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12. Natürliche Geburt oder geistliche Geburt? II

Veröffentlicht am 02.07.2016

Im letzten Kapitel haben wir gesehen, dass die Gnade Gottes nicht nur darin besteht, dass Er durch das Erlösungswerk, das Jesus am Kreuz vollbracht hat, eine Rettungsmöglichkeit geschaffen hat und unsere Errettung nun allein von unserem sogenannten „freien Willen“ abhängt, sondern dass Er die Berufenen auch dazu befähigt zu glauben (vgl. Kol 1,12). Mit anderen Worten: Nicht unser Glaube hat Gott gnädig gestimmt, sondern vielmehr haben wir es Seiner Gnade zu verdanken, dass uns der rettende Glaube zuteilwurde. Unsere geistliche Wiedergeburt war also nicht Folge unseres Glaubens, sondern umgekehrt, wir konnten glauben, weil uns der Vater zu geistlichem Leben erweckt hat. Bleibt der Ungläubige hingegen sich selbst überlassen, dann bleibt er in seiner feindlichen Gesinnung gegenüber Gott und kann Ihm in keiner Weise gefallen (vgl. Röm 8,6-7). Seiner gefallenen Natur entsprechend, handelt er nach seinen egoistischen, selbstsüchtigen Motiven und kann nur insofern frei entscheiden, dass er das Gnadenangebot Gottes ablehnt. 

Somit gibt es für keinen Christen Grund, sich zu rühmen, denn es heißt nicht, durch euch seid ihr in Christus, sondern: Durch ihn (Gott) seid ihr in Christus (1.Kor 1,30). Nicht irgendetwas in uns, war ausschlaggebend, dass wir in Christus sind, vielmehr ist es allein der Macht Gottes zu verdanken, wenn wir an die rettende Botschaft vom Kreuz glauben können. Er war es, der uns dazu befähigt hat zu glauben (vgl. Kol 1,12). Dass der rettende Glaube wirklich ein Geschenk ist, wird besonders durch Philipper 1,29 deutlich, wenn gesagt wird, denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden. Dies entspricht auch der bereits im ersten Teil zitierten Worte aus Johannes 6, wo Jesus sagt: Dies ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat (Joh 6,29).

Wir hängen uns gern daran auf, dass unser Wollen das Entscheidende ist, doch wie im letzten Kapitel gesehen, entspricht dieses Wollen in keinster Weise unserer gefallenen Natur. Vielmehr gilt hier die Aussage, die Jesus einst an die Pharisäer gerichtet hat, als er sprach: „Ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet (Joh 5,40).
Natürlich bedeutet dies nicht, dass ein Christ widerwillig zu Jesus kommt oder gar gezwungen wird,  doch der Grund für sein Wollen ist nicht in seiner gefallenen Natur zu finden, sondern in dem machtvollen Eingreifen Gottes. Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen (Phil 2,13).

Errettung geschieht also nicht durch irgendetwas, das im Rahmen unserer menschlichen Möglichkeiten steht, sondern allein aufgrund Gottes freier Gnadenwahl. Der Grund warum das Volk Gottes auf den Ruf des Evangeliums reagiert, ist allein auf Seine Macht zurückzuführen, so wie geschrieben steht: Dein Volk ist voller Willigkeit am Tage deiner Macht (Ps 110,3). Oder um es mit den Worten des Herrn zu sagen: „Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen“ (Joh 6,37a).

 

Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott?

Da nun Jesus unmissverständlich sagt, dass „alle“, die Ihm der Vater gibt, zu Ihm kommen werden, stellt sich die Frage, was mit den Übrigen ist? Was ist mit jenen, die nicht zu Ihm kommen, mit jenen, die das Evangelium ablehnen oder womöglich nie zu hören bekommen?

Wenn wir den Worten Jesu Glauben schenken, dass tatsächlich „alle“ zu ihm kommen werden, die Ihm der Vater gibt, dann lässt dies nur einen logischen Schluss zu und der lautet, dass alle, die dem Ruf des Evangeliums nicht folgen, nicht zu jenen gehören, über die Jesus im Hohepriesterlichen Gebet sagt: Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben. Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht (Joh 17,6+9-10).

Ist es nicht so, dass man oft gedankenlos über solche Texte hinwegliest und es irgendwie ausblenden will, dass sich Jesus nur den Menschen offenbart, die Ihm der Vater gegeben hat? Sie waren dein und du hast sie mir gegeben“, betet Jesus und macht deutlich, was die Auserwählten von den Übrigen unterscheidet. Beachten wir auch, dass Jesus nicht für die ganze Welt, nicht für die gesamte Menschheit betet, sondern für die, die Ihm der Vater gegeben hat.

Doch warum macht Gott diesen Unterschied? Warum werden die einen zum ewigen Leben bestimmt, während die anderen offensichtlich übergangen werden?

Kommen wir dazu noch einmal auf die Erwählung Jakobs zurück, über die in Römer 9,11-16 folgendes berichtet wird: Denn als die Kinder noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten - damit der nach freier Auswahl gefasste Vorsatz Gottes bestehen bliebe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden -, wurde zu ihr gesagt: "Der Ältere wird dem Jüngeren dienen";wie geschrieben steht: "Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst." Was sollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Auf keinen Fall! Denn er sagt zu Mose: "Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme, und werde Mitleid haben, mit wem ich Mitleid habe." So liegt es nun nicht an dem Wollenden, auch nicht an dem Laufenden, sondern an dem sich erbarmenden Gott.

Als Paulus den Gläubigen die Erwählungslehre nahebrachte, war ihm bewusst, dass er die Vorstellungen vieler über den Haufen werfen würde, dennoch hat er dieses Thema nicht ausgeklammert, sondern führte es so klar und deutlich aus, dass die Gegenfrage: „Was sollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott?“, regelrecht vorprogrammiert war. Ebenso war ihm auch bewusst, dass mit dem Einwand: Warum beschuldigt er uns dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen?“ zu rechnen war. Dies ist durchaus nachvollziehbar, denn rein menschlich gesehen, halten wir es für unfair, wenn Gott bestimmte Menschen ohne geringsten Eigenverdienst begnadigt, während Er andere bei Seiner Gnadenwahl übergeht. Paulus entgegnet dieser Fragestellung mit dem Bild des Töpfers aus Jeremia (vgl. 18,2-6), und sagt: Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so? Hat nicht ein Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu nicht ehrenvollem Gebrauch zu machen? (Röm 9,20-22).

In Anlehnung daran, dass Gott den Menschen aus dem Staub der Erde erschaffen hat, ist das Bild vom Töpfer und dem Ton sehr treffend, denn bildlich gesehen, ist die gesamte Menschheit mit einem missratenen Tonklumpen zu vergleichen. Missraten deshalb, weil bereits das erste Menschenpaar den ursprünglichen Zweck ihrer Erschaffung verfehlt hat. Der Mensch, der als Abbild Gottes geschaffen wurde, um in Gemeinschaft mit seinem Schöpfer zu leben, hat Ihm den Rücken zugewandt; statt Ihm dem gebührenden Dank zu geben und zu Seiner Ehre zu leben, sucht der Mensch nur seine eigene Ehre und will nichts von seinem Schöpfer wissen. So wie jeder Töpfer das Recht hat, einen Missratenen Tonklumpen entweder neu zu formen, oder zu verwerfen, so kann auch Gott mit Seinen Geschöpfen tun, was in Seinen Augen richtig ist. Doch so selbstverständlich wie wir jedem Töpfer dieses Recht zugestehen, so schwer fällt es uns, dieses Bild auf Gottes Umgang mit der Menschheit zu übertragen und zu akzeptieren, dass dies Sein gutes Recht ist und dass Er niemanden etwas schuldig ist.

Beachten wir auch, dass Paulus sich im Römerbrief sehr viel Zeit nimmt, die Lehre der Erwählung und Vorherbestimmung darzulegen, um den Christen in Rom vor Augen zu führen, dass sie den Grund ihres Glaubens nicht in sich selbst, sondern in Gottes Gnadenwahl sehen sollten. Wenn er dies alles ausführt und danach schreibt, ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes (Röm 12,2), ist dann nicht offensichtlich, dass er sie auffordert, ihr Denken gerade auch an diesem Punkt zu erneuern? Christen sollen nicht den verschobenen Maßstab der Welt übernehmen, nicht diese falsche Grundannahme, Gott würde in unserer Schuld stehen, sondern umgekehrt, wir stehen in Seiner Schuld.

Sollte jemandem die Prädestinationslehre immer noch unfair und ungerecht erscheinen, sollte folgendes Zitat von Marc Web zu denken geben. Als er eines Tages über dieses Thema unterrichtet hat, hatte ihm eine Frau aufgebracht entgegnet, dass diese Lehre das Schrecklichste sei, das sie je gehört hätte. Seine Antwort darauf lautete wie folgt: „Sie missverstehen die Situation. Sie sehen vor Ihrem geistlichen Auge einen Gott, der wie ein Türsteher an der Himmelstür steht, an der sich die Menschen drängen, um in den Himmel hineinzukommen. Und Er wählt Einzelne aus, die hereinkommen dürfen. Aber die Situation ist doch ganz anders. Zwar steht Gott mit ausgebreiteten Armen an der Himmelstür und lädt alle zu sich ein. Doch die Menschen laufen ohne Ausnahme in die entgegengesetzte Richtung auf die Tore der Hölle zu. Und deshalb wählt Gott in Seiner Gnade Einzelne aus, stoppt einen hier, den anderen dort und zieht sie zu sich, indem Er ihre Herzen verändert und sie willig macht, zu Ihm zu kommen. Die Erwählung hält niemand vom Himmel fern, der ohnehin dort angekommen wäre, aber sie errettet eine Menge an Sündern vor der Hölle. Gäbe es keine Erwählung, wäre der Himmel ein leerer Ort, und die Hölle wäre zum Bersten gefüllt.“ 31

Zum selben Urteil kommt auch Tim Kelly, wenn er schreibt: Hätte der Vater nicht ein Volk aus allen Stämmen, Völkern und Sprachen erwählt, dann wäre der Tod seines Sohnes am Kreuz vergeblich gewesen, denn niemand hätte jemals geglaubt. 32

Wir haben nur deshalb so große Probleme mit der Erwählungslehre weil wir einen großen Denkfehler machen: Wir gehen immer davon aus, Gott sei uns die Rettung schuldig, doch wie bereits gesagt, nicht Er steht in unserer Schuld, sondern wir sind es, die tief in Seiner Schuld stehen. Wenn es rein nach Schuldigkeit und Verdienst geht, dann haben wir nur einen Anspruch auf das, was uns in Römer 6,23a gesagt wird: Denn der Lohn der Sünde ist der Tod. Dass der Text an dieser Stelle nicht endet, hat nichts mit dem zu tun, was uns zusteht, oder was wir verdient hätten, sondern liegt allein an Gottes Erbarmen. Nur weil Er gnädig und barmherzig ist, folgen darauf die Worte: Die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

Der Mensch hat keinen Grund Gott anzuklagen, sondern nur Grund Ihm zu danken. Denn Er ist der Schöpfer aller Dinge, durch Ihn ist alles geschaffen, alles besteht durch Ihn und alles wird durch Ihn erhalten (vgl. Kol 1,16-17; Offb. 4,11). Ihm allein hat jeder Mensch sein Dasein zu verdanken, unser Leben ist ein Geschenk von Ihm. Wenn sich der Mensch in seiner gefallenen Natur weigert, Ihn dafür zu ehren und Ihm den gebührenden Dank verweigert, ja wenn er sogar so vermessen ist, die Tatsachen zu verdrehen und zu behaupten, Gott sei eine Schöpfung des Menschen, dann hat er seine Verwerfung nicht Gott zuzuschreiben, sondern seiner eigenen Halsstarrigkeit. Sein verhärtetes Herz hat ihn dazu bewegt, sein Leben lang vor Gott davon zu laufen, mit welchem Recht kann er sich da beschweren, wenn er am Ende in der ewigen Gottesferne landet? Hat er damit nicht genau sein Lebensziel erreicht? War es nicht sein eigener Wunsch, ohne Gott zu leben?

Bedenken wir, Gott der Vater bietet allen Menschen durch das Evangelium Versöhnung an. Jesus, der Sohn, lädt alle Menschen ein, indem er spricht: Kommt her zu mir, alle (Mt 11,28). Wer diesen Reichtum Seiner Güte, Geduld und Langmut verachtet (vgl. Röm 2,4) und diese unübertreffliche Gnade verschmäht, darf sich weder wundern, noch beschweren, wenn die Tür für ihn eines Tages verschlossen ist. Wer im Hier und Jetzt nichts vom Reich Gottes wissen will und nicht bereit ist, sich der Königsherrschaft Gottes unterzuordnen, hat keinen Grund zur Klage, wenn er in der Ewigkeit von Gottes Reich ausgeschlossen wird. Die ewige Gottesferne ist der Ort, den er selbst erwählt hat, nicht Gott war es, der ihn an diesen schrecklichen Ort geleitet hat, sondern sein eigenes verdorbenes Herz und seine beharrliche Weigerung, zu Jesus zu kommen.
Im Hier und Jetzt gelten noch die Worte: Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte (Mt 5,45). Im Hier und Jetzt hat der Gottlose noch Anteil an den Segnungen Gottes, doch wenn er den Ort erreicht, den er sein Leben lang so zielstrebig anvisiert hat, dann wird er ernten, was er hier gesät hat. Auch wenn es uns schwerfällt, die bittere Pille zu schlucken, so müssen wir uns dessen bewusst sein, dass uns Gott nichts schuldig ist. Treffend bemerkt J.I Packer: Gott schuldet Sündern keine Gnade irgendeiner Art, sondern nur die Verdammnis. Darum ist es ein Wunder und Grund zu endlosem Lobpreis, dass Gott überhaupt einen von uns errettet hat, ganz besonders, weil Seine Gnadenwahl die Gabe Seines Sohnes als Sündenträger für die Erwählten einschließt. 33

Gott ist nicht dazu verpflichtet, uns zu erretten, wenn Er es dennoch tut, dann ist es aus reiner, unverdienter Gnade. Nicht Er war es, der sich von der Menschheit abgewandt hat, sondern es war der Mensch, der Ihm den Rücken zugekehrt hat. Als Adam im Paradies gegen seinen Schöpfer rebelliert hat, hat er die Weichen für die gesamte Menschheit gestellt (vgl. 1.Kor 15,21-22). Jeder Nachkomme Adams wird bereits in Sünde geboren und geht aufgrund seiner eigenen Entscheidung den breiten Weg, der ins Verderben führt. Natürlich hätte Gott alle Menschen erretten können, doch ebenso hätte Er auch alle verdammen können. Wir dürfen es Ihm nicht ankreiden, wenn Er sich dazu entschieden hat, Seine Macht darin zu offenbaren, die Gefäße des Zorns mit großer Geduld zu ertragen, während Er an den Gefäßen der Barmherzigkeit, den Reichtum Seiner Herrlichkeit kundtut (vgl. Röm 9,22); denn wie gesagt, Er hätte mit gutem Recht, alle verdammen können. Bedenken wir hierbei auch, was Ihn die Erlösung gekostet hat und beachten wir, dass Jesus Sein Leben nicht für die gefallenen Engel, sondern die gefallene Menschheit, dahingab. Die Engel die gesündigt haben, wird Gottes Gericht ohne Ausnahme in vollem Umfang treffen. Ihnen wurde Jesus nicht als Mittler gegeben, so wie es heißt: Denn es ist "ein" Gott und "ein" Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus (1.Tim 2,5); stattdessen lesen wir: Denn Gott hat selbst die Engel, die gesündigt haben, nicht verschont, sondern hat sie mit Ketten der Finsternis in die Hölle gestoßen und übergeben, damit sie für das Gericht festgehalten werden (2.Petr 2,4; vgl. Jud 6; Offb 12,9).

Bedenken wir auch folgendes, hätte Gott nicht einen Überrest, sowohl aus Israel, als auch aus den Nationen zur Errettung erwählt, wäre es der gesamten Menschheit wie Sodom und Gomorra ergangen, so wie geschrieben steht: Wenn uns nicht der Herr Zebaoth Nachkommen übrig gelassen hätte, so wären wir wie Sodom geworden und wie Gomorra (Röm 9,29; Jes 1,9).

Lassen wir also unser Denken anhand der Schrift erneuern, lassen wir es zu, dass die Dinge, die verschoben sind, wieder gerade gerückt werden und lernen wir unsere Errettung im Licht der Schrift richtig einzuordnen, indem wir uns bewusst machen, der wahre Grund unserer Errettung ist weder auf unser Wollen, noch auf unser Bemühen, weder auf unsere Abstammung, noch auf unseren gesellschaftlichen Status zurückzuführen, sondern allein darauf, dass uns Gottes Gnade und Erbarmen zuteilwurde. Anstatt aufgrund der biblischen Prädestinationslehre eine Ungerechtigkeit bei Gott sehen zu wollen, müssen wir eingestehen, dass die Ungerechtigkeit nicht auf Seiner, sondern auf unserer Seite steht. Statt zu fragen, ob Gott ungerecht sei, lautet die richtige Fragestellung: „Warum rettet Gott überhaupt jemanden?“ Auf den Punkt gebracht: „Warum hat Gott ausgerechnet mich gerettet?“ 34

 

Wie können wir die Lehre der Erwählung praktisch anwenden?

Im Himmel werden keine Menschen anzutreffen sein, die von sich behaupten können, dass sie es sich verdient hätten. Der einzige Ort an dem der Mensch aufgrund seiner eigenen Verdienste landen kann, ist die ewige Finsternis. Daraus ergibt sich für jene, die noch außerhalb stehen, dass sie in Bezug auf ihre Errettung einzig und allein auf Gottes Erbarmen angewiesen sind. Die einzig angemessene Reaktion darauf kann nur die sein, es dem blinden Bettler Bartimäus gleich zu tun. Er war sich seiner hoffnungslosen Lage bewusst, doch anstatt zu resignieren und sich damit abzufinden, flehte er: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Er war dabei so beharrlich, dass er sich nicht einmal von denen abhalten ließ, die ihn anfuhren, er solle stillschweigen. Im Gegenteil, der Text sagt: Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! (Mk 10,47-48). Und der an ihm vorbeiziehende HERR, erhörte sein Rufen und heilte ihn. Derselbe Jesus, der damals umherging, um Blinde sehend zu machen, geht heute umher, um geistlich Blinden die Augen zu öffnen, doch entscheidend ist, dass man Ihn, ernsthaft betend, darum bittet.

Wenn die Lehre der Auserwählung und der Vorherbestimmung jemanden betrübt, dann mit dem Ziel das in 2.Korinther 7,10, wie folgt beschrieben ist: Denn die Betrübnis nach Gottes Sinn bewirkt eine nie zu bereuende Buße zum Heil.

Doch was können Christen für einen Nutzen aus dieser Lehre ziehen? Ist sie uns etwa gegeben, damit wir darüber streiten? Gewiss ist dies nicht der Fall; denn wir sind dazu angehalten: Nicht streitsüchtig zu sein, milde zu sein und an allen Menschen alle Sanftmut zu erweisen! (1.Tit 3,2). Daher sollte dies auch nicht zu Spaltungen unter Christen führen. Es wäre ebenso falsch, zu sagen, wer diese Lehre annimmt, ist ein Kind Gottes und wer sie ablehnt, sei nicht errettet, wie es nicht zutreffend wäre, das Gegenteil zu behaupten. Diese Lehre ist nicht dazu gedacht eine Trennlinie zwischen Glaubensgeschwister zu ziehen, sondern im Gegenteil, sie ist ein Mittel, um Spaltungen entgegenzuwirken. Zeigt sie uns doch in aller Deutlichkeit, dass wir den Glaubensgeschwistern nichts voraushaben. Denn was haben wir, das wir nicht empfangen haben? Bei den ersten Christen gab es oft Spannungen zwischen den Juden und den Heiden, ebenso kam es zu Parteiungen in Bezug auf Personen, so dass ihnen Paulus vorhalten musste: Und ich, liebe Brüder, konnte nicht zu euch reden wie zu geistlichen Menschen, sondern wie zu fleischlichen, wie zu unmündigen Kindern in Christus (1.Kor 3,1). Der Grund dafür war, dass die einen stolz waren, auf Paulus zu hören, andere hingegen sich dessen rühmten, das Evangelium von Apollos gehört zu haben, doch was macht Paulus, er gibt alle Ehre dem Herrn, indem er schreibt: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der pflanzt noch der begießt etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt (1.Kor 3,6-7). In Vers 21 sagt er dann noch einmal ausdrücklich: Darum rühme sich niemand eines Menschen. Und weil dies offensichtlich ein Problem in dieser Gemeinde war, hat er gleich zu Beginn des Korintherbriefes das Thema der Erwählung aufgezeigt. Seine Aussage lautete jedoch nicht, Gott hat euch erwählt, weil ihr so klug, so weise und so tugendhaft seid, sondern im Gegenteil, seine Worte waren: Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott rühme. Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, damit, wie geschrieben steht (Jeremia 9,22-23): »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!«

Die Lehre der Erwählung aufgrund von Gottes freier Gnadenwahl macht deutlich, dass es für uns keinen Grund gibt, sich über andere zu erheben. Sie lässt uns keinen Raum für Eigenruhm, sondern nur dafür, den zu rühmen, dem die Ehre gebührt und das ist allein der dreieinige Gott, der alles nach dem Rat seines Willens wirkt (vgl. Eph 1,11). Sie bewahrt uns vor Überheblichkeit und Stolz und führt uns stattdessen zu einer demütigen, dankbaren Haltung, in der wir so miteinander umgehen, wie es Paulus im Brief an die Philipper sagt, wenn er schreibt: So erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid, nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst (Phil 2,2-3).

 

Wozu noch evangelisieren?

Oft kommt als Gegenargument zur Erwählungslehre der Einwand, diese Lehre würde alle Evangelisationsbemühungen überflüssig machen. Dass das Gegenteil der Fall ist, wird deutlich, wenn wir den Eifer des Paulus sehen. Was hat er nicht alles erduldet, um des Evangeliums willen? Doch hat er jemals resigniert oder sich gar gesagt, nun ja, wenn ohnehin alles vorherbestimmt ist, wozu dann noch predigen? Nein, so sah seine Reaktion nichts aus, denn schließlich wusste er, dass das Mittel zur Errettung das Wort ist, so wie er es in Römer 10,17 selbst formuliert, indem er schreibt: Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Doch er hat im selben Kapitel Jesaja zitiert, der die Frage aufbrachte: Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? An wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden?

Genau wie Jesaja, stieß auch Paulus bei vielen auf Ablehnung und erlebte sehr viel Widerstand, dennoch erduldet er dies alles und begründete dies, zu einem Zeitpunkt, an dem er um seines Zeugnisses Willen in Ketten lag (vgl. 2.Tim 1,16) mit folgenden Worten: Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie die Seligkeit erlangen in Christus Jesus mit ewiger Herrlichkeit.

Paulus hat nicht resigniert, weil er wusste, dass sein Dienst nicht vergeblich war, er wusste, dass die Auserwählten auf den Ruf des Evangeliums regieren würden. Diese Gewissheit hatte er zum Einen, weil seine eigene Bekehrung keinen anderen Schluss zulassen konnte (vgl. Gal 1,15-16) und zum Anderen, weil es ihm seine Erfahrungen bei der Evangeliumsverkündigung bestätigten. Denn er hatte nicht nur Widerstand und Ablehnung erfahren, sondern auch erlebt, wie die in den Augen der Welt törichte Botschaft, von den Auserwählten angenommen wurde (vgl. 1.Kor 1,18). Und zwar so, wie es in der Reaktion auf seine Verkündigung in Apostelgeschichte 13 beschrieben wird: „Alle“ wurden gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren (V 48), oder wie er es beispielsweise bei der Bekehrung der Purpurkrämerin Lydia erlebt hatte, über die gesagt wird: Deren Herz öffnete der Herr, dass sie achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde (Apg 16,14).

Ist es nicht so, dass sich genau darin bewahrheitet, was in Jesaja 55,11 geschrieben steht? Ist nicht gerade Gottes souveräne Gnadenwahl der Beleg dafür, dass Gottes Wort nicht leer zurückkommen wird, sondern tun wird, was Ihm gefällt und wozu Er es sendet? Wir erinnern uns, Paulus hat aus Jesaja 53 zitiert, als er schrieb: Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? An wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden?

Viele Gottesmänner sind daran fast verzweifelt, sie haben sich aufgerieben, sie haben sich eingesetzt, und doch schien es so, als sei alles vergeblich gewesen. Denken wir zum Beispiel an den Propheten Elia. Auf dem Berg Karmel hatte Gott sich eindeutig zu ihm gestellt und die Baalspriester der Lächerlichkeit preisgegeben, doch anstatt, dass er daraufhin eine mächtige Erweckung erleben konnte, musste der Prophet vor der rachesüchtigen Isebel flüchten. Resigniert sprach er zum Herrn: Ich habe sehr geeifert für den HERRN, den Gott der Heerscharen. Deinen Bund haben die Söhne Israel ja verlassen, haben deine Altäre niedergerissen und deine Propheten mit dem Schwert umgebracht. Und ich bin übrig geblieben, ich allein, und nun trachten sie danach, auch mir das Leben zu nehmen (1. Kö 19,14, vgl. Röm 11,2-3).

Genau auf diese Begebenheit geht Paulus im Zusammenhang mit Gottes freier Gnadenwahl ein und zitiert auch die göttliche Antwort, die besagt: „Ich habe mir siebentausend Mann übrig bleiben lassen, die vor Baal das Knie nicht gebeugt haben“. Die Schlussfolgerung die Paulus daraus zieht, lautet: So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Rest nach Auswahl der Gnade entstanden. Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade (Röm 11,4-6).

Auch hier sehen wir deutlich, es ist allein Gottes souveräne Gnadenwahl, die den Unterschied, zwischen jenen, die die Botschaft annehmen, und jenen, die sie verwerfen, ausmacht. Somit schützt uns diese Lehre zum einen davor, zu resignieren und zum anderen auch davor, künstlich nachhelfen zu wollen. Belassen wir es bei der schlichten Verkündigung des Evangeliums. Lassen wir die Botschaft unverfälscht, versuchen wir es nicht mit überredenden Worten, sondern halten wir uns an das überlieferte Wort und überlassen es dem Herrn, die Herzen der Auserwählten für die Botschaft zu öffnen. Wir benötigen weder Promis noch Lockvögel, noch bessere Unterhaltungselemente, sondern stattdessen wieder ganz neu das Vertrauen, dass das Wort Gottes Geist und Leben ist und dass es ausrichten wird, wozu der Herr es gesandt hat.


Die Souveränität Gottes ist eine Garantie für die Heilssicherheit

Doch diese Lehre gibt uns nicht nur die Sicherheit, dass die Verkündigung des Evangeliums niemals vergeblich ist, sondern zeigt auch, dass Gott mit Seinen Auserwählten ans Ziel kommen wird. Denn wenn der Vater seine Entscheidung bereits vor Grundlegung der Welt getroffen hat, und sich diese nicht auf irgendetwas in uns, sondern allein auf Seine freie Gnadenwahl zurückführen lässt, dann können wir sicher sein, dass uns Seine Gnade von Anfang bis Ende begleiten wird. Somit ist die Grundlage unserer Gotteskindschaft nicht die wankelmütige Entscheidung unseres eigenen Herzens, sondern die unwiderrufliche Entscheidung des Vaters, und diese steht sicher wie ein Fels in der Brandung und beruht auf Seiner festen Zusage: Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme, und werde Mitleid haben, mit wem ich Mitleid habe. Nicht irgendeine Leistung unsererseits, sondern Sein Erbarmen ist das sichere Fundament unseres Glaubens. Er ist es, der uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens (Eph 1,5). Wir werden das Reich Gottes nicht erben, weil wir es uns in irgendeiner Weise verdient haben, sondern weil wir vorherbestimmt waren nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Rat seines Willens wirkt (Eph 1,11). Im Licht dieser Wahrheit haben die Worte aus Römer 8, 28-33 eine noch viel tiefere Bedeutung für uns:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht. Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.
Wenn wir die Ursache für unseren Glauben allein in Gott sehen, und uns bewusst machen, dass Er uns bereits vor Grundlegung der Welt erwählt hat, dann liegt hierin, wie Arthur Pink schreibt, der unerschütterliche Trost für das Volk Gottes. Wenn Seine Wahl von Ewigkeit her besteht, dann wird sie auch in Ewigkeit fortdauern! 35

Der einzig sichere Ruheort für unsere Herzen, ist der Thron Gottes und die Gewissheit, dass unser Vater im Himmel nicht ohnmächtig, sondern allmächtig ist. Wenn Er sich in Seiner freien Gnadenwahl bereits vor Grundlegung der Welt dazu entschieden, uns zu erretten, wer will Seinem Willen widerstehen? Wer sollte Ihn davon abhalten? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Beachten wir auch was die Schrift in Römer 8,35 lehrt, wo Paulus schreibt: Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Wenn er dieser gewaltigen Aussage, die Frage: „Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?“, voranstellt, was anderes können wir für einen Schluss daraus ziehen, als die Antwort: Niemand?

Wenn uns niemand von der Liebe Gottes, die in Christus ist, scheiden kann, dann beinhaltet dies auch unser eigenes Versagen und Scheitern. Denn wir werden nicht nur zum Glauben befähigt (vgl. Kol 1,12), sondern auch dazu, zu überwinden und auszuharren. Und zwar nicht aus eigenem Vermögen, sondern durch den, der uns geliebt hat (Röm 8,37). Nicht weil wir so stark sind, sondern weil der, der in uns ist, größer ist, als der, der in der Welt ist (1.Joh 4,4). Und wenn die Schrift sagt: Siebenmal fällt der Gerechte und steht doch wieder auf (Spr 24,16), dann gelten diese Worte nicht für die Selbstgerechten, sondern für jene, die durch das Blut des Lammes gerecht gemacht wurden (vgl. 2.Kor 5,21). Denn Christus wurde für uns zur Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung (1.Kor 1,30). Und Er selbst ist es, der sich als Hohepriester für uns verwendet, damit unser Glaube nicht aufhört (vgl. Lk 22,32; Joh 17,9).

Lassen wir uns durch diese Lehre wieder ganz neu vor Augen führen, dass wir unseren Glauben weder selbst begonnen haben, noch im Stande sind, ihn aus eigener Kraft selbst zu vollenden. Die Erkenntnis, dass Jesus der Anfänger und Vollender des Glaubens ist (vgl. Hebr 12,2), ist der Schlüssel dafür, dass unser Glaube nicht mehr an dem seidenen Faden unserer eigenen Möglichkeiten hängt, sondern in den sicheren Händen liegt, aus denen uns niemand reißen kann. So wie es Jesus den Seinen versprach, als er sagte: Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins (Joh 10,28-30).

Möge diese Wahrheit unsere Herzen im Glauben festigen, möge sie dazu beitragen, dass wir immer mehr erfahren, was die Breite und Länge und Höhe und Tiefe ist, und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus (Eph 3,18-19). In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern Gottes reichen Segen und möchte abschließend noch einmal Arthur Pink zitieren, der in seinem Buch „Die Souveränität Gottes“ zu folgender Feststellung kommt: Göttliche Souveränität ist nicht die Willkür eines tyrannischen Despoten, sondern die Willensausübung Dessen, der unendlich weise und gut ist! Weil Gott unendlich weise ist, kann Er sich nicht irren; und weil Er unendlich Gerecht ist, wird Er nichts falsch machen. Hierin liegt die Köstlichkeit dieser Wahrheit. Die Tatsache für sich genommen, daß Gottes Wille unwiderstehlich und unabwendbar ist, erfüllt mich mit Furcht; doch wenn ich erkenne, dass Gott nur das Gute will, dann wird mein Herz froh.

Die angemessene Haltung, die wir (zur Souveränität Gottes) haben sollten, ist die der Gottesfurcht, des unbedingten Gehorsams, der rückhaltlosen Ergebung und Unterordnung. Doch dies ist nicht alles: Die Erkenntnis der Souveränität Gottes und die Vergegenwärtigung der Tatsache, daß der souveräne Herrscher mein Vater ist, sollte mein Herz zutiefst anrühren, so daß ich mich in anbetender Verehrung vor Ihm beuge und allezeit sage: „Ja, Vater, denn so hat es dir wohlgefallen“ 36 (Mt 11,26; Lk 10,21).

 


 

 

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