und

Lüge oder Wahrheit?

Worauf setzen wir unser Vertrauen?

Veröffentlicht am 31.01.2016

 

Wie in den ersten beiden Kapiteln gesehen, sind im Buch Jeremia viele Parallelen zu unserer aktuellen Lage in Deutschland und Europa zu finden. Denselben moralischen Absturz, wie ihn damals das Volk Israel erlebte, sehen wir im Werteverfall innerhalb unseres einst christlichen Abendlandes. Somit gelten auch unserm Volk die erschütternden Worte: Entsetze dich, Himmel, darüber, erschrick und erbebe gar sehr, spricht der HERR. Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben (Jer 2,12-13).

Es ist wirklich furchtbar tragisch, dass unser Volk so undankbar ist, und Gott den Rücken zugekehrt hat. Man nimmt Sein Wort nicht mehr ernst und will darin nur noch Mythen und Märchen sehen. Doch wie konnte es dazu kommen, was war der Auslöser dafür, dass man die Bibel im Land der Reformation verworfen hat? Wenn man dieser Frage auf den Grund gehen will, findet man wiederum eine eindeutige Parallele zur Zeit Jeremias. Damals hat der Prophet im Auftrag Gottes folgendes verkündigt: Darum spricht der HERR Zebaoth über die Propheten: Siehe, ich will sie mit Wermut speisen und mit Gift tränken; denn von den Propheten Jerusalems geht das ruchlose Wesen aus ins ganze Land (Jer 23,15).
Genau dasselbe trifft auch auf unser Land zu, denn auch in unserem Volk ging der Glaubensabfall von den geistlichen Führern aus. Alles begann mit der Bibelkritik und der liberalen Theologie. Natürlich waren das keine Männer, die als Propheten auftraten, aber wie an anderer Stelle schon gesagt, leben wir auch nicht mehr im Zeitalter der Propheten. Insofern müssen wir die Worte aus 2.Petrus 2,1 beachten, da schreibt der Apostel: Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die verderbliche Irrlehren einführen und verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat; die werden über sich selbst herbeiführen ein schnelles Verderben.
Hier finden wir die Parallele zwischen dem falschen Prophetentum des Alten Testaments und den falschen Lehrern, vor denen im Gemeindezeitalter gewarnt wird. Jeremia hatte das Volk immer wieder vor diesen falschen Propheten gewarnt. Er tat es nicht aus Kritiksucht, sondern weil er von Gott dazu berufen war. Es war Gott selbst, der das abtrünnige Volk durch den Propheten warnte; denn es heißt nicht, so spricht Jeremia, sondern: So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch; denn sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen -, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen (Jer 23,15-17).

Und ist es nicht genau das, was die falsche Lehre der liberalen Theologie kennzeichnet? Sagen nicht auch sie denen, die das Wort Gottes verachten, dass kein Unheil über sie kommen wird? Menschen, die auf Abwegen sind, werden nicht zu Umkehr und Buße aufgerufen, sondern im Gegenteil, sie werden in ihrem sündigen Lebensstil bestärkt und ermutigt, darin fortzufahren. Ja man sichert ihnen sogar Gottes Segen zu und verspricht ihnen Wohlergehen. „Sünde“ hat laut ihrer Lehre keine negativen Konsequenzen. Doch das ist dieselbe Lüge, durch die bereits das erste Menschenpaar verführt wurde? „Keineswegs werdet ihr sterben!“, versprach Satan, entgegen dem Gebot Gottes, das besagte: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben! (1. Mo 2,16-17).
Eva war damit vor die Entscheidung gestellt, sich entweder an das Gebot Gottes zu halten oder Satan zu vertrauen, der ihr in Form einer Schlange erschienen war. Satan ließ es aber nicht mal dabei bewenden, sondern unterstellte sogar, Gott würde den Menschen etwas vorenthalten. Seine dreiste Behauptung lautete: Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon eßt, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist! (1.Mo 3,4-5). Genau das ist auch das Wesen der Bibelkritik. Das Wort Gottes wird als Maßstab für Gut und Böse verworfen und anstelle dessen, legt der Mensch selbst den Maßstab für Gut und Böse fest. Dazu ein Gedanke von John MacArthur. Er schreibt in seinem Buch 'Der Kampf um den Anfang' bezüglich der Frage:
„Hat Gott wirklich gesagt?“, folgendes:  „Das ist die erste Frage in der Schrift. Vorher gab es nur Antworten, nichts Fragwürdiges. Aber diese Frage war von der boshaften Absicht bestimmt, Eva auf den Weg des Zweifels und des Misstrauens zu bringen gegenüber dem, was Gott gesagt hatte. Diese Art zu zweifeln ist der Ursprung aller Sünde. Das Ziel aller Versuchung ist es, Zweifel an Gottes Wort zu säen und es dem menschlichen Urteil zu unterstellen“.2
Der durch Sünde verblendete Mensch, will sich nicht mehr unter das Wort Gottes stellen, sondern will selbst festlegen, was falsch und richtig ist. Somit macht sich der Mensch zum Richter über das Wort Gottes. Entgegen dieser Selbstüberhebung besagt das Selbstzeugnis der Schrift: Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens (Hebr 4,12).

Der liberale Theologe ist nicht bereit, sich dem Wort Gottes, als Richter über Gedanken und Sinne des Herzens, unterzuordnen. Stattdessen erhebt er sich selbst zum Richter über das Wort, indem er festlegt, was Gültigkeit hat und was seiner Zensur zum Opfer fällt. Als Folge davon wurde sowohl der Schöpfungsbericht, als auch der damit verbundene Sündenfall zum Mythos erklärt. Ebenso wird auch die Existenz Satans geleugnet. Die Berichte in der Bibel, die ihn als gefallenen Engel beschreiben, seien nichts weiter als eine mittelalterliche Vorstellung. Überhaupt will man weder von Hölle noch von Gericht etwas wissen. Nur positive und ermutigende Aussagen will man noch stehen lassen, alles andere hat der liberale Theologe aus seiner Bibel gestrichen. Übertragend auf unsere Zeit ist genau das geschehen, was in Jeremia 36 beschrieben wird. Jeremia hatte von Gott folgenden Auftrag erhalten: Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe über Israel, über Juda und alle Völker von der Zeit an, da ich zu dir geredet habe, nämlich von der Zeit Josias an bis auf diesen Tag. Vielleicht wird das Haus Juda, wenn sie hören von all dem Unheil, das ich ihnen zu tun gedenke, sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege, damit ich ihnen ihre Schuld und Sünde vergeben kann (Jer 36,1-3).
Wie der Text deutlich macht, ging es um eine Gerichtsbotschaft. Die Absicht Gottes bestand jedoch darin, den König und das Volk zur Abkehr von ihrer Gottlosigkeit zu bewegen. Einige Verse weiter wird die Reaktion des Königs wie folgt beschrieben: Da sandte der König den Jehudi, die Schriftrolle zu holen. Der nahm sie aus der Halle Elischamas, des Schreibers. Und Jehudi las dem König vor und allen Oberen, die bei dem König standen. Der König aber saß im Winterhause vor dem Kohlenbecken; denn es war im neunten Monat. Wenn aber Jehudi drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt er sie ab mit einem Schreibmesser und warf sie ins Feuer, das im Kohlenbecken war, bis die Schriftrolle ganz verbrannt war im Feuer. Und niemand entsetzte sich und zerriss seine Kleider, weder der König noch seine Großen, die doch alle diese Worte gehört hatten (Jer 36,21-24). Wie in den letzten Beiträgen gesehen, ist man dem Gericht Gottes dadurch nicht entgangen, im Gegenteil. 

Ebenso verhält es sich auch mit der liberalen Theologie und der Bibelkritik, wer solchen Theologen vertraut, der vertraut auf Lügenworte. Worte, die einem nichts nützen werden, weil man dadurch dem Gericht Gottes niemals entgehen kann. Worte, die keine Autorität haben, weil die Schrift sagt: „Ich aber, ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen. Sie nützen diesem Volk gar nichts, spricht der HERR!“ (Jer 23,32). Sie geben nur vor, Diener Gottes zu sein, doch in Wahrheit leiten sie das Volk in die Irre. Sie verbreiten Lügen und führen die Menschen zum Abfall. Doch bei all dem reden sie sehr viel von Nächstenliebe. Doch was ist das für eine Nächstenliebe? Angenommen ich beobachte einen Blinden, der auf einen Abgrund zuläuft, ist es da etwa Nächstenliebe, wenn ich ihn ermutige seinen Weg fortzusetzen, anstatt ihn zu warnen?
Wenn jemand ihn ermutigt, den Weg unbeirrt weiterzugehen, kann es nur zwei Gründe geben, entweder er ist selber blind oder er hasst diesen Menschen. Bei den Theologen nehme ich mal an, sie sind blind (Mt 15,14), doch bei Satan ist es tatsächlich so, dass er einen abgrundtiefen Hass gegen uns hat (vgl. Joh 8,44). Darum reibt er sich die Hände und schaut genüsslich zu, wenn Menschen ins Verderben rennen. Gott jedoch ist anders, ER warnt uns in Seinem Wort in aller Deutlichkeit, vor Seinem Gericht über alle Gottlosigkeit. Jesus selbst hat häufiger vor diesem Gericht gewarnt, als jeder andere. Er hat das Thema der ewigen Verdammnis nicht unterschlagen, sondern in aller Eindringlichkeit davor gewarnt. Er sprach diesbezüglich auch von 2 Wegen, indem ER sagte: „Geht hinein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden!“ (Mt 7,12-14).

Besonders beachtenswert ist, dass Jesus im direkten Zusammenhang mit dieser Aussage, vor falschen Propheten in Schafskleidern gewarnt hat (vgl. Mt 7,15). Dadurch machte ER deutlich, dass sie die reinsten Verwandlungskünstler sind. Sie geben nur vor, Seine Nachfolger zu sein, doch in Wahrheit verfolgen sie ganz andere Ziele und Absichten. Das wird unter anderem dadurch offenbar, dass sie entgegen der Lehre des Herrn, von vielen Wegen sprechen. Gemäß ihrer Verkündigung, führen letztlich alle Wege zu Gott. Doch man erkennt sie nicht nur an dem, was sie sagen, sondern auch an dem, was sie in ihrer Predigt unterschlagen. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass aus ihrer Bibel mehr Verse entfernt wurden, als noch übrig sind. Bildlich gesprochen haben sie aus Gottes Wort alle Aussagen über Gericht und Verdammnis, herausgeschnitten und im Feuer verbrannt. Daher dürfen wir uns nicht vom Schein dieser smarten, redegewandten Theologen blenden lassen. Sie geben vor den Weg zum Leben zu haben, doch in Wahrheit ist es ein Weg zum Tod (vgl. Spr 14,12).
Letztlich ist es unschwer zu erkennen, wer in Wahrheit hinter der Bibelkritik steckt. Es ist der Vater der Lüge (vgl. Joh 8,44). Von Anbeginn an, verbirgt er sich hinter jeder Lehre, die dem Wort Gottes entgegensteht. Daher entlarvt die Schrift jeden, der eine solch antichristliche Theologie verbreitet, wie folgt: Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen. Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an; es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen; und ihr Ende wird ihren Werken entsprechen (2.Kor 11,13-15).
Somit muss sich jeder fragen, wem er sein Vertrauen schenkt, den betrügerischen Arbeitern, die den Leuten nach dem Mund reden, oder dem unverfälschten Wort Gottes? Dazu abschließend noch ein sehr eindrückliches Zitat aus Jeremia Kapitel 17: So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht, und dessen Herz vom Herrn weicht! Er wird sein wie ein kahler Strauch in der Einöde; er wird nichts Gutes kommen sehen, sondern muß in dürren Wüstenstrichen hausen, in einem salzigen Land, wo niemand wohnt. Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr geworden ist! Denn er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Wurzeln am Bach ausstreckt, der die Hitze nicht fürchtet, wenn sie kommt, sondern seine Blätter bleiben grün; auch in einem dürren Jahr braucht er sich nicht zu sorgen, und er hört nicht auf, Frucht zu bringen (V 5-8).

Vertrauen wir auf Menschen, so sind wir unter dem Fluch, vertrauen wir hingegen dem Wort Gottes, so ist uns Segen verheißen. Viele Menschen halten sich für Christen, doch sie folgen nicht Christus, sondern verlassen sich nahezu blind auf kirchliche Traditionen und Menschengebote. Jesus sagte: „Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind!“ (Mt 15,9). Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob wir Jesus oder dem Papst nachfolgen. Nur wenn wir Jesus nachfolgen, gilt uns sein Versprechen: „Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben!“ (Joh 8,12)

 


Dies war ein Auszug aus dem Buch "Fluch oder Segen" 

 

Buch "Fluch oder Segen" als 


 

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