerechte Seele Tag für Tag durch die bösen Werke seiner Mitmenschen gequält wurde. Was für ein Gegensatz zu den Irrlehrern, die darin förmlich aufgehen. Gerade diese Einstellung macht deutlich, dass das Gericht Gottes in ihrem Leben schon begonnen hat. Gott hat sie aufgrund ihrer Halsstarrigkeit dahingegeben. Sie hatten Zugang zu Seinem Wort, doch anstatt es anzunehmen, haben sie sich darangemacht, es für ihre eigennützigen Zwecke zu missbrauchen. Damit sind sie sowohl Sinnbild als auch aktive Triebfeder für den endzeitlichen Abfall. Sie versprechen Freiheit, obwohl sie selbst Knechte des Verderbens sind, erklärt Petrus und führt weiter aus: Denn wenn sie durch die Erkenntnis des Herrn und Retters Jesus Christus den Befleckungen der Welt entflohen sind, aber wieder darin verstrickt und überwunden werden, so ist der letzte Zustand für sie schlimmer als der erste. Denn es wäre für sie besser, dass sie den Weg der Gerechtigkeit nie erkannt hätten, als dass sie, nachdem sie ihn erkannt haben, wieder umkehren, hinweg von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot. Doch es ist ihnen ergangen nach dem wahren Sprichwort: »Der Hund kehrt wieder um zu dem, was er erbrochen hat, und die gewaschene Sau zum Wälzen im Schlamm.« (2.Petr 2,20-22).

Dieser Vers wäre falsch ausgelegt, wenn wir hier ableiten würden, dass das Heil verlierbar sei, Menschen die sich so verhalten, waren nie wiedergeboren. Wie die beiden Illustrationen deutlich zeigen, haben sie in ihrer wahren Natur keine Veränderung erfahren. Eine gewaschene Sau bleibt immer noch eine Sau, über kurz oder lang wird sie sich wieder im Dreck wälzen. Genauso verhält es sich mit Menschen, deren Bekehrung nur äußerlich war, sie haben in Wahrheit keine Wiedergeburt erlebt, so dass sie wirklich vom geistlichen Tod ins Leben hindurchgedrungen werden. Der Beleg dafür, ist die Tatsache, dass sie wieder in ihr altes Leben zurückkehren. Anfangs hatte es den Anschein sie hätten es hinter sich gelassen. Sie haben alte Gewohnheiten kurzzeitig aufgegeben, so wie der Hund, der seine Nahrung wieder herauswürgt, doch dann haben sie wieder Appetit darauf bekommen, und es bildlich gesehen wieder gefressen. Gerade dadurch wird offenbar, dass ihre Bekehrung nicht echt war. Nach dem äußeren Anschein zählten sie eine Zeitlang zur Gemeinde, doch es ist, wie Johannes schreibt: Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind (1.Joh 2,19).

Genau aus diesem Grund wir ihnen Jesus am Tage des Gerichts bekennen müssen, sie nie gekannt zu haben. Ihnen ging es nie wirklich um die Sache des HERRRN, sondern nur darum, ihre eigenen selbstsüchtigen Ziele vorantreiben. Beachten wir hierzu, was Petrus in Vers 9 sagt: So weiß der Herr die Gottesfürchtigen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber zur Bestrafung aufzubewahren für den Tag des Gerichts. Das gilt besonders für die, welche in unreiner Lust dem Fleisch nachlaufen und die Herrschergewalt verachten. Verwegen und frech, wie sie sind, fürchten sie sich nicht, Majestäten zu lästern (2.Petr 3,9-10). Wir sehen hier also den Gegensatz zwischen den wahren Kindern Gottes, also zwischen jenen, die wirklich wiedergeboren sind, und daher tatsächlich Anteil an der göttlichen Natur haben, und jenen, die nur vorgeben gläubig zu sein. Während Irrlehrer und Namenschristen von ihren fleischlichen Begierden geleitet werden, werden die Kinder Gottes vom Heiligen Geist geleitet (vgl. Röm 8,5-14). Die Ungerechten und insbesondre die spöttischen Irrlehrer werden insofern zum Gericht festgehalten, indem ihnen Verstockung zuteilwurde. Gerade ihre Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit, ist ein Zeichen dieses Gerichtes. Ihnen ist Verblendung zuteilgeworden, weil sie ihre Herzen gegenüber der Wahrheit des Evangeliums verhärtet haben (vgl. 2.Thess 2,11-12). Anstatt das Rettungsangebot Gottes anzunehmen und sich von den Ketten der Sünde befreien zu lassen, haben sie Wohlgefallen an der Lüge gefunden und den Weg der Finsternis gegenüber dem Licht das uns durch Gottes Wort geben ist, bevorzugt. Durch ihr Misstrauen gegenüber dem Licht und die Überheblichkeit, den Weg besser zu kennen, haben sie sich selbst jeglicher Orientierung beraubt und sind zu Irrsternen geworden, denen nicht damit Genüge getan ist, selbst in die Irre zu gehen, sondern die ihre Lebensaufgabe darin sehen, andere hinter sich herzuziehen. Kein Wunder, dass ihnen ein Platz in der äußersten Finsternis bestimmt ist.

 

Quellangaben:
1. William MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament, S. 1370
​2. Ebd. S. 1371

​3. Ebd. S. 1373
​4. Ebd. S. 1374/1375

 


Allgemeine Info zu dieser neuen Beitragsreihe unter: Ankündigung/Vorwort

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

Nach oben