und

11. Der verdorbene Charakter der falschen Lehrer

02.09.2017

 

Diese Leute sind Brunnen ohne Wasser, Wolken, vom Sturmwind getrieben, und ihnen ist das Dunkel der Finsternis aufbehalten in Ewigkeit. Denn mit hochfahrenden, leeren Reden locken sie durch ausschweifende fleischliche Lüste diejenigen an, die doch in Wirklichkeit hinweggeflohen waren von denen, die in die Irre gehen. Dabei verheißen sie ihnen Freiheit, obgleich sie doch selbst Sklaven des Verderbens sind; denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er auch geworden (2.Petrus 2,17-19).

 

Wieder gibt uns Petrus eine gute Illustration, indem er die Irrlehrer mit Brunnen ohne Wasser, und Wolken vom Sturmwind getrieben, vergleicht, womit er sie als Menschen entlarvt, die nur leere Hoffnungen wecken. Denn was erhofft man sich von einem Brunnen? Man will Wasser daraus schöpfen. Doch was haben diese Irrlehrer zu bieten? Nichts als rissige Zisternen. Statt reinem Wasser, ist es, als würde man aus einer Kloake trinken. Das Wasser des Lebens hingegen gibt es nur bei dem von ihnen verschmähten HERRN, doch auf Sein Wort und Seine Lehre wollen sie nicht hören. Stolz erheben sie sich darüber, indem sie behaupten einen besseren Weg zu kennen. Doch wer ihnen folgt, der wird auch ihr Los teilen, welches ein Platz in der Finsternis ist. Sie reden nur stolze Worte, hinter denen nichts ist. Genau darauf zielt auch das Bild mit den Wolken ab, auch wenn hierzulande nur wenig Menschen den Regen zu schätzen wissen, so war früher jedem Menschen klar, dass die Natur Regen braucht. Ohne Regen gab es früher keine Ernte, man denke an die 7 mageren Jahre zurzeit Josefs, oder an die Zeit Elias, als der Himmel verschlossen blieb. Wie sehr hätte man sich in jenen Tagen über eine Regenwolke gefreut, doch wie enttäuschend wäre es gewesen, wenn ein Sturmwind sie weggeblasen hätte, ehe ein Tropfen zur Erde gekommen wäre? So sind die Irrlehrer, sie machen große Versprechen und erwecken große Hoffnungen, doch wer auf sie vertraut, der wird letztlich umso enttäuschter sein. Treffend heißt es in den Sprüchen: Hingezogene Hoffnung macht das Herz krank (Spr 13,12). Genau das jedoch ist das Geschäft der Irrlehrer, aber nicht nur das, sie wecken eine Hoffnung, die sich nie erfüllen wird. Wie rücksichtslos Irrlehrer dabei vorgehen, hat Petrus bereits festgehalten, indem er schrieb: Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten (V 3), womit er deutlich macht, dass es den falschen Lehrern nicht um das Seelenheil jener geht, die sie durch ihre betrügerischen Lehren ausbeuten, sondern nur um ihren persönlichen Profit. Im Vordergrund steht nur ihr persönliches Vorankommen, ihre Karriere, ihr gesellschaftlicher Status und nicht zuletzt ein gutes Einkommen.

Was Petrus darüber hinaus über ihren verdorbenen Charakter festgehalten hat, wollen wir uns nun noch einmal ab Kapitel 2, Vers für Vers ansehen. Das erst Merkmal nennt der Apostel bereits bei der Eröffnung dieses Themas, indem er schreibt: Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen (V 2). Hier wird deutlich, dass sie nicht mit offenen Karten spielen. Ihre Mittel sind Halbwahrheiten, Heimlichkeiten und Intrigen. Nach außen hin sind sie immer sehr darauf bedacht, einen frommen Schein zu wahren. Sie sind darin geübt, Menschen nach dem Mund zu reden und sich das Vertrauen ihrer Opfer zu erschleichen, indem sie Süßholz raspeln und vortäuschen um deren Wohlergehen besorgt zu sein. Denken wir an Satan, der Eva umschmeichelt hat um ihr glaubhaft vorzugaukeln, ihm sei wirklich an ihrem persönlichen Wohl gelegen. „Sollte Gott wirklich so streng sein, dass ihr diese Frucht nicht essen dürft oder sollte ER euch gar alle Früchte verbieten? Mit anderen Worten: „Lasst euch doch nicht durch solche strengen Gebote einengen, hört lieber auf mich!“

Durch dieses Verhalten verkaufen sie den HERRN, denn in Wahrheit repräsentieren sie weder Sein Reich noch Seine Botschaft, stattdessen stehen ihre eigenen Interessen im Vordergrund, so dass sie den HERRN zwar mit dem Mund bekennen, IHN aber durch ihre Taten verleugnen. Durch ihr hinterlistiges Vorgehen, gelingt es ihnen nach nun nach mehr Leute auf ihre Seite zu ziehen, wodurch eine immer größer werdende Opposition zur Gemeindeleitung entsteht, bis es schließlich zur Spaltung kommt. Wobei genau das geschieht, wovor Paulus die Gemeinde in Ephesus gewarnt hat, als er sprach: Aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her (Apg 20,30). Hier haben wir den Ursprung jeder Sekte, die Anführer sind Männer oder auch Frauen, denen es nicht darum geht Nachfolger für Jesus Christus zu gewinnen, sondern die Menschen für sich selbst zu vereinnahmen. Sie ziehen die Jünger hinter sich her, indem sie den Eindruck erwecken eine ganz besondere Salbung zu haben, eine Erkenntnis die über das geschriebene Wort hinausgeht. Weil es ihnen gelingt, dies glaubhaft zu vermitteln und sie im gleichen Maße ihre Nachfolger vom Wort Gottes entwöhnen, führt dies zu einer immer größeren Abhängigkeit jener, die an ihren Lippen hängen.

Weitere Charaktereigenschaften von falschen Lehrern werden ab Vers 10 genannt, wo es heißt: Das gilt besonders für die, welche in unreiner Lust dem Fleisch nachlaufen und die Herrschergewalt verachten. Während sich die Worte „dies gilt besonders…“ auf das zuvor genannte Strafgericht beziehen, zeigt der Rest des Verses, dass Irrlehrer fleischlich gesinnte Menschen sind, die nicht vom Geist Gottes, sondern von ihren Trieben und Begierden geleitet werden. Dies ist daran ersichtlich, dass es in ihrem Leben nie einen Bruch mit der Sünde gab. Weiter sehen wir, dass sie Herrschaften verachten. Verwegen und frech, sind und sich nicht fürchten, Majestäten zu lästern, schreibt Petrus und zeigt uns damit, dass diese verwegenen Menschen vor nichts Ehrfurcht haben. Stolz und überheblich sehen sich als das Maß aller Dinge, so dass sie Gottes Wort nicht ernst nehmen, sondern in der Einbildung leben, über dem Wort Gottes zu stehen. Statt sich unter das Wort zu demütigen und Korrektur anzunehmen drehen sie sich das Wort so zurecht, dass es zu ihrem zügellosen und unzüchtigen Leben passt. So verwerfen sie die gesunde Lehre der Schrift und ersetzen den offenbarten Willen Gottes durch ihre eigenwillige Auslegung.

Wie unvernünftig dieses Verhalten ist, stellt Petrus uns vor Augen indem er in den Versen 12-14 sagt: Diese aber, wie unvernünftige Tiere von Natur zum Fang und Verderben geboren, lästern über das, was sie nicht verstehen, und werden in ihrer Verdorbenheit völlig zugrunde gerichtet werden, indem sie so den Lohn der Ungerechtigkeit empfangen. Sie halten die Schwelgerei bei Tage für ihr Vergnügen; als Schmutz- und Schandflecken tun sie groß mit ihren Betrügereien, wenn sie mit euch zusammen schmausen. Dabei haben sie Augen voller Ehebruch; sie hören nie auf zu sündigen und locken die unbefestigten Seelen an sich; sie haben ein Herz, das geübt ist in Habsucht, und sind Kinder des Fluchs. Worauf das Beispiel mit Bileams folgt, das wir im letzten Kapitel bereits ausführlich betrachtet haben. Erneut sehen wir, dass sie nicht wirklich von ihren Sünden befreit wurden und offensichtlich auch gar nicht den Wunsch haben, davon befreit zu werden. Denn während der Gläubige gegen seine sündhafte Natur ankämpft und mit Paulus klagt: Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes? (Röm 7,24), haben sich Irrlehrer mit der Sünde arrangiert. Der innere Kampf zwischen Geist und Fleisch ist ihnen völlig fremd, weil sie kein Empfinden dafür haben, dass es im Glaubensleben nicht darum geht, das Wort Gottes so anzupassen, dass es zum eigenen Leben passt, sondern umgekehrt, es geht darum, dass jene, die Christus nachfolgen ihr Leben nach Seinem Wort ausrichten.

Aber damit nicht genug, sie weichen nicht nur selbst vom Weg der Wahrheit ab, sondern ermutigen auch andere diesen Weg des Verderbens zu gehen, indem sie immer wieder versichern, für Gott zu sprechen und jenen, die genau wie sie selbst in ihren Sünden gefangen sind, den Frieden und den Segen Gottes zusprechen. Dass hinter diesen Worten nichts als leerer Trug zu sehen ist, macht Petrus deutlich, indem er, (und damit kommen wir zum Ausgangsvers) sagt: Diese Leute sind Brunnen ohne Wasser, Wolken, vom Sturmwind getrieben, und ihnen ist das Dunkel der Finsternis aufbehalten in Ewigkeit. Denn mit hochfahrenden, leeren Reden locken sie durch ausschweifende fleischliche Lüste diejenigen an, die doch in Wirklichkeit hinweggeflohen waren von denen, die in die Irre gehen (V 17-18). Hier wird klar der Kontrast zu der gesunden Lehre ersichtlich, falsche Lehrer locken durch leere Reden und fleischliche Lüste, im Gegensatz dazu besagt die gesunde Lehre der Schrift: Denn ihr wisst, welche Weisungen wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet. Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern in Heiligung. Deshalb nun, wer dies verwirft, verwirft nicht einen Menschen, sondern Gott, der auch seinen Heiligen Geist in euch gibt (1.Thess 4,2-3:7-8).

Die gesunde Lehre lehrt eindeutig einen Bruch mit dem früheren Leben und den früheren Gewohnheiten, Irrlehrer hingegen stellen den christlichen Glauben so dar, als wäre die Gnade Gottes ein Freibrief für ein zügelloses Leben, doch dies geschieht nicht offen sondern heimlich indem sie die gesunde Lehre systematisch unterwandern und umdeuten, so dass Sünde nicht mehr als Sünde bezeichnet, sondern legalisiert wird. Dabei übersehen sie, dass die Lehre der christlichen Freiheit, nicht besagt, dass der Christ frei sei um weiterhin in der Sünde zu leben, sondern im Gegenteil, die Freiheit zu der Christen berufen sind, ist die Befreiung von der Macht der Sünde. Der Christ ist nicht mehr länger Sklave der Sünde, sondern wurde von der Macht der Sünde befreit. Wer die christliche Freiheit hingegen so interpretiert, als sei Gehorsam gegenüber Gott kein Thema mehr, missachtet, dass das christliche Heil kein Pauschalversprechen für jedermann ist, sondern dass Christus nur jenen, die ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden ist (Hebr 5,8-9).

Irrlehrer jedoch pervertieren und verdrehen diese Tatsache und versprechen allen das Heil unabhängig davon, ob sie bereit sind Jesus Christus als ihren HERRN anzunehmen oder nicht. Denn eines sollte auch klar sein, Jesus „HERR“ zu nennen, IHM jedoch den Gehorsam zu verweigern, ist ein Widerspruch in sich, wenn ER mein HERR ist, dann hat ER auch das Sagen, lasse ich mir hingegen nichts von IHM sagen, dann ist ER auch nicht mein HERR. Und woran zeigt sich das? Es zeigt sich im Gehorsam gegenüber Seinem Wort. Menschen, die nicht dazu bereit sind, sich unter dem Wort zu beugen, sind unabhängig ihres Lippenbekenntnisses keine Nachfolger und somit auch keine Christen. Gerade dies kann in unserer Generation nicht deutlich genug betont werden, denn es ist fast schon die normale Haltung, dass die meisten derer, die sich Christen nennen, der Meinung sind, man müsse es mit dem Wort Gottes nicht so genau nehmen. Natürlich wird diese Haltung durch die unzähligen falschen Lehrer vertreten und bestätigt, doch letztlich wird hier nur etwas versprochen, das jeglicher Grundlage entbehrt. Dreist und unverfroren stellt man sich über das Wort Gottes und spricht über allem den kirchlichen Segen aus. Und genau dieses Verhalten wird gebrandmarkt wenn Petrus sagt: Dabei verheißen sie ihnen Freiheit, obgleich sie doch selbst Sklaven des Verderbens sind; denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er auch geworden. Denn wenn sie durch die Erkenntnis des Herrn und Retters Jesus Christus den Befleckungen der Welt entflohen sind, aber wieder darin verstrickt und überwunden werden, so ist der letzte Zustand für sie schlimmer als der erste (V 19-20). Weil diese Menschen sich daran gewöhnt haben, gegen ihr Gewissen zu handeln, wird ihr Zustand immer schlimmer, ihr Gewissen stumpft immer weiter hab, womit sie mehr und mehr unbelehrbar werden und sich nicht mehr durch das Wort Gottes zur Vernunft bringen lassen. Darum stellt sie Petrus unvernünftigen Tieren gleich, die nur nach ihren Trieben handeln, was, wie gesehen, so weit geht, dass es am Ende nichts mehr gibt, vor dem sie zurückschrecken, was besonders daran zu sehen ist, dass sie keine Ehrfurcht und keinen Respekt vor Gott haben. Während Petrus über jene treuen Diener Gottes, die Sein Wort niedergeschrieben haben, sagte, dass ihre Niederschrift keine eigenmächtige Deutung war, sondern dass sie in Treue festgehalten haben, was ihnen der Heilige Geist auf Herz gelegt hat, sehen wir bei den Irrlehrern genau das Gegenteil, sie widersetzten sich dem Willen Gottes und handeln in eigenmächtiger Weise. Stolz überheben sie sich über das Wort Gottes und reden sich tatsächlich ein, klüger und vortrefflicher als ihr eigener Schöpfer zu sein. Wie töricht ein solches Verhalten ist, macht das Buch der Sprüche deutlich, indem gesagt wird: Siehst du einen Mann, der in seinen Augen weise ist - für einen Toren gibt es mehr Hoffnung als für ihn (Spr 26,12).

Ist es nicht genau das, was man in der heutigen christlichen Szene beobachten kann? Es treten so viele mit dem Selbstverständnis auf, so weise zu sein, als stünden sie weit über dem Wort Gottes, was darin auszumachen ist, dass biblische Mahnungen nicht nur missachtet, sondern sogar in Gegenteil verkehrt werden. Während die Schrift eindringlich mahnt: Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt (1.Joh 2,15-16), setzt man, genau wie es Petrus angekündigt hat, die Begierde des Fleisches als Lockmittel ein, um Menschen zu ködern und bei Laune zu halten. Die gesunde Lehre der Schrift wird geopfert und durch Inhalte ersetzt die das Fleisch und die Begierden ansprechen. Erfahrung, Erlebnis und Spaßfaktor werden über den Willen Gottes gestellt. Beachtet man nun, dass im direkten Zusammenhang mit der Liebe zur Welt, von der letzten Stunde und vom Antichristen die Rede ist (V18), lässt dies nur einen logischen Schluss zu, und dieser lautet: Überall da, wo man darauf abzielt das Fleisch anzusprechen, lässt dies auf einen antichristlichen Geist schließen. Dass dies besonders bei charismatischen Gemeinden zu beobachten ist, zeigt folgendes Zitat von Rolf Wiesenhütter, der in seinem Buch „Zeichen des Abfalls“ folgendes festgehalten hat:

Vielleicht wird es für einige Leser schwer zu ertragen sein, aber es ist dennoch wahr. Der Erfolg der pfingst- und charismatischen Bewegung, die seit Jahrzehnten weltweit das größte Wachstum verzeichnet, ist maßgeblich damit zu erklären, dass dort der Focus vornehmlich auf Heilung, Wohlstand sowie Zeichen und Wunder ausgerichtet ist. Diese nach „Erfahrung suchende Christenheit“ hat sich inzwischen über den gesamten Bereich der Evangelikalen bis in die großen Kirchen hinein ausgebreitet. Was aber vordergründig nach Erfolg aussieht, wirkt tatsächlich zerstörerisch. Wir erleben den Anschein wahrer Spiritualität, der aber tatsächlich häufig von Gott wegführt. Gott selbst hat uns das vorgelegt. Wir lesen im Buch der Sprüche: Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber zuletzt führt er ihn doch zum Tod“ (Spr 14,12; 16,25). Wenn also der Mensch nur dem folgt, war der denkt und fühlt und damit in Opposition zu dem steht, was Gott verkündigt hat, ist das Ergebnis Zerstörung wahrheitsgetreuen Glaubens. 1

Wie sehr diese Zerstörung des Glaubens bereits vorangeschritten ist, möchte ich anhand einiger aktueller Beispiel belegen, die zugleich ein Beweis dafür sind, dass sich die prophetische Ankündigung bezüglich falscher Lehrer die durch fleischliche Begierden locken vor unseren Augen erfüllt. Als erstes sei hier eine evangelisch-charismatische Gemeinde genannt, deren Leiter sich durch Teilhaberschaft, Spenden und ehrenamtliche Arbeit für den Erhalt einer Rock Diskothek einsetzen. „Wir sind allesamt leidenschaftliche Rockfans und eben auch leidenschaftliche Christen 2“, wird der Gemeindeleiter in einem Zeitungsbericht zitiert, und lässt weiter wissen, dass es ihm ein Herzensanliegen sei, die Rockdisko als Begegnungs- und Kulturstätte zu erhalten, was beinhaltet, dass nach wie vor dieselben Lieder gespielt werden. Die Frage hierbei lautet: Kann es Aufgabe einer christlichen Gemeinde sein, sich für eine Musikrichtung stark zu machen, die vor allem für Rebellion, sexuelle Unmoral und Drogenexzesse seht? Kann dieser Aktionismus dem Willen Gottes entsprechen? Offensichtlich hat man sich diese Frage gar nicht gestellt, denn begründet wird das Vorhaben mit der Aussage: „Wir sind begeistert von der Vision, etwas machen zu können.“ Wenn überhaupt, spielt also die Frage nach den Erwartungen Gottes nur eine untergeordnete Rolle, entscheidend ist offensichtlich nur, dass man sich für Rockmusik begeistert und offenbar einen Weg gefunden hat, diese Musik mit dem christlichen Glauben zu verbinden. Wodurch deutlich wird, dass nicht das Leben durch die gesunde Lehre der Schrift geprägt und geleitet wird, so dass man sich dem Willen Gottes unterordnen würde, sondern umgekehrt, der Glaube wird an den eignen Wünschen und Vorstellungen ausgerichtet. Es geht nicht darum Gott zu gefallen, es geht nicht um die Frage nach Seinem Willen, sondern um die Frage, was den eigenen Leidenschaften entspricht. Letztlich ist auch hier für viele die Motivation für den Lobpreis zu sehen, denn so wie Weltmenschen auf Rockkonzerte oder Technopartys gehen, um in einen rauschartigen Zustand zu gelangen, so ist gerade der charismatische Lobpreis für viele nur ein Mittel zum Zweck. Denn durch diese aus Rock- und Popelementen bestehenden, sogenannten Lobpreislieder wird das Fleisch aufgeputscht und die Sinnlichkeit angesprochen, wodurch Gefühle und Emotionen geweckt werden, in denen man in dieser Szene Erfahrungen mit dem Heiligen Geist sehen will.
Wie weit solche Entgleisungen vom gesunden Glauben wegführen können, zeigt das erschreckende Beispiel der charismatischen Hillsong- Gemeinde, die gerade durch diese Art von Lobpreismusik bekannt wurde und mittlerweile schon so weit ist, dass es mit dem vermeintlich „christlichen“ Glauben zu vereinbaren ist, einen nackten Cowboy auftreten zu lassen.

Hier ist es mehr als offensichtlich, dass, wie von Petrus angekündigt, ausschweifende fleischliche Lüste das Lockmittel sind, um Besucher anzuziehen, doch es regen sich kaum Stimmen des Protestes, denn längst hat man einem Großteil innerhalb der christlichen Szene erfolgreich eintrichtern können, dass es eine christliche Tugend sei, falsche Lehren zu tolerieren, was vor allem dadurch gelingt, dass immer mehr vermittelt wird, dass Lehre nicht von Bedeutung sei. Vielmehr, so der Konsens, ginge es darum seinen eigenen Standpunkt zurückzustellen um den Einheitsgedanken nicht zu gefährden. Treffend analysiert Rolf Wiesenhütter: Der Schlachtruf der Ökumene „Gott will Einheit in Vielfalt“ ist ebenso in der Evangelischen Allianz sinngebender Faktor geworden. Die biblische Einheit ist dabei ignoriert worden und völlig auf der Strecke geblieben. Das Ergebnis sind unbiblische Vorgaben an eine verführte Christenheit. Tatsächlich wurde das Wort der biblischen Wahrheit verlassen. Der Zeitgeist regiert… Das Ergebnis ist, dass die Sünde umgekehrt wird in religiöse Akzeptanz. Das Wort Gottes wird beiseitegelegt und das Unrecht wird gesellschaftsfähig geredet.  4

Dass dieser Prozess bereits voll im Gange ist, sehen wir in der Haltung vieler kirchlichen Vertreter die sich für die vermeintlichen Rechte von Homosexuellen stark machen. Beispiele dafür habe ich bereits im 8. Kapitel angeführt, wobei ich unter anderem die evangelische Prälatin Gabriele Arnold erwähnt habe, für die es eine große Ehre war, die Schirmherrschaft für den diesjährigen Christopher Street Days übernehmen zu dürfen. Den Beleg dafür, dass sie mit ihrer Haltung innerhalb ihrer Kirche bei weitem nicht alleine steht, sehen wir daran, dass die Evangelische Kirche sowohl in Stuttgart als auch in Berlin mit einem eigenen Wagen auf dem Christopher Street Day vertreten war. 5

Man könnte diese Beispiele beliebig fortführen, ja man könnte ganze Bücher damit füllen, doch ich möchte es dabei bewenden lassen und lediglich anmerken, dass wir hier deutlich sehen können, überall da, wo man damit anfängt das Wort Gottes aufzuweichen, gibt es am Ende keinen Halt mehr, sodass letztlich alle Dämme brechen. Da dies prophetisch für die Endzeit angekündigt ist, zeigen uns diese Beispiele, dass wir uns bereits mitten in der Zeit des großen Abfalls befinden. Während man durch Gleichmacherei auf allen Ebenen, sei es in Bezug auf die Geschlechter, auf die Nationalität oder den Glauben, dem großen Traum einer globalen Menschheitsbruderschaft entgegenstrebt und sich davon den Weltfrieden verspricht, warnt uns die Schrift: Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen. Ihr aber, Brüder, seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife; denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis. Also lasst uns nun nicht schlafen wie die Übrigen, sondern wachen und nüchtern sein! (1.Thess 5,3-6).

Letztgenanntes, nämlich nicht zu schlafen wie die Übrigen, sondern wachsam und nüchtern zu sein, ist zweifellos auch der Appell des 2.Petrusbriefes. Wenn uns in diesem Brief in aller Deutlichkeit der endzeitliche Glaubensabfall vor Augen geführt wird, dann mit dem Ziel, dass wir uns nicht vom Geist der Verführung einlullen lassen, sondern wachsam und nüchtern sind. Denn wie war es überhaupt möglich, dass die Verführung so tief ins Christentum eindringen konnte? Es war nur möglich, weil man die Mahnungen der Schrift nicht ernstgenommen hat. Ebenso wird auch heute alles bedenkenlos übernommen, was den Anschein erweckt „christlich“ zu sein. Daher kann ich nur unterstreichen, was Rolf Wiesenhütter sagt: Die meisten Christen leben ihren Alltag gedankenlos, ohne „Glaubensaussagen“ anhand des Wortes Gottes zu prüfen. Selten wird die Frage gestellt, woher die uns überlieferten Inhalte eigentlich stammen. Wer informiert uns darüber, was biblisch ist, welchen Hintergrund hat der Informant, und sind die Aussagen vom Wort Gottes her gedeckt? Das sind die Fragen, auf deren Grundlage Beurteilung und Entscheidungsfähigkeit beruhen.  6

Es ist keine Übertreibung, dass wir heute eine Art Freistil-Christentum haben, wo alles nur noch zur Geschmacks- und Ansichtssache erklärt wird. Während die Schrift die klare Lehre enthält, wie man sich verhalten muss im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist (1.Tim 3,15), wird heute alles dafür getan, um den Eindruck zu vermitteln, dass das Gegenteil der Fall wäre. Man erklärt die christliche Gemeinde zu einer Spielwiese, auf der man sich nach Belieben austoben kann. So sieht man auch in falschen Lehren keine Gefahr, denn eine Bewertung will man schon lange nicht mehr vornehmen, vielmehr lässt man unterschiedliche Lehren gleichberechtigt nebeneinanderstehen, weil das Gebot der Stunde besagt, dass man nicht auf das Trennende, sondern auf das Verbindende blicken müsse. Doch woher entstammt diese Lehre? In meiner Bibel steht: Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf (2.Joh 9), doch solche und andere Bibelstellen werden ignoriert und durch freimaurerisches, humanistisches Denken ersetzt. Wer auch immer es wagt, seine Stimme dagegen zu erheben, wird sofort in die Schranken gewiesen und belehrt, dass die Zeit vorbei sei, wo man über Lehrfragen streiten würde. Vielmehr ginge es darum, vor der Welt „christliche“ Einheit zu demonstrieren und leidige Lehrfragen hinter sich zu lassen. Doch die großen Wortführer die diesen Prozess eifrig vorantreiben, können diese Unterwandung der gesunden Lehre noch so fromm verpacken, es ist unschwer auszumachen, dass hier der Weg für den Antichristen geebnet wird. Dieser, für die Endzeit ankündigte, Gotteslästerer wird sich über alles erheben, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist (2.Thess 2,4; Dan 11,36) und seine Vorläufer sind bereits dabei das Christentum daran zu gewöhnen, dass man es mit der Bibel nicht mehr so ernst nehmen müssen. So gleicht die Christenheit einem vom Wort Gottes entwöhnten Volk, dass sich von jedem Wind der Lehre umhertreiben lässt. Der Antichrist wird leichtes Spiel haben, denn wenn er auf den Plan treten wird, werden nur noch wenige in der Lage sein falsche Lehre von gesunder zu unterscheiden. Was sich hierbei erfüllt, ist die Prophetie: Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind (1.Tim 4,1-2).

Es sind irreführende Geister und Lehren von Dämonen, die tief ins Christentum eindringen konnten, weil man sich entgegen der gesunden Lehre der Schrift, geweigert hat eine Prüfung der Geister vorzunehmen. Das Bedürfnis nach Harmonie, hat die Frage nach der Wahrheit verdrängt. Man ist der Lüge aufgesessen, man dürfe sich kein Urteil erlauben, weil falsche Lehrer die Aussage, „richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden“ (Lk 6,37), völlig aus dem Zusammenhang gerissen, und umgedeutet haben, so dass heute viele dem Irrtum zum Opfer wurden, dass man überhaupt keine Wertung vornehmen dürfe. Dass diese Deutung im Widerspruch zudem steht, was Jesus an dieser Stelle verdeutlichen will, sehen wir daran, dass ER hier ein heuchlerisches Verhalten entlarvt, bei dem die Fehler nur bei den anderen gesucht werden. Aus diesem Grund führt Jesus diesen Gedanken zu Ende indem ER sagt: Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge! Und dann wirst du klar sehen, um den Splitter herauszuziehen, der in deines Bruders Auge ist (V 42). Solange wir nicht bereit sind, das Wort Gottes zu aller erst auf unser eigenes Leben anzuwenden, können wir uns kein Urteil über das Verhalten anderer erlauben. Lassen wir uns jedoch durch Gottes Wort zurechtbringen und korrigieren, dann gilt es durchaus unsere geistliche Verantwortung wahrzunehmen. Diese besteht freilich nicht darin die Welt zu richten, aber sehr wohl jene die sich zur Gemeinde zählen indem sie ein christliches Bekenntnis ablegen. So bringt es auch Paulus klar zum Ausdruck, wenn er schreibt: Denn was habe ich zu richten, die draußen sind? Richtet ihr nicht, die drinnen sind? Die aber draußen sind, richtet Gott. Tut den Bösen von euch selbst hinaus! (1.Kor 5,12-13). Wie zwingend notwendig ein Richten innerhalb der Gemeinde ist, geht auch klar aus der Verantwortung hervor, die den Ältesten durch folgendes Schriftwort übertragen wurde: Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes! (Apg 20,28). Wie könnte ein Ältester dieser Aufgabe gerecht werden, wenn er jegliche Bewertung und jegliche Beurteilung scheuen würde und seine einzige Aufgabe darin sehen würde Wächter der Harmonie zu sein?

Warum muss denn die Gemeinde gehütet werden, etwa weil es gar keine Gefahren gibt? Nein, weil es neben dem Reich Gottes auch das Reich der Finsternis gibt und weil Satan nicht untätig ist, sondern ständig nach Menschen Ausschau hält, die sich von ihm dazu anleiten lassen, die gesunde Lehre anzugreifen und zu zerstören. Das Mittel, das er dafür einsetzt, sind verführerische Lehren. Dass sich dieses betrügerische Spiel immer mehr zuspitzen wird, je näher wir der Wiederkunft des HERRN entgegengehen, geht aus 1.Timotheus 4,1 hervor, wo geschrieben steht: Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten. Anstatt diese geistliche Realität zu ignorieren, sollten wir uns zu Herzen nehmen, was einst John Bunyan treffend festgehalten hat: Irrtümer sind in der Tat wie die Hure, von der wir in den Sprüchen lesen, die auf den Höhen der Stadt sitzt "um die Vorübergehenden einzuladen, die auf dem richtigen Weg wandeln" (Spr 9,13-16).7 Von Beginn an ist die christliche Gemeinde Angriffen von außerhalb und von innerhalb ausgesetzt (vgl. Apg 20,29-30) und je mehr man die Augen vor dieser geistlichen Realität verschließt, je leichteres Spiel haben die Feinde Gottes. Daher gilt es wahrzunehmen, dass der christliche Glaube kein Spaziergang, sondern ein Kampf ist. Doch dieser richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt (Eph 6,12). Wir müssen realisieren, dass die Heilige Schrift diese Welt als einen finsteren Ort bezeichnet, und dürfen es nicht selenruhig ertragen, wenn die einzige Quelle des Lichts, nämlich das Wort Gottes angegriffen und verfälscht wird. Ebenso wenig dürfen wir uns davon verunsichern lassen, dass jeder treue Diener Gottes, der mutig für die Wahrheit eintritt, als gesetzlich und engstirnig bezeichnet wird. Statt solchen leeren Behauptungen Glauben zu schenken, müssen wir uns an die Lehre der Heiligen Schrift halten und diese besagt von Beginn an, dass wir nicht auf Menschen hören dürfen, die uns zum Abfall vom HERRN verleiten (vgl. 5.Mo 13) und worauf läuft die Evangelische Allianz und die Ökumene hinaus, als auf die Verleitung zum Abfall? Und der Grund, warum es nur wenige wahrnehmen, kann ganz einfach daran ausgemacht werden, wie einfach und bedenkenlos Anschauungen und Parolen übernommen werden, ohne dass man sich Gedanken macht, ob sie auf die Lehre der Schrift gegründet sind oder nicht. Während Jesus davor gewarnt hat, dass sich falsche Lehre wie Sauerteig verbreitet und damit deutlich machte, dass schon ein klein wenig ausreicht um den ganzen Teig zu durchsäuern (Mt 16,11-12), werden Christen heute dazu angeleitet, großzügig über Lehrmeinungen hinwegzusehen und sich mit jedem eins zu machen, der einen religiösen Eindruck erweckt. Weil dieser Prozess bereits erschreckend weit vorangeschritten ist, pflichte ich einmal mehr einer Feststellung von Rolf Wiesenhütter bei, der viele der heutigen Kirchen und Gemeinschaften als „Säkularreligion“ bezeichnet und weiter erläutert: Der Mensch ist der Maßstab aller Dinge geworden und was der Mensch für richtig hält, wird zur Religion erklärt. Besonders deutlich wird dies in den jährlich stattfindenden Kirchentagen, unabhängig davon, ob sie evangelisch, katholisch oder ökumenisch abgehalten werden. 8

 

Quellangaben:

1. Rolf Wiesenhütter - Zeichen des Abfalls!, S. 27/28
2.
http://www.bkz-online.de/node/1052816
3. https://www.cbuch.de/blog/Hillsong_laess…wboy_auftreten/
4. Rolf Wiesenhütter - Zeichen des Abfalls!, S.102/103
5.
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/07/10/evangelische-kirche-
beim-christopher-street-day-in-berlin-und-stuttgart/

6. Rolf Wiesenhütter - Zeichen des Abfalls!, S.83
7. John Bunyan - Überfließende Liebe, S.58

8. Rolf Wiesenhütter - Zeichen des Abfalls!, S.50

 


Allgemeine Info zu dieser neuen Beitragsreihe unter: Ankündigung/Vorwort

 

 

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