und

Hütet euch vor falscher Lehre

25.11.2016

Am 10.11.2016 erschien in unserer Tageszeitung ein Bericht mit der Überschrift: "Zustände waren mehr als unappetitlich". Weitere Schlagwörter waren: "Bewährungsstrafe für einstigen Gastronomie-Star", sowie: "Kontrolleure bemängelten hygienische Verhältnisse immer wieder".
Im Artikel selbst wurde dann von verschimmelten Torten berichtet, es wuden stark keimbelastete Kartoffeln und verdorbene Fischfilets erwähnt, die auf den Tellern der Gäste gelandet waren. Außerdem war zu erfahren, dass den Kontrolleuren der Zutritt verweigert worden sei. Insgesamt musste der Restaurantbetreiber ein Bußgeld von 3.900,- € bezahlen. Doch was für ihn wohl noch schlimmer war, dürfte die Tatsache gewesen sein, dass die lokale Presse diesem Thema eine halbe Seite gewidmet hat. In der Zeitung war ein Foto des Restaurants zu sehen, und zudem wurde der Restaurantbesitzer namentlich genannt.

Die Frage ist, wer wird wohl zukünftig dieses Restaurant aufsuchen? Weiter könnte man fragen, ob diese Rufschädigung denn nötig war? Hätte man hier wirklich so ins Detail gehen müssen? War es wirklich angebracht diesen Mann so bloßzustellen? Ich denke die Mehrheit der Leser wird nachvollziehen können warum es nötig war. Wer möchte sich schon gerne eine Lebensmittelvergiftung einfangen, wenn er in das vermeintliche Gourmetrestaurant, eines ehemaligen Gastronomie-Stars geht? Wer will schon teures Geld investieren, um seine eigene Gesundheit zu gefährden? Ich denke die Antwort liegt auf der Hand – Niemand. Aus diesem Grund wäre Vertuschung aus Rücksicht auf den Restaurantbetreiber gegenüber den vielen nichtsahnenden Gästen unverantwortlich gewesen. Denn diese hätten sich im Vertrauen eine unbedenklich genießbare Mahlzeit zu verzehren, unwissentlich auf eine Art russisch Rollet eingelassen. Öffentlich darüber zu berichten, war also der richtige Weg, um viele Menschen vor Schaden zu bewahren. Ich denke hier wird kaum jemand einen Einwand haben, doch so selbstverständlich diese Sicht im natürlichen Bereich ist, so selten ist sie im geistlichen Bereich vorzufinden.

Bekanntlich sagte der HERR: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht (Mt 4,4). Damit machte Jesus deutlich, dass es nicht nur auf die natürliche, sondern auch auf die geistliche Speise ankommt, und um diesen Aspekt soll es in diesem Beitrag gehen. Dabei ist es wichtig, dass wir uns bewusstmachen, so wie uns im natürlichen Bereich klar ist, dass nicht jede Speise genießbar ist, so müssen wir uns auch bewusstmachen, dass es sich auf geistlichem Gebiet genauso verhält. Daher sollten wir es nicht einfach so hinnehmen, wenn gutgläubigen Kindern Gottes, anstatt gesunder Lehre, verderbliche Lehre aufgetischt wird.
Wie gesagt, bei der natürlichen Nahrung sind sich alle weitgehend einig, dass diese einwandfrei und genießbar sein muss. Man will ja seinen Körper dadurch stärken, anstatt ihn zu schädigen oder im schlimmsten Fall in Kauf nehmen zu müssen an einer Lebensmittelvergiftung zu sterben.

Wie eingangs gesehen ist man dankbar, wenn hier Missstände in einem Restaurant aufgezeigt werden. Niemand würde sagen, dies sei intolerant oder lieblos, denn jedem ist klar, hier kann man nicht einfach großzügig darüber hinwegsehen oder sich damit beruhigen, dass wir in Deutschland so eine gute medizinische Versorgung haben. Denn im Grunde kann man doch sagen, so wie man im natürlichen Bereich Nahrung aufnehmen will, um seinen Körper zu stärken, anstatt sich dadurch selbst Schaden zuzuführen, so ist es auch im geistlichen: Wir wollen, dass der innere Mensch durch geistliche Speise gestärkt wird, anstatt dass diese unseren Glauben zerstört. Hierbei sei betont, es geht hier nicht um die Frage des Geschmacks, sondern darum, ob die Speise gesund oder schädlich ist. Gottes Wort warnt uns vor solch schädlicher Speise, indem beispielsweise gesagt wird: Seht zu, dass niemand euch einfange durch die Philosophie und leeren Betrug nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt und nicht Christus gemäß! (Kol 2,8).

Eine dieser schädlichen Philosophien ist die Bibelkritik, eine weitere die Evolutionstheorie, dazu kommen noch Humanismus, Feminismus und Genderismus, sowie der immer größer werdende Einfluss der charismatischen Szene innerhalb evangelikaler Kreise. Viele moderne Verkündiger bedienen sich aus dieser breiten Palette und mischen noch ein wenig Wort Gottes bei. Damit erwecken sie den Anschein, sie seien bibeltreu, doch die geistliche Speise, die sie ihren Zuhörern servieren, ist ein gefährliches Gemisch aus Lüge und Wahrheit. Vergleicht man es mit dem eingangs erwähnten Restaurant, kann man sagen: Das Essen, das dort serviert wurde, war vielleicht nicht durchgängig schlecht, vielleicht gab es auch genießbare Bestandteile, und sicher war es optisch auch ansprechend aufbereitet, doch was nützt es, wenn beispielsweise die Sahne, die das verschimmelte Tortenstückchen überdeckt, das Haltbarkeitsdatum noch nicht überschritten hat? Macht diese Sahne die Torte etwa genießbar? Ist der der Mix von Guten und verschimmelten Lebensmitteln etwa eine verträgliche Speise, die akzeptabel ist?

Genau dieses Denken scheint leider auf geistlichem Gebiet nahezu gang und gäbe zu sein, denn anders ist der rapide geistliche Verfall der letzten Jahre nicht zu erklären. Das Problem unserer Generation scheint es zu sein, dass wir uns so dafür fürchten, wir könnten andere richten, dass wir uns regelrecht davor scheuen, uns auf geistlichem Gebiet überhaupt ein Urteil zu erlauben. Man hat eher die Haltung eingenommen, man müsse einfach alles gewähren lassen und allen Dingen ihren Lauf lassen. Anstatt je vor Irrlehrern zu warnen, hält man es sogar eher für angebracht sich mit ihnen zu verbünden. Anstatt ihre flachen Lehren anhand der Schrift zu widerlegen, lädt man sie sogar noch als Gastredner zu den eigenen Veranstaltungen ein. Damit verhält man sich jedoch gerade so, als würde ich meine Familie in das eingangs erwähnte Restaurant einladen, und dieses auch fleißig im Bekanntenkreis weiterempfehlen. Genau das aber passiert aktuell auf geistlicher Ebene, und wenn ich über solche Missstände schreibe, dann nur um Hilfestellung zu geben. Es geht nicht darum, mich als Richter aufzuspielen, sondern einfach darum, Schaden vom Volk Gottes abzuwenden.

Im Grunde geht es mir wie Judas, dem Bruder des Herrn, er begann seinen Brief mit den Worten: Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen (Jud 3). Wie wir hier sehen hätte er viel lieber über das gemeinsame Heil geschrieben, doch er war genötigt vor Irrlehrern zu warnen. Auch ich sehe mich genötigt noch einmal aufzuzeigen, warum es falsch ist Irrlehrer gewähren zu lassen, und wie fatal es ist, dass so viele dieses Thema auf die leichte Schulter nehmen. Dass dem so ist, zeigen nicht nur viele der aktuellen Entwicklungen, sondern auch der leichtfertige Umgang mit diesem Thema. In meiner früheren Gemeinde beispielsweise wurde eine Predigtreihe über den 1. Johannesbrief gehalten. In diesem Brief kommt auch das Thema Irrlehre zur Sprache, doch bei der Predigt ging es hauptsächlich um die damalige Situation der Gemeinde, und um die damals aktuellen Irrlehren, doch eine Anwendung auf unsere Zeit blieb aus. Stattdessen wurde die Gemeinde beruhigt, das wir davon nicht betroffen seien, und als Fazit diente folgender Vers: Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und habt alle das Wissen (1.Joh 2,20).

Dies dürfte in etwas der Haltung der Pfingstler und Charismatiker im Allgemeinen entsprechen, man hat ja die Salbung und ist damit gegen Verführung Immun. Doch die Frage ist, warum hat Johannes so viel Zeit aufgewendet, um vor Verführung zu warnen, wieso hat er dieses Thema nicht einfach mit der Aussage: Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und habt alle das Wissen, abgehakt?
Nun, offensichtlich nicht, weil er seine eigene Argumentation, sprich, seine Warnung vor Verführung und die damit verbundene Aufforderung die Geister zu prüfen, entkräften wollte, sondern um zu verdeutlichen, dass die Gläubigen durch den Geist das Verständnis für die Heilige Schrift haben. Im Grunde sagt er hier nichts anders als das, was Paulus wie folgt formuliert: Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so daß wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären (2.Kor 2,12-13).

Der Heilige Geist gibt uns das Verständnis für die Schrift und ER hilft uns diese auf uns und unsere Situation anzuwenden, und die Anwendung in Bezug auf falsche Lehre lautet unmissverständlich, dass wir uns davor hüten sollen. Gesagt hat dies nicht irgendwer, sondern der HERR selbst, indem ER Seine Jünger warnte: „Habt acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!“ (Mt 16,6).

Interessanterweise konfrontierte Jesus Seine Jünger mit diesen Worten, als diese gerade festgestellt hatten, dass sie vergessen hatten Brot mitzunehmen (V 5). Die Jünger waren zunächst irritiert und dachten, Jesus würde auf das vergessene Brot anspielen, doch als Jesus es bemerkte, sprach ER: Ihr Kleingläubigen, was macht ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot mitgenommen habt? (V 8). Dann erinnerte ER sie an die Brotvermehrungen, die sie mit IHM erlebt hatten und verdeutlichte ihnen, dass es IHM nicht um die natürliche Speise ging, sondern um die geistliche. So fragte ER sie schließlich: Warum versteht ihr denn nicht, daß ich euch nicht wegen des Brotes gesagt habe, daß ihr euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer hüten solltet? (V 12). Und in Vers 13 heißt es dann: Da sahen sie ein, daß er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.

Jesus warnt hier also ausdrücklich vor der falschen Lehre der Pharisäer und Sadduzäer. Wohlgemerkt, diese beiden Gruppierungen waren zu jener Zeit hoch angesehene religiöse Gruppierungen, die Vorgaben an den einen wahren Gott zu glauben. Heute sagt man, mit solchen müsse man sich vereinen, um die Sache Gottes gemeinsam voranzutreiben. Jesus sah es offensichtlich anders, ER forderte Seine Jünger nicht dazu auf, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen, sondern warnte sie, indem ER sagte: Hütet euch vor ihrer falschen Lehre. Das fadenscheinige Argument, das in unseren Tagen so oft zu hören ist, das da lautet, es gäbe mehr Verbindendes als Trennendes, ist also geistlich gesehen völlig daneben. Beachten wir hierbei auch das verwendete Bild vom Sauerteig. Jesus verdeutlichte durch diesen Vergleich, dass es sich mit falscher Lehre genauso verhalten würde, wie mit Sauerteig, es reicht schon eine kleine Menge aus, um einen ganzen Teig zu durchsäuern. Wer es an diesem Punkt nicht so eng sehen will, der wird erleben, wie sich der Sauerteig falscher Lehre immer mehr auf sein geistliches Leben auswirken wird, und dies gilt natürlich auch für ganze Gemeinden.

Aus diesem Grund ist Gottes Wort an diesem Punkt genauso intolerant, wie es die Kontrolleure im eingangs erwähnten Beispiel mit dem Restaurantbesitzer waren. Dabei geht nicht um Geschmacksfragen, sondern um die Frage, ob eine Lehre wirklich dem Evangelium entspricht oder nicht. Dies ist deshalb so entscheidend, weil das Evangelium die einzig rettende Botschaft ist. Gegenüber Menschen, die diese Botschaft umdeuten, um sie für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen, kennt die Bibel keine Toleranz. Stattdessen schreibt der Apostel Paulus unter Inspiration des Heiligen Geistes, folgende Wort: Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht! (Gal 1,8).

Und Johannes schreibt diesbezüglich: Denn viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen, die nicht Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennen; dies ist der Verführer und der Antichrist. Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt! Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken (2.Joh 7-11).

Hier werden Gläubige aufgefordert, dass man Leute, die falsche Lehre verbreiten nicht ins Haus aufnehmen soll. Man soll also die Gemeinschaft mit ihnen meiden, anstatt sie als Glaubensbrüder anzuerkennen oder gar gemeinsam mit ihnen auf Evangelisationsfeldzüge gegen zu wollen, so wie es beispielsweise bei Pro Christ der Fall ist. Auch Zusammenschlüsse innerhalb der Evangelischen Allianz und der Ökumenischen Bewegung müssen aus diesem Grund kritisch gesehen werden, denn innerhalb dieser Verbünde kursieren zu viele falsche Lehren, als dass man sich diesen Bewegungen bedenkenlos anschließen könnte. Pragmatiker sagen hier natürlich, es gäbe keine perfekte Gemeinde, doch was ist das für ein Argument? Es gibt auch keinen perfekten Heiligen im Diesseits, und dennoch sind wir aufgefordert der Heiligung nachzujagen, und was für den einzelnen Gläubigen gilt, gilt auch für die Gemeinde. Im Hebräerbrief heißt es dazu: Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird; und achtet darauf, dass nicht jemand an der Gnade Gottes Mangel leide, dass nicht irgendeine Wurzel der Bitterkeit aufsprosse und euch zur Last werde und durch sie viele verunreinigt werden; dass nicht jemand ein Hurer oder ein Gottloser sei wie Esau, der für eine Speise sein Erstgeburtsrecht verkaufte (Hebr 12,14-16).
Noch deutlicher ist die kurze prägnante Aufforderung, die im 1.Korintherbrief zu finden ist, durch die wir aufgefordert werden: Tut den Bösen von euch selbst hinaus! (1.Kor 5,13).

Man soll sich also nicht mit Kirchen vereinen, die das Wort Gottes als Maßstab verworfen haben, sondern im Gegenteil, es geht darum, die eigene Gemeinde rein zu halten, anstatt sich mit abgefallenen Kirchen zusammen zu schließen. Um es bildlich anhand von natürlicher Speise darzustellen, muss man sich nur mal folgendes vorstellen: Angenommen ich habe ein Schälchen mit 250 gr. Erdbeeren und bemerke darin eine schimmlige Erdbeere, jemand anders hat auch ein Schälchen, bei ihm sind 3 schimmlige Erdbeeren drin, wieder ein anderer hat eins mit 10 schimmligen und zuletzt ist da noch einer, bei dem sind bis auf 2 Erdbeeren alle schimmlig. Was muss ich tun, damit nicht mein ganzes Schälchen schimmlig wird, soll ich etwa nach dem Motto, gemeinsam sind wir stark, einen größeren Behälter besorgen und den anderen vorschlagen, dass wir unser Erdbeeren alle da hinein kippen sollen? Es ist unschwer sich auszumalen, was passieren wird, am Ende werden alle Erdbeeren verschimmeln, die einzige Verwendung, die dann noch bleibt, ist der Komposthaufen. Im geistlichen Bereich entspricht dies Mittlerweile leider der gängigen Praxis, anstatt auf Reinheit und Heiligkeit zu achten, will man alles in einen Topf werfen.

Leider werden jene, die dieses ungeistliche Fehlverhalten aufzeigen, als lieblos hingestellt, doch das Gegenteil ist der Fall: Wer vor solchen Fehlentwicklungen warnt, tut es ausdemselben Grund, aus dem die Heilige Schrift davor warnt, es geht darum, Schaden vom Volk Gottes abzuwenden. Wer partout nicht hören will, und bildlich gesehen immer noch darauf besteht, es nicht so eng sehen zu müssen, gleicht einem Menschen, der trotz der aufgezeigten Missstände weiterhin bedenkenlos eingangs erwähntes Restaurant aufsuchen würde; nur mit dem Unterschied, dass in diesem Fall kein Bußgeld verhängt wurde, und die falschen Lehrer weiterhin ihre verderblichen Lehren unter dem Volk Gottes verbreiten dürfen. Wer wirklich glaubt, dies hätte keine Auswirkung auf sein geistliches Leben, der irrt gewaltig, denn die erste Auswirkung ist ein abstumpfen gegenüber den biblischen Mahnungen. Irgendwann ist dann überhaupt kein geistliches Unterscheidungsvermögen mehr da, und hier ist die Frage: Können solche Menschen überhaupt wiedergeboren sein? Gehören jene, die Gottes Mahnungen nicht mehr ernst nehmen wirklich zu der kleinen Herde, über die der HERR sagte: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir (Joh 10,27).

Auf Seine Stimme zu hören und IHM nachzufolgen bedeutet Seinem Wort zu gehorchen. Das Himmelreich ist nur den Überwindern versprochen, und dieses Überwinden beinhaltet auch die Standhaftigkeit gegenüber verführerischen Lehren (vgl. Offb 3,12; 1.Joh 4,4). Nehmen wir uns also zu Herzen, was uns Gottes Wort bezüglich falscher Lehre sagt, anstatt großzügig über solche Missstände hinwegzusehen, oder es sogar noch beschönigen zu wollen, gilt es, sich bewusst zu machen, dass Schönreden an diesem Punkt fehl am Platz ist. Nicht ohne Grund mahnt uns die Schrift: Irrt euch nicht: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten (1.Kor 15,33). Man kann falscher Lehre, und deren schädlichem Einfluss nicht standhalten, indem man Umgang mit falschen Lehrern pflegt. Wenn Jesus Seine Jünger vor falscher Lehre warnt, wer sind wir, zu glauben, immun gegen falsche Lehren zu sein? Wer in unseren Tagen nicht wachsam ist, kann sich sehr wohl einreden am Reich Gottes mit zubauen, doch wer mit jenen bauen will, die Christus den Eckstein verworfen haben, der baut in Wahrheit am Tempel einer Menschheitsbruderschaft. Ich bin gewiss nicht gegen Bruderschaft und Einheit, doch entscheidend ist, dass es wirklich die Einheit unter Gläubigen ist. Schaut man sich diesbezüglich die Eintracht der ersten Gemeinde an, wird deutlich auf welches Fundament diese gegründet war. Sie war nicht auf Menschenweisheit, nicht auf Menschenwort, sondern auf das Wort Gottes gegründet. Denn in der Apostelgeschichte wird berichtet: Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet (Apg 2,42).

Diese Lehre der Apostel wurde auch uns überliefert, und sie ist der Gradmesser ob unser Glaube echt ist oder nicht. Johannes schreibt dazu: Wir sind aus Gott; wer Gott erkennt, hört uns; wer nicht aus Gott ist, hört uns nicht. Hieraus erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums (1.Joh 4,6). Mit anderen Worten: Wer wirklich wiedergeboren ist, der hört auf das, was die Apostel lehren, er nimmt das Wort Gottes an und bleibt in dieser Lehre. Und im 2. Johannesbrief heißt es: Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn (V9).
Dies ist das Prüfkriterium für unseren eigenen Glauben, aber auch dafür, wer wirklich zum unsichtbaren Leib der Gemeinde gehört. Nehmen wir also die Worte ernst, die uns sagen: Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken (2.Joh 7-11). Denn es nützt uns nichts das Wort Gottes zu kennen, wenn wir nicht bereit sind es anzuwenden (vgl. Hebr 4,2).

Wenn wir abschließend noch einmal auf das Beispiel mit Restaurant zurückkommen, ist doch eines offensichtlich: Wer sich trotz dieses Zeitungsberichts nicht abschrecken lässt, und weiterhin dieses Restaurant aufsucht, hat keinen praktischen Nutzen davon, dass die Missstände aufgezeigt wurden. Und übertragen auf die geistliche Ebene, nützen uns die vielen biblischen Warnungen vor falscher Lehre nichts, wenn wir uns diesen weiterhin bedenkenlos aussetzen. Machen wir uns bewusst, dass Lehre, die von der Heiligen Schrift abweicht aus Ungehorsam gegenüber Gott resultiert. Wenn wir falschen Lehrern folgen, indem wir ihre zerstörerischen Lehren bedenkenlos annehmen, wird dies unsere Beziehung zu Gott zerstören. Denn falsche Lehre führt immer zu einem falschen Gottesbild und dies wiederum wird sich negativ auf unser Denken und Handeln auswirken. Damit schadet man sich nicht nur uns selbst, sondern auch seinem Umfeld, denn wer ein falsches Gottesbild hat, wird auch ein falsches Gottesbild vermitteln, und so werden Verführte unweigerlich selbst zu Verführern.

Daher gilt es ernst zu nehmen, was uns in Kolosser 2,18-19 gesagt wird: Laßt nicht zu, daß euch irgend jemand um den Kampfpreis bringt, indem er sich in Demut und Verehrung von Engeln gefällt und sich in Sachen einläßt, die er nicht gesehen hat, wobei er ohne Grund aufgeblasen ist von seiner fleischlichen Gesinnung, und nicht festhält an dem Haupt, von dem aus der ganze Leib, durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengehalten, heranwächst in dem von Gott gewirkten Wachstum (Kol 2,18-19I.
Wer nicht an Christus als Haupt festhält, wer nicht in der Lehre der Apostel bleibt, darf nicht als Glaubensbruder gesehen werden. Was auch immer er für eine Lehre bringt, wir müssen sie ablehnen und uns von ihm distanzieren. Letztlich müssen wir uns bewusstmachen, jede Lehre die vom biblischen Fundament abweicht, verleitet zum Götzendienst, denn auf geistlichem Gebiet gibt es keinen neutralen Boden. Wie krass diese Verfehlung ist, macht 1.Korinther deutlich, hier werden die Gläubigen gewarnt: Darum, meine Lieben, flieht den Götzendienst! … Seht an das Israel nach dem Fleisch! Welche die Opfer essen, stehen die nicht in der Gemeinschaft des Altars? Was will ich nun damit sagen? Dass das Götzenopfer etwas sei? Oder dass der Götze etwas sei? Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den Dämonen und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr mit den Dämonen Gemeinschaft habt. Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der Dämonen. Oder wollen wir des Herrn Eifersucht wecken? Sind wir stärker als er? (1.Kor 10,14, 18-22).

Beachten wir, unser Gott ist ein eifersüchtiger Gott, wollen wir IHN etwa zum Zorn reizen? Oder meint ihr, dass die Schrift umsonst rede: "Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ"? (Jak 4,5). Wir sehen heute zu gerne nur den lieben, netten, toleranten Gott, doch diese Sichtweise ist ein Resultat aus falscher und verwässerter Lehre. So ist unter vielen Christen das Denken vorherrschend, Gott sei nur im Alten Testament streng gewesen, im Neuen Testament hingegen würde sich Gott nur von Seiner gnädigen, barmherzigen und liebevollen Seite zeigen. Man interpretiert die Tatsache, dass wir im Zeitalter der Gnade Leben jedoch falsch, anstatt diese Gnade als Deckmantel für ein zügelloses Leben zu missbrauchen, sollten wir umso mehr darauf achten, nicht am Ziel vorbeizugleiten, denn wem mehr anvertraut ist, von dem wird man auch mehr fordern (vgl. 1.Petr 2,16; Hebr 2,1, Lk 12,48).
An keiner Stelle der Heiligen Schrift wird gelehrt, dass Gott sich geändert hätte, im Gegenteil, die biblische Lehre besagt eindeutig, dass sich Gott nicht geändert hat (Mal 3,6). Nicht nur das Alte Testament bezeugt, dass Gott gnädig und barmherzig ist, und beschreibt IHN zugleich als einen eifersüchtigen Gott, der sehr zu fürchten ist, sondern auch das Neue Testament sagt uns: Denn auch unser Gott "ist ein verzehrendes Feuer“ (Hebr 12,29; vgl. 10,31). Nehmen wir also ernst, wenn uns gesagt wird: Du sollst keine andern Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott (2.Mo 20,3-5).

Wie gesagt, falsche Lehre ist nicht neutral, ebenso wenig wie es andere Religionen sind. Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den Dämonen und nicht Gott. Wer sich falscher Lehre aussetzt, stumpft an diesem Punkt völlig ab, heute ist es dieser Kompromiss und morgen jener, doch diese halbherzige Haltung führt uns nicht ans Ziel, denn dies ist nicht der Weg des Gehorsams, sondern ein rebellischer Weg, der letztlich im breiten Weg der Gottlosigkeit mündet. Beachten wir was Sprüche, 4,18-19 lehrt, und ziehen wir daraus die richtigen Konsequenzen: Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Der Gottlosen Weg aber ist wie das Dunkel; sie wissen nicht, wodurch sie zu Fall kommen werden (Spr 4,18-19).

Die Bibel kennt nur diese 2 Wege, gehen wir sicher, dass wir den richtigen eingeschlagen haben. Noch besteht die Möglichkeit zur Umkehr, noch können wir unseren Kurs korrigieren. Daher sagt uns Gottes Wort: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht (Hebr 3,15). Prüfen wir also, was uns serviert wird, anstatt alles bedenkenlos anzunehmen. Wir können nicht davon ausgehen, dass in jedem Fernsehgottesdienst das unverfälschte Evangelium verkündigt wird, ebenso müssen wir christliche Literatur anhand des Wortes prüfen. Daher ist es wichtig, dass wir mit dem Wort Gottes vertraut sind. Nur wer weiß wie echtes Geld aussieht, kann es von Falschgeld unterscheiden. Denn wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch ihre Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum. Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus (Eph 4,1-15).

Im selben Kapitel des Briefes, lesen wir dann etwas, dass sich gerade unsere Generation wieder ganz neu zu Herzen nehmen sollte, denn wie gesagt, mein Eindruck ist, dass wir dazu neigen die Gnade als Freibrief zu missbrauchen. Im Grunde nehmen wir Gottes Wort nicht mehr so ernst, weil wir uns sagen, der HERR ist ja ohnehin gnädig, ER wird uns schon verzeihen. Und so haben wir ein Christentum, das immer weltförmiger wird, statt in der Gottesfurcht zu leben. Doch hören wir was der Apostel Paulus darüber zu sagen hat: Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn, dass ihr nicht mehr wandeln sollt, wie auch die Nationen wandeln, in Nichtigkeit ihres Sinnes; sie sind verfinstert am Verstand, entfremdet dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockung ihres Herzens; sie, die abgestumpft sind, haben sich selbst der Ausschweifung hingegeben, zum Ausüben jeder Unreinheit mit Gier. Ihr aber habt den Christus nicht so kennengelernt. Ihr habt ihn doch gehört und seid in ihm gelehrt worden, wie es Wahrheit in Jesus ist: dass ihr, was den früheren Lebenswandel angeht, den alten Menschen abgelegt habt, der sich durch die betrügerischen Begierden zugrunde richtet, dagegen erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit (Eph 4,17-24).

 



Die komplette Beitragsreihe "Halbherzig oder kompromisslos?"
bestehend aus den Teilen:

1. Eli, ein halbherziger Priester I (Autor Georg Walter)
2. Eli, ein halbherziger Priester II
3. Miche, Propeht ohne Kompromisse (Autor Georg Walter)
4. Der Weg der faulen Kompromisse
5. Die trügerische Weltweisheit der Hure Babylon
6. Hütet euch vor falscher Lehre

ist auch als Download erhältlich:

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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